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Exekution per Giftspritze Zwei Mörder in den USA hingerichtet

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Michael Brandon Samra ist zum Tode verurteilt worden, weil er vier Menschen getötet hatte.

(Foto: AP)

Der eine tötet seine Frau, der andere löscht eine ganze Familie aus: Für ihre Taten erhalten zwei Mörder in verschiedenen US-Bundesstaaten die Todesstrafe. Jetzt haben die Behörden die Urteile fast zeitgleich vollstreckt.

In den USA sind zwei zum Tode verurteilte Mörder mit der Giftspritze hingerichtet worden. Im Bundesstaat Tennessee wurde das Todesurteil gegen Donnie Edward Johnson vollstreckt, in Alabama ist der 41-jährige Michael Brandon Samra hingerichtet worden. Beide waren wegen Mordes verurteilt worden.

Johnson hatte wegen der Ermordung seiner Frau im Jahr 1984 im Todestrakt gesessen. Er soll seine Frau mit einer Plastiktüte erstickt haben. In einem Gnadengesuch an Tennessees Gouverneur Bill Lee hatte Johnson darauf verwiesen, dass der 68-Jährige sich im Gefängnis der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen hat. Obwohl sich das Oberhaupt seiner Kirche, katholische Bischöfe und die Tochter seines Opfers für ihn einsetzten, lehnte der Republikaner eine Begnadigung aber ab.

Der zweite Mann, der nun in Alabama hingerichtet wurde, ist Michael Brandon Samra. Er war 1998 wegen eines Vierfachmords zum Tode verurteilt worden war. Laut Gerichtsunterlagen war dem heute 41-Jährigen mangelnde Intelligenz attestiert worden. Er hatte 1997 im Alter von 19 Jahren zusammen mit dem 16-jährigen Mark Duke vier Menschen umgebracht: den Vater seines Mittäters, dessen Freundin und deren sechs und sieben Jahre alte Töchter. Dukes Todesurteil wurde später aber in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt, weil der Oberste Gerichtshof der USA 2005 entschieden hatte, dass Täter unter 18 Jahren nicht hingerichtet werden sollen. Samra hatte sein Todesurteil daraufhin ebenfalls angefochten und darauf verwiesen, dass er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war. Der Oberste Gerichtshof lehnte eine Änderung der Altersgrenze aber ab.

Alabamas Gouverneurin Kay Ivey wies auch ein Gnadengesuch von Samras Awälten zurück. Mit der Vollstreckung des Todesurteil werde "Gerechtigkeit" geschaffen, erklärte die Republikanerin. In diesem Jahr gab es in den USA bislang fünf Hinrichtungen, drei in Texas, eine Georgia und eine Alabama. 25 Todesfälle waren im vergangenen Jahr insgesamt in den USA vollstreckt worden.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist die Zahl der Hinrichtungen weltweit so niedrig wie seit zehn Jahren nicht. Dennoch sind im Jahr 2018 mindestens 690 Menschen in 20 Ländern hingerichtet worden.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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