Panorama

Um Pandemie zu bewältigen "#ZeroCovid": Wirtschaft komplett runterfahren

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Die "#ZeroCovid"-Initiative fordert für die Wirtschaft in Europa einen Shutdown. Ziel: keine Neuinfektionen.

(Foto: imago images/Rupert Oberhäuser)

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus bleiben auf einem hohen Niveau - trotz Lockdowns. Die "#ZeroCovid"-Initiative fordert eine radikale Maßnahme zur Pandemiebekämpfung für ganz Europa. Die bisherige Strategie habe versagt, sagen die Aktivisten.

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiterhin fest im Griff. Die Neuinfektionen mit dem Virus sind international weiterhin hoch. Obwohl viele Länder das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren haben. Die neue Initiative "#ZeroCovid" geht einen Schritt weiter. Aktivisten etwa aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit und Pflege fordern, die ganze Wirtschaft europaweit herunterzufahren. Ziel sei es, die Neuinfektionen auf null zu senken, um die Corona-Pandemie bewältigen zu können.

Die bisherige "Flatten-the-Curve"-Strategie bezeichnen die Aktivisten als gescheitert. Sie habe das Leben dauerhaft eingeschränkt, aber gleichzeitig Millionen Infektionen und Zehntausende Tote gebracht. "Shutdown heißt: Wir schränken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein - und zwar auch am Arbeitsplatz!", heißt es in einem Aufruf der Initiative.

"Wie viele andere Menschen auch, wollen wir nicht länger diesen ewigen Lockdown Light oder dieses ständige Hin und Her zwischen Verschärfungen und Lockerungen mittragen", sagte Oliver Kube, Sprecher der Initiative in einer Mitteilung. Nötig sei ein Shutdown aller Bereiche, die nicht lebenswichtig seien. Im Fokus der Initiative steht die Forderung nach einem Shutdown insbesondere in der Wirtschaft.

Wirtschafts-Shutdown realisierbar

Besonders wichtig sei es der Initiative, dass die Schwächeren und Schwächsten nicht auf der Strecke blieben, so Kube. Deshalb fordert die Initiative europaweite Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen oder Unternehmensgewinne. Etwaige Lohnausfälle sollen durch ein breit aufgestelltes soziales Rettungspaket aufgefangen werden. Die Kritik, ein solidarischer und umfangreicher Shutdown sei in Deutschland nicht möglich, hält Kube für unberechtigt. "Wenn es mehrere andere Staaten gibt, die das bereits erfolgreich getan haben, dann ist das keine Frage der prinzipiellen Machbarkeit, sondern der machtpolitischen Durchsetzung."

Zu den Erstunterzeichnern gehören nach Angaben der Initiative etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Autorinnen Margarete Stokowski und Teresa Bücker sowie der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer. Auch viele Wissenschaftler und Angestellte aus dem Gesundheitsbereich hätten demnach unterschrieben. Margarete Stokowski schrieb auf Instagram, sie wünsche sich, dass der Aufruf "einfach zack sofort umgesetzt wird". Auch Luisa Neubauer rief auf Twitter dazu auf, unter dem Hashtag #ZeroCovid zu diskutieren. Der Hashtag "#ZeroCovid" war zeitweise der am zweithäufigsten genutzte bei Twitter.

Quelle: ntv.de, jks/dpa