Politik

Amnesty zeichnet Aktivisten aus 119 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet

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Die Suche nach einem weiteren Boot geht noch weiter.

(Foto: dpa)

Vor der südspanischen Küste rettet das Rote Kreuz zwei Flüchtlingsboote, die auf dem Mittelmeer unterwegs sind. Offenbar sind sie aus Marokko in Richtung Spanien gefahren. Ein drittes Boot wird noch vermisst.

Vor der südspanischen Küste sind 119 Migranten auf zwei Booten entdeckt und in den Hafen von Málaga in Sicherheit gebracht worden. Dort wurden sie von einem Team des Roten Kreuzes in Empfang genommen, wie die Hilfsorganisation auf Twitter mitteilte.

Nach einem dritten Boot mit wahrscheinlich 67 Menschen an Bord, das mit den anderen beiden in Marokko in See gestochen sein soll, werde noch gesucht, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Behörden. Die spanische Seenotrettung war unter anderem mit einem Flugzeug im Einsatz.

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Unter den am Montagabend im Meer von Alborán geretteten Migranten seien 26 Frauen und fünf Minderjährige, hieß es. Alle stammen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Ihr Zustand sei gut. Zahlreiche Menschen versuchen von Marokko aus über das westliche Mittelmeer die spanische Küste zu erreichen.

Immer wieder greifen europäische Hilfsorganisationen Flüchtlingsboote auf - und retten damit viele Menschen, die nach Europa flüchten. Nach Schätzungen des Bundesamtes für Statistik sind allein im vergangenen Jahr etwa 1300 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Im Jahr 2016 war diese Zahl mit mehr als 5100 geschätzten Opfern besonders hoch. Damals gab es eine Flüchtlingswelle sowohl über das Mittelmeer als auch über die Balkanroute.

Seenotretter-Gruppe von Amnesty geehrt

Die deutsche Sektion von Amnesty International zeichnete unterdessen die Seenotretter-Gruppe "Iuventa10" mit ihrem Menschenrechtspreis aus. Das gab die Menschenrechtsorganisation in Berlin bekannt. Gegen zehn Iuventa-Aktivistinnen und Aktivisten aus Deutschland, Großbritannien, Spanien und Portugal laufen in Italien strafrechtliche Ermittlungen, "obwohl sie nur Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet haben", hieß es zur Begründung.

Die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet war zwischen Juli 2016 und August 2017 mit dem Rettungsschiff "Iuventa" auf dem Mittelmeer unterwegs. Nach Amnesty-Angaben retteten rund 200 Helfer in diesem Zeitraum mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken.

Gegen zehn der Seenotretter ermittelt die italienische Justiz wegen mutmaßlicher "Beihilfe zur illegalen Einreise". Amnesty bezeichnete die Indizienlage als "mehr als wackelig". Der Fall der "Iuventa10" stehe stellvertretend für alle Helfer, "die kriminalisiert werden, weil sie Menschen auf der Flucht in Notlagen nicht im Stich gelassen haben", kritisierte die Menschenrechtsorganisation.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Die Verleihung des Menschenrechtspreises 2020 findet am 22. April im Berliner Maxim-Gorki-Theater statt.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa/AFP