Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:15 Nationalisten-Verehrung: Polens Präsident entzieht Selenskyj höchste Auszeichnung des Landes +++

19.06.2026, 00:01 Uhr

Nach einem Streit um die Weltkriegs-Vergangenheit entzieht der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj die höchste Ehrung des Landes. Nawrocki verkündete die Aberkennung des Weißer-Adler-Ordens am Abend in einer Videobotschaft. Die ukrainische Regierung verurteilte den Schritt umgehend als "strategischen Fehler" und "respektlos". Polen gehört bislang zu den wichtigsten militärischen und humanitären Unterstützern der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland. Mit der Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach der berüchtigten Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) hatte Selenskyj Ende Mai einen diplomatischen Eklat mit Polen ausgelöst. Die UPA war im Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der heutigen Ukraine für Massaker an Polen verantwortlich. Die UPA galt in den 1940er Jahren als militärischer Arm der OUN, der Partei ukrainischer Nationalisten. Bei den von 1943 bis 1945 begangenen Massakern töteten UPA-Mitglieder bis zu 100.000 ethnische Polen in der Region Wolhynien. Die Region gehörte bis 1939 zu Polen und wurde durch den Hitler-Stalin-Pakt der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen. Heute liegt sie im Nordwesten der Ukraine. In ihrem Kampf für die ukrainische Unabhängigkeit von der Sowjetunion kollaborierten OUN und UPA im Zweiten Weltkrieg zeitweise mit Hitler-Deutschland. Die Mitglieder von OUN und UPA werden in der heutigen Ukraine als Helden verehrt.

20:30 Selenskyj stellt Belarus Ultimatum: Werden russische Militärtechnik an der Grenze selbst entfernen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko auf, russische Militärtechnik innerhalb einer Woche aus seinem Land zu entfernen. Andernfalls droht Selenskyj mit militärischen Schritten der Ukraine. Es gehe um Signalrelaisstationen in zwei belarussischen Grenzregionen zur Ukraine, die russische Truppen zur Steuerung von Angriffen auf ukrainische Zivilisten nutzten, sagt Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew. "Wenn er es nicht tut, werden wir es tun", fügt er hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Lukaschenko hatte zuletzt erklärt, dass die Ukraine von seinem Land nichts zu befürchten habe. "Wenn Herr Lukaschenko sagt, dass er nicht in den Krieg hineingezogen werden will, sollte er ehrlich sein, zumindest gegenüber seinem eigenen Volk", fordert Selenskyj. "Denn nicht er selbst könnte in den Krieg hineingezogen werden - es ist sein gesamtes Land, das von Russland hineingezogen werden könnte." Von den ersten Tagen dieses Krieges an seien Kinder und Erwachsene getötet worden - von "Raketen aus Belarus, aus seinem Land". Lukaschenko habe ihn angerufen und sich bei ihm mit der Begründung entschuldigt, er habe keine Kontrolle, berichtet Selenskyj. "Natürlich glaube ich das nicht, aber er hat es gesagt."

+++ 19:45 Merz sieht Rolle für Costa bei Russland-Gesprächen - mahnt aber zur Geduld +++

Nach der Debatte über die Russland-Kontakte von EU-Ratspräsident Antonio Costa mahnt Kanzler Friedrich Merz zur Geduld. "Wer für die Europäische Union spricht, müssen wir heute nicht entscheiden", sagt Merz in Brüssel nach Ende des EU-Gipfels. "Das werden wir entscheiden, wenn es zu Gesprächen kommt", fügt er mit Hinweis auf die fehlende Bereitschaft Russlands hinzu, über ein Ende des Krieges mit der Ukraine überhaupt verhandeln zu wollen. Selbstverständlich sei klar, dass Costa "hier eine wichtige Rolle zu spielen hat", betont Merz. Costa vertrete die EU und sorge dafür, dass der Europäische Rat gut organisiert sei. Auslöser des Streits auf dem EU-Gipfel ist, dass Costas Büro am Mittwoch mitgeteilt hatte, dass man diplomatische Kanäle nach Moskau für den Fall von Gesprächen aufgebaut habe. Dies war auf dem EU-Gipfel von einigen Regierungschefs deutlich kritisiert worden. Costa habe dafür kein Mandat. Andere Regierungen verteidigten ihn.

+++ 19:00 Halbinsel zunehmend isoliert: Ukraine greift Eisenbahnbrücken auf der Krim an +++

Das ukrainische Militär greift Angaben des Generalstabs zufolge Eisenbahnbrücken auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim an. Die Brücken in den Gebieten Rosdolne und Wladyslawiwka würden von den russischen Truppen für Militärtransporte und Nachschub genutzt, teilt der Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine verstärkt ihre Angriffe in den russisch besetzten Gebieten im Süden und auf der Krim, um die Logistik Moskaus zu stören.

+++ 18:30 EU-Ratspräsident Costa verteidigt Kontaktaufnahme mit Moskau gegen Kritik +++

In der Debatte um Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs verteidigt EU-Ratspräsident António Costa die Aufnahme diplomatischer Kontakte mit Moskau. "Wir müssen in der Lage sein, unsere eigenen Botschaften direkt an Russland zu übermitteln", sagt Costa zum Ende des EU-Gipfels in Brüssel. "Wir können uns nicht nur auf andere verlassen, um russische Botschaften zu interpretieren." Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das Büro von Costa in den vergangenen Wochen Kontakte zum Kreml aufgenommen hatte. Laut einem EU-Beamten ging es zunächst darum, "Kommunikationskanäle zu öffnen". Inhaltliche Gespräche fanden demnach nicht statt. Auf dem Gipfel löste dies eine Debatte aus, es gab Kritik an dem Vorstoß.

+++ 17:45 Lawrow: Kiews "Terror" sollte von US-Verhandlern nicht unbeachtet bleiben +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hofft, dass die erfolgreichen ukrainischen Angriffe auf Moskau die Einstellungen der US-Vermittler Steve Wittkoff und Jared Kushner zugunsten Russlands beeinflussen. "Selbstverständlich sollten diese entsetzlichen Terroranschläge von unseren amerikanischen Kollegen, die zu einer Einigung über die Ukraine-Frage beitragen wollen, nicht unbeachtet bleiben", sagt Lawrow nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Die Angriffe würden den "wahren Charakter" der ukrainischen Regierung offenbaren. Zu einem möglichen Besuch von Wittkoff und Kushner in Moskau sagt Russlands Chefdiplomat demnach, dass noch kein konkreter Termin vereinbart worden sei. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift die Ukraine immer wieder auch Ziele in Russland an. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe in der Ukraine. Die ukrainische Armee hatte am Donnerstag bei den bislang schwersten Drohnenangriffen auf die russische Hauptstadt eine wichtige Ölraffinerie in Moskau und weitere Ziele getroffen. Nach russischen Angaben gab es dabei auch zivile Opfer.

+++ 17:00 Bündnis "braucht uns": Selenskyj hält ukrainische Armee für "zweitstärkste der Nato" +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die ukrainischen Streitkräfte faktisch als die heute "zweitstärkste Armee der Nato". Wie das Internetportal Hromadske berichtet, sagt er vor Journalisten: "Und daher braucht uns die Nato auch de-jure." Das sei bereits eine Tatsache, die von allen Staatsführern anerkannt werde. Das ukrainische Militär stehe bei der Verteidigung gegen die von Moskau betriebene Invasion der als zweitstärksten Armee der Welt geltenden russischen in nichts nach, fügt er an. Die Ukraine ist kein Mitglied des westlichen Militärbündnisses, dessen stärkste Armee die der USA ist. Eines der erklärten Kriegsziele von Moskau besteht darin, den in der ukrainischen Verfassung angestrebten Nato-Beitritt Kiews zu verhindern. Seit den Vermittlungsversuchen der USA liegt diese Bestrebung der Ukraine auf Eis. Selenskyj behauptet, der russische Präsident Wladimir Putin werde bis zu seinem Tod im Kreml sitzen mit dem Ziel, die 1991 untergegangene Sowjetunion wiederherzustellen. "Ohne die Ukraine ist das unmöglich und daher ist es für uns so schwer, liebe Ukrainer", sagt er.

+++ 16:15 Front nähert sich Kramatorsk - zwei Tote bei russischem Beschuss +++

In der frontnahen ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Weitere sechs wurden verletzt, teilt der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die Industriestadt sei dabei mindestens zweimal beschossen worden. Etwas mehr als zehn Kilometer östlich von Kramatorsk befindet sich die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen. Die Front nähert sich der Stadt immer mehr.

+++ 15:45 Russland: Achtjähriges Mädchen bei ukrainischen Attacken auf Moskau getötet +++

Bei dem massiven Drohnenangriff der Ukraine auf die Region Moskau am Donnerstag ist nach russischen Angaben ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Das Kind sei bei einem Brand in der Stadt Schukowski gestorben, der durch den Angriff ausgelöst worden sei, teilt der Gouverneur der Hauptstadt-Region, Andrei Worobjow, mit. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich das Mädchen mit seiner Großmutter zu Hause befunden. Bei dem Angriff wurden dem Gouverneur zufolge zudem mindestens 16 Menschen verletzt. Insgesamt seien 18 Wohnblöcke in der Region Moskau beschädigt worden. Die Ukraine hatte die russische Hauptstadt und das Umland mit zahlreichen Drohnen attackiert. Nach Angaben der Behörden wurden dort rund 180 Drohnen abgefangen. Der Ukraine zufolge war der Angriff eine Reaktion auf einen russischen Großangriff am Montag, bei dem landesweit zehn Menschen getötet wurden und das weltberühmte Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt wurde.

+++ 15:15 Moskau brennt, Russen spotten: "Läuft alles nach Plan?" +++

Der Kreml wiegelt nach den heftigen ukrainischen Angriffen auf Moskau ab und versucht, auf eigene Erfolge zu verweisen. In der russischen Bevölkerung aber sind die Attacken ein großes Thema, wie ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet. Die Bevölkerung begegnet den Einschlägen mit beißendem Spott.

+++ 14:35 Lage für Ukraine bald "katastrophal": Kreml will Angriffe auf Moskau umdeuten +++

Die russische Regierung versucht, die massiven Angriffe auf Moskau durch die ukrainischen Streitkräfte vom Vortag im eigenen Sinne umzudeuten. "Das Kiewer Regime befindet sich in einer sehr schwierigen Lage", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Die Lage an den Fronten wird für die ukrainische Seite bald ziemlich katastrophal werden. Darum geht es hier." Die ukrainische Regierung verfolge weiterhin einen Kurs, der nicht auf Verhandlungen ausgerichtet sei, behauptet Peskow mit Blick auf die bislang schwersten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt am Donnerstag. Die ukrainische Armee hatte dabei eine wichtige Ölraffinerie in Moskau und weitere Ziele getroffen. 

+++ 14:05 Prorussische Kräfte fordern Wiederholung der Parlamentswahl in Armenien +++

Vor dem Hintergrund der Festnahme mehrerer Oppositioneller in der Südkaukasusrepublik Armenien haben die unterlegenen prorussischen Kräfte eine Wiederholung der Parlamentswahl gefordert. Der Block Starkes Armenien um den russischen Milliardär Samwel Karapetjan hat vor dem Verfassungsgericht auf die Annullierung der Wahlergebnisse geklagt, wie örtliche Medien berichten. Die Oppositionspartei spricht von massiven und organisierten Verstößen während des Wahlkampfs. 

+++ 13:44 Verdacht auf Spionage für Russland in französischer Drohnenfabrik - Mann festgenommen +++

Wegen des Verdachts der Spionage für Russland in einer französischen Drohnenfabrik ist ein in Belarus geborener Mann festgenommen worden. Der 48-Jährige habe Anfang Juni den Prototyp einer Drohne eines Unternehmens gefilmt, das die ukrainischen und französischen Streitkräfte beliefere, erklärt die Staatsanwaltschaft am Freitag in Paris. Geheimdienstermittlungen hätten ergeben, dass der in Spanien lebende Mann das Video an einen Kontakt in Russland geschickt habe. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft betraute einen Untersuchungsrichter mit Ermittlungen wegen Verdachts auf ausländische Einflussnahme und Verstöße gegen die Interessen der Nation. Im Fall eines Urteils drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft. Bei dem betroffenen Unternehmen handle es sich um den in der Nähe von Toulouse ansässigen Drohnen-Hersteller Delair, hieß es in informierten Kreisen.

+++ 13:09 Dach hochgesprengt: Treffer war wohl russischer Fehlschuss +++

Von den massiven ukrainischen Angriffen auf Moskau gehen Bilder um die Welt, die die spektakuläre Explosion eines Treibstofftanks zeigen. Neue Aufnahmen legen nun nahe: Der Einschlag war wohl eine eigene russische Rakete, die zuvor eine ukrainische Drohne verfehlte.

+++ 12:48 Costa bekommt beim EU-Gipfel Unterstützung für Russland-Initiative +++

EU-Ratspräsident António Costa hat beim EU-Gipfel von mehreren Regierungschefs Unterstützung für die Kontaktaufnahme seines Teams zu Russland bekommen. "Die Eröffnung eines Gesprächskanals ist aus unserer Sicht kein Fehler - und ich vertraue António Costa", sagt Irlands Regierungschef Micheál Martin. "Natürlich würde er im Rahmen unserer europäischen Zuständigkeiten im Falle der Aufnahme von Verhandlungen die Union vertreten." Bis dahin sei es jedoch noch ein weiter Weg. Der österreichische Kanzler Christian Stocker stellte sich ebenfalls hinter den Ratspräsidenten. "Es hat keine Kritik an Costa gegeben, weil es darum geht, dass wir Kanäle haben und dass wir uns vorbereiten auf eine Situation, wenn Verhandlungen eintreten", sagt er.

+++ 12:19 Russland: Offen für Dialog mit Europa - Akzeptieren keine Ultimaten +++

Russland erklärt sich bereit zum Dialog mit europäischen Ländern. Aber man werde keine Ultimaten akzeptieren, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Die Europäer seien entweder dumm oder inkompetent, wenn sie glaubten, sie könnten aus einer Position der Stärke heraus mit Russland verhandeln. Russland werde seine Luftangriffe auf die Ukraine fortsetzen. Die Politik der Ukraine sei nicht auf Verhandlungen ausgerichtet.

+++ 11:32 Ukrainischer Generalstab meldet 248 Front-Gefechte +++

In den vergangenen 24 Stunden hat es offenbar 248 Gefechte zwischen ukrainischen und russischen Truppen gegeben. Das schreibt die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Generalstab der Streitkräfte der Ukraine. Besonders schwer umkämpft waren demnach die Frontabschnitte bei Pokrowsk und Huliaipole. Russland habe unter anderem 90 Luftangriffe durchgeführt und 10.031 Kamikaze-Drohnen eingesetzt. 

+++ 10:42 Wadephul: Ostsee wird zunehmend zur Konfliktzone +++

Russland sieht den Ostseeraum nach Ansicht von Bundesaußenminister Johann Wadephul zunehmend als Konfliktzone. "Wir alle haben verstanden, dass die Ostsee selbst für die Verteidigung des gesamten Bündnisses von zentraler Bedeutung ist", sagt der CDU-Politiker zum Start der "Kiel Security Conference". Die Ostsee diene als strategischer Weg für Verstärkung und Nachschub - dies wisse auch Russland. "Wir haben Sabotageakte, Spionageaktivitäten, GPS-Störungen, das Eindringen von Drohnen und Kampfflugzeugen in den Nato-Luftraum, die Durchfahrt der russischen Schattenflotte sowie das wiederholte Auftauchen russischer Forschungsschiffe in der Nähe kritischer Infrastrukturen beobachtet", führt Wadephul aus. Dies beweise, warum etwa das Nato-Marine-Manöver Baltops im Ostseeraum abgehalten und in die Sicherheit investiert werden müsse.

+++ 09:49 Gouverneur: Russischer Angriff tötet Kind in Pawlohrad +++

Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Pawlohrad ist am Morgen offenbar ein 8-jähriges Mädchen getötet worden. Das berichtet das Portal Ukrainska Pravda mit Verweis auf den Gouverneur Oleksandr Hanzha. Demnach wurde zudem eine 49-jährige Frau verletzt. Zwei Häuser seien in Brand geraten.

+++ 09:08 AKW Saporischschja: Russische Leitung meldet Drohnenangriff +++

Der Fuhrpark des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung Ziel eines schweren Drohnenangriffs geworden. Bei der Attacke am späten Donnerstagabend und in der folgenden Nacht seien mindestens 14 Einschläge registriert worden, teilt die Werkleitung mit. In einem Bereich sei ein Feuer ausgebrochen, zudem seien Gebäude beschädigt worden. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Eine vollständige Schadensaufnahme sei wegen der anhaltenden Gefahr weiterer Angriffe zunächst nicht möglich gewesen. Das größte Atomkraftwerk Europas im Osten der Ukraine ist seit den ersten Wochen des russischen Angriffskriegs von russischen Truppen besetzt. Beide Seiten machen sich immer wieder gegenseitig für Angriffe auf das AKW-Gelände verantwortlich.

08:45 Bürgermeister: Zahl der Verletzten in Charkiw steigt auf neun

Die Zahl der Verletzten nach einem russischen Gleitbombenangriff auf Charkiw ist laut dem Bürgermeister auf neun gestiegen. Unter ihnen sind demnach vier Kinder. (Siehe Eintrag um 07:13 Uhr). 

+++ 08:29 Ukraine: Ein Toter bei russischem Angriff auf Schiffe im Schwarzen Meer +++

Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben ein Besatzungsmitglied eines unter der Flagge Panamas fahrenden Schiffes getötet worden. Zwei weitere Menschen an Bord seien verletzt worden, teilt der ukrainische Vize-Ministerpräsident Oleksij Kuleba über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem sei ein weiteres Schiff unter der Flagge von St. Kitts und Nevis getroffen worden. Dabei seien drei Seeleute leicht verletzt worden.

+++ 07:48 Asow-Brigade greift Mariupol Jahre nach der Niederlage wieder an +++

Drohnen der Asow-Brigade kreisen über dem besetzten Mariupol und nehmen den strategisch wichtigen Hafen ins Visier. Vier Jahre nach dem Fall der Stadt geben die Kämpfer ihr Ziel nicht auf - und kündigen an, auf die Rückeroberung so lange hinzuarbeiten, wie es nötig ist.

+++ 07:13 Behörden: Russische Gleitbomben treffen Charkiw - sechs Menschen verletzt, Dutzende Häuser beschädigt +++

Russische Streitkräfte haben in der Nacht offenbar mehrere Gleitbomben auf Charkiw abgeworfen. Das berichtet die Zeitung "Kyiv Independent" unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt. Demnach wurden mindestens sechs Menschen verletzt und mehr als 40 Häuser beschädigt. Um 3:30 Uhr Ortszeit sei Luftalarm ausgelöst worden. 

+++ 06:20 Rheinmetall-Chef ist für Verbot von KI-Waffeneinsatz +++

Angesichts des rasanten technischen Fortschritts in der Rüstungsbranche hat Rheinmetall-Chef Armin Papperger globale Regeln angemahnt, damit künftig weiterhin Menschen über die Schussabgabe in Kriegen entscheiden und keine Maschinen mit Künstlicher Intelligenz (KI). "Technologisch wird in den nächsten zehn Jahren sehr viel möglich sein - das geht exponentiell nach oben", sagt der Manager bei der Rüstungsmesse Eurosatory in Villepinte bei Paris, die am heutigen Freitag endet. Man müsse Regeln vorschreiben, ähnlich wie bei Atomwaffen - "wo man eben sagt, hier sind die Grenzen". "Das kann kein Unternehmen oder Individuum festlegen, sondern das muss man über einen Ethikrat oder über eine UN-Resolution machen."

+++ 05:39 US-Militärstützpunkt in Polen: Tusk optimistisch +++

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärt, Warschau habe aus Washington ein positives Signal hinsichtlich der möglichen Errichtung eines permanenten US-Militärstützpunkts auf polnischem Territorium erhalten. In einer Rede in Brüssel kommentiert Tusk einen Brief des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth über die Aussichten auf die Stationierung einer permanenten amerikanischen Militärpräsenz in Polen. Die Entscheidung sei zwar noch nicht definitiv, aber er sei mit dem Ton des Briefes und der Schnelligkeit der Antwort sehr zufrieden.

+++ 04:31 Lawrow sieht in EU keinen geeigneten Verhandlungspartner +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in der Europäischen Union keinen geeigneten Verhandlungspartner, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erreichen. Das eigentliche Ziel der europäischen Politiker sei nicht, mit Russland zu verhandeln. Stattdessen gehe es Brüssel darum, die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu retten und das Nachbarland als Ausgangspunkt für eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten, schreibt Lawrow in einem vom russischen Außenministerium im Internet veröffentlichten Artikel.

+++ 04:10 Selenskyj will beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut eine schnelle EU-Vollmitgliedschaft gefordert. "Die Zukunft Europas - frei, vereint und in Frieden - entscheidet sich in unserer Verteidigung. Das zeigt, wie einzigartig unsere Situation ist", sagt Selenskyj in Auszügen der Rede auf dem EU-Gipfel, die auf X veröffentlicht wurden. "Der wichtigste Schritt in dieser Hinsicht könnte ein beschleunigter Weg für den Beitritt der Ukraine zur EU sein." Die EU hat gerade das erste Verhandlungskapitel mit der Ukraine und der Republik Moldau beschlossen. Die Bundesregierung plädierte für eine assoziierte Mitgliedschaft als Zwischenschritt.

+++ 03:41 Russland übergibt Ukraine Leichen von Hunderten Soldaten +++

Russland hat der Ukraine die sterblichen Überreste von 522 Todesopfern übergeben. Es handele sich nach Angaben Moskaus hauptsächlich um Soldaten, teilt das ukrainische Zentrum für Kriegsgefangene mit. Der russische Abgeordnete Schamsail Saralijew bestätigt die Angaben. Die Ukraine habe im Gegenzug die Leichen von 33 russischen Soldaten übergeben, sagt er dem Sender RBK. Kiew macht hierzu keine Angaben. Die Übergabe der Leichen erfolgt vor dem Hintergrund massiver gegenseitiger Drohnenangriffe. Die Ukraine führte am Donnerstag den größten Angriff auf Moskau seit Jahren aus und traf dabei auch eine wichtige Ölraffinerie. Auch die Ukraine wurde in der Nacht wieder zum Ziel russischer Angriffe.

+++ 02:47 Pistorius kennt keine konkreten US-Pläne für Abzug aus Deutschland +++

Die USA haben nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nach wie vor keinen konkreten Plan zum Abzug von Truppen aus Deutschland vorgelegt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe beim Treffen der Nato-Ressortchefs in Brüssel lediglich eine Roadmap zur Prüfung der Streitkräfte in Europa angekündigt, sagt Pistorius in Brüssel. Generell wichtig sei, dass keine Lücken in den Fähigkeiten der Nato entstünden, betont der Minister.

+++ 01:49 Insider: Massive Kritik an Costas Moskau-Kontakten +++

Etliche EU-Regierungen haben EU-Ratspräsident Antonio Costa für seine Kontaktversuche nach Moskau kritisiert. "Es gibt kein Mandat, seine Gespräche waren nicht mit den Mitgliedstaaten abgestimmt", sagt ein Diplomat eines großen EU-Landes. Costa agiere "nicht professionell". Es habe in der Sitzung der EU-27 deutliche Kritik mehrerer Länder gegeben. Das Büro des EU-Ratspräsidenten hatte mitgeteilt, dass man Kontakte nach Moskau aufgebaut habe, für den Fall, dass Verhandlungen über den Ukraine-Krieg starten könnten. In der EU ist nicht geklärt, wer dann für die Europäer verhandeln soll. Kanzler Friedrich Merz etwa hatte allerdings deutlich gemacht, dass er vor allem die E3 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) dann in einer wichtigen Rolle sieht.

+++ 00:47 Selenskyj: Kenne keine Details der Costa-Initiative +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Kontaktaufnahme des Teams von EU-Ratspräsident Antonio Costa mit Russland noch nicht beurteilen. "Ich kenne nicht allzu viele Details darüber", sagt Selenskyj beim Verlassen des EU-Gipfels in Brüssel auf die Frage, wie er die Initiative findet. Costas Büro hatte zuvor bestätigt, Kontakt mit Russland für mögliche Verhandlungen über das Ende des Ukraine-Krieges aufgenommen zu haben. (Siehe Eintrag um 20:21 Uhr)

+++ 23:48 EU-Regierungen verlängern Russland-Sanktionen weitere zwölf Monate +++

Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs haben die bisherigen Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs um zwölf Monate verlängert. Das teilt der Sprecher von EU-Ratspräsident Antonio Costa nach Beratungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. Bisher wurden die Sanktionen jeweils für sechs Monate verlängert.

+++ 22:46 Bulgarien kündigt Veto gegen Russland-Sanktionen der EU an +++

Bulgarien wird gegen das jüngste Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland sein Veto einlegen. Das kündigt Ministerpräsident Rumen Radev vor dem EU-Gipfel in Brüssel an. Die geplanten Sanktionen könnten sich negativ auf die bulgarische Wirtschaft auswirken. Die EU hat am Montag ihre Sanktionsliste erweitert und 34 Einzelpersonen sowie 47 Organisationen hinzugefügt, die mit dem militärisch-industriellen Komplex Russlands, seiner Schattenflotte von Öl- und Gastankern und anderen an politischen Einmischungsaktivitäten beteiligten Personen in Verbindung stehen. "Für den Betrieb von Lukoil besteht ein erhebliches Risiko", sagt Radev zu dem russischen Ölunternehmen, das einer der größten Kraftstoffhändler in Bulgarien ist und die einzige Raffinerie des Landes betreibt.

+++ 22:07 Selenskyj: Neue Sicherheitsarchitektur für Europa nur mit der Ukraine möglich +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert eine langfristige Unterstützung der ukrainischen Armee durch europäische Länder. Die ukrainische Armee sei "faktisch die Hauptstreitmacht in Europa, die eine groß angelegte Aggression über einen langen Zeitraum hinweg abwehren kann", schreibt Selenskyj bei X. "Und auch nach diesem Krieg muss dies so bleiben." Die Existenz einer solchen Armee dürfte dem Präsidenten zufolge dazu beitragen, "künftige aggressive Schritte Putins zu verhindern". Deshalb müssten die Verbündeten schon jetzt darüber nachdenken, "wie wir die Finanzierung sicherstellen können, die die ukrainische Armee in den kommenden Jahren benötigen wird". Selenskyj verlas diese Worte auch bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe. "Wenn wir wollen, dass Europa über die stärkste Armee verfügt, die wirklich auf jede Bedrohung reagieren kann, ist dies nur durch eine langfristige Zusammenarbeit mit der Ukraine und eine langfristige Unterstützung der ukrainischen Armee möglich. Dies ist eine realistische, neue Sicherheitsarchitektur für Europa."

+++ 21:48 Friedensverhandlungen: Baltische Regierungen warnen vor zu schnellen Kontakten mit Moskau +++

Mehrere EU-Spitzenpolitiker warnen davor, voreilig Verhandlungen mit Russland über die Ukraine aufzunehmen. "Zunächst einmal muss es auf der anderen Seite jemanden geben, der zum Frieden bereit ist", sagt der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs. "Es ist viel besser, einzugreifen, wenn wir positive Signale aus Russland sehen, die zeigen, dass das Land zur Aufnahme von Friedensverhandlungen oder zu einem Waffenstillstand bereit ist", sagt Litauens Präsident Gitanas Nauseda. Sie reagieren auf eine Meldung, dass das Büro des EU-Ratspräsidenten Antonio Costa in den vergangenen Wochen "kurze Kontakte auf diplomatischer Ebene" mit dem Kreml geknüpft hatte.

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