Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:45 Stopp russischer Öllieferungen: Ungarn und Slowakei bitten Kroatien um Hilfe +++

16.02.2026, 00:01 Uhr

Nach dem Stopp russischer Öllieferungen durch die Ukraine bitten Ungarn und die Slowakei Kroatien um Unterstützung. Außenminister Peter Szijjarto fordert die Regierung in Zagreb auf, den Transport über die Adria-Pipeline zu ermöglichen. Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Susnjar signalisiert Hilfsbereitschaft, solange dies im Einklang mit EU- und US-Vorschriften stehe. Parallel dazu beantragt der ungarische Energiekonzern MOL bei der Regierung in Budapest die Freigabe strategischer Ölreserven. Sollten die Lieferungen aus dem Osten nicht in den kommenden Tagen wieder anlaufen, müssten zunächst rund 250.000 Tonnen Rohöl freigegeben werden, teilt das Unternehmen mit. Die Lieferungen über die Druschba-Pipeline sind seit dem 27. Januar unterbrochen.

+++ 21:05 Reisner erklärt Marschflugkörper: Ukraine-Waffe "Flamingo" muss Rückschlag hinnehmen +++

Seit dem vergangenen Jahr verfügt die Ukraine über eigene Marschflugkörper vom Typ FP-5 "Flamingo", doch bislang bleibt die Waffe hinter den Erwartungen zurück. Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer erklärt im Interview mit ntv, was einer der Gründe dafür ist:

+++ 20:34 Deepstate-Analysten über Myrnohrad: "Geschichte der Verteidigung neigt sich dem Ende zu" +++

Der dem ukrainischen Militär nahestehende Kanal Deepstate berichtet, dass die östlich von Pokrowsk gelegene Stadt Myrnohrad von den russischen Truppen eingenommen wird. "Die Geschichte der Verteidigung neigt sich dem Ende zu", heißt es in einer aktuellen Analyse. Die ukrainische Truppengruppierung Ost schreibt, ukrainische Einheiten würden den nördlichen Teil der Stadt kontrollieren. "Die Verteidigungskräfte führen Such- und Angriffsoperationen durch, um ein weiteres Vorrücken der Invasoren zu verhindern."

+++ 20:02 Tausende Opfer: Deutlich mehr Tote in der Ukraine durch Bombenangriffe +++

Die Zahl der zivilen Opfer durch Bombenangriffe in der Ukraine ist vergangenes Jahr um 26 Prozent gestiegen, berichtet die Beobachtergruppe Action on Armed Violence (AOAV). Sie gibt die Zahl der toten Zivilisten durch Explosionen mit 2248 an, hinzu kommen 12.493 Verletzte. Im Durchschnitt seien bei jedem Angriff 4,8 Zivilisten getötet oder verletzt worden, 33 Prozent mehr als im Jahr 2024.

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Alltag in der Ukraine: Zerstörung durch einen russischen Bombenangriff. (Foto: picture alliance / Anadolu)

+++ 19:23 ISW: Ukrainer befreien 201 Quadratkilometer - Armeechef äußert sich +++

Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrsky äußert sich zu den Kämpfen in der Region Saporischschja, wo die Ukrainer laut Institut für Kriegsstudien 201 Quadratkilometer Staatsgebiet von den Invasoren befreit haben, was durch die Starlink-Probleme auf russischer Seite begrünstigt worden sein soll. "Die Befreiung von Gebieten ist äußerst wichtig, aber wir müssen vor allem das Leben unserer Soldaten schützen und die Kampfkraft der Truppen und Einheiten erhalten", so Syrskyj in sozialen Netzwerken. Die Ukrainer konzentrieren sich wegen der zahlenmäßigen Unterlegenheit in der Regel auf ihre bewegliche Verteidigung, um den Russen größtmögliche Verlust zuzufügen und dabei selbst möglichst wenig Risiko einzugehen - auch wenn dafür Territorium aufgegeben werden muss. Größere Gegenangriffe sind selten. Die Lage in Saporischschja ist laut Syrskyj auch weiterhin schwierig. "Der Feind gibt seine Absichten, unsere Linien zu durchbrechen, nicht auf und führt ständig Angriffe durch, jedoch ohne nennenswerten Erfolg." Laut ISW hat die Ukraine seit Juni 2023 nicht mehr so viel Territorium in so kurzer Zeit befreit.

+++ 18:57 Experte zum Auftritt in München: Jubel für Rubio-Rede "im Nachhinein bisschen peinlich" +++

"Der Riss in der Nato ist tief", sagt der Professor für internationale Beziehungen, Johannes Varwick. Der Experte sieht wenig Spielraum für eine Überbrückung der Differenzen mit den USA. Die Standing Ovations für den US-Außenminister in München lösen im Nachhinein Verwunderung aus.

+++ 18:20 Verändertes Gefechtsfeld: Bundeswehr bekommt Ausbilder aus der Ukraine +++

Die Bundeswehr soll auch Ausbilder aus der Ukraine bekommen. Dazu sei bereits am Freitag ein Abkommen zwischen den Verteidigungsministerien Deutschlands und der Ukraine gezeichnet worden, sagte ein Sprecher des Heeres. "Es ist geplant, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in die Ausbildung im Heer einfließen zu lassen", sagt er weiter. Zu den Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Mit dem Schritt reagiert die Bundeswehr auf die erheblichen Veränderungen auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine. So haben die ukrainischen Soldaten umfangreichere Erfahrungen beim Einsatz und der Bekämpfung von Drohnen, aber auch bei der schnellen Integration moderner Führungstechnologien in der kämpfenden Truppe.

+++ 17:43 Militärbeobachter: Ukraine befreit Siedlungen - russische Truppen mitunter fast 10 Kilometer zurückgedrängt +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben dem Institut für Kriegsstudien (ISW) zufolge mehrere kleine Siedlungen in Richtung Oleksandriwka und Huljajpole in der Region Saporischschja von den russischen Invasoren befreit. Es bezieht sich auf den ukrainischen Militärbeobachter Kostjantyn Maschowez, der in einem Beitrag in sozialen Netzwerken einschätzt, dass es Kiews Truppem gelungen sei, die russischen Vorstöße in einigen engen Frontabschnitten in Richtung Oleksandriwka und Huljajpole deutlich zu verringern und sie mancherorts um 9 bis 9,5 Kilometer zurückzudrängen. Er betont jedoch, dass die Ukrainer keine "Gegenoffensive" durchführen würden, wie es einige russische Militärblogger behauptet haben.

+++ 17:11 Warnung vor Katastrophe: Simulation zeigt Schattenflotte-Gefahr in Ostsee auf +++

Die illegalen Tanker der russischen Schattenflotte werden immer älter - Greenpeace spricht von Schrotttankern. Bei einer Havarie wäre die Ostsee extrem gefährdet, wie eine Simulation zeigt. Deutschland müsse es sofort unterbinden, dass die baufälligen Tanker im Auftrag Russlands weiter auf der Ostsee fahren:

+++ 16:25 Putin schickt einen seiner verrücktesten Gefolgsleute zu Verhandlungen - Ukraine reagiert mit Spitze +++

Bei dem Treffen in Genf zwischen Russland und der Ukraine wird der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Budanov dabei sein. Dieser schreibt auf X, auf dem Weg nach Genf werde er mit seinen Kollegen "gemeinsame die Lehren aus unserer Geschichte diskutieren und nach den richtigen Schlussfolgerungen suchen. Die Interessen der Ukraine müssen gewahrt werden." Das Posting dürfte eine Spitze in Richtung des russischen Verhandlungsführers Wladimir Medinski sein, den die Ukrainer als pseudohistoriker bezeichnen. Bei vergangenen Verhandlungen fiel er mit bizarren und radikalen Positionen sowie Drohungen auf. Er sagte laut ukrainischen Angaben unter anderem, Russland sei bereit, zu kämpfen, wie lange es auch immer dauern möge. Außerdem habe er den Krieg gegen die Ukraine mit dem Großen Nordischen Krieg zwischen Russland und Schweden (1700–1721) unter Peter dem Großen verglichen. Weiterhin soll der russische Delegationsleiter den Verhandlern aus Kiew mit dem Tod von Angehörigen gedroht haben: "Vielleicht werden einige von denen, die hier an diesem Tisch sitzen, noch mehr ihrer Angehörigen verlieren." Mit dem in Russland politisch wenig bedeutungsvollen Medinski werden wahrscheinlich auch dieses Mal keine wirklichen Verhandlungen möglich sein und die russische Seite auf ihren Maximalforderungen beharren.

+++ 15:57 Ukraine berichtet von Treffern auf mehrere russische Ziele +++

Die Ukraine will mehrere russische Ziele getroffen haben. Der Generalstab der Streitkräfte berichtet von einem Angriff in der vergangenen Nacht auf ein Gebiet in der Region Saporischschja, in dem sich feindliche Truppen konzentriert hätten. Zudem seien ein Kommunikationszentrum, eine Konzentration von Soldaten und eine Kommandozentrale in weiteren Regionen getroffen worden. "Die Verluste des Feindes und das Ausmaß der verursachten Schäden werden noch genau ermittelt", so der Generalstab in einer Mitteilung.

+++ 15:23 US-Unterstützung wohl fast vorbei: Ukraine erhält nahezu alle Geheimdienstinfos aus Europa +++

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat gestern bei der Sicherheitskonferenz in München mitgeteilt, dass Europa "praktisch" fast die gesamte nachrichtendienstliche und militärische Unterstützung für die Ukraine bereitstelle. Vergangenen Monat sagte Staatschef Emmanuel Macron, dass Frankreich zwei Drittel der nachrichtendienstlichen Informationen für die Ukraine zur Verfügung stelle. Zu früheren Zeiten kam diese Unterstützung hauptsächlich von den USA.

+++ 14:49 Auto explodiert in Odessa - ukrainischer Geheimdienst geht von Terrorakt aus +++

Die Explosion eines Autos in Odessa am Morgen stuft der ukrainische Inlandsgeheimdienst SSU als Terrorakt ein. Das teilt das regionale Büro des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SSU) bei Telegram mit. "Der SSU hat die Autoexplosion im Kiewer Bezirk von Odessa als Terrorakt eingestuft und bereits ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet", heißt es in der Mitteilung. Demnach ereignete sich die Explosion um 7:49 Uhr Ortszeit in der Nähe eines Wohnhauses. Der Fahrer wurde verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

+++ 14:19 Chinas Ölimporte aus Russland erreichen im Februar neuen Rekordwert +++

Den dritten Monat in Folge steigen Chinas Ölimporte aus Russland im Vergleich zum Vormonat und erreichen damit im Februar voraussichtlich einen neuen Höchststand. Das meldet Reuters unter Berufung auf Händler und nach der Auswertung von Schiffsdaten. Als Grund wird Indiens Zurückhaltung beim Kauf genannt, die massive Rabatte für andere Abnehmer wie China nach sich gezogen haben sollen. Laut einer ersten Einschätzung von Vortexa Analytics werden die russischen Rohöllieferungen nach China im Februar voraussichtlich 2,07 Millionen Barrel pro Tag betragen und damit den Wert vom Januar (1,7 Millionen Barrel pro Tag) übertreffen.

+++ 13:48 Geheimdienst warnt vor russischem Großangriff - Ukraine ergreift zusätzliche Schutzmaßnahmen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Führung der Luftwaffe, des Verteidigungsministeriums und den staatlichen Stromnetzbetreiber Ukrenergo angewiesen, zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Hintergrund ist ein Geheimdienstbericht, der vor einem möglichen neuen Großangriff Russlands warnt. Der ukrainische Staatschef schreibt bei X, er habe verschiedene Stellen angewiesen, "den ganzen Tag über zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzubereiten und dabei die Erkenntnisse über Russlands Vorbereitungen für einen Großangriff zu berücksichtigen".

+++ 13:21 Moskau: Haben 345 ukrainische Drohnen in der Nacht abgeschossen +++

Russland hat in den letzten 24 Stunden nach Angaben des Verteidigungsministeriums 345 ukrainische Drohnen abgeschossen. Zudem habe Russland zwei Ortschaften eingenommen, berichten staatliche Medien unter Berufung auf das Ministerium. Es handele sich um Pokrowka und Minkiwka im Osten der Ukraine.

+++ 12:57 Britischer und deutscher Militärchef fordern in offenem Brief mehr Aufrüstung in Europa +++

In einem offenen Brief fordern der deutsche Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, und der Generalstabschef der britischen Streitkräfte, Richard Knighton, mehr Aufrüstung. Dieser wurde zunächst von der britischen Zeitung "The Guardian" und der "Welt" veröffentlicht. Begründen tun der britische und deutsche Militärchef ihren Aufruf mit täglichen Hinweisen darauf, dass Russland sich militärisch zunehmend nach Westen ausrichte. Somit steige die Gefahr eines Krieges mit einem Nato-Staat, heißt es in dem Schreiben. Breuer und Knighton richten ihren Aufruf nicht nur an Institutionen sowie Soldatinnen und Soldaten. Verteidigung sei "eine Aufgabe für jeden Einzelnen von uns", betonen die beiden höchsten Militärs ihrer Länder in dem Brief.

+++ 12:23 Polens Präsident für eigenes Atomwaffenprogramm +++

Polens Präsident Karol Nawrocki sieht sein Land von Russland bedroht und hat sich deshalb für ein eigenes Atomwaffenprogramm ausgesprochen. "Der Weg zu einem polnischen Atompotenzial - bei allem Respekt für internationale Regelungen - ist der Weg, den wir gehen sollten", sagte der rechtskonservative Staatschef dem Fernsehsender Polsatnews. In Polen ist der Präsident Oberbefehlshaber der Armee. Polen sei ein Land direkt an der Grenze zu einem bewaffneten Konflikt, betonte Nawrocki mit Blick auf den Ukraine-Krieg. "Wir wissen, welche aggressive und imperiale Haltung Russland zu Polen hat." Daher sei er dafür, die Sicherheit seines Landes mit einem Atomwaffenprogramm zu erhöhen.

+++ 11:57 ntv-Reporter Munz: "Mehrwertsteuer-Erhöhung tut in Russland richtig weh" +++

Seit Kriegsbeginn hat sich für viele Russinnen und Russen das Leben teils drastisch verteuert. Laut ntv-Korrespondent Rainer Munz machen vor allem die erhöhte Mehrwertsteuer und die Nebenkosten zahlreichen Menschen zu schaffen.

+++ 11:19 Russland will bei Verhandlungen über Gebietsfragen sprechen +++

Russland kündigt an, bei den anstehenden Gesprächen mit der Ukraine und den USA in Genf auch über Gebietsfragen zu verhandeln. Dies gehöre zu den Hauptthemen, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland beansprucht neben der Halbinsel Krim auch große Teile des Ostens der Ukraine. An den Gesprächen mit der Ukraine und den USA nähmen zudem Putin-Berater Wladimir Medinski, der Chef des Militärgeheimdienstes Igor Kostjukow und der Sondergesandte Kirill Dmitrijew teil.

+++ 10:54 Siedlungen in der Oblast Saporischschja fast 700 Mal innerhalb eines Tages angegriffen +++

In den vergangenen 24 Stunden haben russische Streitkräfte 668 Angriffe auf 32 Siedlungen in der Region Saporischschja durchgeführt. Dies teilt Iwan Fjodorow, Leiter der Militärverwaltung der Region Saporischschja, bei Telegram mit. Demnach wurden sechs Menschen im Bezirk Saporischschja verletzt.

+++ 10:15 Politologe Jäger über Rubio-Rede: "Zwei erschreckende Signale" für Europa +++

Zwischenzeitlich macht sich bei der Münchner Sicherheitskonferenz so etwas wie Optimismus angesichts der Rede von US-Außenminister Marco Rubio breit. Politologe Thomas Jäger sieht darin jedoch einen gefährlichen Trugschluss - ebenso wie in dem europäischen und US-amerikanischen Irrglauben, alleine klarzukommen.

+++ 09:56 Laschet: "Im Falle eines Angriffs wüssten wir uns zu verteidigen" +++

Der CDU-Politiker Armin Laschet geht davon aus, dass sich Europa im Kriegsfall zu verteidigen wisse - und er betont, dass man sich nicht auf die USA verlassen sollte. "Das Vertrauen vor allem in den Präsidenten, ist durch all die Aktionen seit Jahresbeginn von Venezuela über Grönland erschüttert“, so der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im RTL/ntv-Frühstart. "Wir wissen nicht, wie die Verhandlungen mit der Ukraine laufen, welche Rolle er da jetzt wirklich in den nächsten Wochen übernimmt. Und wir wissen eines: Es kann eine Situation auftreten, wo die Amerikaner uns nicht mehr helfen. Und darauf muss sich jetzt Europa vorbereiten. Das ist der Schwerpunkt, den jeder europäische Regierungschef im Moment setzen muss", so der CDU-Politiker weiter, der davon ausgeht, dass sich Europa im Kriegsfalle zu helfen wüsste. "Ich glaube, wenn es jetzt morgen zu einem Angriff käme, wüssten wir uns auch schon zu verteidigen. Wir sollten auch nicht so diskutieren, als wenn wir hier völlig hilflos wären. Nur eine langfristige Strategie muss mehr Europa haben und muss sich auch gedanklich auf weniger USA einrichten."

+++ 09:28 Kiew: Fast 1200 russische Soldaten innerhalb eines Tages "eliminiert" +++

Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 1180 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.254.450 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, sind es seit Kriegsbeginn rund 11.700 Panzer und 135.500 Drohnen, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.

+++ 08:48 Putins marode Schattenflotte: Studie simuliert Folgen von Tankerunglück in der Ostsee +++

Sollte ein Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte auf seinem Kurs von Russland nach Westen in der Ostsee havarieren und Öl verlieren, hätte das schwere Folgen für die Küsten und das Meeresökosystem. Das zeigt eine datenbankgestützte Simulationsstudie, die das Helmholtz-Zentrum Hereon für die Umweltschutzorganisation Greenpeace erstellt hat. Dabei wurden acht verschiedene Unfallorte entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee simuliert. Die Simulationen sind über eine interaktive Karte abrufbar.

+++ 08:07 Zu wenig Freiwillige für Litauen-Brigade: CDU-Politiker Röwekamp will Soldaten notfalls verpflichten +++

Die Bundeswehr findet einem Bericht zufolge nicht genügend Freiwillige für den Einsatz an der Nato-Ostflanke in Litauen. Deshalb will der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss im Bundestag, Thomas Röwekamp von der CDU, Bundeswehr-Soldaten notfalls zu einem Einsatz in Litauen verpflichten. "Die Bundeswehr baut auf Freiwilligkeit, und das bleibt der richtige Grundsatz", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), aber fügte hinzu: "Wenn dieser für einen sicherheitspolitisch unverzichtbaren Auftrag wie die Brigade in Litauen nicht ausreicht, muss der Dienst auch verbindlich angeordnet werden." Röwekamp betonte: "Wer sich für den Soldatenberuf entscheidet, übernimmt Verantwortung für den Schutz von Frieden, Freiheit und unserer Bündnispartner. Diese Verantwortung endet nicht an der Landesgrenze - sie schließt auch den Dienst dort ein, wo Abschreckung Frieden sichert, wie in Litauen." Der "Spiegel" hatte unter Berufung auf ein vertrauliches Papier aus dem Verteidigungsministerium berichtet, dass sich zu wenige Freiwillige für den Dienst an der Nato-Ostflanke gemeldet hätten.

+++ 07:29 Budanov: Ukraine-Delegation auf dem Weg zu nächsten Gesprächen mit USA und Russland in Genf +++

Die ukrainische Delegation hat sich auf den Weg in die Schweiz gemacht, wo die nächste Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, den USA und Russland stattfinden soll. Dies teilt Kyrylo Budanov, Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, via Telegram mit. "Unterwegs nach Genf. Die nächste Gesprächsrunde steht bevor", schreibt er und betont: "Die Interessen der Ukraine müssen gewahrt werden."

+++ 06:51 Inszenierung in Nordkorea: Kim zeigt Wohnungen für Familien von in der Ukraine getöteten Soldaten +++

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Wohnungen für die Familien von in Russlands Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten enthüllt. Mit dem Bau bezwecke Pjöngjang, dass "seine vortrefflichen Söhne, die das Heiligste verteidigt haben, indem sie ihr Wertvollstes opferten, für immer weiterleben", sagte Kim in einer Rede, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtet. Von KCNA veröffentlichte Bilder zeigen Kim in Begleitung seiner Tochter und möglichen Nachfolgerin Kim Ju Ae bei der Eröffnung der Wohnungen entlang der Straße Saeppyol. Auf einem Foto ist Kim zu sehen, wie er auf einem Sofa offenbar mit Angehörigen eines gefallenen Soldaten spricht, seine Tochter steht hinter ihnen. "Vor ihrem Tod werden sich die heldenhaften Märtyrer vor dem inneren Auge ihre geliebten Familien in dem ewig aufblühenden Land ausgemalt haben", sagte Kim in seiner Rede. Das international isolierte Nordkorea hat nach Angaben der Geheimdienste Südkoreas und westlicher Staaten tausende Soldaten entsandt, die im Ukraine-Krieg an der Seite der russischen Armee kämpfen. Seoul schätzt, dass bislang etwa 2000 von ihnen getötet wurden.

KCNA
Ein Pressefoto zeigt Kim Jong Un bei der offiziellen Eröffnung. (Foto: KCNA)

+++ 06:20 Russland: Feuer in Schwarzmeerhafen Taman nach Drohnenangriff gelöscht +++

Ein Feuer im russischen Schwarzmeerhafen Taman ist den örtlichen Behörden zufolge gelöscht worden. Es war bei einem ukrainischen Drohnenangriff am Sonntag ausgebrochen. Dabei wurden nach Angaben von Gouverneur Wenjamin Kondratjew ein Öltank, ein Lagerhaus und Terminals beschädigt. Die Oblast Krasnodar liegt im Südwesten Russlands am Schwarzen Meer und gegenüber der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, mit der sie durch die Brücke von Kertsch verbunden ist.

+++ 05:41 Russland bietet eintägige Feuerpause an im Fall von Ukraine-Wahlen +++

Russland wäre bereit, die Angriffe auf die Ukraine für einen Tag zu pausieren, wenn dort Wahlen abgehalten würden. Das sagt der stellvertretende Außenminister Michail Galuzin der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Der Vorschlag von Präsident Putin, die Angriffe am Wahltag auszusetzen, sei "weiterhin gültig", so Galuzin. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, die Ukraine sei bereit, nach mindestens zwei Monaten Waffenstillstand Wahlen abzuhalten. Die Ukraine könne zudem ebenfalls einen Waffenstillstand verkünden, wenn Russland selbst Wahlen abhalten würde.

+++ 03:24 Berichte: Zivilisten in Odessa gehen auf Rekrutierungsbeamte los +++

In Odessa haben Bewohner offenbar Rekrutierungspersonal der ukrainischen Armee angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenseite "Kyiv Independent". Die Soldaten hätten einen Wehrpflichtigen kontrolliert und abgeführt, als sie von einer Gruppe von Zivilisten angegriffen worden seien. Die Zivilisten hätten dabei auch Tränengas eingesetzt, teilt das regionale Rekrutierungszentrum auf Facebook mit. Es habe Verletzte gegeben, auch ein Militärfahrzeug und Kameras seien beschädigt worden.

+++ 01:27 Ukrainische Drohnenangriffe beschädigen Energieversorgung im russischen Brjansk +++

In der westrussischen Region Brjansk ist Behördenangaben zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. "Durch einen Schlag des Feindes gegen Objekte der Energieinfrastruktur im Gebiet Brjansk sind in fünf Gemeinden und teilweise in der Stadt Brjansk Wärme und Strom ausgefallen", schreibt Gouverneur Alexander Bogomas auf Telegram. Seinen Angaben nach handelte es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert. Mehr als 170 Drohnen seien abgewehrt worden. Das ukrainische Militär fokussiert sich bei Angriffen auf russisches Gebiet meistens auf die Öl- und Gasverarbeitung.

+++ 23:29 1100 Wohnhäuser in Kiew weiter ohne Heizung +++

Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind in der Hauptstadt Kiew weiterhin hunderte Gebäude ohne Heizung. Rund 1100 Wohngebäude und 500 andere Gebäude könnten mitten im Winter nicht beheizt werden, teilen die Behörden der Hauptstadt mit. In den letzten Tagen war es in Kiew mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt nicht mehr ganz so kalt, ab morgen werden aber wieder zweistellige Minusgrade erwartet.

+++ 22:20 Melnyk: "Barbarischer Krieg" wird ohne Europas Einlenken noch Jahre andauern +++

Die Münchner Sicherheitskonferenz hätte der Ukraine weitere konkrete Hilfe zusagen müssen, beklagen Kiews UN-Botschafter Andrij Melnyk und der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter im "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Melnyk warnte, dass ein "de-facto-Weiter-so-Kurs Europas" den "barbarischen Krieg um Jahre verlängern" werde. Kiesewetter forderte die umstrittene Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine.

+++ 21:46 Rheinmetall-CEO rechnet in diesem Jahr nicht mit Frieden in der Ukraine +++

Russland habe kein Interesse an einem Kriegsende, glaubt Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. Der Chef des Rüstungskonzerns rechnet in diesem Jahr nicht mit Frieden in der Ukraine. "Wir produzieren derzeit mehr Munition, als wir Verträge haben", sagte Papperger im Podcast "Table.Today" von "Table.Briefings" (abrufbar ab Montag 5 Uhr) laut Vorabmeldung. Rheinmetall könne "mehr Flugabwehrgeschütze, mehr Munition und sogar mehr Panzer liefern", doch es fehle die Finanzierung. Papperger kündigte an, die Zahl der Beschäftigten in seinem Unternehmen in den kommenden Jahren auf 70.000 zu erhöhen. Bis Ende dieses Jahres werde der Auftragsbestand bei rund 140 Milliarden Euro liegen.

+++ 21:03 Moskau meldet nahe Hauptstadt-Flughafen Drohnen-Großangriff vom "Feind" +++

Im Laufe des Tages sollen mehrere ukrainische Drohnen auf die russische Hauptstadt zugeflogen sein. "An den Absturzstellen der Trümmer sind Spezialisten der Rettungsdienste im Einsatz," meldete der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin bei Telegram. Die Drohnen seien laut Alexander Bogomas, Gouverneur des Gebiets Brjansk, von der russischen Luftverteidigung abgeschossen worden. "Seit dem frühen Morgen hat der Feind einen Großangriff auf unsere Region versucht", schrieb der Gouverneur bei Telegram. Die Kreml-nahe Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete, dass der Flughafen Domodedowo die Ankünfte und Abflüge von Flugzeugen zeitweise einschränken musste. Der Flughafen liegt rund 42 Kilometer südöstlich vom Moskauer Stadtzentrum entfernt.

+++ 20:06 Selenskyj: "Ich bin jünger als Putin, er hat nicht viel Zeit" +++

Die Zeit spiele gegen Putin, glaubt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Ich bin jünger als Putin. Glauben Sie mir, das ist wichtig. Er hat nicht mehr viel Zeit - Gott segne ihn," sagte der 48-Jährige in einem "Politico"-Interview zum Abschluss der Münchner Sicherheitskonferenz. "Ich glaube, Putin befindet sich ebenfalls in einer schwierigen Lage, denn ich kann mit Ihnen sprechen und Ihnen die Hand schütteln, ich habe keine Angst. Ich möchte frei sein." Im Kreml setzt Putin auf einen außergewöhnlich langen Tisch, mit dem der 73-Jährige Staatsgäste auf Abstand hält.

+++ 19:28 Ukraine erhält nach Münchner Sicherheitskonferenz Hilfspaket für Luftverteidigung +++

Selenskyj äußerte sich am Abend in einer Videoansprache bei Telegram zufrieden mit den "zwei sehr intensiven Tagen" auf der Münchner Sicherheitskonferenz. "Es wird neue Unterstützungspakete für die Ukraine geben", verkündete der ukrainische Staatschef. Im Mittelpunkt stünden Raketen für die Luftverteidigung. "Das ist das Thema Nummer eins während dieses gesamten Winters," erklärte Selenskyj.

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