Panorama

Bahn rät von Fahrten ab Wetterexperte: "Keiner entkommt dem Sturm"

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Zuerst wird der Sturm wohl die Nordseeküste treffen.

(Foto: imago images/Priller&Maug)

Mit dem Wintersturm "Sabine" rast ein "Monster" auf ganz Deutschland zu. Über mehrere Tage werden ab Sonntag orkanartige Böen bis ins Flachland toben. Die Bahn bietet Ausweichfahrten an, Schulen könnten geschlossen bleiben, an den Küsten drohen Überschwemmungen.

Wegen des erwarteten schweren Wintersturms "Sabine" rät die Deutsche Bahn von Fahrten zwischen Sonntag und Dienstag ab. Die Bahn erklärte, Reisende sollten möglichst auf andere Tage ausweichen.

Ein "gewaltiges Windfeld" mit Orkanböen werde Deutschland voraussichtlich am Sonntagvormittag erreichen, erklärte ntv-Wetterexperte Bernd Fuchs. "Sonntagmittag haben wir die meiste Gefahr in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, das wird dann am Abend auch NRW betreffen", so Fuchs. In der Nacht zum Montag werde demnach ganz Deutschland betroffen sein. Auch mit Gewittern sei zu rechnen. "Es ist wirklich ein kleines Monster, was da auf uns zurast."

Die Bahn erklärte, alle Fernverkehrstickets für Sonntag, Montag und Dienstag könnten bereits am Samstag sowie mindestens bis zum 18. Februar benutzt werden. Auch eine kostenlose Stornierung sei möglich. Fuchs prognostiziert, dass bis in den Montagabend hinein in Süddeutschland Orkanböen auftreten. "Es entkommt über diese zwei Tage keiner dem Sturm", erklärt Fuchs. Ausläufer des Sturms würden demnach auch am Dienstag noch zu spüren sein.

Das Stornierungsangebot der Bahn gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung, führte der Konzern weiter aus. Wer eine Sitzplatzreservierung gebucht habe, könne diese kostenfrei umtauschen. Die Bahn riet Reisenden außerdem, vor Fahrtantritt ihre gewählte Verbindung noch einmal im Internet, der Bahn-App oder über die Telefonhotline zu prüfen.

Die Vorbereitungen laufen in Nordrhein-Westfalen indes bereits auf Hochtouren. "Wir verstärken in allen Bereichen und bereiten uns auf "Sabine" vor", sagte eine Bahnsprecherin in Düsseldorf. So werde das Personal in den Leitstellen und Betriebszentralen erhöht, Schichtpläne würden angepasst. "Parallel werden Reparaturfahrzeuge ins Standby gesetzt."

Warnung vor umfallenden Bäumen

Das Augenmerk liege darauf, die Strecken so schnell es gehe wieder befahrbar zu machen, teilte die Bahn weiter mit. Im Ernstfall räumten die Mitarbeiter vor Ort mit Spezialgeräten die Gleise frei und reparierten Technik und Oberleitungen. Die häufigste Folge von Unwettern bei der Bahn seien Schäden an den Oberleitungen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH erwartet für die Nordsee in der Nacht zu Montag sowie in den darauffolgenden Tagen erhöhte Wasserstände. Dann droht Hochwasser an der Nordsee von der nordfriesischen Küste bis zur Elbmündung und in Hamburg. Das kann auch zur Überflutung des Hamburger Fischmarkts führen.

An der niedersächsischen Nordseeküste könnte es am Montag an manchen Orten zu einer leichten Sturmflut kommen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erwartet erhöhte Wasserstände. "Es besteht Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen", hieß es.

Die niedersächsische Forstverwaltung warnte Spaziergänger und Wanderer auch vor dem Betreten der Wälder. "Es besteht die Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umgeworfen werden", sagte ein Sprecher. Dies gelte vor allem für Waldgebiete, in denen die Bäume durch die Trockenheit der beiden vergangenen Sommer ohnehin geschwächt seien. Angesichts des erwarteten Sturms hat das nordrhein-westfälische Schulministerium Schulen und Schulträger in dem Bundesland auf die Möglichkeit hingewiesen, am Montag den Unterricht ausfallen lassen zu können.

Quelle: ntv.de, mra/AFP/dpa