Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:36 Führerloser Gastanker im Mittelmeer "komplett außer Kontrolle" +++

23.04.2026, 00:01 Uhr

Im Mittelmeer ist ein erneuter Einsatz zum Abschleppen des manövrierunfähigen Flüssigerdgastankers "Arctic Metagaz" gescheitert. Beim versuchten Abschleppen sei ein Kabel wegen schlechter Wetterbedingungen gerissen, teilt die libysche Hafen- und Seefahrtsbehörde der Regierung in Tripolis mit. Das russische Gastankschiff sei "komplett außer Kontrolle" und treibe nördlich von Bengasi auf offener See. Weil der Tanker Flüssiggas und Diesel geladen hat, könnte bei einem Leck eine Umweltkatastrophe drohen. Schiffe wurden aufgerufen, mindestens fünf Seemeilen Abstand vom Tanker zu halten. Die "Arctic Metagaz" war Anfang März vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kiew hat den Vorfall offiziell nicht kommentiert. Die Besatzung wurde gerettet.

+++ 11:10 Woidke will Betrieb von Brandenburger Raffinerie und Kraftstoff-Versorgung sichern +++

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke will gemeinsam mit dem Bund alles dafür tun, um die Spritversorgung trotz des russischen Stopps von Öl aus Kasachstan für die PCK-Raffinerie zu sichern. "Die Ankündigung Russlands, kasachisches Öl nicht mehr durchzuleiten, ist ein klarer Rückschlag", sagt Woidke. "Es ist aber ganz klar, dass wir alles dafür tun werden - die Brandenburger Landesregierung gemeinsam mit der PCK-Geschäftsführung, gemeinsam mit der Bundesregierung -, dass sowohl die Produktion weiterlaufen wird und dass auch die Versorgungssicherheit in der Region damit gewährleistet werden kann", sagte Woidke. Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kann die Produktion in Schwedt aufrechterhalten werden. Konkret gebe es etwa alternative Lieferwege über die Häfen von Danzig und Rostock. Die Anlage in Schwedt versorgt den gesamten Nordosten einschließlich des Großraums Berlin-Brandenburg. "Neun von zehn Autos in Berlin und Brandenburg fahren mit Kraftstoff aus Schwedt", wirbt sie auf ihrer Firmenseite. Ein Großkunde ist der Berliner Flughafen.

+++ 10:36 Vermögen russischer Milliardäre erreicht laut "Forbes Russia" Rekordwert +++

Russische Milliardäre sind trotz des Ukraine-Kriegs und der westlichen Sanktionen einem Medienbericht zufolge noch reicher geworden. Das Vermögen der 155 reichsten Menschen des Landes wuchs im vergangenen Jahr um elf Prozent auf den Rekordwert von 696,5 Milliarden Dollar, wie das Magazin "Forbes Russia" berichtet. Die reichsten Russen, deren Wohlstand traditionell auf den Bodenschätzen des Landes gründet, profitierten von gestiegenen Rohstoffpreisen. Diese wurden durch Störungen der globalen Handelsströme in die Höhe getrieben, wozu auch die Sanktionen gegen Russland beigetragen haben. Auf Platz eins der Liste steht Alexej Mordaschow, Generaldirektor der Investmentfirma Severgroup. Das Vermögen von ihm und seiner Familie soll 37 Milliarden Dollar betragen. Auf dem zweiten Platz folgt Wladimir Potanin, Chef der Holding Interros und des Metallproduzenten Nornickel, mit 29,7 Milliarden Dollar.

+++ 10:06 Spionageverdacht: Zwei Männer auf A6 festgenommen +++

Das bayerische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München ermitteln gegen zwei Personen wegen Verdachts der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Die Verdächtigen seien am 12. April nach einer Verkehrskontrolle auf der Autobahn 6 bei Neuendettelsau festgenommen worden, teilen die Ermittler mit. Es handele sich um einen 43-jährigen Ukrainer und einen 45-jährigen lettischen Staatsangehörigen. In ihrem Auto mit lettischem Kennzeichen wurden demnach verdächtige Gegenstände wie gefälschte Ausweise, eine Drohne, Kameras, GPS-Tracker, Funkgeräte, Handys und SIM-Karten entdeckt. "Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass die Tatverdächtigen im Auftrag einer Vereinigung bzw. einer Einrichtung außerhalb Deutschlands handelten", heißt es in einer Mitteilung. Gegen die Männer wurden Haftbefehle erlassen, sie befinden sich in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt in Bayern. Es gilt die Unschuldsvermutung. Mehr dazu hier.

+++ 09:16 Ukraine reklamiert Angriffe auf Ölknotenpunkt und Chemiebetrieb in Russland - dabei auch Wohnhaus beschädigt +++

Die Angriffe auf Russlands Ölsektor gehen weiter: Die ukrainischen Streitkräfte teilen in sozialen Medien mit, sie hätten die Ölverteilstation "Gorkij" in der Region Nischni Nowgorod getroffen. Es handele sich um einen der größten Öl-Knotenpunkte in Russland. Öl aus Westsibirien und Tatarstan werde von dort in mehrere Richtungen weitertransportiert. Die russischen Behörden haben den Vorfall bislang nicht bestätigt. Außerdem will das ukrainische Militär den petrochemischen Betrieb in Nowokuibyschewsk in der Region Samara angegriffen haben. Durch den Angriff sei in Samara an Wohnhaus beschädigt worden, räumt das Militär ein. Der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fjodorischtschew, schreibt bei Telegram, dass in der Stadt Samara Trümmerteile einer ukrainischen Drohne auf das Dach eines Mehrfamilienhauses gestürzt seien. Mehrere Menschen seien verletzt worden. In sozialen Medien kursierende Videos sollen das brennende Hochhaus zeigen. Auf einem Video ist eine Explosion zu hören und zu sehen. Außerdem bestätigt der Gouverneur einen Drohnenangriff auf Industrieanlagen in Nowokuibyschewsk. Es gebe ein Todesopfer sowie mehrere Verletzte. Mehr dazu hier.

+++ 08:27 Durch Druschba-Pipeline fließt wieder Öl in die Slowakei +++

Die Slowakei bezieht nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wieder Rohöl über die Druschba-Pipeline. Der Ölfluss sei um zwei Uhr in der Nacht wieder aufgenommen worden, teilt das Ministerium in Bratislava mit. Er war seit Januar unterbrochen. Nach ukrainischen Angaben war die Pipeline damals bei einem russischen Angriff getroffen worden.

+++ 07:57 Prinz Harry besucht überraschend Kiew +++

Der britische Prinz Harry ist am Morgen zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Das bestätigt das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine. Ein Video zeigt demnach Harrys Ankunft am Bahnhof der ukrainischen Hauptstadt. "Es ist gut, wieder in der Ukraine zu sein", hab er bei seiner Ankunft gesagt, schreibt der britische Journalist Chris Ship von ITV News auf der Plattform X. Demnach sagte Harry, er wolle "die Menschen zu Hause und auf der ganzen Welt daran erinnern, womit die Ukraine konfrontiert ist, und die Menschen und Partner unterstützen, die unter unglaublich schwierigen Bedingungen Tag und Nacht Außergewöhnliches leisten".

+++ 07:43 Ukraine meldet Einschläge nach Drohnenattacken +++

Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht nach eigenen Angaben 139 von 155 russischen Drohnen abgewehrt. An neuen Orten habe es Einschläge gegeben, teilen sie mit. In der Stadt Dnipro gibt es nach einem Angriff, bei dem unter anderem ein 13-stöckiges Wohnhaus getroffen wurde, Tote und Verletzte. (Siehe Eintrag um 06:36 Uhr). Derweil will das russische Militär über Nacht 154 ukrainische Drohnen über Russland und der besetzten Krim zerstört haben.  

+++ 07:11 Drohnen greifen nachts auf der Krim an +++

Ukrainische Drohnen sollen ein Öldepot auf der besetzten Krim angegriffen haben. Das Öldepot in Feodosia sei in Brand geraten, meldet unter anderem der Telegram-Kanal Krimwind und beruft sich auf Anwohner. Später wird dies von der ukrainischen Armee bestätigt. Dem von Moskau eingesetzten Gouverneur Michail Raswoschajew zufolge gab es in der Nacht in Sewastopol auf der Krim Drohnenangriffe. Diese seien abgewehrt worden, 15 Drohnen zerstört worden, schreibt er bei Telegram.

+++ 06:36 Zahl der Opfer nach Angriff auf Hochhaus steigt +++

Bei dem russischen Angriff auf die Stadt Dnipro in der Ukraine sind drei Menschen getötet worden, wie örtliche Behörden mitteilen. Die Zahl der Verletzten stieg auf zehn. Bei den Angriffen war ein Mehrfamilienhaus getroffen worden, an mehreren Orten der Stadt brachen Brände aus. (Siehe Eintrag von 03:20 Uhr) Laut Gouverneur Oleksandr Hanscha wurden in der Nacht über der Region Dnipropetrowsk 40 Drohnen zerstört.

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In der Nacht wurde das Hochhaus den ukrainischen Angaben zufolge attackiert. (Foto: via REUTERS)

+++ 06:07 Verbündete Russland und Nordkorea bauen "Freundschaftskrankenhaus" +++

Mit einem Brückenbau an der gemeinsamen Landesgrenze und einem "Freundschaftskrankenhaus" im nordkoreanischen Wonsan wollen Russland und Nordkorea ihre Zusammenarbeit vorantreiben. Vertreter beider Staaten legen den Grundstein für den Bau der Klinik, bei der Zeremonie hält Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko laut der Nachrichtenagentur KCNA eine Rede. Das Projekt geht demnach auf eine Vereinbarung zurück, die Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Russlands Präsident Wladimir Putin 2024 beim gemeinsamen Gipfel in Pjöngjang trafen. Nordkorea hat Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Tausenden Soldaten unterstützt, im Gegenzug erhält Pjöngjang von Moskau unter anderem Sicherheitsgarantien und mutmaßlich auch Militärtechnik. Ebenfalls in Nordkorea sind derzeit der russische Umweltminister Alexander Koslow und Innenminister Wladimir Kolokolzew. Ihr Besuch erfolgt nur wenige Tage vor dem Jahrestag der russischen Rückeroberung der zuvor von ukrainischen Streitkräften eingenommenen Region Kursk.

Die-von-der-staatlichen-nordkoreanischen-Nachrichtenagentur-KCNA-am-23-04-2026-zur-Verfuegung-gestellte-Aufnahme-zeigt-nach-Angaben-von-KCNA-den-russischen-Gesundheitsminister-Michail-Muraschko-und-andere-bei-der-Grundsteinlegungszeremonie-fuer-den-Bau-eines-koreanisch-russischen-Freundschaftskrankenhauses-Unabhaengige-Journalisten-hatten-keinen-Zugang-zu-dem-Ereignis-das-auf-diesem-von-der-nordkoreanischen-Regierung-verbreiteten-Bild-zu-sehen-ist-Der-Inhalt-dieses-Bildes-ist-so-wie-er-zur-Verfuegung-gestellt-wurde-und-kann-nicht-unabhaengig-ueberprueft-werden-Das-Wasserzeichen-in-koreanischer-Sprache-auf-dem-Bild-lautet-wie-von-der-Quelle-angegeben-KCNA-ist-die-Abkuerzung-fuer-Korean-Central-News-Agency
Auch der russische Gesundheitsminister ist auf dem Bild zu sehen, das von der nordkoreanischen Regierung verbreitet wird. (Foto: picture alliance/dpa/KCNA/KNS)

+++ 04:24 US-Finanzminister verteidigt Lockerung von Sanktionen für russisches Öl +++

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Verlängerung der Lockerung von US-Sanktionen für russisches Erdöl verteidigt. Auf die Frage dazu bei einer Anhörung vor einem Senatsausschuss sagte Bessent, er habe seine Meinung geändert, nachdem er "von mehr als einem Dutzend der ärmsten und energiepolitisch anfälligsten Länder kontaktiert worden sei". "Sie haben uns gebeten, die Aussetzung zu verlängern, und zwar nur um weitere 30 Tage", sagte er. Das US-Finanzministerium hatte eine Lizenz für den Verkauf von russischem Erdöl und russischen Erdölprodukten auf Schiffen ursprünglich bis zum 11. April ausgesetzt, die Lockerung wurde am Freitag zum 16. Mai verlängert. Dabei hatte Bessent erst am Mittwoch versichert, die vor einem Monat wegen der gestiegenen Ölpreise beschlossene Sanktionslockerung nicht weiter zu verlängern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte den Schritt scharf. "Jeder Dollar, der für russisches Öl gezahlt wird, ist Geld für den Krieg" gegen die Ukraine, schrieb Selenskyj in Onlinediensten. Die USA hatten wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges und der in der Folge stark gestiegenen Ölpreise die gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen gelockert. Dies war eigentlich nur als vorübergehende Maßnahme gedacht. Russland konnte seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft in der Folge nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) nahezu verdoppeln.

+++ 03:20 Sieben Verletzte bei russischem Angriff auf Wohnhaus in Dnipro +++

Bei einem russischen Luftangriff auf ein Wohnhaus in der südostukrainischen Stadt Dnipro wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs am frühen Morgen sieben Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Fünf Personen würden im Krankenhaus behandelt, darunter zwei Mädchen im Alter von neun und 14 Jahren, teilte Gouverneur Oleksandr Hanscha auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Brände in einem Geschäft und an mehreren Autos ausgebrochen.

+++ 02:30 Spanien schickt der Ukraine Munition und 100 gepanzerte Fahrzeuge +++

Spanien wird 100 gepanzerte VAMTAC-Fahrzeuge sowie Artilleriemunition an den staatlichen Grenzschutz der Ukraine liefern. Dies gab die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles während eines Besuchs in der Ukraine bekannt. "Diese Zusammenarbeit ist ein Beweis für das Engagement unseres Landes für die Verteidigung demokratischer Werte, für Freiheit und für einen gerechten und dauerhaften Frieden", wird Robles in einer Pressemitteilung des spanischen Verteidigungsministeriums zitiert. Robles war am Mittwoch in Kiew zu Besuch, um die anhaltende Unterstützung Spaniens für die Ukraine zu bekräftigen. Die Ministerin traf sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, um die gemeinsame Rüstungsproduktion zu erörtern, und sprach mit Angehörigen der ukrainischen Grenzschutzbehörde.

+++ 01:12 Analyst: Russland muss wegen ukrainischer Angriffe Flugabwehrsysteme verlegen +++

Nach Angaben eines ukrainischen Militäranalysten sieht sich Russland mit einem Mangel an Flugabwehrraketen konfrontiert. Moskau sei deswegen gezwungen, Flugabwehrsysteme zwischen den Regionen umzuverteilen, um sich vor ukrainischen Angriffen zu schützen, berichtet Vadym Kushnikov. Die Region Moskau wird demnach weiterhin am stärksten verteidigt. Dem Experten zufolge nimmt die Produktion von Langstrecken-Angriffsdrohnen in der Ukraine zu - die Zahl der auf Russland gerichteten Systeme könnte sich demnach vervielfachen. Gleichzeitig herrsche in Russland ein Mangel an Boden-Luft-Raketen, heißt es. Die Ukraine hat zuletzt immer wieder erfolgreich russische Energieanlagen mit Drohnen angegriffen und beschädigt.

+++ 00:04 Selenskyj: Flugabwehrraketen können uns jederzeit ausgehen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt erneut eindringlich wegen des Mangels an Flugabwehrsystemen und Raketen in seinem Land. Die noch vorhandenen Abfangraketen könnten je nach Intensität der russischen Angriffe jederzeit zur Neige gehen, so Selenskyj in einem Interview im niederländischen Fernsehen ("Buitenhof"). "Wenn wir darüber sprechen, wie viel wir brauchen oder ob es genug ist … sie [die Flugabwehrraketen] können jede Woche ausgehen. Es hängt davon ab, [ob es sich um] einen massiven Angriff handelt oder um einen weniger massiven. Aber wir haben kein großes Kontingent und keine große Anzahl." Selenskyj sagte, die Suche nach weiteren Luftabwehrsystemen sei einer der Hauptgründe für seine ständigen Reisen und Gespräche. Er betonte, dass die Ukraine Systeme wie das Patriot-System als Schutz vor ballistischen Raketenangriffen benötige. Im Gegensatz dazu verfüge die Ukraine bereits über wirksame Lösungen zur Abwehr von Drohnen.

+++ 22:50 Türkei bemüht sich um Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Moskau und Kiew +++

Die Türkei bemüht sich um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine und um ein Treffen der beiden Konfliktparteien. Dies erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Ankara, wie das türkische Präsidialamt laut Reuters mitteilt. Zuvor hatte Kiew die Türkei um die Ausrichtung eines Treffens auf höchster Ebene mit russischen Vertretern gebeten. Ankara unterhält seit Moskaus großangelegtem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gute Beziehungen zu beiden Seiten.

+++ 22:10 "Ukraine ist nicht 'später'" - Gespräche können laut Selenskyj nicht auf Ende des Iran-Kriegs warten +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet es als ein "großes Risiko", anzunehmen, dass die Bemühungen um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine erst wieder aufgenommen werden könnten, wenn der Konflikt im Iran beendet ist. Das sagte der ukrainische Staatschef im Interview beim US-Sender CNN. Es fänden zwar weiterhin technische Gespräche mit den USA statt, so Selenskyj, aber er sehe "keine Gelegenheit für ein Treffen, solange die Frage des Iran-Konflikts nicht geklärt ist". Besonders herausfordernd für die ukrainische Regierung ist, dass dasselbe US-Unterhändlerteam - unter der Leitung des US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner - sowohl die Gespräche über den Krieg im Iran als auch die in der Ukraine führt. Er verstehe zwar, sagte der ukrainische Präsident, dass sich die USA derzeit auf ihren Krieg gegen den Iran konzentrierten, aber es sei wichtig, den weiter andauernden Kampf in der Ukraine nicht zu vergessen. Für ihn sei es keine Option zu sagen: "'Wir werden später über [die Ukraine] sprechen.' (...) Die Ukraine ist nicht 'später'. Die Ukraine befindet sich bereits in einer so großen Tragödie, wir müssen einen Weg finden, dies parallel zu bewältigen."

+++ 21:35 Kreml: Kiew hat keinen "politischen Willen zur Beilegung des Konflikts" +++

Nach Angaben des Kremls ist der russische Präsident Wladimir Putin "bereit, Selenskyj zu treffen". Dies sei jedoch derzeit nicht "produktiv", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der kremlnahen russischen Nachrichtenagentur Tass. Ein solches Treffen könne erst "im Stadium einer endgültigen Einigung über die Modalitäten" produktiv sein. Zudem behauptete Peskow, auf Kiews Seite gebe es keinen "politischen Willen zur Beilegung des Konflikts". Laut Tass erklärten zudem russische Offizielle, sie seien "bereit, amerikanische Unterhändler morgen zu empfangen, falls diese dies wünschen".

+++ 20:47 Selenskyj: 90-Milliarden-Kredit der EU ist "Frage von Leben und Überleben" für die Ukraine +++

Wolodymyr Selenskyj bezeichnet den 90-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union als "Frage von Leben und Überleben" für die Ukraine. Das sagte der ukrainische Präsident nur wenige Stunden, nachdem die EU den wichtigen Kredit für sein Land bewilligt hatte, im Interview mit dem US-Sender CNN. Die Ukraine versuche, so Selenskyj im Gespräch mit Journalistin Christiane Amanpour, so viele Waffen wie möglich zu produzieren, leide aber unter Finanzierungsmangel. "Uns fehlen die Mittel. Es geht hier um unser Überleben, um unsere Verteidigung. Wir brauchen dieses Geld dringend", sagte Selenskyj. Sein Land produziere derzeit etwa 1000 Abfangdrohnen pro Tag, aber könne die Zahl mit finanzieller Unterstützung verdoppeln. Das Kiew bereits vor Monaten zugesagte Darlehen verzögerte sich, weil der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban es blockierte und forderte, dass die Ukraine die Lieferungen russischen Öls wieder aufnimmt. Nach seiner Abwahl am 12. April gab Orban die Blockade von Ukraine-Hilfen und Sanktionen gegen Russland schließlich auf.

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