Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 01:44 EU erhöht Unterstützung für ukrainische Getreideexporte +++

Die Europäische Kommission und mehrere Entwicklungsbanken erhöhen ihre Unterstützung für die Getreideexporte aus der Ukraine um eine Milliarde Euro. Das Geld soll in die sogenannten Solidaritätskorridore investiert werden. Dabei handelt es sich um Routen, auf denen ukrainisches Getreide auf der Straße oder auf der Schiene zu Häfen in der EU transportiert wird. Von dort kann es dann in andere Teile der Welt verschifft werden. "Wo Russland Zerstörung gesät hat, hat Europa die Hoffnung wiederhergestellt", erklärt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter. Mit dem Geld sollten die Wartezeiten für Lkw und Züge verkürzt werden, die Richtung Polen und Rumänien fahren. Dafür ist einer Erklärung zufolge geplant, den Verkehrsfluss an Grenzübergängen und die Straßen- und Schieneninfrastruktur in der Ukraine zu verbessern.

+++ 00:57 UN verlangen Ende der Hindernisse für Düngemittelexporte aus Russland +++
Die Vereinten Nationen rufen Länder weltweit auf, Hindernisse für den Export von Düngemitteln aus Russland aus dem Weg zu räumen. "Die Welt kann es sich nicht leisten, dass die weltweiten Probleme bei der Verfügbarkeit von Düngemitteln zu einer weltweiten Nahrungsmittelknappheit führen", teilen die Vereinten Nationen nach Gesprächen mit dem russischen Vizeaußenminister Sergej Werschinin und seiner Delegation in Genf mit. Russland hatte die Fortsetzung des im Juli geschlossenen Getreideabkommens infrage gestellt, mit dem ukrainische Exporte durch das Schwarze Meer möglich wurden. Russland hatte die Exporte seit Beginn seines Angriffskriegs gegen das Nachbarland blockiert. Das Abkommen läuft am 19. November aus. Russland monierte, dass es wegen der westlichen Sanktionen kaum in der Lage ist, eigene Exporte von Nahrungs- und Düngemitteln auf den Weltmarkt zu bringen. Die ungehinderte Ausfuhr aus Russland von Lebensmitteln und Düngemitteln, einschließlich Ammoniak, war neben einer Verlängerung des Getreideabkommens Schwerpunkt der Gespräche.

+++ 23:02 Banksy in der Ukraine: Künstler bestätigt Werk auf zerstörtem Haus +++
Der mysteriöse Streetart-Künstler Banksy hat sich in der Ukraine verewigt. Auf seinem Instagram-Kanal veröffentlicht Banksy Bilder von einem Werk auf einem zerstörten Haus, die in der stark verwüsteten Stadt Borodjanka in der Nähe von Kiew aufgenommen worden sein sollen. Das Werk zeigt auf der grauen Wand eines kriegszerstörten Hauses ein Mädchen, das scheinbar auf Trümmern einen Handstand macht. Die Veröffentlichung auf seinem Instagram-Kanal gilt traditionell als Zeichen, dass Banksy ein Werk als seines bestätigt. Banksys Identität ist nach wie vor unbekannt.

+++ 22:08 Russland verhängt Einreiseverbot gegen Bidens Geschwister +++
Als Reaktion auf westliche Sanktionen hat Russland weiteren 200 US-Amerikanern die Einreise verboten. Auf der so genannten Stop-Liste stehen nun unter anderem auch die beiden Brüder von US-Präsident Joe Biden, James und Francis Biden, sowie Schwester Valerie Biden, wie das Außenministerium in Moskau am Freitag mitteilte. Gegen den US-amerikanischen Staatschef selbst hatte die Behörde bereits Mitte März ein Einreiseverbot verhängt. Auf der Liste, die mittlerweile knapp 1300 US-Amerikaner umfasst, stehen nun zudem weitere Politiker und Unternehmer, die laut Kreml-Darstellung die Ukraine in ihrem Kampf gegen den seit mehr als acht Monaten andauernden russischen Angriffskrieg unterstützen.

+++ 21:50 Region Oblast Mykolajiw fast vollständig befreit +++
Der Gouverneur der Oblast Mykolajiw, Vitalii Kim, gibt bekannt, dass fast die gesamte Region - mit Ausnahme der Landzunge Kinburnska - von den ukrainischen Streitkräften befreit worden sei.

+++ 21:22 Ausbau von Frachtverkehr mit Ukraine soll gefördert werden +++
Die EU will gemeinsam mit Partnern rund eine Milliarde Euro in alternative Frachtverbindungen zwischen der Ukraine und anderen Ländern investieren. Die sogenannten Solidaritätskorridore seien derzeit die einzige Möglichkeit für die Ukraine, nicht-landwirtschaftliche Güter zu exportieren, teilten die EU-Kommission und die anderen Beteiligten am Freitagabend mit. Zudem könnten nur über sie Güter wie Treibstoff oder humanitäre Hilfe in das Land gebracht werden.

+++ 20:42 Ukraine baut Mauer an Grenze zu Belarus +++
Die Ukraine baut nach eigenen Angaben eine Betonwand und Sperranlagen entlang der mehr als 1000 Kilometer langen Grenze zum russischen Verbündeten Belarus. In der Region Wolyn sei ein drei Kilometer langer, mit Stacheldraht bewehrter Wall errichtet worden, gibt Präsidialberater Kyrylo Tymoschenko bekannt. Auch in den Regionen Riwne und Tschytomyr werde gearbeitet. Einzelheiten nannte er nicht. "Das ist nicht alles, aber wir werden keine Einzelheiten veröffentlichen."

+++ 20:05 Ukrainische Vorhut hat Westufer des Dnipro in Cherson erreicht +++
Eine Vorhut der ukrainischen Streitkräfte erreicht das westliche Ufer des Flusses Dnipro in der Region Cherson. Das gibt der ukrainische Generalstab auf Facebook bekannt.

+++ 19:35 Selenskyj über Sieg in Cherson: "Heute ist ein historischer Tag" +++
Nach dem Abzug der russischen Soldaten berichtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem weiteren Vorrücken der eigenen Truppen auf die Gebietshauptstadt Cherson im Süden des Landes. "Heute ist ein historischer Tag", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Freitagabend. Noch sei die Stadt nicht komplett von der "Präsenz des Feindes" befreit, erklärt er. Ukrainische Spezialeinheiten seien aber bereits vor Ort. Die Bewohner von Cherson entfernten zudem selbstständig russische Symbole von Straßen und Gebäuden. Selenskyj veröffentlicht auch ein Video, das Autokorsos und Jubelchöre für die anrückenden ukrainischen Soldaten zeigen soll. "Die Menschen in Cherson haben gewartet. Sie haben die Ukraine nie aufgegeben", sagt der Staatschef.

+++ 19:10 "Landfrauen"-Projekt rüstet ukrainische Soldatinnen aus +++
"Erst jetzt fühlen wir uns wie Menschen", berichtet Roxalana. Die ukrainische Soldatin spricht dabei von ihrer neuen Ausrüstung. Denn gerade zu Beginn des Krieges sind Kleidung und Schutzausrüstung für Frauen Mangelware. Die Initiative "Landfrauen" will das ändern.

+++ 18:42 Russland verbietet 200 US-Staatsbürgern die Einreise +++
Russland gibt ein Einreiseverbot für 200 US-Staatsbürger bekannt. Das russische Außenministerium bezeichnet die Maßnahme als Reaktion auf US-Sanktionen.

+++ 18:06 THW liefert Baumaschinen und Stromerzeuger in die Ukraine +++
Das Technische Hilfswerk (THW) hilft der Ukraine aktuell vor allem bei der Energieversorgung. Derzeit bereite das THW die Lieferung von rund 250 Stromerzeugern verschiedener Leistungsklassen vor, teilt das Hilfswerk in Bonn mit. Mit den Geräten soll eine provisorische Stromversorgung wichtiger Einrichtungen sichergestellt werden. Zudem liefere man Planierraupen, Radlader und Hubarbeitsbühnen in die Ukraine. Damit unterstütze man den Katastrophen- und Grenzschutz des Landes. Der gesamte Logistikeinsatz während des Ukrainekriegs habe bereits ein Volumen von mehr als 60 Millionen Euro erreicht.

+++ 17:40 Selenskyj informiert Scholz über Vorrücken in Cherson +++
Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert vor dem G20-Gipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dabei sei es um die militärische, politische und humanitäre Lage in der Ukraine gegangen, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. Selenskyj habe den Kanzler auch über die jüngste Lageentwicklung in der Region Cherson informiert. Beide Politiker verurteilten zudem "den anhaltenden gezielten Beschuss ziviler Infrastruktur in der Ukraine durch die russischen Streitkräfte und besprachen konkrete Maßnahmen zur Stärkung der ukrainischen Energieinfrastruktur".

+++ 16:59 Ukraine enthüllt weitere Details zur Seedrohne +++
Die Ukraine enthüllt weitere Details zu der Seedrohne, mit der russische Schiffe der Schwarzmeerflotte attackiert wurden. Auf der staatlichen Crowdfunding-Plattform United24 sind neben technischen Daten auch Fotos und ein Videoclip der neuen Waffe zu sehen. Mit der Veröffentlichung will die Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj Spenden sammeln, um weitere Exemplare zu kaufen. "Wir wollen Mittel für eine ganze Flotte von Seedrohnen sammeln", kündigte Selenskyj bereits am vergangenen Sonntag an. Den technischen Angaben zufolge ist die Schwimmdrohne 5,50 Meter lang und kann mit voller Ladung bis zu eine Tonne schwer sein. Der Aktionsradius wird mit 400 Kilometern angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 80 Kilometern pro Stunde, die Operationsdauer mit 60 Stunden. Als Videoübertragung dienen demnach bis zu drei Streams in HD-Auflösung. Bei der Kommunikation soll eine 256 Bit Verschlüsselung zum Einsatz kommen. Der Stückpreis wird mit 250.000 US-Dollar angegeben.

+++ 16:35 Russland beschießt aufgegebenes Gebiet in Cherson +++
Kurz nach dem Abzug der eigenen Truppen aus der ukrainischen Gebietshauptstadt Cherson und weiteren Orten beginnt Russland eigenen Angaben zufolge mit Angriffen auf die gerade erst aufgegebene Region. "Aktuell werden Truppen und Militärtechnik der ukrainischen Streitkräfte auf dem rechten Ufer des Flusses Dnipro beschossen", teilt Russlands Verteidigungsministerium mit. Nur wenige Stunden zuvor hatte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow mitgeteilt, alle russischen Einheiten in dem südukrainischen Gebiet seien auf die linke Flussseite gebracht worden.

+++ 16:01 Dnipro-Anwohner fürchten Russen mehr als AKW-Unglück +++
Das Atomkraftwerk in Saporischschja zieht während des Krieges in der Ukraine den Fokus der Weltöffentlichkeit auf sich. Russische Truppen besetzen das Gelände, ehemalige Mitarbeiter berichten von Folter. Die Menschen in unmittelbarer Nähe des Ortes sprechen über ihren unsicheren Alltag.

+++ 15:27 Ukrainische Truppen in Stadtgebiet von Cherson vorgedrungen +++
Die ukrainischen Streitkräfte sind in die Stadt Cherson eingedrungen, teilt die Nachrichtendirektion des Verteidigungsministeriums mit. "Die Rückzugswege sind unter der Feuerkontrolle der ukrainischen Armee. Jeder russische Soldat, der Widerstand leistet, wird vernichtet", heißt es in einer Mitteilung. Für die zurückgebliebenen russischen Soldaten bestehe "die einzige Chance, dem Tod zu entgehen, darin, sich sofort zu ergeben", schreibt die Nachrichtendirektion des Verteidigungsministeriums.

+++ 14:51 US-Amerikanerin schildert Haft in russischem Straflager +++
Russischen Straflagern eilt ein grausamer Ruf voraus. Was sich hinter den Mauern der Gefangenen-Kolonien abspielt, schildert nun eine US-Amerikanerin, die im Dezember 2021 zu 15 Monaten verurteilt wurde. Sie ist eine von zwei US-Amerikanerinnen in russischer Haft.

+++ 14:14 Ukrainische Soldaten aus russischer Gefangenschaft entlassen +++
45 ukrainische Soldaten werden aus russischer Gefangenschaft entlassen. Das teilt der Leiter des Präsidialamtes Andriy Yermak mit. Er fügte hinzu, dass auch die Leichen von zwei getöteten Soldaten an die Ukraine zurückgegeben wurden. Beim letzten Austausch am 3. November hatte Russland 107 ukrainische Kriegsgefangene freigelassen, darunter 74 Verteidiger des Stahlwerks Azovstal. Seit März hat die Ukraine über 1.000 Zivilisten und Militärangehörige aus russischer Gefangenschaft zurückgebracht.

+++ 13:50 G20-Gipfel - Kreml soll sich gegen Atomwaffen-Einsatz aussprechen +++
Beim bevorstehenden G20-Gipfel könnte Russland ein Bekenntnis gegen den Einsatz von Atomwaffen abgeben. Im aktuellen Entwurf für die Abschlusserklärung sei ein Punkt zur Nichtnutzung von Kernwaffen enthalten, sagt ein EU-Beamter. Nach derzeitigem Verhandlungsstand könne davon ausgegangen werden, dass sich dieser auch in der Endfassung finden werde. "Eine große Zahl von G20-Mitgliedern will einen Verweis auf Kernwaffen", so der Beamte. Sorgen vor einem russischen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine hatte zuletzt die völkerrechtswidrige Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten geschürt.

+++ 13:32 "Will nicht in Haft" - TV-Moderator erklärt russischen Gesetz-Irrsinn +++

+++ 13:08 Getreide-Deal mit Russland läuft aus - Fortsetzung unklar +++
In einer Woche läuft das Abkommen zum Export von ukrainischem Getreide ab - und in Genf haben "informelle" Gespräche zwischen den Vereinten Nationen und Russland zur Fortsetzung der Initiative begonnen. Unklar ist, ob und wann die UN über das Ergebnis der Beratungen informieren werden. Das Abkommen wurde im Juli unter der Vermittlung der UN und der Türkei geschlossen und gilt bis 19. November. Ziel ist, die sichere Durchfahrt von Frachtschiffen durch das Schwarze Meer zu ermöglichen, was Russland nach dem Beginn seines Angriffs auf die Ukraine verhindert hatte. Die Ukraine gehört zu den weltweit wichtigsten Getreideexporteuren.

+++ 12:50 Leipzig benennt Straße vor russischem Konsulat nach Ukrainer um +++
Die Straße in Leipzig, in dem das Russische Generalkonsulat seinen Sitz hat, wird nach einem Ukrainer benannt. Wie der MDR berichtet, hat der Leipziger Stadtrat bei einer Sitzung beschlossen, die Straße in Boris-Romantschenko-Straße umzubenennen. Der Holocaust-Überlebende war im März 2022 bei einem russischen Raketenangriff auf Charkiw mit 96 Jahren getötet worden. Die Linken-Politikerin Beate Ehms sagte, sie wisse, "dass diese Umbenennung den Krieg nicht beendet. Aber es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir den russischen Angriffskrieg auf die Souveränität der Ukraine aufs Allerschärfste verurteilen."

+++ 12:33 Kreml: Russische Armee hat Abzug aus Cherson abgeschlossen +++
Russland hat nach eigenen Angaben den Abzug seiner Truppen aus der Stadt Cherson und Teilen des Gebietes abgeschlossen. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass die "Umgruppierung" beendet sei. Es seien alle Einheiten samt Technik und Ausstattung ohne Verluste auf die linke Uferseite des Flusses Dnipro gebracht worden, sagt Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow in Moskau. Moskau sieht Cherson auch nach dem Abzug seiner Truppen weiter als russisches Staatsgebiet an, es bleibe Teil der Russischen Föderation, so Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Dieser Status ist per Gesetz bestimmt und gefestigt. Hier gibt es keine Änderungen und kann es keine geben."

+++ 12:15 Peskow: "Militärische Spezialoperation geht weiter" +++
Der Kreml sieht weiterhin kaum Chancen auf Friedensverhandlungen. Russland schließe Verhandlungen mit der Ukraine zwar nicht aus, sehe aber keine Bereitschaft Kiews für Gespräche, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. "Kiew will keine Gespräche, also geht die militärische Spezialoperation weiter", erklärt Peskow. Aus Sicht des Kremls könne die "militärische Spezialoperation" entweder mit dem Erreichen ihrer Ziele oder mit Verhandlungen beendet werden, so der Sprecher von Russlands Präsident Putin. Friedensgespräche "aus der Position der Stärke" heraus, wie sie die ukrainische Seite beanspruche, seien aber nicht möglich.

+++ 11:59 Wie Drohnen ukrainische Raketentrupps unterstützen +++

+++ 11:39 Krim richtet Trauerfeier für "Gauleiter" Stremousow aus +++
Russland bestätigt den Tod des sogenannten Gauleiters von Cherson, Kirill Stremousow, mit der Ankündigung, für den berüchtigten Vize-Chef der Besatzungsregierung eine Trauerfeier in Simferopol, der Hauptstadt der Krim, ausrichten zu wollen. Die Zeremonie findet laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS in der St.-Alexander-Newski-Kathedrale statt. Es würden Kränze im Namen der russischen Präsidialverwaltung, des Oberhaupts der Volksrepublik Donezk (DVR) sowie im Namen der Einwohner von Cherson niedergelegt, heißt es weiter. Stremousow war am Mittwoch bei einem Autounfall in der Region Cherson ums Leben gekommen.

Mehr über Stremousow lesen Sie hier.

+++ 11:19 Russland: Treffen mit USA zu Atomwaffen-Vertrag in Kairo +++
In die festgefahrenen Gespräche zwischen Russland und den USA über eine atomare Abrüstung kommt offenbar Bewegung. Beide Seiten würden sich bald in Kairo treffen, um den Atomwaffenkontrollvertrag New Start zu besprechen, zitiert die Nachrichtenagentur Ria den russischen Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. Angepeilt werde Ende November oder Anfang Dezember. Die USA hatten kürzlich mitgeteilt, dass ein baldiges Treffen geplant sei, bei dem es um die Wiederaufnahme der vorgesehenen Inspektionen gehen soll. Moskau hatte diese im August ausgesetzt. Der New-Start-Vertrag verpflichtet beide Supermächte zu Einschränkungen bei Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten Raketen und Kampfflugzeugen, die mit Atombomben bestückt werden können.

+++ 11:01 Kreml-Sprecher: "Cherson-Rückzug ist keine Demütigung für Putin" +++
Die BBC fragt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, ob der Rückzug aus Cherson dem Prestige von Putin schadet - oder sogar eine Demütigung für den russischen Präsidenten sei. Peskows Antwort: "Es gibt viele Experten. Die einen sagen dies, die anderen sagen das. Wir kommentieren nichts davon. Die militärische Spezialoperation geht weiter." Nachfrage von der BBC: "Also halten Sie den Rückzug nicht für eine Demütigung?" Peskow: "Nein." BCC: "Bereut man im Kreml denn, dass es erst vor wenigen Wochen eine Zeremonie anlässlich der Annexion von Cherson gegeben hat?" Peskow: "Nein."

+++ 10:40 Wichtige Antoniwkabrücke in Cherson endgültig unpassierbar +++
Die Antoniwkabrücke ist offenbar - entweder durch Sprengung der sich zurückziehenden russischen Armee oder infolge ukrainischer Luftangriffe - endgültig unpassierbar geworden. Mehrere bisher unverifizierte Videos und Fotos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen einen breiten fehlenden Abschnitt der Brücke, die in Cherson über den Fluss Dnipro führt. Auf einem der Videos sind zudem vermutlich russische Soldaten zu sehen, die den Fluss über eine Pontonbrücke zu überqueren versuchen. Die Brücke ist strategisch wichtig für beide Seiten, da sie die einzige Straßenverbindung zwischen linkem und rechtem Flussufer darstellt.

+++ 10:13 Kreml-Botschafter in USA warnt Washington vor "Pattsituation" +++
Der russische Botschafter in den USA, Anatoly Antonov, erklärt, das US-Engagement im Ukraine-Konflikt liege nicht im nationalen Interesse Washingtons und führe zu einem Stillstand in den russisch-amerikanischen Beziehungen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass eine weitere Einmischung der USA in den Konflikt mit Waffen, Söldnern oder Ausbildern nicht im nationalen Interesse Amerikas liegt. Es führt die russisch-amerikanischen Beziehungen in eine Pattsituation, aus der es für alle nur schwer ein Herauskommen geben wird", sagt er im Interview mit der Zeitung "Iswestija". Antonovs Appell an Washington: "Geben Sie Ihren Untergebenen in Kiew klare Anweisungen, dass jede bewaffnete Konfrontation mit Russland zum Scheitern verurteilt ist!" Das russische Narrativ ist, dass die Ukraine ein Vasall der Vereinigten Staaten sei und der Westen die Souveränität Russlands gefährde.

+++ 09:57 Munz zu Cherson-Rückzug: "Versuch, Niederlage von Putin abzuwälzen" +++

+++ 09:22 Selenskyj: Russland hält an "abscheulicher Taktik" fest +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußert sich in Kiew zu dem neuerlichen Raketenangriff auf ein Wohnhaus in der Stadt Mykolajiw. "Leider gibt es Tote und Verletzte. Such- und Rettungseinsätze laufen", sagt Selenskyj am Freitag. Der Angriff sei die "zynische Antwort des Terrorstaats" auf die ukrainischen Erfolge an der Front. Russland lasse nicht ab von seiner "abscheulichen Taktik".

+++ 08:56 Ukrainischer Soldat: "Russen lassen verwundete Kameraden zurück" +++
Russische Soldaten müssen verwundete Kameraden auf ihrem Rückzug aus der südukrainischen Stadt Cherson zurücklassen, berichtet der britische "Daily Telegraph" unter Berufung auf Zeugenberichte von der Front. "Es gibt einen Rückzug russischer Truppen in stärker befestigte Stellungen", zitiert die Zeitung Nikolai, einen ukrainischen Soldaten. Dennoch gebe es immer noch Gegenden, in denen heftig gekämpft werde. "Sie ziehen sich zurück, weil sie Verluste erleiden, sehr schwere Verluste. Außerdem nehmen sie nicht einmal die Leichen ihrer Soldaten und lassen die Verwundeten zurück", so der Soldat.

+++ 08:38 Anschlag auf Kollaborateur in Melitopol +++
In der Stadt Melitopol soll ein Anschlag auf einen Kollaborateur verübt worden sein. Berichten zufolge war der Vize-Verwaltungschef für Kultur- und Sport in der Region Saporischschja, Andrei Boyko, Ziel des Anschlags. Zeugen berichteten von einer Explosion in dem Wohnhaus, in dem Boyko wohnt. Er sei aber nur leicht verletzt worden, heißt es weiter.

+++ 08:06 London: Russlands Strategie zielt auf Zerstörung der Zivilmoral +++
Russische Luftangriffe auf Kraftwerke für die Stromerzeugung und Übertragungssysteme haben nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums "unverhältnismäßige Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine und beeinträchtigen willkürlich kritische Funktionen wie das Gesundheitswesen und die Wärmeversorgung". Dass Russland weiterhin kritische nationale Infrastruktur gegenüber militärischen Zielen priorisiere, deute stark auf die Absicht Russlands hin, die Zivilmoral anzugreifen. London veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf.

+++ 07:43 Ukraine: Zwei Tote durch Angriff auf Wohnviertel in Mykolajiw +++
Ukrainische Behörden melden einen nächtlichen russischen Angriff auf ein Hochhaus in Mykolajiw. Der Bürgermeister der Stadt, Alexander Senkevich, sagt, ein Wohnviertel der Stadt sei beschossen worden, es gebe zwei Tote und zwei Verwundete. "Zerstörung vom fünften bis zum ersten Stock. Bisher sind zwei Tote und zwei Verletzte bekannt. Die Rettungsdienste setzen die Such- und Rettungsaktion fort", so Senkevich weiter.

Update 10.09 Uhr: Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden, teilt Bürgermeister Olexander Senkewytsch über Telegram mit.

+++ 07:20 Reznikow: Russischer Rückzug aus Cherson wird eine Woche dauern +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Reznikow vermutet, dass es mindestens eine Woche dauern wird, bis sich die russische Armee aus der Stadt Cherson zurückgezogen hat. Russland habe immer noch 40.000 Soldaten in der Region, so der Minister. Geheimdienstinformationen zeigten, dass die russischen Streitkräfte auch in der Stadt, um die Stadt herum und am Westufer des Dnipro geblieben seien. Vadym Skibitsky, Vize-Militärgeheimdienstchef der Ukraine, schätzte, dass mehr als die Hälfte der russischen Streitkräfte, die am rechten Ufer der Stadt stationiert waren, noch dort sind - das wären schätzungsweise 10.000 Soldaten.

+++ 06:50 Berichte: Russen sollen Eisenbahnbrücke über Dnipro zerstört haben +++
Bisher unbestätigten Berichten zufolge haben die russischen Streitkräfte nahe Cherson eine Eisenbahnbrücke über dem Dnipro gesprengt. Entsprechende Bilder kursierten zunächst auf Telegram. Erste Vermutungen, es handle sich um die Antoniwkabrücke, wurden bisher nicht bestätigt. Hintergrund für die Zerstörung der Eisenbahnbrücke könnte sein, dass die Russen während ihres Rückzugs auf die linke Seite des Flusses das Vorankommen der ukrainischen Armee möglichst verhindern wollen.

+++ 06:11 Russland: Ukrainische Armee bombardiert Stadtbezirk von Donezk +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben in den frühen Morgenstunden die Siedlung Krasnogorowka im ostukrainischen Donezk sowie das Verwaltungszentrum der Region Donezk beschossen, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf das Joint Centre of Control and Coordination (JCCC), das 2014 ursprünglich gegründet worden war, um die Einhaltung des Minsker Abkommens zu überwachen. Laut dem Telegram-Kanal der JCCC hätten die Ukrainer seit 01:55 Uhr mehrere Granaten auf Krasnogorowka und den Kirowsky-Distrikt von Donezk abgefeuert.

+++ 05:44 ISW: Wintereinbruch könnte ukrainischer Armee helfen +++
Trotz der Annahmen des Westens, dass die Kämpfe in der Ukraine aufgrund des Winterwetters zum Stillstand kommen werden, gehen die Experten vom Institute for the Study of War (ISW) nicht von einer Pattsituation aus. Zwar müsse militärische Ausrüstung möglicherweise an kälteres Wetter angepasst werden, und ein Mangel an Ausrüstung oder Munition könne den Vormarsch verlangsamen, aber das Winterwetter spiele dabei keine Rolle. Vielmehr handele es sich dann um logistische Probleme. Das Winterwetter könnte schlecht ausgerüsteten russischen Streitkräften in der Ukraine unverhältnismäßig schaden, so der ISW. Auf der anderen Seite sei es aber unwahrscheinlich, dass gut versorgte ukrainische Streitkräfte ihre Gegenoffensive wegen eines Wintereinbruchs einstellen. Möglicherweise sei gefrorenes Gelände sogar nützlich, um sich leichter zu bewegen als in den schlammigen Herbstmonaten.

+++ 05:15 Biden glaubt nicht an baldige Friedenslösung +++
US-Präsident Joe Biden hält ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine für unwahrscheinlich Vor seiner Abreise zu einer Auslandsreise gab sich Biden vor Reportern im Weißen Haus eher pessimistisch, als er zu den Aussichten auf eine baldige Beilegung des Konfliktes gefragt wurde: "Ich glaube nicht, dass der Konflikt gelöst werden kann, solange Putin nicht aus der Ukraine verschwindet."

+++ 04:38 Heeresinspekteur sieht nur wenige Fortschritte bei Modernisierung der Bundeswehr +++
Mehr als acht Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs sieht der Inspekteur des Heeres, Alfons Mais, nur wenige Fortschritte bei der Modernisierung der Bundeswehr. "Momentan ist die materielle Einsatzbereitschaft des Heeres nicht größer als am 24. Februar", sagt Mais der "Süddeutschen Zeitung". Als eine der Ursachen für den Zustand der Bundeswehr nennt Mais die Abgabe von Material und Waffen an die Ukraine. "Das ist als politische Entscheidung angesichts der Lage auch völlig nachvollziehbar. Es dauert allerdings, bis wir dieses Material ersetzt bekommen." Das bedeute: "Es ist weniger da, als vor dem Kriegsbeginn", so Mais.

+++ 03:04 Polen vermittelt Ukraine Starlink-Systeme +++
Polen hat der Ukraine 1570 Starlink-Satellitensysteme geliefert. Das bestätigt der Minister für digitale Transformation Mykhailo Fedorov. Insgesamt seien bisher rund 20.000 Starlink-Satelliteneinheiten an die Ukraine gespendet worden, 5000 von ihnen dank der Unterstützung der polnischen Regierung so Fedorov.

+++ 02:21 Südkorea reagiert auf Medienbericht: Keine Granaten für Ukraine +++
Südkorea dementiert eine Meldung des "Wall Street Journal", wonach an die USA veräußerte Munition an die Ukraine weitergegeben werden solle. Dem südkoreanischen Verteidigungsministerium zufolge sind die USA der Endabnehmer der Artilleriegranaten bei einem Waffendeal zwischen den beiden Ländern. Das Blatt hatte zuvor berichtet, dass die Geschosse mittels eines vertraulichen Waffengeschäfts zwischen Seoul und Washington verkauft werden sollen. Die Munition sollte laut WSJ dann später an die Ukraine weitergegeben werden. In seiner Erklärung betont das Verteidigungsministerium: Südkoreas Position, der Ukraine keine tödlichen Waffen zukommen zu lassen, bleibe unverändert.

+++ 01:32 Südkorea verkauft den USA Munition für Ukraine +++
Südkorea will einem Medienbericht zufolge zum ersten Mal Munition an die Ukraine liefern. Geplant ist dabei ein Umweg über die USA. Die Artilleriegeschosse sollten mittels eines vertraulichen Waffengeschäfts zwischen Seoul und Washington veräußert werden, schreibt das "Wall Street Journal". Die Rüstungsgüter sollten dann später an die Ukraine weitergegeben werden.

+++ 00:43 Lindner sieht keine Anzeichen für veränderte Ukraine-Politik der USA +++
Bundesfinanzminister Christian Lindner rechnet in der Folge der Zwischenwahlen in den USA nicht mit einer Einschränkung der Hilfen für die Ukraine. Er habe "keine Anzeichen, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik in Bezug auf die Ukraine verändern", so der FDP-Politiker im ZDF. Er sei im regelmäßigen Austausch mit seiner US-Amtskollegin. Die USA sähen "die besondere Bedeutung dieses Krieges in geopolitischer Hinsicht". Da gehe es vor allem um Mitmenschlichkeit, aber eben auch um die europäische Sicherheitsarchitektur und die Werte der liberalen Demokratien.

+++ 23:44 Selenskyj über befreite Gebiete: "Wichtigste Aufgabe ist die Minenräumung" +++
Ukrainische Truppen haben laut Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits mehr als 40 Ortschaften in der Region Cherson befreit. "Die Zahl der ukrainischen Flaggen, die im Rahmen der laufenden Verteidigungsoperation an ihren rechtmäßigen Platz zurückkehren, beträgt bereits Dutzende", sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. Gleichzeitig warnt er vor den Gefahren in den aufgegebenen Gebieten: Die Besatzer ließen Tausende Blindgänger und Munition zurück. "Die erste und grundlegende Aufgabe ist die Minenräumung", so Selenskyj. Nach seinen Erkenntnissen seien noch rund 170.000 Quadratkilometer des Landes minenverseucht.

+++ 23:00 Ukrainische Truppen sollen in Cherson sein +++
Ukrainische Streitkräfte haben angeblich das Stadtgebiet von Cherson erreicht. Das meldet der Kommandeur des ukrainischen Bataillons "Revanche" Bogdan Khodakovsky. Die feindliche Küste stehe unter schwerem Beschuss, schreibt er bei Twitter. Der Telegram-Kanal "Grey Zone", der der Söldnergruppe Wagner nahesteht, schreibt: "Ukrainische Streitkräfte dringen in die russische Stadt Cherson ein". Russland hatte die Stadt völkerrechtswidrig annektiert.

+++ 22:05 USA: Stufen Russland in Dumping-Fragen nicht mehr als Marktwirtschaft ein +++
Die USA werden Russland nach Angaben des Handelsministeriums in Washington in Anti-Dumping-Verfahren künftig nicht mehr als Marktwirtschaft einstufen. Mit der Entscheidung könne die US-Regierung die "ganze Macht" der Anti-Dumping-Gesetze anwenden angesichts von Marktverwerfungen, die durch die zunehmende Einmischung der russischen Regierung in die Wirtschaft entstünden.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/jug/rts/AFP/dpa

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