Politik

Keine US-Inspektionen mehr Russland zieht sich aus Atom-Abrüstungsdeal zurück

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Zuletzt testete Russland die atomwaffenfähige Rakete Sarmat RS-28.

(Foto: IMAGO/SNA)

Mit dem New-START-Vertrag verpflichten sich die USA und Russland, ihre Atomsprengköpfe zu reduzieren. Beide Supermächte kontrollieren einander. Russland will sich künftig aber nicht von den Amerikanern in die Karten schauen lassen.

Russland setzt Kontrollen von Atomwaffen-Arsenalen im Rahmen des New-START-Abkommens mit den USA aus. Allerdings werde man sich weiter an den Vertrag halten, teilte das russische Außenministerium mit.

Russland rechtfertigte die Maßnahme damit, dass die USA unter Bedingungen die Inspektionen wiederaufnehmen wollten, die die gegenwärtigen Realitäten nicht berücksichtigten. Die Regierung in Washington stelle Bedingungen, die einseitig die USA bevorzugen würden. Zudem würden die russischen Möglichkeiten zu Kontrollen in den USA eingeschränkt.

Der 2011 abgeschlossene New-START-Vertrag verpflichtet beide Supermächte zu Einschränkungen bei Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten Raketen und Kampfflugzeugen, die mit Atombomben bestückt werden können. Der Vertrag läuft regulär 2026 aus.

Vor einer Woche hatte US-Präsident Joe Biden Russland und China zu Gesprächen über Rüstungskontrollen aufgerufen. Seine Regierung sei bereit zu Verhandlungen über eine neue Rahmenvereinbarung, um das New-START-Abkommen zu ersetzen. Die Regierung in Moskau müsse sich bereit zeigen, die Arbeit an der nuklearen Rüstungskontrolle mit den USA wieder aufzunehmen, hatte der US-Präsident erklärt.

Zahl der Atomwaffen relativ stabil

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Atomwaffen seines Landes zuletzt als Warnung an die NATO in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen lassen. Mitten im Krieg gegen die Ukraine ließ er Ende April als Machtdemonstration eine neue ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat testen. Putin sagte, dass es noch auf lange Zeit nichts geben werde auf der Welt, was der Rakete ebenbürtig sei.

Russland (5977) und die USA (5428) verfügen dem Friedenforschungsinstitut Sipri zufolge gemeinsam nach wie vor über rund 90 Prozent aller Atomsprengköpfe in der Welt. Bei beiden sei die Zahl 2021 zwar weiter zurückgegangen - dies habe aber vor allem mit der Demontage ausrangierter Sprengköpfe zu tun, von denen sich das Militär schon vor Jahren verabschiedet habe. Die Zahl der Atomwaffen in nutzbaren Militärbeständen der beiden Länder sei dagegen relativ stabil geblieben.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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