Panorama
Trauer um Anneli.
Trauer um Anneli.(Foto: dpa)
Donnerstag, 20. August 2015

Ermordete Anneli: Wer sind die beiden mutmaßlichen Täter?

Sie sollen Anneli entführt, getötet und in einer Grube verscharrt haben. Jetzt sitzen Markus B. und Norbert K. in U-Haft. Wer sind die Männer, die die 17-jährige Schülerin auf dem Gewissen haben?

Norbert K., ein alleinstehender "Heiratsschwindler", und Markus B., ein überschuldeter Familienvater, sollen Anneli aus Sachsen getötet haben. Wohl aus Angst, von ihr identifiziert zu werden, erdrosselten die unmaskierten Männer die 17-Jährige mit einem Gurt. Wer sind diese beiden Männer, die 1,2 Millionen Euro von Annelis Familie verlangten, aber nicht imstande waren, eine Lösegeld-Übergabe zu organisieren?

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Annelis Entführer, so viel steht fest, kannten sich bereits länger, aber nicht besonders intensiv. Markus B., mit 39 Jahren der Jüngere, ist verheiratet, hat zwei Söhne und soll bis vor Kurzem selbst mit seiner Familie auf dem Dreiseitenhofs im sächsischen Lampersdorf gewohnt haben - auf jenem Gehöft, auf dem Anneli vermutlich umgebracht wurde. Im Juni zog er nach Burgebrach in Bayern, kaufte sich dort ein Haus für 350.000 Euro.

Gegen den arbeitslosen Koch wurde bereits wegen Brandstiftung und eines Sexualdelikts ermittelt. 2006 gründete B. die Firma "Rent a Cook", doch die Firma ging nach drei Jahren pleite. Er soll hoch verschuldet sein. Trotzdem hat er sich der "Bild"-Zeitung zufolge Garten und Einfahrt seines Hauses für 80.000 Euro herrichten lassen.

Seine Familie ahnte offenbar nichts von den Schulden, wie seine Schwiegermutter dem Blatt berichtet: "Er hat nie von Schulden gesprochen." Im Auftrag der Schwiegermutter sollte er den Dreiseitenhof verkaufen. Margit B.: "Deshalb war er von Donnerstag bis Samstag dort." Im Internet gab sich Markus B. als Single aus, suchte schnellen Sex. Er schrieb: "Ich bin ein ehrlicher Typ, mag es, verführt zu werden."

"Lebemann" und "Profi-Lügner"

Norbert K. aus Dresden soll der "Bild"-Zeitung zufolge zwei Mal verheiratet gewesen sein, beide Ehen gingen in die Brüche. Der 61-Jährige soll ebenfalls hoch verschuldet sein. Seine Ex-Frauen beschreiben ihn als "Lebemann", "Heiratsschwindler" und "Profi-Lügner". Den Angaben zufolge soll der Sachse gelernter Forstwirt sein und keine Kinder haben.

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In den 90ern hat er in Wilhelmshaven einen Blumenladen gepachtet, den er der Zeitung zufolge aber heruntergewirtschaftet hat. Seiner Verpächterin sei er 35.000 Euro schuldig geblieben. 2011 machte sich K. als Handelsvertreter selbständig, ging aber drei Jahre später pleite.

Es heißt, Freunde habe der Sachse nur wenige gehabt, wohl vor allem seinen Komplizen, dem er auch beim Umzug geholfen und dessen Hund er Gassi geführt habe. "Ein komischer Kauz", sagt ein Nachbar gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Er hat nie viel geredet."

Geschmacklose Facebook-Posts

Beide Männer waren bei Facebook aktiv. Im Januar postete B. laut "Berliner Kurier" ein Bild mit der Aufschrift: "Ich bin so ein Freund, der dir hilft, eine Leiche verschwinden zu lassen. Aber wenn du mich verarschst, denke daran: Ich weiß, wie man Leichen verschwinden lässt."

Wie die Zeitung berichtet, bekam er für diesen geschmacklosen Spruch sogar ein Like von K.. Auch K. postete den Angaben zufolge fleißig. Am Vorabend der Entführung lud er ein Bild mit dem Satz hoch: "Gehe nie aus dem Haus ohne ein liebes Wort, vielleicht warst du zum letzten Mal dort." Offenbar wusste K. da schon, dass sein Komplize und er am nächsten Tag Anneli entführen würden.

Quelle: n-tv.de