Panorama

Kuriose Versteigerung in USA Wer will Trumps altes Kasino sprengen?

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Das Trump-Plaza in Atlantic City - diese Aufnahme entstand 2012. Später ließ Trump die Namensschilder vom bankrotten Kasino entfernen.

(Foto: AP)

Wer nicht gut auf Donald Trump, den Immobilienunternehmer zu sprechen ist, hat nun eine einmalige Gelegenheit, seinen oder ihren Frust zu verarbeiten. In Atlantic City kann man das Recht ersteigern, ein Trump-Kasino in die Luft zu sprengen.

Die US-Stadt Atlantic City versteigert die Möglichkeit, ein ehemaliges Kasino des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump in die Luft zu sprengen. Zum Verkauf stehe das Recht, am 29. Januar bei der geplanten Sprengung des 1984 eröffneten Trump Plaza den Auslöser zu drücken, teilte der Bürgermeister der Stadt, Marty Small, mit. Die Einnahmen der Auktion sollen der Jugendorganisation Boys & Girls Club of Atlantic City zugutekommen.

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Trump setzte durch, seinen Namen vom Gebäude entfernen zu lassen.

(Foto: AP)

Trump Plaza schloss 2014 seine Türen, seitdem wurde das Gebäude nicht mehr instandgehalten. Bei Stürmen waren mehrmals Fassadenteile auf den Gehweg gefallen. Trump hatte nach der Schließung gerichtlich durchgesetzt, dass sein Name von der Fassade entfernt wird.

Seit 2016 gehört der Gebäudekomplex dem Milliardär Carl Icahn. Bürgermeister Small gab Mitte Juni den Abriss des Gebäudes bekannt, nachdem er wegen der Gefahr für die Anwohner rechtliche Schritte ergriffen hatte. Was Icahn später mit dem Gelände machen wird, ist noch unklar. Atlantic City liegt an der Ostküste der USA im Bundesstaat New Jersey - bis nach New York sind es rund 200 Kilometer.

Trump soll hohe Schulden haben

Trump Plaza war die erste Immobilie Trumps in der Stadt. Zwischenzeitlich gehörten ihm vier Kasinos in der Glücksspiel-Metropole, die zwischen 1999 und 2016 alle geschlossen wurden. Laut Berichten der "New York Times" konnte der Betrieb zeitweise nur durch geheime Finanzspritzen von Trumps vermögendem Vater am Laufen gehalten werden. Trump Entertainment Ressorts, das Unternehmen, das die Trump-Immobilien in Atlantic City betrieb, meldete zwischen 2004 und 2014 dreimal Konkurs an.

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Trump bei einer Veranstaltung im Plaza im Jahr 1984.

(Foto: AP)

Trump gelang es dennoch, sich weiter als Macher und Siegertyp darzustellen. Wie die "New York Times" enthüllte, nahm er mit seinem Image in den vergangenen Jahrzehnten auch das meiste Geld ein. In der TV-Show "The Apprenctice" ("Der Lehrling") gab er den knallharten Boss und erfolgreichen Milliardär und verdiente mehrere Hundert Millionen Dollar.

Die "Times" enthüllte auch, dass Trump hohe Verbindlichkeiten hat. Demnach muss er in den kommenden Jahren für mehr als 400 Millionen Dollar gerade stehen. Er selbst wies von sich, pleite zu sein und verwies darauf, dass sein Immobilienvermögen die Schulden aufwiege. Es wird viel spekuliert, inwiefern diese Aussichten seine Entscheidungen als Präsident beeinflusst haben könnten. Gegen ihn sind mehrere Verfahren anhängig, unter anderem im Bundesstaat New York.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP