Politik

Auswirkungen auf Front erwartetUkraine: Russland hat Panzer aus Sowjetlagern "weitgehend aufgebraucht"

28.01.2026, 21:55 Uhr
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Tank Lager
Ein Lager mit Reparaturwerkstatt im russischen Atamanowka. Analysten zufolge befinden sich dort Reserven von alten T-62-Panzern. Die Satellitenaufnahme ist nicht aktuell. (Foto: Airbus / Google Earth)

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst rechnet damit, dass Russland in diesem Jahr deutlich weniger Panzer an seine Truppen auf dem Schlachtfeld liefern kann. Als Grund werden die geleerten Lager aus Sowjetzeiten genannt. Gleichzeitig soll sich Moskau um mehr Neuproduktionen bemühen.

Laut dem stellvertretenden Leiter des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes sind die einst gigantischen russischen Bestände aus der Sowjetzeit an gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie weitgehend aufgebraucht. Daher seien die Kreml-Streitkräfte nun auf Neuproduktionen angewiesen, was jedoch weitaus zeitaufwendiger und kostspieliger sei, teilte Oleh Luhowskyj mit.

Als Beispiel nennt der Geheimdienstler Kampfpanzer. Russland werde 2026 zwar 260 neue herstellen - 20 Prozent mehr als im Vorjahr - gleichzeitig erwarten die Ukrainer aber, dass die Rate der Restaurierungen von alten Panzern um 40 Prozent sinkt. "Infolgedessen wird die Gesamtzahl der auf das Schlachtfeld gelieferten Panzer um etwa ein Drittel geringer ausfallen als im letzten Jahr", so Luhowskyj.

Auch die ukrainischen Verlustmeldungen weisen darauf hin, dass sich Russlands Bestände deutlich geleert haben. Meldeten die ukrainischen Streitkräfte in den Jahren 2023 und 2024 in der Spitze noch 14 bis 17 zerstörte russische Kampfpanzer täglich, waren es ab Sommer 2025 nur noch zwei bis fünf. Auch die Zahl der eingesetzten Schützenpanzer hat nach hohen Verlusten deutlich abgenommen.

In den vergangenen Monaten gab es zwar wieder häufiger russische Großangriffe mit gepanzerten Fahrzeugen, aber immer noch deutlich seltener als zu früheren Zeiten.

Viel altes Material offenbar in schlechtem Zustand

OSINT-Analysten, welche die alten Lager anhand von Satellitenbildern analysieren, gehen davon aus, dass die verbliebenen Reserven in den alten Lagern aus Sowjetzeiten oft in sehr schlechtem Zustand sind. Das heißt, dass ihre Restaurierung aufwendiger ist oder sie sogar nur noch als Ersatzteillager dienen.

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Ein zerstörter russischer T-72-Kapmfpanzer in der Ukraine. (Foto: IMAGO/NurPhoto)

Da die Lager nicht komplett leer sind, es Bestände bei den Truppen oder in den Werkstätten sowie Neuproduktionen gibt, ist nicht davon auszugehen, dass Russland überhaupt keine Panzer mehr einsetzen wird. Zudem gibt es auch Lager, die sich nicht unter freiem Himmel befinden und nicht analysiert werden können.

Quelle: ntv.de, rog

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