Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:09 Selenskyj: Russland demonstrativ respektlos gegenüber Trump +++
Ein schwerer russischer Luftangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur zeigt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Moskau die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Energie-Waffenruhe missachtet. Es habe sich in der Nacht zum Mittwoch um einen gezielten Angriff mit ballistischen Raketen auf genau die Anlagen gehandelt, die von der Vereinbarung abgedeckt seien, erklärt Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X. Der Schlag sei in seinem Ausmaß völlig absichtlich und demonstrativ gewesen. "Russland hat den Vereinigten Staaten gegenüber noch nie eine derart ostentative Respektlosigkeit gezeigt", so der ukrainische Präsident. Die Regierung in Moskau halte die Aussagen des US-Präsidenten nicht für stark.
+++ 08:39 Fast 500 Drohnen im nächtlichen Anflug auf Moskau - Flughäfen stellen Betrieb ein +++
In der Nacht sind fast 500 Drohnen auf Moskau zugeflogen und haben den Betrieb an vier Flughäfen lahmgelegt. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin seien 180 der Drohnen bei ihrer Annäherung an die Stadt zerstört worden. Die Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski stellten zwischenzeitlich den Betrieb aufgrund der Drohnenbedrohung ein. Wnukowo blieb mehr als acht Stunden lang geschlossen.
+++ 07:51 Sucht Kadyrow einen Exit-Plan in Aserbaidschan? +++
Der euphorische Empfang des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew wirft Fragen über den Hintergrund der Reise auf. Der aserbaidschanische Politikexperte Tofik Aliyev äußert im Podcast "Osmanqizi Alternativa" die Vermutung, dass hinter dem Besuch tiefgreifendere politische und wirtschaftliche Beweggründe steckten. Er deutet an, dass Kadyrow Aserbaidschan als möglichen Zufluchtsort für seine Familie, sein Vermögen und seine loyalen Sicherheitskräfte in Betracht ziehe, falls es in Russland zu einem Machtwechsel kommen sollte. Kadyrow fürchte sich vor möglichen Repressionen durch den russischen Inlandsgeheimdienst FSB, aufgrund seiner Sonderrolle unter Putin. Vor wenigen Wochen hatte der russische Präsident den tschetschenischen Führer zum Armeegeneral befördert. "Wenn sich die Regierung in Russland ändert und neue Kräfte an die Macht kommen, die keine Verpflichtungen gegenüber Ramsan Kadyrow haben, wie es bei Putin der Fall ist, könnte eine ganz andere Gruppe in Tschetschenien die Kontrolle übernehmen", sagt Alijew. "Niemand kann garantieren, dass keine Repressionen gegen den Kadyrow-Clan und seine zahlreichen Familienmitglieder beginnen werden", fügt er hinzu. Ein Anzeichen, dass Kadyrow Aserbaidschan als Zufluchtsort in Betracht ziehe, seien Immobilienkäufe in Baku durch tschetschenische Geschäftsleute. Dem Analysten zufolge wurde eine große Anzahl von Wohnungen in teuren Wohnanlagen in der Hauptstadt, die zuvor Schwierigkeiten hatten, Käufer zu finden, unerwartet von Tschetschenen erworben. Er warnte davor, dass eine groß angelegte Umsiedlung von Kadyrows Sicherheitspersonal und deren Familien erhebliche sicherheitspolitische Herausforderungen für Aserbaidschan mit sich bringen könnte.
+++ 06:26 Gouverneur: Infrastruktur im russischen Balakowo funktioniert wie gewohnt +++
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff funktionieren alle Infrastruktureinrichtungen in Balakowo dem Gouverneur der russischen Oblast Saratow zufolge wie gewohnt. Das teilt Roman Busargin auf Telegram mit. In Balakovo befinden sich unter anderem ein Rechenzentrum der führenden russischen Bank Sberbank, ein Kernkraftwerk und ein Wasserkraftwerk, dessen Staudamm die Wolga überspannt.
+++ 06:26 Russland nimmt japanischen Journalisten wegen Spionage fest +++
Der japanische Journalist Yuki Imai ist laut russischen Gerichtsakten wegen Spionage festgenommen worden. Der russische Sicherheitsdienst (FSB) teilt mit, dass ein japanischer Staatsbürger, der für die Zeitung "Hokkaido Shimbun" tätig ist, im Fernen Osten des Landes in der Nähe der zwischen Russland und Japan umstrittenen Kurilen-Inseln gefasst und anschließend nach Moskau gebracht wurde. Die japanische Zeitung verfügt über ein spezielles Team, das über die japanisch-russischen Beziehungen, die Territorialstreitigkeiten zwischen den beiden Ländern und den Krieg Russlands gegen die Ukraine berichtet. Imai soll unter den Bewohnern der umstrittenen, von Moskau kontrollierten Inseln Daten über die Zahl der mobilisierten Soldaten und Freiwilligen im russischen Krieg gegen die Ukraine für den japanischen Geheimdienst gesammelt haben.
+++ 05:35 Ukrainischer Botschafter: Pläne von AfD und BSW "helfen dem Mörder" +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makeiev, reagiert mit Unverständnis auf das Vorhaben von AfD und BSW im Landtag von Sachsen-Anhalt, per Parlamentsbeschuss den Stopp der Ukraine-Hilfen auf den Weg zu bringen. Der gemeinsame Antrag der beiden Fraktionen, der am Mittwoch beraten werden soll, sei "der Gipfel der Absurdität", sagt Makeiev den Funke-Medien. "Sie nehmen demjenigen die Waffen weg, der sich verteidigt – und helfen damit dem Mörder", warnt der Botschafter. AfD und BSW wollen in einer Sondersitzung des Magdeburger Landtags gemeinsam die Initiative zum sofortigen Stopp der deutschen Ukraine-Hilfen anstoßen. Demnach soll sich die Landesregierung Sachsen-Anhalts im Bundesrat mit allen Mitteln für einen Kurswechsel der deutschen Ukraine-Politik einsetzen: Alle Waffenlieferungen an die Ukraine sollen ausgesetzt werden, ebenso soll die Ukraine ab sofort keine Finanzmittel mehr erhalten, die über humanitäre Hilfe hinausgehen. Außerdem sollen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufgehoben werden.
+++ 05:05 Russland: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Oblast Saratow ist nach russischen Angaben ein Mensch getötet worden. In der Stadt Balakowo an der Wolga seien außerdem Häuser beschädigt worden, teilte Gouverneur Roman Busargin auf Telegram mit, ohne weitere Details zu nennen. In Balakowo gibt es ein Kernkraftwerk und ein Wasserkraftwerk, dessen Staudamm die Wolga überspannt.
+++ 03:39 US-Senatoren fordern Ausstieg aus Trumps Diesel-Deal mit Russland +++
In den USA verlangen mehrere Senatoren der Republikaner und der Demokraten von US-Präsident Donald Trump, aus seinem Diesel-Deal mit Russland auszusteigen. Die zwölf Parlamentarier, darunter sechs Republikaner, fordern Trump auf, die Vereinbarung mit Kreml-Chef Wladimir Putin rückgängig zu machen, und sprechen von "Verrat" an der Ukraine. "Moskau die Möglichkeit zu geben, russischen Diesel frei auf dem Weltmarkt zu verkaufen, schadet den Sicherheitsinteressen der USA und ist ein Verrat an den Menschen in der Ukraine, die sich weiterhin gegen Putins mörderischen, völkerrechtswidrigen Krieg verteidigen", heißt es in einem Brief, der von dem Demokraten Richard Blumenthal initiiert wurde. "Dieses Abkommen ist ein Geschenk für unseren Gegner und ein Verrat an unseren Verbündeten; es sollte zurückgenommen werden."
+++ 01:54 Mindestens zwei Tote bei russischem Raketenangriff auf Kiew +++
Bei dem russischen Luftangriff auf Kiew am Abend sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Raketen hatten unter anderem ein Wohnhaus mit neun Stockwerken getroffen. Inzwischen wurden laut Bürgermeister Vitali Klitschko zwei Leichen geborgen. Außerdem gebe es 21 Verletzte, darunter auch ein Kind. Vier Verletzte befinden sich laut Klitschko in einem kritischen Zustand.
+++ 00:13 Selenskyj reist heute nach London +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird heute Großbritannien erwartet. Premierminister Andy Burnham werde Selenskyj am Regierungssitz in der Londoner Downing Street empfangen, um die "felsenfeste Unterstützung" Großbritanniens für die Ukraine zu bekräftigen, teilt die britische Regierung in der Nacht mit. Konkret soll es unter anderem um die beschleunigte Lieferung wichtiger Luftabwehrraketen gehen. Dies sei Teil "dringender Unterstützung in den kommenden Wochen". Großbritannien werde die Unterstützung für die Ukraine noch weiter verstärken, heißt es in der Mitteilung der Regierung weiter. Burnham habe die zuständigen Kabinettsmitglieder bereits gebeten, "weitere Sanktions-, Militärhilfe- und Finanzpakete auszuarbeiten, um in den kommenden Wochen dringende Unterstützung zu leisten, und die Lieferung wichtiger Luftabwehrraketen zu beschleunigen".
+++ 22:46 "Wieder keine Vorwarnung" - Selenskyj kritisiert erneut USA nach russischem Angriff auf Kiew +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert nach einem erneuten russischen Angriff auf Kiew mit ballistischen Raketen, von den USA nicht informiert worden zu sein. "Wieder einmal gab es keine Vorwarnungen unserer Partner. Das Hauptziel ist die Energieinfrastruktur", schreibt Selenskyj in einem Post zusammen mit einem Foto vom Einschlagsort in den sozialen Medien. Das Ziel des Angriffs sei ein Heizkraftwerk gewesen - eines der wichtigsten für die Wärmeversorgung der ukrainischen Hauptstadt. "Leider gab es Treffer. Auch ein Wohngebäude wurde beschädigt; derzeit löschen Einsatzkräfte dort einen Brand. Unsere Systeme hatten die Raketen bereits auf ihrem Weg nach Kiew erfasst", so der ukrainische Staatschef. "Nach Erkenntnissen unserer Geheimdienste bereiten die Russen weitere Starts ballistischer Raketen vor. Die Fakten zeigen, dass die Russen es nicht für nötig halten, sich an die Aussagen des US-Präsidenten zu halten." Es sei "absolut ungerecht", so Selenskyj weiter, dass die Energieinfrastruktur zerstört werde, "ohne dass die Ukraine auch nur eine Warnung vor den Starts ballistischer Raketen erhält". Es sei wichtig, "dass Amerika tatsächlich sieht, was geschieht und wer dafür verantwortlich ist, dass der Krieg andauert".
+++ 22:16 US-Journalist Gershkovich fordert vom Westen mehr Einsatz für politische Gefangene +++
Der bei einem Gefangenenaustausch aus russischer Haft entlassene US-Journalist Evan Gershkovich ruft die westlichen Staaten zu einem stärkeren Einsatz für Opfer von Justizwillkür auf. Eine Amnestie, die Freilassung von politischen Gefangenen und ukrainischen Zivilisten in Russland müsse Teil einer Friedenslösung in Moskaus Angriffskrieg sein, sagte der 34 Jahre alte Journalist der US-Zeitung "Wall Street Journal" im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er hoffe, dass die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner bei den Verhandlungen mit Russland auch das Thema der politischen Gefangenen und inhaftierten ukrainischen Zivilisten zur Sprache bringen, sagte er. "Zu Sowjetzeiten war der Westen aggressiver und hat beständiger die Freiheit politischer Gefangener gefordert", sagte er. Gershkovich selbst kam 2024 gemeinsam mit anderen Gefangenen frei, darunter prominente Kremlgegner. Im Gegenzug ließ die Bundesregierung auch den als "Tiergarten-Mörder" bekannten russischen Agenten Wadim Krassikow frei.
+++ 21:44 Selenskyj: Haben den USA Vorschläge für weitere Treffen zur Beendigung des Krieges gemacht +++
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj steht sein Land "in ständigem Austausch mit der amerikanischen Seite". Das sagte der ukrainische Staatschef in seiner abendlichen Ansprache. Die Ukraine habe den USA Vorschläge für weitere Treffen im Rahmen der Verhandlungen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges übermittelt und sei zu einem Treffen in den kommenden Tagen bereit. "Unsere Teams stehen im Gespräch. Und wir müssen auf den Frieden hinarbeiten. Wir müssen die richtigen Wege für unser Handeln finden. Die Ukraine ist zu Treffen bereit", so Selenskyj. "Die Ukraine hat den Vorschlag des amerikanischen Präsidenten für einen 'Energie-Waffenstillstand' unterstützt. Auch Russland muss Teil dieser Vereinbarung sein."
+++ 21:13 Trump: Putin und Selenskyj wollen beide Kriegsende, aber "sie wissen nur nicht wie" +++
Donald Trump glaubt, dass der russische Machthaber Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Krieg beenden wollten, aber nicht wüssten, wie sie dies erreichen könnten. Das sagte der US-Präsident im Gespräch mit Journalisten, wie "Ukrainska Pravda" meldet. Trump wurde demnach gefragt, worauf sich seine Überzeugung stütze, dass "Putin den Krieg stärker beenden will als Selenskyj". Der US-Amerikaner antwortete: "Allein durch das Aushandeln von Deals. Deals abzuschließen ist das, was ich mein ganzes Leben lang getan habe. Ich glaube, Putin will es wahrscheinlich … Ich glaube, beide wollen, dass es endet." Es herrsche "viel Hass zwischen den beiden", so Trump. "Beide wollen ein Ende. Sie wissen nur nicht, wie sie dahin gelangen sollen. Wir werden sie dahin bringen."
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