Panorama

Baum stürzt auf Tigergehege Zoo Magdeburg beklagt Sturmschäden

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Uralte Baumriesen umgeknickt: Die schweren Sommergewitter hinterlassen in Magdeburg Spuren der Verwüstung.

(Foto: imago/Christian Schroedter)

Die Unwetterfront trifft Sachsen-Anhalt mit voller Wucht: Im Magdeburger Zoo stürzen zahlreiche Bäume um. Ein besonders schweres Exemplar kracht auf das Tigergehege. Der Zoo muss die Anlage vorübergehend schließen.

Sturmtief "Paul" hat im Zoo von Magdeburg große Schäden angerichtet. Rund die Hälfte der Bäume sei umgestürzt oder beschädigt worden, sagte Zoodirektor Kai Perret. Bis auf weiteres bleibe der Zoo deshalb geschlossen. Wie hoch die Schäden tatsächlich seien, lasse sich erst nach den Aufräumarbeiten abschätzen.

Die Gehege von Tigern und Leoparden sind den Angaben zufolge zum großen Teil zerstört worden. Ein Baum liege noch immer auf dem Tigergehege und müsse mit einem Autokran entfernt werden. Die Tiere überstanden das Unwetter unbeschadet, müssen aber zunächst in den kleineren Innengehegen bleiben. Im Magdeburger Zoo leben zwei Tiger und drei Leoparden.

Je nach Dauer der Reparaturarbeiten werde überlegt, die Tiere so lange in anderen Zoos unterzubringen, sagte Perret- Neben den Schäden durch das Unwetter drohten wegen der Schließung zudem weitere finanzielle Belastungen. "Die Eintrittsgelder werden uns fehlen", sagte er. Erst vor kurzem hatte der Zoo eine neue Elefantenanlage eingeweiht, die zusätzliche Besucher anziehen sollte.

Schäden auch im Wörlitzer Gartenreich

Auch weiter östlich an der Elbe richteten die Gewitter mit Sturm und Hagel in der Nacht auf Freitag schwere Schäden an. Betroffen sind auch die berühmtesten Parkanlagen in Sachsen-Anhalt: Das Wörlitzer Gartenreich, das zum Unesco-Welterbe gehört, bleibt aufgrund der wetterbedingten Verwüstungen bis auf weiteres geschlossen.

Es seien nicht nur Äste abgebrochen, sondern auch zahlreiche Bäume umgestürzt, teilte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mit. Eine Gefahr für die Besucher sei nicht auszuschließen. Daher bleibe das weitläufige Gelände bis zum Ende aller Aufräumarbeiten gesperrt. Auch die Gondeln und Fähren seien außer Betrieb. Das Wörlitzer Gartenreich wurde 1765 angelegt und gehört seit 17 Jahren zum Unesco-Welterbebestand.

ICE-Strecke wieder frei

Am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag waren heftige Gewitter mit schweren Sturmböen über Norddeutschland und Sachsen-Anhalt hinweggezogen. Die in der Region verlaufende ICE-Strecke von Berlin über Wolfsburg nach Düsseldorf und Köln konnte erst nach Stunden wieder freigegeben werden. Bei Gütersloh hatte Sturm "Paul" die Oberleitung abgerissen. Mitarbeiter der Bahn mussten die gesamte Strecke nach Ästen und umgestürzten Bäume absuchen. Die wichtige Ost-West-Achse im deutschen Schienenverkehr sei wieder in beiden Richtungen befahrbar, teilte die Deutsche Bahn vor dem Wochenende mit.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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