Panorama

Experte sieht Hinweise auf FotosEntpuppt sich der Buckelwal als Weibchen?

20.05.2026, 15:31 Uhr
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17-05-2026-Daenemark-Anholt-Tieraerztin-Anne-Herrschaft-steht-am-Ufer-unweit-vom-toten-Buckelwal-der-vor-der-daenischen-Insel-Anholt-liegt-Es-handelt-sich-um-den-als-Timmy-bekannten-Buckelwal-der-Ende-Maerz-erstmals-vor-Timmendorfer-Strand-gestrandet-war-und-rund-einen-Monat-spaeter-in-die-Nordsee-transportiert-wurde
Das Tier soll in der kommenden Woche abtransportiert und untersucht werden. (Foto: dpa)

In Deutschland klingt die Wal-Aufregung langsam ab, das Problem hat jetzt Dänemark. Und auch der tote Körper des gestrandeten Buckelwals hält offenbar noch Überraschungen bereit.

Der Buckelwal, der wochenlang vor der deutschen Küste lag, schließlich aufwendig aufs Meer gezogen und dann tot vor Dänemark angetrieben wurde, überrascht die Expertinnen und Experten möglicherweise erneut. Bisher war davon ausgegangen worden, dass es sich um ein eher junges männliches Tier handelt. Unter anderem sprach Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus immer wieder von einem jungen Walbullen.

Der Walforscher Fabian Ritter vertrat nun aber die Auffassung, dass das Tier vermutlich ein Walweibchen ist. Ritter sagte der "Bild"-Zeitung, neben der sogenannten Genitalspalte seien auf Fotos deutlich die "Milchdrüsenspalten" des Tieres zu erkennen. "Darin verborgen liegen die Zitzen, durch die die Muttermilch direkt ins Maul der jungen Wale gespritzt wird." Genau diese Spalten seien auf den Aufnahmen klar zu erkennen." Damit wäre der Wal ein Weibchen. Normalerweise trete bei toten männlichen Tieren der Penis deutlich hervor.

Der Meeresbiologe und Sachbuchautor interpretierte auch die Gesänge des Wals im Nachhinein anders. Wal-Männchen singen demnach, wenn sie "um eine Frau werben." Was von dem Wal zu hören gewesen sei, sei aber kein Gesang gewesen, sondern "wahrscheinlich Klagerufe".

Möglicherweise wissenschaftlicher Nachweis

Die dänischen Behörden wollen den Kadaver des Buckelwals vor der Insel Anholt in der kommenden Woche entfernen und eine Obduktion ermöglichen. Das Tier liegt an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser. Es werde dort Badegäste und Einheimische voraussichtlich stark stören, hieß es von der dänischen Umweltbehörde zur Begründung.

Die Obduktion soll auch wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke sichern. Dabei könnte dann möglicherweise auch das Geschlecht des Tieres zweifelsfrei festgestellt werden.

Das mehrfach an Ostseeküsten gestrandete, geschwächte Tier war vor mehr als zwei Wochen von einer privaten Initiative zur Nordsee transportiert worden, wurde dann aber tot vor der Insel Anholt angeschwemmt. Seine Identität wurde anhand eines Trackers zweifelsfrei festgestellt. Das Schicksal des Tieres und der Umgang mit dem Wal hatten wochenlang für Schlagzeilen und hitzige Debatten gesorgt, die bis hin zu Morddrohungen reichten. 

Quelle: ntv.de, sba

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