"WM-Spülanalyse"WM entlässt Berliner schubweise aufs Klo
Auch wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat, geben Fußballfans alles. Mit einer "Spülanalyse" warten nun die Berliner Wasserbetriebe auf. Demzufolge lässt sich der Hauptstädter einer eindeutigen Pinklergattung zuordnen.
Angstpinkler? Wutpinkler? Oder doch nur Notdurftpinkler? Alle Varianten sind möglich, aber eines ist sicher: Wird der Ball bei der WM gestoppt, rennt alle Welt auf die Toilette. Diese Behauptung ist zwar in ihrer Gesamtheit nicht nachweisbar, ist aber wegen zahlreicher Beispiele eine naheliegende Schlussfolgerung.
Die Berliner Wasserbetriebe etwa haben nun Zahlen dazu präsentiert, was während und nach der Partie Deutschland gegen Portugal auf den stillen Örtchen der Hauptstadt vor sich ging: Wahre Fluten ergossen sich etwa kurz vor 19 Uhr in die Kanalisation. Nach 19 Uhr ging es wieder auf die vorherige Menge zurück.
Das war geschehen: Der Direktor einer Fleischfabrik hatte im brasilianischen Salvador sein Werkzeug in den Mund genommen und zur Halbzeit gepfiffen – in seiner Funktion als Schiedsrichter. Der Serbe verursachte damit rund 8000 Kilometer entfernt einen sprunghaften Anstieg des Wasserverbrauchs: "Abertausende Zuschauer lassen dann den Wasserabsatz in die Höhe und Schmutzwasser in die Tiefe schnellen", analysieren die Berliner Wasserbetriebe.
Doppelter Verbrauch
Zu Deutschlands WM-Auftakt in der Gruppe G stellte das Unternehmen gar die grafische Darstellung des Wasserverbrauchs als "WM-Spülanalyse" ins Netz. Demnach lag der Verbrauch in Berlin am Montagabend während der ersten Halbzeit des Spiels bei etwa 5000 Litern pro Sekunde (17.500 Kubikmeter/Stunde).
Mit Mazics Pfiff nach den ersten 45 Minuten schoss die Kurve auf 10.000 Liter pro Sekunde (35.000 Kubikmeter/Stunde) in die Höhe, um bis zum Anpfiff der zweiten Halbzeit schnell wieder auf den vorigen Wert zu sinken. Berliner können ihr WC-Bedürfnis also genau steuern, sie gehören damit eindeutig zu den Notdurftpinklern.
Nach Spielende war es dann wohl nicht mehr so dringend – logisch, denn dann mussten auch nicht alle nach 15 Minuten wieder vor den Fernsehschirmen sitzen. Viele Zuschauer ließen sich offenbar etwas mehr Zeit. Der erhöhte Wasserverbrauch hielt trotzdem noch länger an. Irgendwann muss das Bier ja aus dem Körper.