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"Du bist nicht mein Abendessen!"Wie "Lobby Joe" am Leben blieb

02.06.2016, 13:47 Uhr
lobby
(Foto: Screenshot youtube)

Wie weit Tierliebe gehen kann, zeigt diese berührende Geschichte aus Kanada. Eine Frau kauft einen lebenden Hummer, gibt ihm einen Namen - und scheut keine Kosten und Mühen, ihn nach Hause in den Ozean zu bringen.

Zu der Zeit, als "Lobby Joe" wieder in den Gewässern an der Ostküste Kanadas ausgesetzt wurde, hatte der Hummer eine weite Reise hinter sich und eine Frau um einige Hundert Dollar ärmer gemacht.

Die Geschichte des Hummers begann in einem Supermarkt in Red Lake, nördlich von Ontario. Dort entdeckte ihn Christine Loughead. Die Veganerin fand das Schicksal des Krustentiers unerträglich. "Er drückte immer mehr auf meine Psyche", zitiert der britische "Guardian" Loughead. Dann dämmerte es ihr. "Es ist nicht zu spät, um zu helfen. Er lebt."

Kurzerhand kaufte sie den Hummer für 20,23 kanadische Dollar, brachte ihn nach Hause und fragte sich, was sie als nächstes tun solle. Zunächst taufte sie den Hummer Lobby Joe und versicherte ihm: "Du bist nicht mein Abendessen!" Danach zerschnitt sie die dicken Gummibänder an seinen Krallen und legte Lobby Joe in einen Salzwasser-Tank.

Nach kurzer Online-Recherche ermittelte sie, dass der Hummer vor seinem Fang wahrscheinlich in den Gewässern in der Nähe der Provinz Nova Scotia heimisch gewesen war. Loughead beschloss Lobby Joe nach Hause in den Ozean zu bringen. Doch wusste sie anfangs nicht wie sie den Hummer von Red Lake ins 3000 Kilometer entfernte Halifax (Hauptstadt von Nova Scotia) bringen sollte. Sie startete einen Facebook-Aufruf und bat die vegane Community um Hilfe.

Ihre Suche wurde von Beth Kent, der Gründerin eines lokalen Tierheims in Bridgewater, einer kleinen Stadt etwa eine Stunde Fahrt von Halifax entfernt, beantwortet. Loughead und Kent tauschten sich aus und verabredeten eine Übergabe. Zunächst fuhr Loughead sechs Autostunden nach Winnipeg und übergab Lobby Joe dort an einen UPS-Store, der lebende Tiere transportiert. Lobby Joe wurde in einer Styroporbox mit Kältepackungen und nassen Zeitungen verpackt und auf dem Rücksitz platziert. Die Kosten für den Versand beliefen sich auf 225 kanadische Dollar plus 160 kanadische Dollar für den Sprit.

Nach 24 Stunden erreichte die Box Nova Scotia. Als Kent die Krallen von Lobby Joe aus der Zeitung kommen sah, spürte sie große Erleichterung und sagte zu ihm: "Das Leben wird jetzt besser werden, okay?" Danach setzte sie ihn in einer ruhigen Bucht aus und freute sich beim Anblick, wie Lobby Joe über die Felsen krabbelte.

Quelle: ntv.de, dsi

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