Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 13:47 Ukraine sichert sich europäische Unterstützung für Gaskäufe +++
Angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung sichert sich die Ukraine finanzielle Unterstützung aus Europa für Gaskäufe. Über Instrumente der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) sollen 85 Millionen Euro für die Beschaffung zusätzlicher Gasmengen bereitgestellt werden, teilt Energieminister Denys Schmyhal auf der Online-Plattform X mit. Die Arbeiten zur Sicherung der entsprechenden Finanzhilfe von einem europäischen Land seien fast abgeschlossen, fügt er hinzu.
+++ 13:15 Ex-Botschafter der USA: Keine Anzeichen für Einlenken Russlands +++
Der ehemalige US-Botschafter in der Ukraine, John Herbst, schätzt die derzeitigen Friedensbemühungen ernüchtert ein. "Es gibt buchstäblich keine öffentlichen Anzeichen für die Kompromissbereitschaft Russlands", sagt Herbst der "Kyiv Post". Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj "jedem einzelnen Vorschlag Trumps, der seit März auf den Tisch gekommen ist, zugestimmt hat", habe Russland "keinem dieser Vorschläge zugestimmt". Für Herbst war das Treffen in Abu Dhabi weniger ein Durchbruch als vielmehr ein Manöver des Kremls. "Ich interpretiere ihre Bereitschaft zu diesen Gesprächen als eine taktische Entscheidung Putins, um Trump nicht zu verärgern", sagt er, nachdem Moskau monatelang bilaterale oder trilaterale Formate rundweg abgelehnt hatte. Putins Ziel, so Herbst, sei nicht Frieden – sondern der Schein. Seine Diagnose ist unverblümt: Putin glaubt immer noch, dass er gewinnen kann. "Er will die politische Kontrolle über die Ukraine."
+++ 12:46 Einfuhrstopp für russisches Gas: Nun will auch die Slowakei klagen +++
Nach Ungarn will auch die Slowakei einem Medienbericht zufolge den von der EU beschlossenen Einfuhrstopp für russisches Gas gerichtlich anfechten. Man wolle dagegen vorgehen, dass der Beschluss mit qualifizierter Mehrheit angenommen worden sei, kündigte Ministerpräsident Robert Fico laut dem Nachrichten-Portal Dennik N an. Auch Ungarn hatte zuvor erklärt, vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen das Verbot klagen zu wollen. Beide Länder, die auf ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verweisen und trotz des Ukraine-Kriegs engere Beziehungen zu Moskau pflegen, hatten am Montag gegen den Importstopp gestimmt. Die EU will die Gasgeschäfte mit ihrem früheren Hauptlieferanten beenden und Russland eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine entziehen. Das Gesetz sieht vor, den Import von russischem Flüssigerdgas (LNG) bis Ende 2026 und den Bezug von Pipeline-Gas bis Ende 2027 einzustellen.
+++ 12:14 Russischer Sondergesandter: Aufgabe des Donbass ist "Weg zum Frieden" +++
Der Sondergesandte von Kremlchef Wladimir Putin bezeichnet einen Abzug der ukrainischen Truppen aus der Donbass-Region als Möglichkeit für ein Kriegsende. "Ein Rückzug aus dem Donbass ist der Weg zum Frieden für die Ukraine", schreibt Kirill Dmitrijew, auf X. Russland kontrolliert rund 90 Prozent der ostukrainischen Donbass-Region. Ein Hauptstreitpunkt der Verhandlungen über ein Kriegsende ist Putins Forderung, dass die Ukraine auch die Regionen abtritt, die sie noch kontorolliert. Putin hat wiederholt gedroht, Russland werde ansonsten den Rest mit Gewalt einnehmen. Allerdings kämpft Russland seit 2014 im Donbass, ohne dass ihm die Eroberung des gesamten Territoriums gelang. Auch ist es fraglich, ob sich Russland mit dem Donbass zufrieden geben würde. Im Gegensatz zu den offiziellen Verlautbarungen Dmitrijews fordern etliche russische Politiker deutlich mehr ukrainisches Gebiet, wie das Institute for the Study of War kürzlich herausarbeitete. Kreml-Vertreter, darunter Putin, haben zudem andere Forderungen Russlands bekräftigt, die nichts mit dem ukrainischen Territorium zu tun haben: Die NATO muss demnach ihre Erweiterung stoppen sich auf ihre Grenzen von 1997 zurückziehen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow fordert auch gerne die Absetzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj und ruft zur sogenannten "Entnazifizierung" und "Entmilitarisierung" der Ukraine auf.
+++ 11:40 Gudkow: Russen wissen, dass Putin den Krieg "bis zur völligen Erschöpfung" fortsetzt +++
Die russische Propaganda zeigt Wirkung. Wie der renommierte Moskauer Soziologe Lew Gudkow erklärt, unterstützt eine große Mehrheit der Russen noch immer den Krieg. Dabei sei ihnen klar, "dass Putin diesen Krieg bis zur völligen Erschöpfung fortsetzen wird - ungeachtet aller Opfer und der gnadenlosen Zerstörung", sagt der Forscher im "Spiegel". "Gleichzeitig aber nehmen wir eine große Kriegsmüdigkeit, Unsicherheit und diffusen Unmut in der Bevölkerung wahr." Kaum einer in Russland glaube an die Schuld der Ukraine, lediglich 16 bis 17 Prozent. "Etwa 70 Prozent nennen die Nato, 80 Prozent die USA als Schuldige. Dagegen machen nur sechs bis acht Prozent der Befragten ihr eigenes Land Russland verantwortlich. Die Russen schieben damit die Verantwortung für den Krieg vollständig von sich." Zwar würde die Mehrheit der Menschen es gutheißen, wenn Putin die Kämpfe einstelle. Allerdings würden 60 Prozent den Abzug der russischen Streitkräfte aus den besetzten ukrainischen Gebieten verurteilen. Gudkow erforscht seit Jahrzehnten seine Landsleute, inzwischen wird er in Russland als sogenannter ausländischer Agent diffamiert.
+++ 11:07 Zwei Tote, viele Verletzte und Stromausfälle - Russland hört nicht auf +++
Bei neuen russischen Luftangriffen auf die Ukraine werden zwei Menschen getötet und mindestens 26 verletzt. In Slowjansk in der östlichen Region Donezk wird ein Ehepaar mit einer Gleitbombe getötet, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilt. Der 20 Jahre alte Sohn des Paares habe die Attacke verletzt überlebt. Slowjansk liegt etwa 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt und wird regelmäßig von russischen Streitkräften angegriffen. Allein in der südlichen Hafenstadt Odessa werden Behörden zufolge 23 Menschen verletzt, darunter zwei Kinder und eine schwangere Frau. In der nordöstlichen Großstadt Charkiw fällt durch die nächtlichen Angriffe bei eisigen Temperaturen großflächig der Strom aus. Hier werden zwei Menschen verletzt. Auch in der südlichen Region Mykolajiw und Lwiw im Westen nimmt Russland demnach Energieinfrastruktur ins Visier. Dabei wird in Mykolajiw ein Mensch verletzt. Die russische Armee habe insgesamt 165 Drohnen eingesetzt, teilt das ukrainische Militär mit. Davon seien 135 von der Luftabwehr abgefangen worden.
+++ 10:39 Russisches Verteidigungsministerium: Armeechef Gerassimow an der Front +++
Der russische Armeechef Waleri Gerassimow hat nach russischen Angaben im Osten der Ukraine kämpfende Soldaten besucht. Gerassimow habe "den Fortschritt der Kampfeinsätze der militärischen Formationen und Einheiten der Streitkräftegruppe Sapad (West) im Spezialoperationsgebiet" geprüft, teilt das russische Verteidigungsministerium bei Telegram mit. Einzelheiten zum Ort und Zeitpunkt des Besuchs werden nicht mitgeteilt. Die in der Ukraine kämpfenden russischen Soldaten "setzen ihre Offensive an allen Fronten fort", sagt Gerassimow laut einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video.
+++ 10:10 Erdgasausstieg hat "hohe Symbolkraft und wenig Wirkung" +++
Gegen den Widerstand von Ungarn und der Slowakei beschließt die EU den schrittweisen Ausstieg aus russischem Gas. ntv-Korrespondent Rainer Munz unterstreicht jedoch, dass Russland sich mindestens ein weiteres Jahr über volle Kassen freuen kann.
+++ 09:36 Video zeigt drei Russen, die sich einer Drohne ergeben +++
Drohnen verändern den Krieg rasant. Nun könnten sie dazu dienen, bei der Gefangennahme von Soldaten zu helfen. Ein gestern auf X gepostetes Video zeigt offenbar drei russische Soldaten, die sich einer Boden-Kampfdrohne ergeben. Die Soldaten sollen sich in der Region Lymansk aufgehalten haben. Schon vor ein paar Tagen gab es das Gerücht, dass eine Bodendrohne russische Soldaten gefangen genommen nahm.
+++ 09:05 Leben für Russen wird deutlich teurer +++
Die russische Regierung wälzt die Last des kostspieligen Kriegs gegen die Ukraine noch stärker auf die Bevölkerung ab. Dies schreibt das Institute for the Study of War und beruft sich auf Berichte unabhängiger russischer Medien. Demnach sind die Preise für fast alle lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen in ganz Russland im Laufe des Jahres 2025 wegen der Militärausgaben und Sanktionen gestiegen. Verbrauchssteuern und Logistikkosten trieben die Preise für Kraftstoffe, Energie, Alkohol und Zigaretten in Russland in die Höhe, wobei die Benzinpreise doppelt so schnell gestiegen seien wie die offizielle Inflationsrate. Die Preise für gängige Haushaltsartikel sollen im Laufe des Jahres 2025 um 10 bis 25 Prozent hochgeschnellt sein. Hinzu kommt seit dem 1. Januar eine Mehrwertsteuererhöhung von 20 auf 22 Prozent. Russlands innenpolitische Wirtschaftsprobleme wirken sich laut dem ISW auch überproportional stark auf die besetzte Ukraine aus. Anfang 2026 etwa wurden auf der besetzten Krim Inflationsraten von 106,9 Prozent gemeldet.
+++ 08:36 Menschen von Trümmern begraben: Viele Verletzte in Odessa +++
Bei einem russischen Drohnenangriff werden in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete auf Telegram von mindestens 22 Verletzten. Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. Nachts habe es mehrere Brände gegeben, teilt Lyssak mit. Rettungskräfte bergen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen sind.
+++ 08:08 Russland attackiert auch Infrastruktur in der westlichen Ukraine +++
In der westukrainischen Region Lwiw wird nach Angaben der örtlichen Behörden eine Infrastrukturanlage von Russland angegriffen. Nach vorläufigen Informationen gebe es keine Verletzten, erklärt Gouverneur Maksym Kosyzkyj bei Telegram. Einsatzkräfte seien vor Ort. Um welche Art von Einrichtung es sich handelt, teilt der Gouverneur nicht mit.
+++ 07:34 Bericht über US-Druck: Garantien für die Ukraine wohl nur bei Gebietsverzicht +++
Die USA knüpfen Sicherheitsgarantien für die Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge offenbar an einen Gebietsverzicht. Die US-Regierung habe dies der Ukraine entsprechend signalisiert, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf acht mit den Gesprächen vertraute Personen. Demnach würde ein Friedensabkommen wahrscheinlich die Abtretung der Donbass-Region an Russland erfordern. Washington habe zudem in Aussicht gestellt, der Ukraine mehr Waffen zu liefern, falls sich Kiew aus den noch kontrollierten Teilen der Ostukraine zurückziehe.
+++ 07:09 Lukoil will Hilfen von Moskau +++
Russlands größtes privates Ölunternehmen Lukoil, bittet Moskau um eine Finanzspritze, wie die russische Zeitung "Iswestija" berichtet. Das angeschlagene Ölunternehmen strebt demnach staatliche Hilfen an, da es unter den Sanktionen, die der Westen wegen des Krieges gegen die Ukraine verhängt hat, leidet. Die internationalen Preise und der Wechselkurs des Rubels gegenüber dem Dollar haben zu einem Gewinneinbruch bei Lukoil und anderen russischen Energieversorgern geführt. Ein 2018 in der russischen Duma eingebrachter Gesetzentwurf sieht laut "Iswestija" vor, die heimischen Produzenten aus der Staatskasse zu entschädigen, wenn die heimischen Kraftstoffpreise unter dem weltweiten Niveau blieben. Die weltweiten Rohölpreise brachen 2025 ein.
+++ 06:31 Russland hat Probleme mit seinen Veteranen +++
Laut dem Leiter der russischen Präsidialverwaltung für öffentliche Projekte, Sergei Nowikow, sind offenbar 250.000 aus Kampfeinsätzen zurückkehrende russische Soldaten arbeitslos: "Wir haben eine ziemlich große Grauzone – Zehntausende Menschen, die keine Arbeit gefunden haben. Sie sind zurückgekehrt, arbeiten nicht, geben entweder das erhaltene Geld aus oder bestreiten ihren Lebensunterhalt auf andere Weise. Insgesamt haben 250.000 Menschen nirgendwo eine Anstellung gefunden. Wir müssen uns natürlich damit auseinandersetzen", zitiert Radio Svoboda Nowikow. Die Aussage von Ende letzten Jahres wurde später offenbar revidiert, die Zahl durch die Formulierung "Zehntausende" revidiert. Das Problem ist umso gravierender, da es in Russland durch den Krieg einen Mangel an Arbeitskräften gibt. Immer wieder gibt es auch Berichte über die hohe Gewaltbereitschaft russischer Kriegsheimkehrer. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kriegsveteranen wegen Mordes und schwerer Körperverletzung verurteilt würden, sei doppelt so hoch wie bei Männern aus einer vergleichbaren sozialen Gruppe ohne militärische Erfahrung, heißt es in dem Bericht weiter.
+++ 05:53 Barrot widerspricht Rutte: Europäer können selbst für ihre Sicherheit sorgen +++
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sieht Europa fähig, sich selbst zu verteidigen. "Die Europäer können und müssen ihre Sicherheit selbst in die Hand nehmen", erklärt der französische Außenminister Jean-Noël Barrot bei X. Dem stimme sogar Washington zu. "Das ist die europäische Säule der Nato." Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte zuvor ausgeschlossen, dass Europa sich in absehbarer Zeit ohne Hilfe der USA verteidigen kann. "Träumen Sie weiter", so Rutte am Montag vor EU-Parlamentariern in Brüssel. "Wir können es nicht." In einem solchen Szenario würde Europa den US-Atomschirm verlieren, argumentiert der Nato-Generalsekretär und fügt mit ironischem Unterton hinzu: "Viel Glück".
+++ 05:24 SPD-Wehrexperte: Bundeswehr steht vor der Beschaffung von Kampfdrohnen +++
Nach jahrelanger Diskussion steht die Bundeswehr vor der Anschaffung von bewaffneten Drohnen. Der Bundestags-Haushaltsausschuss solle noch im Februar über den Erwerb entscheiden, sagt der Verteidigungsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Andreas Schwarz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir gehen davon aus, dass im Februar zwei Beschlussvorlagen zur Anschaffung von Kampfdrohnen bei uns eingehen werden", so Schwarz. "Sie wurden bereits vom Verteidigungsministerium an das Bundesfinanzministerium weitergeleitet." Nach RND-Informationen werden das Berliner Rüstungs-Startup "Stark Defence" und das Münchner Drohnen- und KI-Unternehmen Helsing jeweils einen Auftrag von 300 Millionen Euro erhalten, während das größte deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall vorerst leer ausgeht.
+++ 03:52 Drohnenangriff auf Odessa +++
Die russische Armee hat in der Nacht Odessa und die umliegende Region vom Schwarzen Meer aus mit Drohnen angegriffen. Es gebe Schäden an Infrastruktureinrichtungen und an Wohngebäuden, berichtet Gouverneur Serhiy Lysak. Nach ersten Informationen sei zudem eine Frau verletzt worden. Sie werde mit Schrapnellwunden im Krankenhaus behandelt.
+++ 02:15 Luftangriffe: 80 Prozent von Charkiw ohne Strom +++
Nach russischen Luftangriffen auf Charkiw gibt es massive Probleme mit der Energieversorgung. Etwa 80 Prozent der Stadt und der Region seien ohne Strom, meldet der Gouverneur des Gebiets Oleh Synjehubow auf Telegram. Russland habe sowohl mit Drohnen als auch mit Raketen angegriffen. Neben Schäden an einer Energieversorgungsanlage seien auch zwei Schulen getroffen worden. Man arbeite daran, die Stromversorgung so schnell wie möglich wieder herzustellen.
+++ 22:32 Nur mit russischem Pass: Moskau erschwert ukrainischen Kindern Ausreise aus besetzten Gebieten +++
Ein neues russisches Gesetz verpflichtet ukrainische Kinder in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine, für Auslandsreisen einen russischen Reisepass zu beantragen. Wie die ukrainische Zeitung "Kyiv Independent" meldet, befürchten Experten, dass den Kindern so die Flucht aus der Besatzung erschwert wird. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass ist Kindern unter 14 Jahren seit dem 20. Januar die Ausreise ohne russischen Reisepass untersagt.
+++ 21:52 Selenskyj fordert besseren Schutz Kiews durch Flugabwehr +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert angesichts der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe die Flugabwehr zu einem besseren Schutz der Anlagen auf. "Die Führung der Luftstreitkräfte muss beim Schutz deutlich schneller reagieren", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er habe dies bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und den Kommandeur der Luftstreitkräfte erklärt. Im ganzen Land gibt es massive Strom- und Heizungsausfälle. Die Lage sei nicht nur in der Hauptstadt Kiew schwierig, sondern unter anderem auch in den Regionen Charkiw, Saporischschja, Dnipropetrowsk, Tschernihiw und Sumy.
+++ 21:13 Pistorius nennt russische Angriffe während Verhandlungen "besonders zynisch" +++
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius verurteilt die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine als "besonders zynisch". Während bei den Verhandlungen in Abu Dhabi über eine mögliche Waffenruhe gesprochen werde, bombardiere Russland "mit unerbittlicher Härte und Brutalität in einem bitterkalten Winter" die zivile Energieinfrastruktur, um "völkerrechtswidrigen Terror gegen die ukrainische Bevölkerung auszuüben", sagte Pistorius.
+++ 20:47 Russische Streitkräfte greifen Charkiw mit Raketen an +++
Russische Streitkräfte haben Charkiw mit Raketen angegriffen und die Stadt mit Drohnen attackiert, wie Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow via Telegram mitteilt. "Charkiw wurde mit Raketen angegriffen. Wir klären die Folgen", so der Bürgermeister. Laut Terechow soll es Opfer geben. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Charkiw, Oleh Syniehubow, erklärt bei Telegram, dass nach ersten Informationen eine Person durch den feindlichen Angriff in Charkiw verletzt wurde. Zudem schreibt Terechow, dass es Informationen über Schäden an Wohnhäusern und einer Schule im Industriebezirk gebe.
+++ 20:34 Wadephul: Keine Denkverbote bei nuklearem Schutzschirm +++
Außenminister Johann Wadephul sieht Europa in der Debatte über einen eigenen nuklearen Schutzschirm etwa mit Hilfe der Atommacht Frankreich noch auf lange Zeit von den USA abhängig. Die Bundesregierung sei offen für entsprechende Diskussionen mit Frankreich, betont der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner schwedischen Kollegin Maria Stenergard in der Hauptstadt Stockholm auf eine Journalistenfrage. Es dürfe hier "keine Verbotszone errichtet" werden. "Aber die konkrete Umsetzung wird noch eine erhebliche Zeit auf sich warten lassen", fügt Wadephul hinzu. "Europa muss beginnen, über solche Fragen nachzudenken", sagt der Bundesaußenminister. Man werde noch eine nicht unerhebliche Zeit auf den US-Nuklearschirm angewiesen sein.
+++ 20:07 Luftabwehr für die Ukraine: Pistorius fordert mehr von Verbündeten +++
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht nur noch wenig Spielraum für Deutschland zur Unterstützung der Ukraine bei der Luftabwehr. Nach einem Treffen mit seinem litauischen Kollegen Robertas Kaunas in Berlin fordert er die Verbündeten auf, ihrerseits mehr zu tun. Deutschland habe bei der Luftverteidigung "überproportional viel getan", sagt Pistorius. So seien mehr als ein Drittel der eigenen "Patriot"-Systeme abgegeben worden. "Mehr geht nicht, weil wir selber warten auf Ersatzlieferungen." Bei den Iris-T-Systemen sei Deutschland der einzige Lieferant und rüste die Ukraine kontinuierlich aus. Dies reiche angesichts der massiv gestiegenen russischen Angriffe jedoch nicht aus. "Deswegen wäre es gut, wenn der eine oder andere noch etwas findet und liefern kann, um die Ukraine zu unterstützen."
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