Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:43 Russland brechen Freiwillige für den Krieg weg - kommt die Ukraine ihrem großen Ziel näher? +++

14.04.2026, 00:01 Uhr

Laut Berechnungen des Wirtschaftswissenschaftlers Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik hat Russland im 1. Quartal 2026 rund 20 Prozent weniger Soldaten rekrutiert als im 1. Quartal 2025: Täglich zwischen 800 und 1.000 Soldaten statt 1.000 bis 1.200. Zuvor hatte bereits die ukrainische Armee mitgeteilt, dass Russland seit vier Monaten weniger freiwillige Kämpfer rekrutiere als es im Krieg verliere. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt zu Kluges Zahlen: "Die Schlussfolgerungen stimmen mit mehreren anderen Indikatoren überein, die ISW beobachtet hat und die darauf hindeuten, dass Russland zunehmend unter Rekrutierungs- und Personalproblemen leidet. Dazu gehören beispielsweise gemeldete Rekrutierungsdefizite im Verhältnis zu den Verlusten, der Einsatz strategischer Reserven, erhöhte Antrittsprämien und verstärkte verdeckte Mobilisierungsbemühungen." Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe berichtet, dass russische Streitkräfte ab dem 10. April wahrscheinlich damit begonnen hätten, strategische Reserven auf das Schlachtfeld zu verlegen, um die steigenden Verluste und erfolgreichen ukrainischen Gegenangriffe in Richtung Oleksandrivka und Hüljaipole auszugleichen, so das ISW. Die Ukraine will die Zahl der eliminierten russischen Soldaten weiter nach oben treiben: auf 50.000 pro Monat. Das angegriffene Land verfolgt seit Jahren das Ziel, die Kosten für Russland so stark zu erhöhen, dass im Kreml die Einsicht einkehrt, den Krieg zu beenden.

+++ 07:59 Russland greift ukrainischen Donau-Hafen an - Treffer auf Schiff +++

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den ukrainischen Donau-Hafen Ismajil ist den Behörden zufolge in der Nacht ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt worden. Demnach wurden im Hafengebiet in der südlichen Region Odessa mehrere Einschläge verzeichnet, bei denen auch Infrastruktur und Ausrüstung getroffen worden seien, wie der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba mitteilt. Ein durch einen der Einschläge ausgelöstes Feuer sei rasch gelöscht worden. Der Donau-Hafen Ismajil ist für die Ukraine eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat.

+++ 07:12 "Sehr gute Nachrichten" - Ukraine meldet bemerkenswerten Abschuss +++

Serhij Sternenko, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorow, schreibt auf X von "sehr guten Nachrichten". Eine russische Shahed-Drohne sei über dem Schwarzen Meer mit einer Abfangdrohne der Wild Hornets abgeschossen worden - und das noch bevor sie die Küste erreichte. "Der Pilot befand sich zu diesem Zeitpunkt viele Kilometer vom Ort des Abschusses entfernt", so Sternenko. Neue Technologien würden eingesetzt, um den russischen Angriffen entgegenzuwirken.

+++ 06:24 Nur noch marodes Material in Russlands alten Panzer-Lagern aus der Sowjetzeit? +++

Die großen russischen Panzer-Lager aus Zeiten der Sowjetunion haben sich in den letzten Jahren stark geleert. Mittlerweile werden nur noch verhältnismäßig wenige Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge von den Kreml-Streitkräften im Krieg eingesetzt. "Ich schätze, wir sind offiziell an dem Punkt angelangt, an dem es keinen Sinn mehr macht, gelagerte Panzer aufzuarbeiten, Sie sind alle zu alt und marode", schreibt auf X der Osint-Analyst mit dem Rufnamen Jompy, der die Panzer-Lager lange Zeit anhand von Satellitenbildern analysiert hat. Es habe in diesem Jahr nur wenig Bewegung in den Lagerstätten gegeben. Russland verfüge bereits über genügend Panzerreserven für die wenigen Einsätze, die stattfinden. Die Neuproduktionen würden mehr als ausreichen, um die Verluste auszugleichen. In den vergangenen Wochen meldete die Ukraine in der Regel maximal zehn zerstörte oder schwer beschädigte Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge täglich, oft waren es deutlich weniger. Zu früheren Kriegszeiten lag die gemeldete Zahl teilweise bei um die 50 pro Tag.

+++ 05:42 Grüne für mehr Ukraine-Unterstützung: "Merz ist der neue Scholz" +++

Vor den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen haben die Grünen mehr militärische Unterstützung durch die Bundesregierung gefordert. Eine Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus an die Ukraine sei "längst überfällig", sagt Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger. "Friedrich Merz ist in dieser Frage mit seinen Ausreden der neue Olaf Scholz geworden", kritisiert Brugger mit Blick auf den früheren SPD-Kanzler Scholz, der Taurus-Lieferungen an die Ukraine vehement abgelehnt hatte.

+++ 04:48 Bericht: Spanien und Belgien helfen Kiew mit zwei Milliarden Euro +++

Spanien und Belgien haben nach den jüngsten Verteidigungsgesprächen neue Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Euro zugesagt, berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf Insider. Die Abkommen konzentrieren sich demnach auf die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, den Ausbau der Drohnenkapazitäten und die Aufstockung der Langstreckenartilleriebestände. Belgien habe für das Jahr 2026 Militärhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro zugesagt, darunter zusätzliche F-16-Kampfjets und Ersatzteile zur Instandhaltung der bereits im Einsatz befindlichen Flugzeuge. Spanien habe ebenfalls eine Milliarde Euro für das Jahr 2026 zugesagt, wobei die Gespräche sich auf den Ausbau der Verteidigungszusammenarbeit im Rahmen des europäischen SAFE-Mechanismus konzentrieren.

+++ 02:33 Selenskyj: Gespräche über Luftverteidigungssystem mit der EU beginnen +++

Die Ukraine wird kurzfristig Gespräche mit europäischen Partnern über ein gemeinsames Luftverteidigungssystem führen. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Ukrinform bei einer Ansprache mit. "Bereits diese Woche werden wir Gespräche mit den Europäern führen - Verhandlungen über die Schaffung eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems. Ich bin zuversichtlich: Entweder wird die Ukraine ein integraler Bestandteil des europäischen Sicherheitssystems, oder einige in Europa riskieren, Teil der 'russischen Welt' zu werden", sagt Selenskyj demnach. Die Ukraine halte nicht nur mit dem Wandel Schritt, sondern gehöre zu den führenden Nationen in der Entwicklung von Sicherheitstechnologien. Er sei überzeugt, dass die Sicherheitsexpertise und das militärische Know-how der Ukraine heute für Dutzende Länder weltweit zu den begehrtesten Ressourcen zählen.

+++ 01:34 Grüner: Putins Schattenflotte schärfer ins Visier nehmen +++

Deutschland sollte aus Sicht des Grünen-Politikers Robin Wagener entschiedener gegen die sogenannte Schattenflotte russischer Öltanker in der Ostsee vorgehen. "Diese Schiffe verletzen regelmäßig das Seerechtsübereinkommen und verwirken damit ihr Recht auf freie Durchfahrt", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Sender ntv. Deswegen könnten deutsche Behörden den Versicherungs- und Flaggenstatus konkreter prüfen. Auch das Umweltrecht biete Möglichkeiten, "gegen diese Rostkähne vorzugehen und ihnen die Durchfahrt zu verweigern". Mit der Schattenflotte versucht Moskau, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Dabei kommen alte und unterversicherte Tanker zum Einsatz. Wagener sagte, den deutschen Behörden fehle ein klarer Auftrag der Bundesregierung. "Andere Staaten sind da deutlich entschlossener."

+++ 00:17 Deutsch-ukrainisches Unternehmen liefert erste Drohnen aus Deutschland an die Front +++

Weniger als vier Monate nach ihrer Gründung hat die deutsch-ukrainische Drohnenfirma Quantum Frontline Industries (QFI) eine erste Charge an die ukrainischen Streitkräfte geliefert. Derzeit liege die Produktion des Unternehmens in Süddeutschland bei rund 20 Drohnen pro Tag, sagte QFI-Geschäftsführer Matthias Lehna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Gemeinschaftsunternehmen von Quantum Systems in Deutschland und Frontline Robotics in der Ukraine war Mitte Dezember gegründet worden und will die Fertigung nun deutlich ausweiten.

+++ 23:08 Hunderte Zivilisten in Keller eingesperrt: Ukraine zeigt russischen General an +++

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU macht den russischen General Denis Barila für die Folter und den Tod von Zivilisten im ukrainischen Gebiet Tschernihiw kurz nach Kriegsbeginn mitverantwortlich und hat ihn in Abwesenheit angezeigt. Unter seinem Kommando hätten russische Soldaten im März 2022 369 Zivilisten - darunter 69 Minderjährige - in den Keller eines Schulgebäudes in Jagodne eingesperrt, schreibt der SBU. Zehn Zivilsten seien gestorben. Ihre Leichen verblieben demnach längere Zeit in dem Keller, während es dort weder eine Lüftung noch eine Wasserversorgung noch Schlafplätze für die Lebenden gab. Die Menschen hätten kaum Wasser und Nahrung erhalten, heißt es weiter. Jeder eingesperrten Person habe weniger als ein halber Quadratmeter Platz zur Verfügung gestanden - das hätten die Ermittlungen des SBU und der regionalen Staatsanwaltschaft ergeben. Dem "Kyiv Independent" zufolge mussten die Überlebenden 27 Tage aushalten. Zudem seien sieben Menschen im Dorf hingerichtet worden.

+++ 22:03 Ukraine gibt Weiler an Nordgrenze auf +++

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben einen grenznahen Weiler im Gebiet Sumy unter dem Druck russischer Angriffe geräumt. Dabei handele es sich um Myropilske, teilt das 14. Armeekorps auf Facebook mit. Um eigene Verluste zu vermeiden, hätten sich die Verteidiger auf vorbereitete Stellungen zurückgezogen. Die russische Armee hat an mehreren Stellen die Grenze zum nordukrainischen Gebiet Sumy überschritten. Die Kämpfe um Myropilske bedeuten einen weiteren russischen Einbruch, auch wenn die eroberte Fläche bislang klein ist. Auch der ukrainische Militärblog Deepstate meldet am Abend ein Vorrücken russischer Truppen in dieser Gegend: nahe Myropilske, sowie Maryine und Novodmytrivka.

+++ 21:24 Russen erobern südukrainisches Dorf +++

Den russischen Truppen gelingt im Süden der Ukraine offenbar ein kleiner Fortschritt. Sie hätten den Ort Myrne in der Gegend Saporischschja besetzt, schreibt der ukrainische Militärblog Deepstate am Sonntagabend.

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