Panorama

Erste Hitzewelle des Jahres "Xenia" rüttelt an der 30-Grad-Marke

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Zum Start der neuen Woche dürften sich viele einen Platz im Schatten suchen - es wird heiß.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Sommer hat lange auf sich warten lassen, nun bringt Hoch "Xenia" nach einem kurzen Kälteintermezzo am Wochenende zumindest bis zum ersten EM-Spiel der deutschen Mannschaft im ganzen Land teils hochsommerliche Temperaturen. Danach gehe es erst mal wechselhaft weiter, sagt ntv-Meteorologe Björn Alexander.

ntv.de: Es ist Sommer, die Fußball-EM startet. Erleben wir beim Wetter ein Sommermärchen?

Björn Alexander: Ab Sonntag zunächst auf jeden Fall. Denn nachdem am Samstag eine Kaltfront dem Nordosten und dem Osten mal einen Sommer-Dämpfer bringt, sieht es danach mit dem wiedererstarkten Hoch "Xenia" richtig gut aus. Die Unwettergefahr ist - zumindest vorübergehend - gebannt und bis einschließlich Dienstag bleibt es schön und sommerlich warm bis heiß.

Und nach dem Dienstag, an dem die deutsche Mannschaft ja das erste EM-Spiel hat?

Bröckelt das Sommermärchen. Die Atlantiktiefs rücken uns nämlich von Westen her auf den sonnenverwöhnten Pelz und damit steigt die Unwettergefahr erneut an.

Kommt die Schafskälte etwa doch noch?

Stichwort Schafskälte

Die sogenannte Schafskälte ist ein Wetterphänomen ähnlich den Eisheiligen, das in Deutschland mit großer Regelmäßigkeit auftritt. Besonders in der ersten Junihälfte kommt es häufig zu einem starken Temperaturrückgang, wenn Tiefdruckgebiete über Nord- und Osteuropa kühle Luftströme aus der Arktis nach Mitteleuropa bringen.

Vereinzelt kann es dann sogar im Juni noch zu einstelligen Temperaturen und nachts sogar zu Bodenfrost kommen. Ihren Namen trägt die "Schafskälte" deswegen, weil um diese Jahreszeit die Schafe schon geschoren wurden und unter den niedrigen Temperaturen leiden können.  

Ein bisschen wie Schafskälte wird sich auf jeden Fall schon mal der Start in den Sonntag anfühlen. Hinter der Kaltfront vom Samstag kühlt es sich in der Nacht auf Sonntag auf 14 bis 5 Grad ab. Insbesondere in den westlichen Mittelgebirgen, also im Bereich Eifel oder Sauer- und Siegerland, ist damit der Bodenfrost auch nicht allzu weit entfernt. Und mit den Gewittern zur Mitte der kommenden Woche kühlt es natürlich ebenfalls ab. Nicht vergessen darf man allerdings die Fallhöhe, die sich zuvor aufbaut.

Wie hoch ist die denn?

Spitzenwerte von 30 Grad sind drin. Und weil sich diese Hochsommerwerte im Süden und Osten zum Teil drei Tage halten können, ist es also auch legitim, von einer Hitzewelle zu sprechen. Somit kommen wir aus der ersten möglichen Hitzewelle des Jahres.

Gibt es denn schon Trends für die zweite Juni-Hälfte?

Tendenziell erst einmal leicht wechselhaft mit oft sommerlichen Temperaturen. Auch weitere Heißluft-Vorstöße tauchen immer mal wieder in den längerfristigen Wettermodellen auf. Dementsprechend scheint die Schafskälte, die uns ja gerne mal zwischen dem 4. und dem 20. Juni trifft, in diesem Jahr eher gemächlich zu verlaufen.

Dann schauen wir doch auf die Aussichten am Wochenende: Wie wird es denn am Samstag?

Zum Teil recht windig, an der Küste und im Bereich der Mittelgebirge zum Teil auch stürmisch. Dabei sind vor allem in der Mitte und im Osten auch Schauer möglich. Die kann es ebenso im Süden geben. Dort punktuell weiterhin mit Blitz und Donner, aber kaum noch mit Unwettergefahr. Dabei wird es vor allem im Norden und Osten deutlich kühler als an den Vortagen bei 17 bis 21 Grad, während es im Südwesten erneut bis zu 28 Grad werden.

Und am Sonntag?

Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander.

Ist die schlappe Kaltfront schon wieder durch und die Sonnenanteile legen deutlich zu. Die Schauer sind auch durch und nur die Temperaturen erinnern noch an den kurzen Einbruch. Denn auf die frische, fast schon "schafskalte" Nacht sind maximal noch 16 bis 26 Grad möglich. Das ist bestenfalls frühsommerlich. Zumal im Norden weiterhin ein strammer Westwind weht.

Was macht das Sommercomeback am Montag?

Das läuft richtig gut an mit Spitzenwerten zwischen 20 Grad an der See und bis zu 31 Grad am Oberrhein. Außerdem dominiert die Sonne neben harmlosen Schönwetterwolken.

Wie meisterlich wird das Wetter am ersten EM-Spieltag der deutschen Elf?

In Sachen Sonnenschein auf jeden Fall schon mal ziemlich meisterlich. Auch wenn im Norden und Osten ein paar mehr Wolken durchziehen. Die Temperaturen steigen hierbei nochmals weiter an. In der Mitte und im Süden meistens mit Höchstwerten zwischen 26 und 32 Grad. Im Norden und im höheren Bergland ist es weniger warm. Am kühlsten ist es weiterhin direkt an der See mit 18 Grad.

Welche Aussichten bringt uns der Mittwoch?

Zunächst ist es sonnig und trocken, bevor später vom Schwarzwald bis zum Niederrhein erste Schauer und Gewitter aufkommen. Zuvor gibt es oft hochsommerliche Temperaturen mit meist 25 bis 33 Grad. Einzig die Nordlichter bleiben frischer mit 22 Grad.

Was macht das Wetter in der zweiten Wochenhälfte?

Von Westen werden die Wolken samt teils kräftigen Gewittern immer aufdringlicher und können höchstwahrscheinlich auch von Unwettern begleitet sein. Das Ganze bei Höchstwerten zwischen 22 Grad im Norden und 33 Grad am Rhein.

Geht die Hitze auch am Donnerstag in die Verlängerung?

Im Osten wahrscheinlich schon. Denn während im Westen die teilweise heftigen und gewittrigen Regengüsse an Fahrt aufnehmen dürften, verlagert sich der Hitzeschwerpunkt mit bis zu 31 Grad in den Osten unseres Landes. Anschließend wird es dann wahrscheinlich erst einmal überall durchwachsener und kühler mit Temperaturen zwischen 17 und 27 Grad.

Quelle: ntv.de

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