"Die Bombe ist scharf"Zünder an Dresdner Bombe beschädigt - Entschärfung komplizierter

Bevor eine neue Carolabrücke in Dresden gebaut werden kann, muss das Gelände von Weltkriegsbomben befreit werden. Eine für heute Morgen geplante Entschärfung verzögert sich aber. Es muss Spezialgerät zum Einsatz kommen.
Der Zünder der in Dresden gefundenen Weltkriegsbombe ist beschädigt und kann nur mit einem Spezialgerät - einem Wasserschneidgerät - entfernt werden. Normalerweise würde der Sprengmeister des Kampfmittelräumdiensts den Zünder einfach herausschrauben, sagte Polizeisprecher Marko Laske. Das sei nun nicht möglich. Deshalb rechnet die Polizei mit Verzögerungen bei der Entschärfung des Sprengkörpers.
"Wir hoffen gleichwohl, dass wir die Einschränkungen für die Dresdnerinnen und Dresdner so gering wie möglich halten", sagte Laske. Sicherheit gehe vor Schnelligkeit, sie "ist hier das oberste Gebot". Der Polizeisprecher gab keine Prognose ab, wie lange der Einsatz dauern wird. Es gebe viele Unwägbarkeiten. "Die Bombe ist scharf." Deshalb gehe von ihr eine erhebliche Gefahr aus.
Bis 9 Uhr hatte die Bevölkerung Zeit, den Sperrkreis zu verlassen. Seitdem kontrolliert die Polizei Wohnungen und Häuser. Dabei kommen auch eine Drohne und ein Hubschrauber zum Einsatz, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr in dem Bereich befinde. Es handelt sich laut Feuerwehr um die größte Evakuierungsaktion in Dresden seit dem Zweiten Weltkrieg. Aufgrund mehrerer Bombenfunde ist es für viele Anwohner bereits die dritte Evakuierung innerhalb eines Jahres.
18.000 Menschen wurden aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen. Zudem befinden sich zahlreiche Büros, Hotels und die historische Altstadt mit Semperoper, Frauenkirche und Residenzschloss im Sperrkreis. Auch die Polizeidirektion, der Landtag, mehrere sächsische Ministerien, Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen liegen in dem Gebiet.
Am Dienstag waren auf dem Gelände der abgerissenen Carolabrücke zwei verdächtige Gegenstände untersucht worden, die im Boden versteckt lagen. Einer davon entpuppte sich am Abend als 250 Kilogramm schwere britische Fliegerbombe mit Zünder.
In dem Fundbereich soll die eingestürzte Carolabrücke neu gebaut werden. Auf der Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende vergangenen Jahres ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. Auf der Neustädter Seite wurden seit Mitte Februar 31 sogenannte "Störstellen" überprüft, von denen sich 29 als ungefährlich herausstellten. Es handelte sich etwa um Metallrohre oder ähnliches.