Panorama

Mehr Corona-Tote in Deutschland Zahl der akut Infizierten sinkt unter 40.000

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Aktuell sind 39.220 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus akut infiziert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Neuinfizierten in Deutschland steigt nach dem Wochenende wieder etwas stärker an. Aktuell infiziert sind dagegen nur noch 39.220 Menschen. Während das RKI zu anhaltender Disziplin aufruft, sinkt die Reproduktionszahl auf 0,9.

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zum Wochenbeginn deutlich gestiegen. Nach Berechnungen von ntv.de basierend auf den Angaben der Bundesländer und des Robert-Koch-Instituts (RKI) kamen innerhalb von 24 Stunden 1318 neue Infektionen hinzu. Damit sind aktuell 39.220 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus akut infiziert. Die steigenden Zahlen sind vermutlich auf verzögerte Meldungen der Gesundheitsämter vom Wochenende zurückzuführen. Die Zahl der Todesopfer steigt um 212 auf 6054. Die Zahl der Genesenen liegt bei 112.278.

In seiner Pressekonferenz hat das RKI derweil zu anhaltender Disziplin in der Corona-Pandemie aufgerufen. Die Menschen sollten sich weiter an die gültigen Regeln halten, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Deutschland habe das Virus anders als andere Länder bisher sehr erfolgreich in Schach halten können. "Wir wollen diesen Erfolg verteidigen", sagte Wieler. "Wir wollen nicht, dass die Fallzahlen wieder zunehmen." Das gelte gerade vor dem Hintergrund der ersten Lockerungen.

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Die als wichtig angesehene Zahl zur Ansteckungsrate ist nach Angaben des RKI wieder gesunken. Mit Datenstand vom 28. April um Mitternacht werde die Reproduktionszahl auf 0,9 geschätzt, teilt das Institut mit. Das bedeute, dass im Mittel jeder Infizierte eine weitere Person anstecke. Zuletzt war die Zahl auf rund 1,0 geschätzt worden, nachdem sie zwischenzeitlich schon bis auf 0,7 gesunken war. Wieler hat wiederholt erklärt, Ziel sei es, die Rate möglichst auf unter 1,0 zu drücken. Kanzlerin Angela Merkel hatte betont, die Marke sei auch mit Blick auf Lockerungen der Corona-Auflagen ein wichtiges Kriterium.

Bald neue Erkenntnisse zur Rolle von Kindern in Pandemie?

Einen möglicherweise wichtigen Beitrag für die Debatte über Kita-Öffnungen kommt derweil womöglich bald aus Berlin. Dem Virologen Christian Drosten zufolge läuft derzeit eine Untersuchung zur Rolle von Kindern in der Coronavirus-Pandemie. Im Labor an der Charité sei man dabei, die Viruskonzentration im Rachen von Kindern zu bestimmen, sagte der Wissenschaftler im NDR-Podcast. Über Ergebnisse und die Datengrundlage könne er wahrscheinlich an diesem Donnerstag sprechen. Drosten erhofft sich demnach mehr Erkenntnisse darüber, ob Kinder das Virus ebenso abgeben wie Erwachsene.

Bisher seien viele Fragen zur Rolle von Kindern bei Sars-CoV-2 offen. In vielen Studien dazu seien zu wenige Kinder eingeschlossen, sodass die Ergebnisse nicht statistisch signifikant seien, schilderte Drosten eine grundsätzliche Problematik. Sollte in Deutschland wieder mehr Kita-Betreuung ermöglicht werden, sprach er sich für klare Handlungsempfehlungen an Eltern aus: Zum Beispiel, dass man sich der möglichen Infektions-Einschleppung bewusst ist und bei Symptomen gleich zu Hause bleiben und sich testen lassen sollte. Zudem sollte man keine älteren Menschen besuchen.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa