Panorama

Cuomo: "Das ist nicht passiert" Zwei Frauen belasten New Yorks Gouverneur

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New Yorks Gouverneur in Bedrängnis: Der Demokrat Andrew Cuomo.

(Foto: zz/Dennis Van Tine/STAR MAX/IPx)

Bis vor kurzem gilt der Gouverneur von New York als Hoffnungsträger der Demokraten. Doch ihm setzen Berichte zu, dass er die Todeszahlen von Heimbewohnern unterschlagen hat. Auch neue Belästigungsvorwürfe von zwei Ex-Mitarbeiterinnen sorgen dafür, dass Cuomo mit dem Rücken zur Wand steht.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo gerät angesichts neuer Belästigungsvorwürfe zunehmend unter Druck. Zwei weitere Ex-Mitarbeiterinnen erhoben in US-Medien Anschuldigungen gegen den Politiker. Cuomo habe sie im Jahr 2000 nach einer Veranstaltung auf sein schwach beleuchtetes Hotelzimmer gerufen und umarmt, sagte Karen Hinton der "Washington Post". Als sie zurückgewichen sei, habe Cuomo sie wieder an sich gezogen, wurde die Frau zitiert. Sie habe sich gelöst und den Raum verlassen.

Die Frau war den Angaben zufolge damals Beraterin des im Bauministerium tätigen Cuomo. Ein Sprecher des Gouverneurs, Peter Ajemian, wies ihre Vorwürfe vehement zurück: "Das ist nicht passiert", sagte er der "Washington Post". Hinton sei eine Gegnerin des Gouverneurs und ihre Behauptungen von vor 21 Jahren seien erfunden, wurde er zitiert.

Unterdessen brachte eine weitere Ex-Mitarbeiterin Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens am Arbeitsplatz gegen Cuomo vor. Er habe gefragt, ob sie einen Freund habe, und ihr die Hand geküsst, sagte Ana Liss dem "Wall Street Journal". Zudem habe er sie bei einem Empfang im Jahr 2014 umarmt, auf beide Wangen geküsst und seinen Arm um ihren unteren Rücken gelegt. Dann hätten sie sich zu einem Fotografen gedreht, der ein Foto gemacht habe, auf dem Cuomos Hand an der Taille der Frau zu sehen sei.

Liss arbeitete den Angaben nach von 2013 bis 2015 für Cuomo. Sein Verhalten kam ihr dem Bericht zufolge erst wie harmloses Flirten, dann aber zunehmend unangemessen und herablassend vor. Zu ihren Anschuldigungen sagte ein leitender Berater Cuomos, Rich Azzopardi: "Reporter und Fotografen berichten seit 14 Jahren über den Gouverneur, wie er Männer und Frauen küsst und für Fotos posiert." Das machten die Leute so in der Politik.

Corona-Statistik geschönt

Damit mehren sich die Vorwürfe gegen den Gouverneur. Zuvor hatten bereits drei Frauen Cuomo, der 2018 für eine dritte Amtszeit gewählt worden war, vorgeworfen, sie in der Vergangenheit unangemessen berührt oder verbal bedrängt zu haben. Mehrere Politiker, darunter auch demokratische Parteikollegen, hatten den Gouverneur daraufhin zum Rücktritt aufgefordert. Cuomo hatte sich entschuldigt, einen Rücktritt aber abgelehnt. Bei einer von New Yorks Justizministerin Letitia James eingeleiteten Untersuchung werde er voll kooperieren, versprach er.

Der Gouverneur muss sich derzeit auch mit Vorwürfen auseinandersetzen, die Corona-Statistik über Sterbefälle bei Heimbewohnern nach unten korrigiert zu haben. Der Demokrat galt zuvor als Hoffnungsträger in der Corona-Krise.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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