Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:26 Bericht: Russland verliert Tausende Soldaten mehr als es rekrutiert +++
Russland verliert offenbar in der Ukraine jeden Monat etwa 6.000 Soldaten mehr, als es rekrutieren kann. Dies berichtet der "Guardian" unter Berufung auf westliche Regierungsvertreter. Zwar rekrutiere Russland nach wie vor in raschem Tempo neue Soldaten – schätzungsweise 1.000 pro Tag –, doch in den letzten zwei Monaten reiche selbst dies nicht aus, um die Gefallenen und Verwundeten zu ersetzen. "Wir schätzen, dass die Lücke zwischen der Zahl der Verluste, die Russland durch Gefallene und Verwundete erleidet, und der Zahl derjenigen, die es rekrutieren kann, derzeit bei etwa 6.000 pro Monat liegt", sagt demnach ein westlicher Beamter. Putins Reaktion darauf sei "eine Eskalation sowie Angriffe auf zivile Infrastruktur und Zivilisten in der Ukraine". Dabei habe er seit Anfang Juli über 360 Raketen abgefeuert und Kiews mangelnde Abwehr gegen ballistische Raketen ausgenutzt. "Es ist klar, dass Moskau beabsichtigt, die Moral der Ukrainer zu brechen, indem es in diesem Winter deren Energieinfrastruktur zerstört." Westliche Regierungsvertreter sind laut dem "Guardian" der Ansicht, dass eine weitere Mobilmachung sowohl politisch als auch wirtschaftlich ein großes Risiko für Moskau darstellen würde. Sie verweisen darauf, dass bei der letzten Mobilmachung im Herbst 2022 etwa eine Million – oft hochqualifizierte – Russen das Land verlassen hätten, von denen weniger als die Hälfte zurückgekehrt sei.
+++ 08:02 Russland meldet Verletzte nach Angriff auf Rostow +++
südrussischen Gebiet Rostow werden nach Angaben der dortigen Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Jury Sljusar. In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein (siehe Eintrag von 06:13).
+++ 07:23 Ukrainisches Präsidialamt: "Wir werden den Krieg jetzt nicht beenden" +++
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Budanow, warnt davor, weniger als 30.000 Menschen pro Monat zu mobilisieren, da eine kurzfristige Beendigung des Krieges "unrealistisch" sei. Diese Äußerungen, die am Freitag im ukrainischen Fernsehen fielen und über die "Kyiv Independent" berichtet, erfolgen in einer Zeit zunehmenden Drucks auf Kiew, die Probleme bei der Mobilisierung anzugehen. Die Zahl der Angriffe auf Einberufungsbeamte stieg im Laufe dieses Jahres weiter an. Dabei ist die Ukraine auf einen steten Zustrom neuer Rekruten angewiesen, um den Kampf fortsetzen zu können, da Moskau keine Anzeichen zeigt, den Krieg zu beenden. Auch mehren sich die Hinweise, dass es in Russland nach den Dumawahlen im Herbst eine neue Mobilisierungswelle geben könnte. In dem Interview ermahnt Budanow die Ukrainer zudem, nicht zu glauben, dass ein Ende des Krieges kurz bevorstehen könnte. "Wir werden den Krieg jetzt nicht beenden. Nicht, weil wir es nicht wollen, sondern weil es einfach nicht realistisch ist."
+++ 06:45 Illegales Waffendepot? Großbrand nach Angriff bei Kiew +++
Premierminister Serhij Korezkyj fordert eine rasche Untersuchung und eine "harte Bestrafung" der Verantwortlichen, nachdem bei einem russischen Angriff im Gebiet Kiew mehrere Menschen getötet, sechs weitere verletzt wurden. "Alle Verantwortlichen, ohne Ausnahme, müssen mit strengen Strafen rechnen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen", schreibt er auf Telegram. Am Freitagabend war es wegen des Angriffs laut der zuständigen Staatsanwaltschaft in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha zu einem Großbrand und Explosionen gekommen. Mehr als 200 Menschen, unter ihnen auch Kinder, mussten fliehen. Die genaue Anzahl der Todesopfer ist noch unklar. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch soll geprüft werden, ob das entsprechende Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe.
+++ 06:13 Ukrainische Angriffe auf Region Rostow +++
Ukrainische Streitkräfte greifen in der Nacht ein Lagerhaus des Haushaltsgeräte- und Elektronikhändlers DNS in Südrussland an, wie der "Kyiv Independent" unter Berufung auf Militärblogger berichtet. Nach dem Angriff in der Oblast Rostow brenne das Lagerhaus in der russischen Stadt Aksay, die Mitarbeiter vor Ort seien in Sicherheit gebracht worden, heißt es im Telegram-Kanal Exilenova Plus. Demnach sind in der Gegend durch die Angriffe auch Wohngebäude beschädigt. Der Gouverneur des Gebiets Rostow, Juri Sljusar, bestätigt, dass die Region angegriffen werde. Noch sei unklar, ob es Opfer gebe.
+++ 05:44 Schweden hilft Finnland bei der Luftraumsicherung +++
Die schwedischen Streitkräfte werden Finnland bei der Überwachung und dem Schutz seines Luftraums mit Gripen-Kampfjets bis mindestens Ende 2026 unterstützen. "Insbesondere schwedische Ausrüstung stärkt die Luftraumüberwachung und setzt die eigenen Ressourcen der finnischen Streitkräfte frei, um gegebenenfalls Verstöße und Zwischenfälle abzuwehren", erklären die finnischen Streitkräfte in einer Stellungnahme. Die Länder pflegen bereits eine enge bilaterale Verteidigungskooperation. Finnlands Ostgrenze zu Russland ist 1340 km lang. "Schweden hat auf Finnlands Bitte reagiert, seine Luftverteidigung angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage zu verstärken", sagt der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonsson.
+++ 04:27 Haushaltsdefizit: Polen investiert massiv in Verteidigung +++
Polen rechnet damit, dass sein gesamtstaatliches Defizit im Jahr 2027 unverändert bei 7,1 Prozent des BIP bleiben wird, dem gleichen Niveau, das nun für dieses Jahr geplant ist. Grund dafür seien Rekordlieferungen von Militärausrüstung, sagt Finanzminister Andrzej Domanski. "Die für das nächste Jahr prognostizierten Lieferungen militärischer Ausrüstung werden absolut rekordverdächtig sein", erklärt Domanski bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr. " Polens Verteidigungsausgaben sind seit Russlands Einmarsch in die benachbarte Ukraine vor viereinhalb Jahren sprunghaft angestiegen.
+++ 02:54 Angst vor Rekrutierung? Hunderttausend Russen überqueren Grenze zu Georgien +++
Mehr als 113.000 Russen sind letzte Woche über den Grenzübergang Ober-Lars nach Georgien eingereist, während in Russland die Befürchtung wächst, der Kreml bereite eine neue Mobilisierungswelle vor. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf einen Politico-Bericht. Der sprunghafte Anstieg der Grenzübertritte erfolgt zu einer Zeit, in der der Kreml zunehmend aggressive Rekrutierungsmaßnahmen ergreift, die Datenerfassung über Militärreservisten ausweitet und das Mandat der Nationalgarde erweitert. Das alles heizt Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Einberufung an.
+++ 00:46 Geheimdienst: Russland lockt Indonesier mit Versprechen an die Front +++
Der ukrainische Geheimdienst meldet, dass Russland versucht, indonesische Staatsbürger für den Kampf im Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Das berichtet Ukrinform mit Verweis auf einen Telegram-Post der Behörde. "Der Auslandsgeheimdienst hat Dokumente erhalten, die mindestens acht indonesische Staatsbürger betreffen, die in die Reihen der russischen Besatzungsarmee rekrutiert wurden", heißt es darin. Laut dem Geheimdienst wirbt Russland Ausländer mithilfe eines etablierten Systems an, indem es hohe Gehälter, Positionen ohne Kampfeinsatz, eine beschleunigte Einbürgerung und verschiedene Sozialleistungen anbietet. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes haben die Russen dieses Schema bereits genutzt, um Bürger aus Nepal, Kuba, Kenia und Indien anzuwerben.
+++ 23:23 Drohenangriff in Leipzig: Experten wollen Nato einschalten +++
Sicherheitsexperten fordern eine Befassung der Nato mit dem Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen Anfang August. "Alles spricht dafür, Artikel 4 des Nato-Vertrages zu aktivieren. Auch vor dem Hintergrund der quantitativen und qualitativen Zunahme der hybriden Angriffe in ganz Europa ist es eigentlich zwingend", sagt der frühere BND-Vizepräsident und spätere beigeordnete Generalsekretär der Nato, Arndt Freytag von Loringhoven, der "Süddeutschen Zeitung". Artikel 4 des Nato-Vertrages sieht Konsultationen vor, wenn nach Auffassung eines Alliierten "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist". Anders als Artikel 5 löst er nicht den Bündnisfall aus. Auch im Bundestag findet die Forderung Anhänger. "Die Ausrufung von Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags ist angesichts der Serie von Sabotageakten, Anschlägen auf Munitionsfabriken und Drohnenvorfällen auf europäischem Boden ein absolut naheliegender und folgerichtiger Schritt", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter der SZ.
+++ 21:45 Russland: Starten Massenproduktion eines Systems, das Starlink-Kommunikation stört +++
Russland startet offenbar die Massenproduktion eines Systems der elektronischen Kampfführung, das zur Störung des von der Ukraine eingesetzten Starlink-Systems dienen soll. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, nutzt das System Volna Kupol Garant ein Funksignal, um Empfangsantennen der Satelliten zu "blenden" und so die Kommunikation zu der Starlink-Stationen am Boden zu beeinträchtigen. Wie effektiv das System wirklich ist, ist unklar. Erste Berichte über das Volna Kupol Garant kursieren seit diesem Sommer.
+++ 20:50 Ukrainischer Ex-Minister Fedorow erhält Job in Italien +++
Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird Berater für militärische Innovationen im italienischen Verteidigungsministerium. Dies teilt das Ministerium in Rom mit. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hatte dem Ukrainer den Posten nach dessen Entlassung im Juli angeboten. Fedorow erklärt auf der Plattform X, er wolle Italien bei der Einführung moderner Kriegstechnologien unterstützen und den Verteidigungssektor stärken. Der 35-Jährige war in seiner Heimat nach Konflikten mit der Militärführung und politischen Rivalen über Reformen bei der Beschaffung und Mobilisierung entlassen worden.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.