Panorama

Bahn-Video"Warum trägt sie dieses Kopftuch?"

16.03.2017, 13:02 Uhr
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Szene aus dem Spot der Deutschen Bahn "ToleranzZeit". (Foto: youtube/ToleranzZeit/Deutsche Bahn)

Muss sie das? Will sie das? Und was liest sie da überhaupt? Ein Mann wird beim Anblick einer jungen Frau mit Kopftuch Opfer von gängigen Vorurteilen - und wird dann ziemlich überrascht.

"Warum trägt sie dieses Kopftuch?", grübelt ein junger Fahrgast, der während einer Fahrt im ICE gegenüber einer jungen Frau mit Kopftuch Platz nimmt. "Muss sie das? Will sie das? Will das ihre Familie oder ihr Mann? Obwohl so alt ist sie ja gar nicht. Und was liest sie da überhaupt? Den Koran wahrscheinlich, was sonst?" In einem Spot der Deutschen Bahn pflegt ein junger Fahrgast seine Vorurteile. Und wird dann ziemlich überrascht, denn die beiden haben mehr gemeinsam, als er denkt.

"ToleranzZeit" ist der erste aus einer ganzen Reihe von Werbespots, mit denen das Unternehmen laut Marketingchefin Antje Neubauer "immer wieder relevante Bahn-Geschichten im gesellschaftlich aktuellen Kontext" erzählen will. Der Film greift ein Thema auf, das derzeit wahrscheinlich viele Menschen umtreibt - nämlich den Umgang der Religionen untereinander.

Über sieben Millionen Menschen nutzen täglich die Deutsche Bahn. Da ist es selbstverständlich, dass Menschen aller Religionen, Nationalitäten, Geschlechts- und Altersgruppen darunter sind. Ohne Ausnahme.

Menschen verbinden

"Unsere Kommunikation zielt darauf ab, für uns wesentliche Werte wie Gastfreundlichkeit, Modernität und Glaubwürdigkeit zu transportieren und als einer der größten Mobilitäts- und Logistikdienstleister weltweit unserer wichtigsten Aufgabe nachzukommen: Menschen zu verbinden", erklärt Michael Peterson, Vorstand Marketing Fernverkehr, die Idee hinter dem Werbespot.

Aus Sicht von Roland Stauber, Client Service Director bei Ogilvy & Mather Frankfurt, transportiert die Bahn mit dem Videoclip genau die richtige Botschaft: "In Zeiten von zunehmender Intoleranz kann es nur eine Antwort auf Vorurteile und Ausgrenzung geben: Toleranz. So gelingt es der Bahn, im Rahmen der Kampagne neben der Vermittlung von konkreten Bahnvorteilen auch ein Statement zu setzen, welches zum Nachdenken anregt."

Knapp 10.000 Nutzer leiteten das Video weiter, mehr als 20.000 drückten den "Gefällt mir"-Knopf. Hunderte Nutzer kommentierten das Video, zuletzt löschte die Bahn aber eine Reihe von Reaktionen wegen Beleidigung oder weil sie das Video mit anderen Seiten verknüpften. Der Film endet mit dem Bahn-Kampagnen-Slogan "Diese Zeit gehört Dir".

Quelle: dsi

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