Politik

Gegner sehen "reine Symbolik"Nordkorea und Belarus wollen ihre Beziehung deutlich ausbauen

25.03.2026, 15:37 Uhr
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Auf der Weltbühne sind Belarus und Nordkorea isoliert - auch wegen ihrer Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg. Während sich der US-Präsident Kim Jong Un und Lukaschenko annähert, inszenieren die beiden sich nun als Partner. Oppositionelle sprechen von einer Farce. 

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ist zu einem zweitägigen Besuch in Nordkorea eingetroffen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bereitete ihm einen prunkvollen Empfang. Er ließ 21 Salutschüsse abfeuern, setzte eine Kavallerie mit Schimmeln ein sowie jubelnde Kinder am Flughafen. Die beiden Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin wollen ihre Beziehungen weiter ausbauen. Der belarussische Außenminister Maxim Ryschenkow kündigte in staatlichen Medien die Unterzeichnung eines Freundschafts- und Kooperationsvertrags an.

Sowohl Nordkorea als auch Belarus unterstützen Russland massiv im Krieg gegen die Ukraine. Während Kim Moskau mit Millionen Schuss Munition und eigenen Soldaten versorgt, stellte Lukaschenko sein Land als Aufmarschgebiet für die russische Invasion zur Verfügung und stimmte der Stationierung russischer taktischer Atomwaffen zu. Wegen ihrer Politik wurden beide Staaten international sanktioniert.

"Die aktuelle Situation treibt uns einfach in die Arme des anderen", wurde Außenminister Ryschenkow zitiert. Man suche nach loyalen und verlässlichen Freunden. Der im Exil lebende belarussische Oppositionelle Waleri Zepkalo sagte dagegen, das Treffen sei reine Symbolik. Es bringe keinem der beiden Länder einen echten Nutzen, sondern solle lediglich zeigen, dass sie nicht isoliert seien. Ungeachtet der internationalen Isolierung beider Länder hat US-Präsident Donald Trump den Kontakt zu Kim und Lukaschenko gesucht.

Mit dem nordkoreanischen Machthaber hatte sich Trump bereits während seiner ersten Amtszeit 2018 und 2019 dreimal getroffen. Im vergangenen Jahr nahm er zudem wieder direkte Verbindungen zu Lukaschenko auf. In den vergangenen Monaten begannen die USA, die Sanktionen gegen Belarus im Gegenzug für die Freilassung politischer Gefangener zu lockern. Erst sechs Tage vor seiner Reise nach Nordkorea hatte Lukaschenko den US-Gesandten John Coale getroffen und die Freilassung von 250 weiteren Inhaftierten angekündigt. Von US-Seite hieß es, der belarussische Präsident könnte bald im Weißen Haus zu Gast sein.

Quelle: ntv.de, mwa/rts

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