Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 12:48 Geheimdienst: Russland rekrutierte mehr als tausend Kenianer für Ukraine-Krieg +++
Mehr als tausend Kenianer sind nach Angaben eines Geheimdienstberichts von der russischen Armee für den Einsatz im Ukraine-Krieg rekrutiert worden. Die Männer reisten häufig mit Touristenvisa über Istanbul oder Abu Dhabi aus, sagt der Abgeordnete Kimani Ichung'wah im Parlament. Viele seien zum Kampfeinsatz gezwungen worden. Im Dezember hatten die Behörden die Zahl noch auf 200 geschätzt. Laut Ichung'wah werden derzeit mindestens 39 Kenianer nach Fronteinsätzen im Krankenhaus behandelt, 28 gelten als vermisst, 89 sind weiterhin im Einsatz. Recherchen, unter anderem der Nachrichtenagentur AFP, zeigen, dass Russland auch Männer aus Ländern wie Uganda und Südafrika anwirbt. Vier Rückkehrer berichteten, ein Personalvermittler in Nairobi habe ihnen Monatslöhne zwischen 920 und 2400 Euro versprochen – für angebliche Jobs im Verkauf, im Sicherheitsbereich oder im Sport.
+++ 12:18 Selenskyj erwartet nächste Ukraine-Gespräche in der Schweiz +++
Wolodymyr Selenskyj erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Russland über eine Beendigung des Kriegs erneut in der Schweiz. Weil der Krieg in Europa tobe, müssten auch die Gespräche hier laufen, sagt der ukrainische Präsident in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. "Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet", sagt Selenskyj und betont zugleich, dass die Ukraine die Vereinigten Arabischen Emirate als Partner schätze. Die trilateralen Gespräche liefen zunächst in Abu Dhabi im Januar und Anfang Februar. Selenskyj macht aber in den auch in seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Interview-Aussagen deutlich, dass er bei den Gesprächen auf die Europäer setzt.
+++ 11:30 Selenskyj findet außergewöhnlich deutliche Worte über Putin +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seiner Wut über Russlands Präsidenten Wladimir Putin in einem Post auf X Luft gemacht. "Ich brauche diesen historischen Mist nicht, um diesen Krieg zu beenden und zur Diplomatie überzugehen", schreibt Selenskyj. Er wisse mehr über Russland als Putin über die Ukraine, da er vielfach dort gewesen sei. "Aus diesem Grund will ich keine Zeit mit alldem verlieren", schreibt Selenskyj weiter. Das Einzige, worüber er sprechen wolle, sei eine erfolgreiche Lösung, um diesen Krieg schnell zu beenden. Die Gespräche in Genf waren mit wenigen Ergebnissen geendet, Selenskyj bewertete sie als "unzureichend".
+++ 10:58 Italien gegen Teilnahme russischer Sportler bei Paralympics +++
Italien kritisiert den Start russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge bei den Paralympics scharf. In einem Schreiben von Außenminister Antonio Tajani und Sportminister Andrea Abodi heißt es, die anhaltende Verletzung der Waffenruhe und der olympischen Ideale durch Russland und Belarus sei mit einer Teilnahme unter nationaler Flagge unvereinbar – allenfalls neutrale Einzelsportler seien akzeptabel. Sechs russische und vier belarussische Athletinnen und Athleten erhielten am Dienstag Bipartite-Plätze für die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6.–15. Mai). Nach Aufhebung ihrer Suspendierung durch die Generalversammlung des IPC Ende September dürfen sie nun unter eigener Flagge, mit nationalen Emblemen und Hymne antreten.
+++ 10:33 Russland meldet Abwehr von 113 ukrainischen Drohnen +++
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht mehr als hundert ukrainische Drohnen abgewehrt. Die Luftabwehr habe "113 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört", erklärt das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Angriffe zielten demnach unter anderem auf die nordwestliche Region Pskow. In der Ölraffinerie Weliki Luki sei ein Öltank in Brand geraten, erklärt Regionalgouverneur Michail Wedernikow. Darüber hatte zuvor auch der ukrainische Telegram-Kanal Exilenovadie berichtet. Verletzte gebe es keine.
+++ 09:52 Telegram kontert Vorwürfe: Keine Lücken in Verschlüsselung +++
Der Messengerdienst Telegram weist Vorwürfe aus Moskau zurück, seine Verschlüsselung sei kompromittiert. Damit widerspricht das Unternehmen der russischen Regierung. Zuvor hatte die Agentur Interfax Digitalminister Maksud Schadajew mit der Behauptung zitiert, ausländische Geheimdienste könnten die Kommunikation russischer Soldaten ausspionieren. Telegram erklärt nun, die Anschuldigungen seien frei erfunden und sollten ein mögliches Verbot rechtfertigen, um Bürger auf eine staatlich kontrollierte Plattform zu drängen. Der Dienst zählt zu den beliebtesten Apps in Russland und wird auch von Truppen im Ukraine-Krieg genutzt.
+++ 09:30 Russen wütend über teure Gurken - Problem liegt tiefer +++
In den sozialen Netzwerken machen viele Russinnen und Russen gerade ihrer Wut über verteuerte Lebensmittel Luft. Besonders im Fokus: Gurken. Denn seit Kriegsbeginn in der Ukraine schnellen die Lebenskosten in die Höhe.
+++ 08:55 Vitali Klitschko berichtet von eisiger Not +++
Ein zerstörtes Umspannwerk, halb Kiew ohne Strom bei -20 Grad: Russland trifft gezielt die Energieversorgung. Bürgermeister Vitali Klitschko schildert die Not und bewegende Begegnungen mit den Eltern gefallener Soldaten. Seine Botschaft: Die Ukraine kämpft auch für Europa.
+++ 08:19 Joachim Gauck dringt auf Taurus-Lieferung an Ukraine +++
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hält es für einen Fehler, dass Deutschland der Ukraine bislang keine Taurus-Marschflugkörper geliefert hat. Man sehe den Aggressor mit all seinen Waffen, während das angegriffene Opfer so behandelt werde, als gefährde es den Frieden, sagte er in der ARD-Sendung "Maischberger". Die Regierung in Kiew hatte Berlin bereits vor Jahren um Taurus gebeten. Olaf Scholz hatte dies mit Verweis auf eine mögliche Eskalation abgelehnt, sein Nachfolger Friedrich Merz schloss eine Lieferung bislang nicht aus. Gauck betonte weiter, von Kriegsbesoffenheit könne in dem friedliebenden Land keine Rede sein. Aber es gebe Menschen, die erkannt hätten, dass Putin auf Schwäche setze und mit Drohungen westliche Entschlossenheit untergrabe. Deshalb müsse Deutschland mehr in Rüstung investieren.
+++ 07:41 Save the Children: Krieg in der Ukraine ist "Krieg gegen Kinder" +++
Die Kinderrechtsorganisation Save the Children prangert den Krieg in der Ukraine als "Krieg gegen Kinder" an. "Die Kinder leiden seit vier Jahren unter einer Dauerkrise", sagt der Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation, Florian Westphal. In der Ukraine gebe es etwa 1,5 Millionen Kinder, bei denen es ein Risiko für Depressionen, Traumata, Angstzustände und Ähnlichem gebe. Es bestehe in dem Krieg die Gefahr, "dass man zuerst auf die physischen Verletzungen achtet, weil die viel sichtbarer sind, und die psychischen Verletzungen darüber vergisst". Kleine Kinder wüssten nicht, was passiert. Sie würden für immer mit den Erfahrungen dieses Krieges leben.
+++ 07:03 Weniger Integrationskurse - Ukrainer besonders betroffen +++
Von den geplanten Kürzungen bei den Integrationskursen sind auch viele Ukrainer betroffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Bundesinnenministerium erfuhr, laufen aktuell rund 19.500 solcher Kurse mit etwa 300.000 Teilnehmern. 31 Prozent von ihnen sind den Angaben zufolge Ukrainerinnen und Ukrainer. Das Bundesinnenministerium hat Einsparungen bei den Integrationskursen beschlossen. Die Kurse sollen künftig nur noch für Menschen mit "positiver Bleibeperspektive" zur Verfügung stehen. Begründet wurde dies damit, dass es keine Lösung sein könne, die Kurse auf Dauer unbegrenzt zu finanzieren, da sie pro Teilnehmer mehrere Tausend Euro kosteten.
+++ 06:35 Streit um Verhandlungsdruck: Washington widerspricht Selenskyj +++
Das Weiße Haus widerspricht dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der den amerikanischen Druck auf sein Land als unfair kritisierte. Selenskyj hatte dem Nachrichtenportal Axios gesagt, es sei nicht fair, dass US-Präsident Donald Trump die Ukraine beharrlich zu Zugeständnissen an Russland dränge, während er Kremlchef Wladimir Putin weniger energisch zu Verhandlungen über ein Kriegsende auffordere. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, weist die Kritik zurück. Trump halte die Gesamtsituation für unfair, dass in diesem Krieg Tausende Ukrainer und auch Russen ihr Leben verlören. Die gesamte Situation sei nicht nur gegenüber den Betroffenen, sondern auch gegenüber dem amerikanischen Volk und den Steuerzahlern ungerecht, die die Kosten des Krieges trügen.
+++ 05:56 Russisches Öldepot steht in Flammen +++
Die Ukraine hat in der Nacht offenbar ein Öldepot im nordwestrussischen Gebiet Pskow angegriffen. Das berichtet unter anderem der ukrainische Telegram-Kanal Exilenova. Es habe Explosionen und Brände gegeben. Außerdem gibt es Berichte über einen massiven Raketenangriff auf die Energieinfrastruktur in Belgorod. In Teilen der Stadt soll der Strom ausgefallen sein.
+++ 04:28 Mehrere US-Senatoren zu Besuch in der Ukraine +++
Eine Delegation des US-Kongresses ist zu Besuch in Odessa. Die demokratischen Senatoren hätten "die unerschütterliche parteiübergreifende Unterstützung für die Ukraine im US-Kongress und in der amerikanischen Bevölkerung" bekräftigt, schreibt die "Ukrajinska Prawda". Dabei betonen sie vor allem die Notwendigkeit schärferer Sanktionen gegen Russland. Man hoffe auf stärkere Anstrengungen, um Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin auszuüben, sagt Senatorin Jeanne Shaheen. Länder wie China, Indien, Ungarn und Brasilien, die russisches Öl und Gas kauften, sollten sehr starke Anreize erhalten, dies zu beenden, sagt Senator Richard Blumenthal. Zudem solle die "Schattenflotte" von Tankern, die russisches Öl transportieren, eingedämmt werden. Die Senatoren kündigen an, nach ihrer Rückkehr nach Washington auf entsprechende Gesetze zu drängen.
+++ 03:01 Mehr als 4000 Stunden Luftalarm seit Kriegsbeginn +++
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat es in der Ukraine nach Angaben der Kinderrechtsorganisation Save the Children mehr als 4000 Stunden Luftalarm gegeben. Das entspricht etwa fünfeinhalb Monaten. In der Hauptstadtregion Kiew und in einigen Frontgebieten habe sich der Alarm sogar auf insgesamt 7000 Stunden, also neuneinhalb Monate, belaufen. "Die emotionale und körperliche Belastung" sei den Kindern deutlich anzumerken, sagt der Geschäftsführer der Organisation, Florian Westphal. Er hat den Nordosten der Ukraine Ende Januar besucht. "Dieser Dauerstress kann lebenslange psychische Folgen haben und den Kindern die Zukunft verbauen." Die Dauer der Luftalarme, welche die Zivilbevölkerung vor drohenden Raketenangriffen oder anderem Beschuss warnen, schwankt zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden.
+++ 01:34 Ukraine setzt Lukaschenko auf Sanktionsliste +++
Die Ukraine verhängt wegen der Kriegshilfe für Russland Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Man werde die Gegenmaßnahmen gegen jegliche Form der Unterstützung bei der Tötung von Ukrainern "erheblich verstärken", sagt Präsident Selenskyj. Er wirft Minsk vor, Russland bei den Drohnenangriffen auf die Ukraine zu helfen. Belarus erlaube Russland, von seinem Staatsgebiet aus Drohnen zu steuern. Zudem sei dort die russische Hyperschallrakete Oreschnik stationiert. Die Maßnahme ist eher symbolischer Natur, da Lukaschenko bereits von den USA und der EU mit Sanktionen belegt ist.
+++ 00:07 Merz: "Russische Machtclique kann auf absehbare Zeit nicht ohne Krieg auskommen" +++
Bundeskanzler Merz hält es für "nahezu ausgeschlossen", dass es mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin jemals wieder normale Beziehungen geben kann. "Wenn ich mir dieses Regime anschaue und diesen blindwütigen Terror, habe ich wenig Hoffnung", so der CDU-Politiker in einem Interview der "Neuen Berliner Redaktionsgemeinschaft". Auf die Frage nach neuen Gasimporten sagt Merz, man solle sich keine Illusionen machen. "Die russische Machtclique kann auf absehbare Zeit gar nicht ohne Krieg auskommen. Sie muss die Kriegsmaschinerie am Laufen halten, weil sie keinen Plan hat, was sie sonst mit den Hunderttausenden von zum Teil schwer traumatisierten Soldaten machen soll, die von der Front zurückkehren." Dies habe Auswirkungen auf den Krieg in der Ukraine. Dieser werde erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist, "entweder militärisch oder ökonomisch". Europäisches Ziel sei es, dass der russische Staat den Krieg militärisch nicht weiterführen und ökonomisch nicht weiter finanzieren könne. "Vernunft und humanitäre Argumente werden Putin nicht überzeugen. Das ist die bittere Wahrheit."
+++ 22:25 Bürgermeister: Wasserversorgung unterbrochen nach russischem Angriff auf Losowa im Osten der Ukraine +++
Die Stadt Losowa im Osten der Ukraine wurde erneut von Russland angegriffen, was zu Problemen mit der Wasserversorgung führt. Das teilt der Bürgermeister von Losowa, Serhij Selenskyj, bei Facebook mit. "Es bestehen erhebliche Probleme mit der Wasserversorgung. Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe und Energiespezialisten sind weiterhin vor Ort. Sie tun ihr Möglichstes, aber die Wiederherstellung der Wasserversorgung ist derzeit nicht möglich", heißt es.
+++ 21:53 Selenskyj hofft auf nächste Runde bei Friedensgesprächen noch im Februar +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, dass das nächste trilaterale Treffen mit der Ukraine, den USA und Russland noch im Februar stattfindet. Dies sagte er in seiner abendlichen Ansprache, in der er die Ergebnisse der Verhandlungen in Genf zusammenfasste.
+++ 21:02 Thiele zu EU-Rüstungsprojekt: Kampfpiloten werden von "Drohnen-Wolke umhüllt sein" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz stellt das milliardenschwere europäische Rüstungsprojekt FCAS erstmals offen infrage. Militärexperte Ralph Thiele nennt die Probleme bei dem geplanten Kampfjet "systemimmanent" und gibt einen Einblick in den Luftkampf der Zukunft.
+++ 20:32 Selenskyj unzufrieden mit Verlauf der Gespräche mit Russland +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußert sich unzufrieden über die jüngsten Verhandlungen mit Russland. Das Ergebnis sei bislang nicht ausreichend, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Zwar hätten Militärvertreter bestimmte Punkte eingehend erörtert. Sensible politische Themen und ein mögliches Treffen der Staatschefs seien jedoch noch nicht hinreichend behandelt worden. Selenskyj spricht sich für weitere Verhandlungen noch im Februar aus.
+++ 20:10 Video zeigt russischen Drohneneinschlag in Sumy +++
Russland greift die ukrainische Stadt Sumy im Nordosten des Landes mit Shahed-Drohnen an. Auf Telegram verbreitete Videos zeigen eine Explosion und Drohnen über der Stadt. Mindestens sechs Menschen werden verletzt.
+++ 19:51 Streit um Druschba-Pipeline: Ungarn stoppt Diesellieferungen an Ukraine +++
Der Streit um die Druschba-Pipeline verschärft sich: Nach dem Stopp der Lieferungen von russischem Öl durch die Ukraine erklärt der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, dass Ungarn die Dieselkraftstofflieferungen an die Ukraine aussetzt, bis die Pipeline wieder in Betrieb genommen wird. Die Druschba-Pipeline transportiert russisches Rohöl über die Ukraine nach Mittel- und Osteuropa. Nach Angaben aus Kiew wurde die Infrastruktur am 27. Januar bei einem russischen Angriff beschädigt. Die Slowakei droht der Ukraine bislang mit einem Strom-Lieferstopp.
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