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Mehr Unfälle, weniger Verletzte Zahl der Verkehrstoten sinkt auf Tief

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Seit 60 Jahren erstellt das Statistische Bundesamt eine Statistik zu den Verkehrstoten.

(Foto: imago images/Westend61)

Seit Jahrzehnten sinkt die Zahl der Verkehrstoten. Im vergangenen Jahr erreicht sie nun einen neuen Tiefstand. Nach Ansicht von Experten bleiben jedoch Baustellen - etwa bei den Alkohol- und Drogenkontrollen.

Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren gesunken. Bei Unfällen im Straßenverkehr starben den vorläufigen Zahlen zufolge 3059 Menschen - 216 oder 6,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Polizei erfasste allerdings erneut mehr Unfälle, rund 2,7 Millionen oder 1,9 Prozent mehr.

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Detailliertere Ergebnisse liegen den Angaben zufolge bisher für den Zeitraum Januar bis November 2019 vor: Diese zeigen den stärksten Rückgang bei getöteten Motorradfahrern. Einen starken Anstieg verzeichnete die Statistik dagegen bei Fahrern von Pedelecs, hier gab es ein Plus von 28 Toten (plus 32,6 Prozent). Auch die Zahl der Verletzten ging demnach zurück. Sie sank um drei Prozent auf 384.000.

Die Zahl der Verkehrstoten sinkt seit Jahrzehnten - mit kleinen Ausreißern. 1970 war mit mehr als 21.000 Verkehrstoten der bisherige Spitzenwert erreicht worden: Allein in Westdeutschland kamen in jenem Jahr 19.193 Menschen durch Unfälle im Straßenverkehr ums Leben. Seitdem ging die Zahl massiv zurück. 2018 war ein Anstieg auf 3275 im Vorjahresvergleich verzeichnet worden, Grund waren unter anderem mehr getötete Fahrradfahrer.

Rund 3000 Verkehrstote seien kein Grund zum Jubeln, kommentierte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft die aktuellen Daten. Es gebe nach wie vor viel zu tun, betonte er. So müsse es mehr Kontrollen auf Regelverstöße im Straßenverkehr geben wie Alkohol- oder Drogenmissbrauch sowie zu hoher Geschwindigkeit. Das Bußgeldniveau sei auch zu gering.

Radfahrer sowie Menschen, die mit E-Scootern oder Pedelecs unterwegs seien, würden nach wie vor zu wenig geschützt. Beispielsweise an Kreuzungen: "Abbiegeunfälle werden von Lastwagen verursacht, oft aber auch von Autofahrern." Nötig seien getrennte Grünphasen für Rechtsabbieger und Fahrradfahrer, doch dies sei aus Platzgründen nicht überall möglich.

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Wie riskant der Alltag auf deutschen Straßen noch immer ist, lässt in den Daten der amtlichen Unfallstatistik erkennen. Wo krachte es im Vergleichsjahr 2018 besonders häufig? ntv.de zeigt das Unfallgeschehen anhand interaktive Karten aus dem "Unfallatlas" für jene 13 Bundesländer, aus denen regionale Zahlen vorliegen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP