Panorama

Tiermutter in Aufruhr Walross versenkt russisches Marineboot

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Das Walross verteidigte wahrscheinlich sein Kalb.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Russische Forscher vollziehen gerade eine historische Expedition nach, der das Franz-Josef-Land in der Arktis seinen Namen verdankt. Dabei kollidiert der Forscherdrang der Wissenschaftler allerdings mit der Mutterliebe eines Walrosses.

Ein Walross hat ein russisches Marineschiff angegriffen und versenkt. Über den Vorfall, der sich während einer Arktisexpedition ereignete, berichtete die russische Geografen-Gesellschaft in einer Mitteilung.

Eine Forschergruppe landete demnach gerade am Franz-Josef-Land, einer Inselgruppe im Nordpolarmeer, die zu Russland gehört. Die Teilnehmer waren an Bord der "Altai", einem Segler der russischen Marine. Vor der Insel mussten sie auf kleinere Boote umsteigen, um an Land zu gehen.

In diesem Moment griff das Walross an. Wahrscheinlich fürchtete das weibliche Tier um die Sicherheit seines Kalbes. Mit voller Wucht attackierte es das Landungsboot, das daraufhin sank. "Eine Tragödie konnte dank des schnellen Eingreifens des Einsatzleiters vermieden werden. Alle Landungsteilnehmer haben das Ufer sicher erreicht ", heißt es in der Mitteilung der Geografischen Gesellschaft.

Auch die russische Nordflotte erwähnt den heiklen Moment in einer Beschreibung der aktuellen Expedition. Den Soldaten sei es gelungen, die Menschen in Sicherheit zu bringen, ohne das Tier zu verletzen. Das Militär dokumentierte den Vorgang mit Drohnenaufnahmen.

Die Forscher wiederholen demnach eine österreichisch-ungarische Expedition von 1874, die Franz Josef Julius Payer in seinem Buch "725 Tage im Eis der Arktis" festgehalten hat und der die Inselgruppe ihren Namen verdankt. Die Expedition hatte mit der Untersuchung der Standorte des Payer-Expeditionslagers und der Überreste des amerikanischen Expeditionslagers von Walter Welman von 1898-1899 begonnen.

Die russischen Geografen nahmen den Vorfall zum Anlass, auf die Risiken zu verweisen, die die Forschung in der Arktis noch immer mit sich bringt. Die Expeditionsteilnehmer müssten wilde Tiere, Stürme und extrem niedrige Temperaturen fürchten. In der Arktis hat der Winter begonnen, anhaltende Nordwinde treiben Eis an die Ufer der Inselgruppe.

Quelle: ntv.de, sba

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