Panorama

"Multikultureller Provokateur" Zeichner der Mohammed-Karikatur gestorben

imago0083723743h.jpg

Westergaard starb im Alter von 86 Jahren.

(Foto: imago/Belga)

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard ist 70 Jahre alt, als er zu internationaler Bekanntheit kommt. Seine Mohammed-Karikatur in der Zeitung "Jyllands-Posten" ist Auslöser massiver Proteste vor allem in muslimischen Ländern. Jahrelang steht er unter Polizeischutz. Jetzt ist er einer Krankheit erlegen.

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, dessen Mohammed-Karikatur Proteste in zahlreichen Ländern auslöste und letztlich Auslöser des blutigen Anschlags auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris war, ist tot. Westergaard starb nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren, wie seine Familie am Sonntag der dänischen Zeitung "Berlingske" mitteilte.

Eine von Westergaard gezeichnete Karikatur, die den Propheten Mohammeds mit einer Bombe im Turban zeigt und in der Zeitung "Jyllands-Posten" veröffentlicht wurde, hatte als Reihe einer Karikaturenserie 2006 zu anti-dänischen Protesten und Gewalt in mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern geführt. 2012 druckte "Charlie Hebdo" die Karikatur ab - drei Jahre später töteten zwei Islamisten bei einem Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins zwölf Menschen.

Westergaard, eigentlich ein ausgebildeter Lehrer, arbeitete seit Mitte der 80er-Jahre für die "Jyllands-Posten". Der Zeichner, der sich in der "TAZ" als "kulturradikalen und multikulturellen Provokateur" bezeichnete, arbeitete bis 2010 für die Zeitung und setzte sich dann zur Ruhe. Mit seiner Mohammed-Karikatur sei es ihm nicht um eine Stigmatisierung von Muslimen gegangen, sagte er, sondern um "Terroristen, die den Islam als Munition benutzen".

In seinen letzten Lebensjahren stand der Zeichner unter Polizeischutz - wie mehrere weitere Menschen, die mit dem Abdruck der umstrittenen Mohammed-Karikatur zu tun hatten. 2010 nahmen Polizisten einen mit einem Messer bewaffneten Angreifer in Westergaards Haus fest, der den Zeichner umbringen wollte.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.