Panorama

Zahl offenbar deutlich geringer Zentralregister: Keine 40.000 Intensivbetten

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Das Zentralregister kommt nicht einmal die 28.000 Intensivbetten, die laut amtlicher Statistik schon vor der Corona-Krise zur Verfügung standen.

(Foto: dpa)

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft klang beruhigend: Es gebe 40.000 Intensivbetten, bis zu 20.000 seien noch frei. Dem widerspricht nun das Zentralregister für Intensivbetten. Danach sieht es bei Weitem nicht so gut aus.

Das Zentralregister für Intensivbetten hat Angaben widersprochen, wonach es mittlerweile fast 40.000 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern gebe. "Wir können diese Zahl in keinster Weise bestätigen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, die das Zentralregister betreibt, dem "Handelsblatt".

Damit korrigierte sie Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) von vor wenigen Tagen. DKG-Präsident Gerald Gaß hatte gesagt, er schätze, dass knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung stehen - von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei seien.

Nach den täglichen Meldungen der Krankenhäuser an das Zentralregister gab es aber am Freitagnachmittag nur 13.346 mit allen Arten von Intensivpatienten belegte Betten. 10.074 weitere waren frei. Das wären zusammen nicht einmal die 28.000, die laut amtlicher Statistik schon vor der Corona-Krise zur Verfügung standen.

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Und auch davon "musste man schon rund zehn Prozent abziehen, die wegen Personalmangel nicht benutzt werden konnten", sagte die Sprecherin dem "Handelsblatt". "In der Kinder-Intensivmedizin waren es sogar 20 Prozent".

Von den 13.346 belegten Intensivbetten dienten demnach aktuell lediglich 2680 der Behandlung von Corona-Patienten. Von diesen müssten 83 Prozent beatmet werden.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP