Panorama
Drogenkonsumräume, wie hier in Hamburg, sollen gesundheitliche Risiken minimieren.
Drogenkonsumräume, wie hier in Hamburg, sollen gesundheitliche Risiken minimieren.(Foto: dpa)
Dienstag, 15. Mai 2018

Meist Opiode als Ursache: Weniger Tote durch illegale Drogen

Nach Jahren steigender Totenzahlen scheint der Trend gebrochen. 2017 kommen in Deutschland wieder weniger Menschen durch illegale Drogen ums Leben. Für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist jeder einzelne trotzdem eine Tragödie.

Erstmals seit 2012 ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland wieder leicht gesunken. Wegen Konsums illegaler Substanzen starben im vergangenen Jahr 1272 Menschen und damit fast fünf Prozent weniger als 2016, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, in Berlin mitteilte.

Rund 85 Prozent waren demnach Männer, insgesamt stieg das Durchschnittsalter von 38 auf 39 Jahre. Häufigste Todesursache mit 707 Fällen waren weiterhin Vergiftungen mit Opioiden wie Heroin und Morphin. Bei Kokain und Crack gab es dagegen einen Zunahme auf nun insgesamt 87 Tote.

Mortler sagte zur Gesamtentwicklung, der Rückgang sei besser als ein Zuwachs. Dies sei dennoch kein Grund zur Freude. Auch die aktuelle Zahl stehe noch für unermessliches Leid und 1272 Lebenswege, die anders verlaufen seien, als man es sich gewünscht habe. Nötig sei weiter eine engagierte Vorbeugungsarbeit. "Es gilt, suchtkranke Menschen noch deutlich früher zu erreichen als bisher."

Erst im Dezember hatte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen ihr Jahrbuch Sucht vorgelegt und war zu dem Schluss gekommen, dass nach wie vor die legalen Drogen Alkohol, Tabak und Medikamente für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich sind. Dem Drogen- und Suchtbericht 2017 zufolge sterben jedes Jahr in Deutschland 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 40.000 Menschen sterben an den Auswirkungen schädlichen Alkoholkonsums.

Quelle: n-tv.de