Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:07 Verbündete Russland und Nordkorea bauen "Freundschaftskrankenhaus" +++
Mit einem Brückenbau an der gemeinsamen Landesgrenze und einem "Freundschaftskrankenhaus" im nordkoreanischen Wonsan wollen Russland und Nordkorea ihre Zusammenarbeit vorantreiben. Vertreter beider Staaten legen den Grundstein für den Bau der Klinik, bei der Zeremonie hält Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko laut der Nachrichtenagentur KCNA eine Rede. Das Projekt geht demnach auf eine Vereinbarung zurück, die Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Russlands Präsident Wladimir Putin 2024 beim gemeinsamen Gipfel in Pjöngjang trafen. Nordkorea hat Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Tausenden Soldaten unterstützt, im Gegenzug erhält Pjöngjang von Moskau unter anderem Sicherheitsgarantien und mutmaßlich auch Militärtechnik. Ebenfalls in Nordkorea sind derzeit der russische Umweltminister Alexander Koslow und Innenminister Wladimir Kolokolzew. Ihr Besuch erfolgt nur wenige Tage vor dem Jahrestag der russischen Rückeroberung der zuvor von ukrainischen Streitkräften eingenommenen Region Kursk.
+++ 04:24 US-Finanzminister verteidigt Lockerung von Sanktionen für russisches Öl +++
US-Finanzminister Scott Bessent hat die Verlängerung der Lockerung von US-Sanktionen für russisches Erdöl verteidigt. Auf die Frage dazu bei einer Anhörung vor einem Senatsausschuss sagte Bessent, er habe seine Meinung geändert, nachdem er "von mehr als einem Dutzend der ärmsten und energiepolitisch anfälligsten Länder kontaktiert worden sei". "Sie haben uns gebeten, die Aussetzung zu verlängern, und zwar nur um weitere 30 Tage", sagte er. Das US-Finanzministerium hatte eine Lizenz für den Verkauf von russischem Erdöl und russischen Erdölprodukten auf Schiffen ursprünglich bis zum 11. April ausgesetzt, die Lockerung wurde am Freitag zum 16. Mai verlängert. Dabei hatte Bessent erst am Mittwoch versichert, die vor einem Monat wegen der gestiegenen Ölpreise beschlossene Sanktionslockerung nicht weiter zu verlängern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte den Schritt scharf. "Jeder Dollar, der für russisches Öl gezahlt wird, ist Geld für den Krieg" gegen die Ukraine, schrieb Selenskyj in Onlinediensten. Die USA hatten wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges und der in der Folge stark gestiegenen Ölpreise die gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen gelockert. Dies war eigentlich nur als vorübergehende Maßnahme gedacht. Russland konnte seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft in der Folge nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) nahezu verdoppeln.
+++ 03:20 Sieben Verletzte bei russischem Angriff auf Wohnhaus in Dnipro +++
Bei einem russischen Luftangriff auf ein Wohnhaus in der südostukrainischen Stadt Dnipro wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs am frühen Morgen sieben Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Fünf Personen würden im Krankenhaus behandelt, darunter zwei Mädchen im Alter von neun und 14 Jahren, teilte Gouverneur Oleksandr Hanscha auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Brände in einem Geschäft und an mehreren Autos ausgebrochen.
+++ 02:30 Spanien schickt der Ukraine Munition und 100 gepanzerte Fahrzeuge +++
Spanien wird 100 gepanzerte VAMTAC-Fahrzeuge sowie Artilleriemunition an den staatlichen Grenzschutz der Ukraine liefern. Dies gab die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles während eines Besuchs in der Ukraine bekannt. "Diese Zusammenarbeit ist ein Beweis für das Engagement unseres Landes für die Verteidigung demokratischer Werte, für Freiheit und für einen gerechten und dauerhaften Frieden", wird Robles in einer Pressemitteilung des spanischen Verteidigungsministeriums zitiert. Robles war am Mittwoch in Kiew zu Besuch, um die anhaltende Unterstützung Spaniens für die Ukraine zu bekräftigen. Die Ministerin traf sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, um die gemeinsame Rüstungsproduktion zu erörtern, und sprach mit Angehörigen der ukrainischen Grenzschutzbehörde.
+++ 01:12 Analyst: Russland muss wegen ukrainischer Angriffe Flugabwehrsysteme verlegen +++
Nach Angaben eines ukrainischen Militäranalysten sieht sich Russland mit einem Mangel an Flugabwehrraketen konfrontiert. Moskau sei deswegen gezwungen, Flugabwehrsysteme zwischen den Regionen umzuverteilen, um sich vor ukrainischen Angriffen zu schützen, berichtet Vadym Kushnikov. Die Region Moskau wird demnach weiterhin am stärksten verteidigt. Dem Experten zufolge nimmt die Produktion von Langstrecken-Angriffsdrohnen in der Ukraine zu - die Zahl der auf Russland gerichteten Systeme könnte sich demnach vervielfachen. Gleichzeitig herrsche in Russland ein Mangel an Boden-Luft-Raketen, heißt es. Die Ukraine hat zuletzt immer wieder erfolgreich russische Energieanlagen mit Drohnen angegriffen und beschädigt.
+++ 00:04 Selenskyj: Flugabwehrraketen können uns jederzeit ausgehen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt erneut eindringlich wegen des Mangels an Flugabwehrsystemen und Raketen in seinem Land. Die noch vorhandenen Abfangraketen könnten je nach Intensität der russischen Angriffe jederzeit zur Neige gehen, so Selenskyj in einem Interview im niederländischen Fernsehen ("Buitenhof"). "Wenn wir darüber sprechen, wie viel wir brauchen oder ob es genug ist … sie [die Flugabwehrraketen] können jede Woche ausgehen. Es hängt davon ab, [ob es sich um] einen massiven Angriff handelt oder um einen weniger massiven. Aber wir haben kein großes Kontingent und keine große Anzahl." Selenskyj sagte, die Suche nach weiteren Luftabwehrsystemen sei einer der Hauptgründe für seine ständigen Reisen und Gespräche. Er betonte, dass die Ukraine Systeme wie das Patriot-System als Schutz vor ballistischen Raketenangriffen benötige. Im Gegensatz dazu verfüge die Ukraine bereits über wirksame Lösungen zur Abwehr von Drohnen.
+++ 22:50 Türkei bemüht sich um Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Moskau und Kiew +++
Die Türkei bemüht sich um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine und um ein Treffen der beiden Konfliktparteien. Dies erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Ankara, wie das türkische Präsidialamt laut Reuters mitteilt. Zuvor hatte Kiew die Türkei um die Ausrichtung eines Treffens auf höchster Ebene mit russischen Vertretern gebeten. Ankara unterhält seit Moskaus großangelegtem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gute Beziehungen zu beiden Seiten.
+++ 22:10 "Ukraine ist nicht 'später'" - Gespräche können laut Selenskyj nicht auf Ende des Iran-Kriegs warten +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet es als ein "großes Risiko", anzunehmen, dass die Bemühungen um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine erst wieder aufgenommen werden könnten, wenn der Konflikt im Iran beendet ist. Das sagte der ukrainische Staatschef im Interview beim US-Sender CNN. Es fänden zwar weiterhin technische Gespräche mit den USA statt, so Selenskyj, aber er sehe "keine Gelegenheit für ein Treffen, solange die Frage des Iran-Konflikts nicht geklärt ist". Besonders herausfordernd für die ukrainische Regierung ist, dass dasselbe US-Unterhändlerteam - unter der Leitung des US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner - sowohl die Gespräche über den Krieg im Iran als auch die in der Ukraine führt. Er verstehe zwar, sagte der ukrainische Präsident, dass sich die USA derzeit auf ihren Krieg gegen den Iran konzentrierten, aber es sei wichtig, den weiter andauernden Kampf in der Ukraine nicht zu vergessen. Für ihn sei es keine Option zu sagen: "'Wir werden später über [die Ukraine] sprechen.' (...) Die Ukraine ist nicht 'später'. Die Ukraine befindet sich bereits in einer so großen Tragödie, wir müssen einen Weg finden, dies parallel zu bewältigen."
+++ 21:35 Kreml: Kiew hat keinen "politischen Willen zur Beilegung des Konflikts" +++
Nach Angaben des Kremls ist der russische Präsident Wladimir Putin "bereit, Selenskyj zu treffen". Dies sei jedoch derzeit nicht "produktiv", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der kremlnahen russischen Nachrichtenagentur Tass. Ein solches Treffen könne erst "im Stadium einer endgültigen Einigung über die Modalitäten" produktiv sein. Zudem behauptete Peskow, auf Kiews Seite gebe es keinen "politischen Willen zur Beilegung des Konflikts". Laut Tass erklärten zudem russische Offizielle, sie seien "bereit, amerikanische Unterhändler morgen zu empfangen, falls diese dies wünschen".
+++ 20:47 Selenskyj: 90-Milliarden-Kredit der EU ist "Frage von Leben und Überleben" für die Ukraine +++
Wolodymyr Selenskyj bezeichnet den 90-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union als "Frage von Leben und Überleben" für die Ukraine. Das sagte der ukrainische Präsident nur wenige Stunden, nachdem die EU den wichtigen Kredit für sein Land bewilligt hatte, im Interview mit dem US-Sender CNN. Die Ukraine versuche, so Selenskyj im Gespräch mit Journalistin Christiane Amanpour, so viele Waffen wie möglich zu produzieren, leide aber unter Finanzierungsmangel. "Uns fehlen die Mittel. Es geht hier um unser Überleben, um unsere Verteidigung. Wir brauchen dieses Geld dringend", sagte Selenskyj. Sein Land produziere derzeit etwa 1000 Abfangdrohnen pro Tag, aber könne die Zahl mit finanzieller Unterstützung verdoppeln. Das Kiew bereits vor Monaten zugesagte Darlehen verzögerte sich, weil der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban es blockierte und forderte, dass die Ukraine die Lieferungen russischen Öls wieder aufnimmt. Nach seiner Abwahl am 12. April gab Orban die Blockade von Ukraine-Hilfen und Sanktionen gegen Russland schließlich auf.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.