Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:54 Kreml freut sich über "gedemütigten Merz" +++

07.09.2026, 00:01 Uhr

Russland betrachtet den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt genüsslich: Die AfD habe ein historisches Ergebnis erzielt und damit die derzeitige Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz gedemütigt, erklärt Kirill Dmitriev, der Sonderbeauftragte des Kreml. "Der historische Sieg der AfD ist eine Demütigung für die Arroganz, Engstirnigkeit, Kriegstreiberei, Unfähigkeit und Heuchelei der diskreditierten deutschen Regierungskoalition", schreibt er auf X. "Die Deutschen haben gesprochen, und Deutschland ist erwacht. Der gedemütigte Merz ist gerade zu einem Starmer geworden", bemerkt Dmitriev in Anspielung auf den ehemaligen britischen Premierminister, der Anfang dieses Jahres geschasst wurde. Die AfD spricht sich immer wieder für Gaslieferungen aus Russland aus und fordert ein Ende der Sanktionen, Waffenlieferungen an die überfallene Ukraine lehnt sie ab.

+++ 06:27 SPD-Außenpolitiker sieht Versäumnisse beim Ukraine-Thema +++

SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner gibt sich zerknirscht und räumt Versäumnisse seiner Partei hinsichtlich des Ukraine-Krieges ein: "Das Thema nicht besetzt zu haben, ist in der Tat ein Fehler", sagt er. Dies sei "schon auch unser Versagen". Die AfD bediene dabei die falschen Narrative und stehe "fest an der Seite von Putin", sagt Stegner bezugnehmend auf Kremlchef Wladimir Putin. Er fügt hinzu: "Das ist nicht unsere Position." Zugleich aber kritisiert er, wie bereits in der Vergangenheit, hohe Rüstungsausgaben. "Wenn wir Milliarden für Aufrüstung ausgeben und gleichzeitig soziale Kürzungen machen, dann ist das ein Energydrink für die Rechtspopulisten und ein Giftcocktail für die demokratischen Parteien. 

+++ 05:58 Berichte über brennendes Öldepot in Sotschi +++

Ein Öldepot in der russischen Stadt Sotschi soll erneut in Flammen aufgegangen sein. Dies berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Videos in den sozialen Medien sollen demnach das Depot, das dem staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft gehört, in Flammen und von dichten Rauchwolken umhüllt zu zeigen. Laut dem russischen Telegram-Kanal "ExileNova+" fordern demnach die Behörden die Anwohner auf, wegen der starken Rauchentwicklung ihre Fenster zu schließen. Erst vor wenigen Tagen hatten ukrainische Streitkräfte mehrere Angriffswellen gegen Ziele in Sotschi gestartet hatten, darunter einen Angriff mit einer Marine-Drohne auf ein russisches Schiff. Auch ein Öldepot brannte.

+++ 05:22 Bericht: Odessa stimmt über Verbot russischer Sprache ab +++

Der Stadtrat der ukrainischen Hafenstadt Odessa stimmt in dieser Woche über den Gebrauch der russischen Sprache im öffentlichen Raum ab. Das berichtet BBC News. In der Ukraine sprechen laut einer aktuellen Meinungsumfrage des Zentrums für Sozial- und Marketingforschung "SOTSIS" die meisten Menschen zwar im Alltag Ukrainisch, doch auch Russisch ist weiterhin eine gängige Alltagssprache. Für Millionen Ukrainer ist Russisch die Muttersprache. Auch der ukrainische Präsident wuchs russischsprachig auf. Erst seit dem Wahlkampf zur Präsidentschaft 2019 kommuniziert Selenskyj ausschließlich auf Ukrainisch. Schon seit Beginn des russischen Angriffskrieges hatte die Ukraine die Regelung für den Gebrauch der russischen Sprache im öffentlichen Raum verschärft. In Odessa wird nun darüber abgestimmt, ob russischsprachige Inhalte in Musik und Literatur sowie auf Straßen, in Parks, öffentlichen Einrichtungen und staatlich betriebenen Kunst- und Unterhaltungsstätten vollständig verboten werden.

+++ 03:49 Russland schließt Treffen Putins mit Trump und Xi nicht aus +++

Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow hält ein Dreiertreffen zwischen den Präsidenten Russlands, der USA und Chinas für möglich. Eine solche Begegnung zwischen Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jinping sei nicht ausgeschlossen, sagt er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Bevor jedoch die eigentlichen Vorbereitungen beginnen könnten, müsse klar sein, welche Tagesordnung es geben solle, unterstreicht Rjabkow. "Die Hauptfrage ist hier, wie der Inhalt des Treffens formuliert wird und was wir als Ergebnis erwarten können." Kürzlich hatte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow die Möglichkeit eines solchen Treffens zwischen Putin, Trump und Xi beim Apec-Gipfeltreffen im chinesischen Shenzhen im November ins Gespräch gebracht.

+++ 01:27 Widerstand aus Berlin: EU bläst Verteidigungsinitiative ab +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagt wegen des Widerstands von Regierungsvertretern kurzfristig die eigentlich für heute geplante Gründung einer Expertengruppe zur Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik ab. "Einige Mitgliedstaaten waren der Auffassung, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht der richtige Weg wäre", erklärt ein EU-Beamter in Brüssel. Zuvor hatten sich unter anderem die deutsche und die italienische Regierung gegen die Expertengruppe positioniert. Als ein möglicher Grund gilt, dass die Bundesregierung Kallas zuletzt eher kritisch gegenüberstand und bei verteidigungspolitischen Fragen auf die Planungsprozesse in der Nato setzen will. Die Expertengruppe hätte konkrete Empfehlungen erarbeiten sollen, wie Lücken bei Europas konventionellen militärischen Fähigkeiten schneller und wirksamer geschlossen werden können.

+++ 00:26 Witkoff und Kushner verlassen Kiew +++

Nach ihren Gesprächen in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff wieder auf dem Heimweg. "Wir haben den Sonderzug von Steve Witkoff und Jared Kushner verabschiedet", erklärt die ukrainische Eisenbahngesellschaft auf Telegram. Bei einer Pressekonferenz in Kiew hatte Witkoff zuvor Zugeständnisse von beiden Kriegsparteien gefordert. "Wir denken, über die notwendigen Elemente" für einen Kompromiss zu verfügen, so Witkoff. Der Besuch der beiden US-Gesandten brachte, wie der Journalist Denis Trubetskoy schreibt, zumindest einen konkreten Erfolg:

+++ 23:13 Geheimdienst: Russland bunkert 400 Hyperschallraketen für Angriffe +++

Letzten Winter mussten Zehntausende Menschen in der Ukraine zeitweise ohne Heizung ausharren, Hunderttausende ohne Strom. Diesen Herbst und Winter werden neue ballistische Angriffe gegen die kritische Infrastruktur der Ukraine erwartet. Der Auslandsgeheimdienst der Ukraine geht davon aus, dass Russland zu diesem Zweck etwa 400 Hyperschallraketen angehäuft hat und zusätzliche Startrampen in den russischen Grenzregionen Brjansk, Kursk und Woronesch stationiert hat. Darüber habe man bei einem Treffen in Kiew mit den Sicherheitsberatern der Staats- und Regierungschefs mehrerer europäischer Staaten gesprochen, schreibt der Geheimdienst SZRU bei Facebook. Es ging demnach aber auch um mögliche russische Provokationen gegen Nato-Staaten und um die russische Raketenproduktion. Laut dem Geheimdienst könnten Dutzende Unternehmen in der Lieferkette mit Sanktionen belegt werden.

+++ 22:10 Vier Tankstellen in der Ukraine verwüstet  +++

Binnen 24 Stunden werden vier Tankstellen in der Ukraine verwüstet: Der Ukrnafta-Konzern berichtet von russischen Drohnenangriffen auf einige seiner Tankstellen in den Regionen Saporischschja, Kiew und Dnipropetrowsk. Die Angriffe verursachen zum Teil Brände und erhebliche Schäden, verletzt wird jedoch niemand, wie der Geschäftsführer Bogdan Kukura erklärt. Die Anlagen sollen repariert werden. "Russland greift weiterhin systematisch die zivile Infrastruktur an, die die Bevölkerung mit Kraftstoff und lebensnotwendigen Gütern versorgt", schreibt er. "Diese Angriffe verfolgen keinerlei militärische Ziele. Es handelt sich um Terror gegen die Zivilbevölkerung."  

+++ 21:47 Kushner: Vereinbarungen müssen neuen Krieg ausschließen +++

US-Präsident Donald Trump strebt nach den Worten seines Schwiegersohns Jared Kushner einen dauerhaften Frieden für die Ukraine an. Alle künftigen Vereinbarungen sollten die Möglichkeiten eines weiteren Kriegs ausschließen und der Ukraine die Gelegenheit geben, den während der Kriegsjahre bewiesenen Einfallsreichtum für die weitere Entwicklung des Landes einzusetzen, sagt Kushner nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian am Rande der Unterredungen in Kiew.  

+++ 21:08 Washington arbeitet an "Friedenspaket" +++

Der US-Gesandte Steve Witkoff äußert sich zuversichtlich über die Friedensgespräche in Moskau und Kiew. Die USA strebten eine diplomatische und keine militärische Lösung des Konflikts an, sagt Witkoff. Sein Kollege Jared Kushner hofft auf eine Rückkehr zu einem trilateralen Format mit der Ukraine, Russland und den USA. Die Regierung in Washington arbeite an einem "Friedenspaket", fügt er hinzu.  

+++ 20:36 Selenskyj: Besuch aus den USA schützt "besser als Flugabwehrsysteme" +++

Im Scherz meint der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Anwesenheit Steve Witkoffs und Jared Kushners habe "besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme". Die beiden Emissäre von US-Präsident Donald Trump sollten öfter nach Kiew kommen, um den Bewohnern eine Chance zu geben, ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft zu holen. Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause in den Angriffen auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete dafür in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau. Die Ukraine beklagt einen Mangel an Patriot-Raketen, dem einzigen Abwehrmittel gegen russische Raketen. 

+++ 19:59 Bericht: Trump will erst Putin anrufen, danach Selenskyj  +++

Einem Medienbericht zufolge könnte US-Präsident Donald Trump am Montag erst mit Kremlchef Wladimir Putin und danach mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen. Ein US-Vertreter erklärt dem "Kyiv Independent" zufolge, Trump werde sich mit seinen Gesandten Steve Witkoff and Jared Kushner beraten, bevor er Putin und dann Selenskyj anruft. Demnach dürften die Telefonate wahrscheinlich am Montag stattfinden. 

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