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Was taugen offizielle Statistiken? WHO-Team findet Dutzende Ebola-Leichen

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Die Leichname von Ebola-Opfern sind hochansteckend - und sollten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bestattet werden. (Symbolbild)

(Foto: REUTERS)

Es ist ein grausiger Fund: Ein Experten-Team der WHO stößt in einem abgelegenen Ort auf mehr als 80 Ebola-Tote. Die Leichen sind hochansteckend. Die Entdeckung lässt Zweifel an den offiziellen Angaben zu bisherigen Todesfällen lauter werden.

Experten der Weltgesundheitsorganisation haben in einem Krankenhaus im abgeschiedenen Osten Sierra Leones Dutzende hochansteckende aber ohne adäquate Sicherheitsvorkehrungen gelagerte Ebola-Tote gefunden.

"Sie fanden eine grauenvolle Situation vor", teilte die WHO mit. Die Spezialisten begruben insgesamt 87 Leichen. Der Fund nährte auch Befürchtungen, dass die Zahl der Ebola-Fälle in den betroffenen westafrikanischen Ländern weit höher sein könnte, als offizielle Statistiken nahelegen.

Der an Guinea angrenzende Diamant-reiche Bezirk Kono hatte seit Ausbruch der Epidemie im März bislang nur 119 Ebola-Fälle gemeldet, wie die WHO mitteilte. Der Leiter des Seuchenbekämpfungszentrums von Sierra Leone sagte, der Fund lege nahe, dass offizielle Statistiken nur die Spitze des Eisbergs zeigten. In Westafrika sind laut WHO bereits fast 6400 Menschen an Ebola gestorben.

Test mit Impfstoff unterbrochen

Derweil ist die Erprobung eines Ebola-Impfstoffs an 59 Freiwilligen in der Schweiz für einige Wochen unterbrochen worden, nachdem vier Probanden über leichte Gelenkschmerzen klagten. Die Versuche mit dem experimentellen Serum "VSV-ZEBOV" sollten im Januar erneut aufgenommen werden, teilte das Universitätsklinikum Genf mit. Allen an dem Test Beteiligten gehe es gut. Die Nebenwirkungen der Impfung seien mit örtlich begrenzten Entzündungen vergleichbar, wie sie auch bei anderen Immunisierungen gegen Viren auftreten.

Einige Freiwillige hätten 10 bis 15 Tage nach der Impfung über Schmerzen in Gelenken der Finger oder Füße geklagt. Es gehe um Symptome, die den Folgen einer Impfung gegen Röteln ähneln. Die Pause lege man vor allem ein, um Probanden ordnungsgemäß über die Möglichkeit solcher Nebenwirkungen und deren Ursachen informieren zu können.

Erste Resultate der Versuchsreihen hätten gezeigt, dass die Impfung insgesamt von den Probanden "sehr gut toleriert" werde. Der Impfstoff war im Auftrag der Regierung Kanadas von dortigen Labors entwickelt worden, die Lizenz zur Herstellung wurde den US-Firmen Merck und NewLink erteilt.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa

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