Politik

Anschlag auf Hotel in Mogadischu 15 Tote bei Terrorangriff in Somalia

2020-08-16T155456Z_1182680968_RC23FI9WWLTF_RTRMADP_3_SOMALIA-BLAST (1).JPG

Helfer kümmern sich nach dem Angriff um einen Verletzten.

(Foto: REUTERS)

In Mogadischu explodiert vor einem Hotel zuerst eine Autobombe, dann überfallen Bewaffnete das Gebäude. Mehr als 40 Menschen werden getötet oder verletzt. Hinter der Attacke werden islamistische Fundamentalisten vermutet. Seit Jahren kämpfen sie um die Vorherrschaft in Somalia.

Bei einem Terrorangriff auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 15 Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Laut Polizei zündete zunächst ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor dem Eingang, danach stürmten fünf Bewaffnete das Elite Hotel am Lido-Strand. Stundenlang lieferten sie sich Schusswechsel mit staatlichen Einsatzkräften. Die Polizei befürchtete, dass sie möglicherweise Geiseln genommen haben. Die Miliz Al-Shabaab bekannte sich zu der Bluttat.

Unter den Getöteten waren zwei Sicherheitskräfte des Hotels sowie drei der islamistischen Angreifer, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen. Das Hotel ist ein beliebter Treffpunkt auch von Politikern und Journalisten. Aus dem Gebäude waren laut Berichten von Augenzeugen Schüsse zu hören. "Die Explosion war sehr gewaltig, und ich habe Rauch in dem Gebiet gesehen", schildert einer. "Da herrscht Chaos, und die Menschen flüchten sich in die umliegenden Gebäude."

Al-Shabaab hatte in der Vergangenheit ähnliche Angriffe verübt. Die islamistischen Fundamentalisten mit Verbindungen zum Extremistennetzwerk Al-Kaida kämpfen in dem armen Land am Horn von Afrika seit Jahren um die Vorherrschaft und kontrollieren weite Teile im Süden und Zentrum des Landes. Sie kämpfen gegen die international anerkannte Regierung in Mogadischu und verüben in der somalischen Hauptstadt immer wieder Anschläge.

Bei einem Anschlag der Miliz am 8. August wurden in Mogadischu sieben Menschen getötet. Die Extremisten hatten eine Autobombe am Eingang eines Militärstützpunktes deponiert. Das ostafrikanische Land, in dem jahrelang Bürgerkrieg herrschte, ist bis heute immer wieder Schauplatz von Anschlägen und Gewalt. Die Regierung wird im Kampf gegen Al-Shabaab vom US-Militär, das Luftangriffe fliegt, und einer Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP