Panorama

Nach Brand in Haft auf Mallorca Wiedergutmachung könnte Kegelbrüder halbe Million kosten

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Der Außenbereich des "Why Not Mallorca?" in Schutt und Asche.

(Foto: picture alliance/dpa)

Brandstiftung wird der Reisegruppe von Keglern aus Münster vorgeworfen. Sie sollen brennende Zigaretten auf das Dach einer Gaststätte geschnipst und Alkohol darauf gegossen haben. Das könnte für sie am Ende teuer werden. 12 sitzen noch in U-Haft. Ein Bericht gibt Aufschluss über ihren Zustand.

Eigentlich sollte es nur ein langes Wochenende für die Kegelbrüder aus Münster werden. Über zwei Wochen nach dem Brand, dessen Stiftung sie verdächtigt werden, sitzen zwölf von ihnen weiterhin auf Mallorca in Untersuchungshaft. Einer sei bereits entlassen worden, berichtet die "Mallorca Zeitung". Vier weitere der Männer können auf Freilassung noch in dieser Woche gegen eine Kaution von jeweils 12.000 Euro hoffen.

Es könnte für die Gruppe - und zwar für alle - am Ende aber bedeutend teurer werden: Unabhängig von der Untersuchungshaft nahm der Richter gegen alle 13 Beschuldigten eine Solidarhaftung in Höhe von 500.000 Euro für eingetretene Schäden an. Diese kann wirksam werden, wenn sie alle als Mittäter verurteilt werden. Kurz nach dem Brand war bereits von einem Sachschaden von 150.000 Euro die Rede.

Was war geschehen: Bei dem Brand in Ballermann-Nähe waren am 20. Mai zwei Gaststätten und eine Wohnung beschädigt worden. Die Kegelbrüder wurden verdächtigt, auf über den Etablissements liegenden Balkonen ihrer Hotelzimmer wild gefeiert zu haben und brennende Zigarettenstummel auf das Schilfrohr-Dach der Terrasse einer von einer Kölner Wirtin betriebenen Bar geworfen und gar Alkohol darauf gegossen zu haben. Zwei Menschen erlitten zudem leichte Verletzungen. Seither saßen zunächst 13, und nun 12 der meist Mitte 20 Jahre alten Deutschen in Untersuchungshaft.

In der Haft wurden die Kegelbrüder der "Mallorca Zeitung" zufolge mittlerweile von einer Delegationen von diplomatischen Vertretern und solcher von Kirchengemeinden besucht. "Mitglieder des deutschen Konsulats auf Mallorca sowie der katholischen und evangelischen Gemeinde konnten sie am Samstag in der Untersuchungshaft besuchen und berichten von jungen Männern - die Inhaftierten sind Mitte 20 -, deren vernünftiges, besonnenes und höfliches Auftreten so gar nicht mit dem Bild von Ballermann-Krawallbrüdern zusammenpasst", berichtet das Blatt. Mehrere von ihnen seien Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr in Münster, einige waren vor ihrem Mallorca-Trip offenbar noch nie im Ausland.

Acht bleiben in Untersuchungshaft

Weiterhin berichteten die Besucher demzufolge, dass die richterliche Entscheidung, dass acht der Kegelbrüder weiterhin in Untersuchungshaft verbleiben müssen, für die Männer ein harter Schlag gewesen sei. Allerdings sei der Zusammenhalt unter den Männern, die sich teils seit ihrer Kindheit kennen, groß. Die "Mallorca Zeitung" erwähnt dann noch weitere Details zur Zellenaufteilung und welchen Eindruck die Männer dem Vernehmen nach auf die Gefängnisleitung machen.

Von Nachbarn liegen gegen die Männer jedoch auch belastende Zeugenaussagen vor. Demnach sollen sie gelacht, gegrölt, Bier vom Balkon geschüttet und das Feuer gefilmt haben. Bei ihrer letzten Vernehmung haben die Männer der "Mallorca Zeitung" zufolge von Missverständnissen gesprochen und untermauert, dass sie Alarm geschlagen hätten und bei der Brandbekämpfung haben helfen wollen.

Quelle: ntv.de, mpe

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