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Helfer suchen immer noch nach drei Vermissten. Neben einem deutschen Ehepaar wird auch ein Kind vermisst.
Helfer suchen immer noch nach drei Vermissten. Neben einem deutschen Ehepaar wird auch ein Kind vermisst.(Foto: dpa)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Nach schwerem Unwetter: Zwei Deutsche werden auf Mallorca vermisst

Nach extremen Regenfällen und Überflutungen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca suchen die Helfer auch nach zwei deutschen Staatsangehörigen. Es soll sich um ein Ehepaar handeln. Zudem wird ein Kind vermisst.

Nach unerwartet heftigen Überschwemmungen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca mit mindestens zehn Toten wird immer noch nach Vermissten gesucht. "Wir suchen auch zwei Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit", meldeten die Rettungskräfte über Twitter. Auch im Auswärtigen Amt in Berlin wurde bestätigt, dass zwei Deutsche vermisst würden. Das spanische Fernsehen berichtete, bei den Deutschen handele es sich um ein Ehepaar, das am Mittwochabend als vermisst gemeldet worden sei.

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Bislang sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Bei den bisher geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte. Drei der Opfer seien Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann habe noch nicht identifiziert werden können.

Die Rettungskräfte suchten auch in der Nacht nach den Vermissten. Insgesamt gelten drei Menschen als vermisst. Neben dem deutsche Ehepaar suchen die Einsatzkräfte auch nach einem fünf Jahre altem Kind. Doch mehr als 24 Stunden nach der Katastrophe schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Sogar das Meer wird nach Opfern abgesucht, hierfür sind Taucher im Einsatz. Einige Autos waren ins offene Gewässer gespült worden.

Aufräumarbeiten haben begonnen

Nach den Überflutungen hat sich das Wasser mittlerweile zurückgezogen. Allmählich wird das Ausmaß der Zerstörung ersichtlich: Insbesondere die Ortschaften Sant Llorenç des Cardassar, S'Illot und Artà rund 60 Kilometer östlich von Palma sind verwüstet. In den Straßen liegen Schutt, Möbel, Trümmerteile und zerbeulte Autos übereinandergetürmt. Die Bewohner haben begonnen, aufzuräumen. Auch in der Nacht versuchten sie mit Besen und Schaufeln den Schlamm aus den Häusern zu schaffen.

Die Heftigkeit des Unwetters hatte die Behörden überrascht: Innerhalb von nur zwei Stunden waren nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser vom Himmel gefallen. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez betonte bei einem Besuch im Katastrophengebiet die "absolut außergewöhnlichen Umstände des Wetterphänomens von gestern" und versprach den betroffenen Gebieten finanzielle Hilfe.

Zu den vordringlichen Aufgaben gehöre es nun, "auf die Sorgen von Angehörigen und Nachbarn einzugehen", sagte Sánchez. Die Regionalregierung der Balearen rief eine dreitägige Trauer aus. In Madrid legten die Abgeordneten am Morgen eine Schweigeminute für die Opfer ein.

Quelle: n-tv.de