Panorama

Fall um Würzburger Logopäden Zahlreiche Pädophile im Darknet aufgespürt

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Im Darknet hatte der verurteilte Logopäde Bilder und Videos seiner Taten verbreitet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Verurteilung eines Würzburger Logopäden wegen Kindesmissbrauchs können bayerische Behörden insgesamt 44 Tatverdächtige ermitteln. Sie hatten Bilder, die der Mann von seinen Taten ins Netz gestellt hatte, genutzt. Einige der Verdächtigen sollen es nicht bei Bildern belassen haben.

Im Ermittlungskomplex um sexuellen Missbrauch durch einen Würzburger Logopäden haben die bayerischen Ermittler 44 Tatverdächtige festgestellt, die unter anderem kinderpornografische Bilder des rechtskräftig verurteilten Manns nutzten. 27 der Tatverdächtigen leben in Deutschland, 17 im Ausland, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das bayerische Landeskriminalamt nun mitteilten. Dazu liefen noch Ermittlungen gegen 13 weitere noch unbekannte Tatverdächtige.

Das Landgericht Würzburg hatte den Logopäden im Mai wegen schweren sexuellen Missbrauchs behinderter Kinder zu einer Haftstrafe von elf Jahren und vier Monaten verurteilt, das Urteil ist rechtskräftig.

Der Mann hatte die hochgradig behinderten Jungen in ihrer Kita und in seiner Praxis sexuell missbraucht. Außerdem machte er Filme und Fotos von seinen Taten und verbreitete diese im sogenannten Darknet. Der Mann hatte sich dort in einem weltweiten Pädophilennetzwerk bewegt, die Feststellung der 44 Tatverdächtigen führte zu Ermittlungsverfahren gegen diese.

Den bayerischen Fahndern zufolge wurde im Zuge der Ermittlungen ein Darknetforum geschlossen, in dem etwa tausend Nutzer Kinderpornografie verbreiteten und tauschten. In der Schweiz sei es gelungen, einen Pädophilen festzunehmen, der sich an einem fünfjährigen Jungen vergangen und kurz vor weiteren Taten gestanden habe. In Paris wurde demnach zudem ein Mann festgenommen, der in asiatischen Ländern und in Frankreich Jungen missbraucht haben soll.

Es seien neben Deutschland, Frankreich und der Schweiz Verfahren in Belgien, Italien und Österreich ausgelöst worden. Außerdem sei die Polizei in Albanien, Dänemark, Ecuador, England, Jordanien, Mexiko, Polen, Russland, Tschechien und den USA über Erkenntnisse aus dem Ermittlungskomplex informiert worden.

Quelle: ntv.de, bea/AFP