Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:58 Selenskyj: Ohne Ukraine könnte es für Europa schwer werden +++
Aus Sicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj braucht Europa die Ukraine für dessen Sicherheit. Der Kreml verfolge eine "langfristige, antieuropäische und antidemokratische Strategie", warnt Selenskyj. "Angesichts der langfristigen Absichten Russlands - der Tatsache, dass russische Stützpunkte nun in der Nähe Europas gebaut werden, selbst dort, wo es zu Sowjetzeiten keine Militärstützpunkte gab - zeigt dies deutlich, dass Europa es ohne die Ukraine, ohne unsere Fähigkeiten und unsere Erfahrung äußerst schwer haben könnte", sagt er in seiner abendlichen Videoansprache.
+++ 22:42 Bericht: Benzinausgabe in Tatarstan eingeschränkt +++
In der russischen Region Tatarstan soll die Ausgabe von Sprit teilweise eingeschränkt sein. An den Tatneft-Tankstellen in Tatarstan seien auf Behördenanweisung hin Kraftstoffbeschränkungen eingeführt worden, schreibt die "Moscow Times". Festgelegt wurden demnach maximal 20 Liter Benzin pro Tag und Kunde, und bei Diesel bis zu 40 Liter für Autos und 200 für Lkw. Auch in einigen anderen Regionen Russlands, auf der Krim und weiteren besetzten Gebieten in der Ukraine war es bereits zu ähnlichen Kraftstoffengpässen und damit verbundenen Sprit-Limits gekommen. Hintergrund sind die seit Monaten anhaltenden Attacken des ukrainischen Militärs auf Russlands Ölindustrie und auf Transportwege. Damit will die Ukraine den Treibstoffnachschub für die russische Armee stören und die für Moskaus Kriegskasse wichtigen Einnahmen aus dem Energiegeschäft schmälern.
+++ 22:01 Ukraine: Russland baut Produktion von Marschflugkörpern aus +++
Nach ukrainischen Angaben baut Russland die Produktion von Luftangriffswaffen weiter aus. Die Produktion des X-101-Marschflugkörpers laufe inzwischen rund um die Uhr, monatlich würden 40 bis 50 Stück hergestellt, erklärt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte und beruft sich dabei auf den Leiter des Staatlichen Forschungsinstituts für die Prüfung und Zertifizierung von Rüstungsgütern und militärischer Ausrüstung, Oleksandr Zaruba. Außerdem würden monatlich 60 bis 70 Iskander-Raketen produziert. Für seine Raketen und Drohnen müsse Russland nach wie vor auf elektronische Bauteile aus dem Westen oder Nordkorea zurückgreifen, heißt es weiter. Eine X-101-Rakte enthalte bis zu 160 ausländische Komponenten. Ukrainische Forscher wollen zum Beispiel Bauteile entdeckt haben, die ursprünglich für Haushaltsgeräte entwickelt und für die Rüstungsindustrie angepasst wurden.
+++ 21:21 Ukrainische Drohne soll Markt in besetztem Gebiet getroffen haben +++
Der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef im besetzten Gebiet Luhansk wirft der Ukraine einen "terroristischen Angriff" vor. Sieben Menschen seien verletzt worden, als am Morgen eine ukrainische Drohne den zentralen Markt in der Stadt Swatowe getroffen habe, sagt Leonid Pasechnik der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge auf dem staatlichen Messengerdienst Max. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Ein Statement von ukrainischer Seite liegt bisher nicht vor.
+++ 20:22 Bericht: USA warnen Ukraine vor möglichem Oreschnik-Angriff +++
Die USA haben die Ukraine einem Medienbericht zufolge kürzlich gewarnt, dass ein weiterer russischer Angriff mit einer Oreschnik-Rakete kurz bevorstehen könnte. Demnach könnte der Raketenangriff mit der ballistischen Mittelstreckenrakete bis zum 14. Juni erfolgen, meldet die Nachrichtenagentur RBC Ukraine bereits am Freitagabend unter Berufung auf ukrainische Regierungskreise. Es handele sich um vorläufige Informationen, erklärt die Quelle demnach. Die ukrainischen Luftstreitkräfte warnten am Freitagvormittag in sozialen Medien, es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Russland innerhalb der nächsten 24 Stunden vom Testgelände Kapustin Jar eine ballistische Mittelstreckenrakete starten könnte. Der Start einer solchen Rakete blieb bislang offenbar aus. Weitere oder erneuerte Warnungen der Luftstreitkräfte erfolgten nicht.
+++ 19:47 Ukraine will Chemiewerk auf der Krim lahmgelegt haben +++
Mit Drohnenangriffen will das ukrainische Militär ein Chemiewerk auf der von Russland besetzten Krim lahmgelegt haben. Nach nächtlichen Attacken auf das Werk "Krimskij Titan" in Armjansk sei ein Feuer ausgebrochen und der Betrieb eingestellt, schreibt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, in sozialen Medien. Laut dem ukrainischen Medienportal Oboronka produziert das Werk unter anderem Titandioxid und Schwefelsäure. Die Russen würden die Substanzen unter anderem zur Herstellung von Beschichtungen militärischer Ausrüstung und, Raketentriebstoffe und Strengstoffe verwenden.
+++ 19:19 Akw Saporischschja ist zurück am Stromnetz +++
Fast drei Tage nach einem Verlust der externen Stromversorgung durch einen Angriff ist das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine wieder ans Netz gegangen. Der Strom sei nach Reparaturen an einer Notstromleitung während einer lokalen Feuerpause wiederhergestellt worden, erklärt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Der mittlerweile 19. Verlust der externen Stromversorgung des Kraftwerks seit Kriegsbeginn war am Mittwoch durch einen Angriff auf ein Umspannwerk ausgelöst worden. Das Akw musste auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen, um die Kühlung seiner Reaktoren aufrechtzuerhalten. Es sei kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden, schreibt die IAEA.
+++ 18:56 Trump plant Arbeitssitzung mit Selenskyj bei G7-Gipfel +++
US-Präsident Donald Trump nimmt beim G7-Gipfel in Frankreich an einer Arbeitssitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teil. Ein bilaterales Treffen der beiden ist nach Angaben von hochrangigen Vertretern der US-Regierung zwar nicht geplant, sie könnten jedoch am Rande des Gipfels zusammenkommen. Zudem trifft sich Trump den Angaben zufolge separat mit den Staats- und Regierungschefs von Ägypten, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und Indien.
+++ 18:11 Gouverneur wirft Russland Terror vor: Slowjansk schwer bombardiert +++
Russland hat die ukrainische Stadt Slowjansk erneut angegriffen. Mindestens sechs Menschen seien verletzt worden, darunter ein neunjähriger Junge, schreibt der Gouverneur der Region Donezk, Vadym Filashkin, bei Telegram. Die russische Armee habe drei Bomben auf die Stadt abgeworfen. Er berichtet von Schäden an 24 Hochhäusern und drei Autos. Die Angriffe auf Zivilsten und Wohnhäuser seien kein Versehen. Filashkin wirft Russland vorsätzlichen Terror vor.
+++ 17:10 Drohnen treffen Ölzentrum in russischer Großstadt +++
Die Ukraine setzt in ihrem Abwehrkampf zunehmend auf weitreichende Drohnen. Russland meldet in der Großstadt Nischnekamsk Brände und Schäden nach einem Angriff. Zwei Raffinerien sollen dabei getroffen worden sein.
+++ 16:27 Russischer Ölterminal laut Kiews Geheimdienst beschädigt +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU bestätigt einen Drohnengriff auf ein Gas- und Ölterminal in der russischen Region Krasnodar. Am Terminal Tamanneftegaz seien fünf Tanks mit Erdölprodukten und zwei Ölverladestationen getroffen worden, heißt es in einer Mitteilung. Der SBU begründet den Angriff damit, dass die Öl- und Gasindustrie eine wichtige Einnahmequelle für Moskaus Fortsetzung des Kriegs sei. Bereits zuvor schrieb der Gouverneur von Krasnodar bei Telegram, durch herabfallende Drohnentrümmer seien im Kreis Temrjuk ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Ein Feuer sei ausgebrochen. Einen genauen Ort nannte er nicht. (Siehe Eintrag um 07:56 Uhr)
+++ 15:46 Ukrainer attackieren erneut Brücken zur Krim +++
Das ukrainische Militär zielt nach eigenen Angaben erneut auf Transportwege, die das russische Militär für seine Logistik nutzt. Demnach greifen ukrainische Kräfte letzte Nacht mehrere Brücken an, die von Russland besetzte Gebiete in der Südukraine und die Halbinsel Krim verbinden. Getroffen worden seien die Straßenbrücke bei Tschonhar, eine Eisenbahnbrücke, ein Potonübergang, sowie Militärlastwagen, teilt eine Einheit in sozialen Medien mit. Der von Russland eingesetzte Gouverneur im besetzten Teil des Gebiets Cherson, Vladimir Saldo, bestätigt bei Telegram ukrainische Drohnenangriffe auf die Brücken von Tschonhar und Henitschesk letzte Nacht. Ihm zufolge wird der Verkehr vorübergehend umgeleitet. Die Ukraine wolle der Zivilbevölkerung mit Angriffen auf die Verkehrsinfrastruktur Probleme bereiten, behauptet Saldo. Zuletzt attackierte das ukrainische Militär verstärkt wichtige Straßenverbindungen zwischen der Krim und dem Festland.
+++ 15:03 Ukraine meldet Angriff auf Ölanlage in Russland +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Ölverarbeitungs- und Pumpanlage in der Nähe des Orts Kotowo in der russischen Region Wolgograd angegriffen. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, teilt der ukrainische Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
+++ 14:20 Schwangere bringen Kinder unter Drohnenalarm zur Welt +++
Fast viereinhalb Jahre Krieg hinterlassen auch in den Kreißsälen der Ukraine Spuren. In Saporischschja hat sich die Zahl der Frühgeburten fast verdoppelt. Viele werdende Mütter leben zwischen Wehen, Luftalarm und der Angst vor dem nächsten Angriff.
+++ 13:33 Ukrainische Armee: Keine Einkesselung nahe Kostyantynivka +++
Für die ukrainischen Soldaten bleibt die Lage in der Region Kostyantynivka weiter angespannt. Berichte, wonach eine Truppe von der russischen Armee umzingelt wäre, dementiert Brigadegeneral Oleksandr Bakulin, Kommandeur des 19. Armeekorps. "Unsere Truppen sind im Raum Kostyantynivka nicht eingekesselt", sagt er zu Ukrinform. "Die Lage in der Region ist unter Kontrolle. Die Vorstoßversuche des Feindes werden vereitelt. Die Logistik läuft. Der Feind erzielt keinerlei Erfolge." Bakulins Angaben zufolge haben die Ukrainer in der Region seit Februar 700 russische Soldaten getötet. Er geht davon aus, dass aber noch immer 170 in der Stadt Kostyantynivka sind.
+++ 12:29 Russische Zentralbankchefin verschollen +++
In Russland gibt es keine Spur mehr von Zentralbankchefin Elwira Nabiullina. Zuletzt angekündigte Termine wie etwa beim St. Petersburger Wirtschaftsforum wurden kurzfristig abgesagt. Auch ein Treffen mit Wladimir Putin soll geplatzt sein. Die Zentralbank und der Kreml erklären, Nabiullina sei krank. "Manchmal wird man krank - das ist nichts Ungewöhnliches. Das sollte kein Anlass für Verschwörungstheorien sein", sagt etwa Putins Sprecher Dmitri Peskow. Doch Exilrussen vermuten, die mächtigste Frau in Russland steht unter Hausarrest. Sie wird im Netz von oppositionellen Medien und Kremlkennern vielfach als "so gut wie tot" beschrieben. Nabiullina ist derzeit in ihrer dritten Amtszeit als Zentralbankchefin, eine vierte ist laut russischem Gesetz nicht möglich. Mit all den Geheimnissen der russischen Wirtschaft würde sie zur Gefahr für Putin werden. Seit dem Krieg habe Putin Gegenwind von Nabiullina bekommen. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 11:40 Syrsky erklärt Strategie: Es soll vor allem teuer werden +++
Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, erklärt dem Kommandeur der Nato-Sondermission für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung in der Ukraine, Generalleutnant Curtis Buzzard, die ukrainische Strategie für die weitere Verteidigung des von Russland überfallenen Lands. "Wir müssen die strategische Initiative ergreifen und deshalb eine aktive Verteidigung betreiben. Dadurch können wir den Feind zermürben, Stellungen wiederherstellen und ihm maximale Verluste zufügen", sagt er ihm laut Ukrinform. "Hauptziel ist es, jeden Schritt des Feindes so kostspielig wie möglich zu gestalten, indem wir Aufklärung und Technologie dort einsetzen, wo es an Waffen und Personal mangelt." Syrsky sagt zudem, dass der Ausbau der Luftverteidigung weiterhin Priorität habe. Ohne diese sei es nicht möglich, aufwendige Bodenoperationen durchzuführen.
+++ 10:51 Zwei russische Kampfjets über der Ostsee abgefangen +++
Schweden hat bei zwei Vorfällen russische Kampfjets über der Ostsee abgefangen. Die Su-24- und Su-34-Flugzeuge des Kremls seien am Freitag über dem Norden und Süden der Ostsee entdeckt worden. Die schwedischen Streitkräfte und ihre Alliierten seien daraufhin aufgestiegen, um die Piloten aus dem Luftraum zu begleiten. Zum Einsatz kamen unter anderem die schwedischen JAS-39-Gripen-Jets, teilt die Armee Försvarsmakten mit. "Die russischen Aktionen sind schwerwiegend und stellen ein wiederkehrendes Verhalten dar, das sowohl unsere territoriale Integrität als auch unsere Sicherheit bedroht", sagt Vizeadmiral Ewa Skoog Haslum, Chefin des Operationskommandos der schwedischen Streitkräfte. "Schwedische und verbündete Kampfflugzeuge handelten schnell, entschlossen und klar, indem sie den russischen Flugzeugen entgegentraten und das Territorium Schwedens und des Bündnisses sicherten."
+++ 10:22 KI soll den Ukraine-Krieg fast automatisieren +++
Nach Drohnen verändert nun KI den Ukraine-Krieg grundlegend. Autonome Systeme identifizieren Ziele, analysieren Daten und beschleunigen Entscheidungen. Künftig, so die Ukraine, könnten vernetzte KI-Waffensysteme den Krieg fast komplett automatisieren.
+++ 09:27 Tote und Verletzte bei Kämpfen in der Ukraine - mehr als 10.000 Drohnen im Anflug +++
Am Freitag ist es in der Ukraine zu 237 Gefechten gekommen. Das teilt der Generalstab des Militärs in Kiew mit. "Der Feind setzte 281 Lenkbomben ein. Zusätzlich nutzten die Russen 10.008 Kamikaze-Drohnen und 74 Mehrfachraketenwerfer", so der Stab. Besonders heftig fielen die Angriffe in der Region Sumy aus, wo zwei Frauen bei Drohnenangriffen starben und 16 weitere Menschen verletzt wurden, wie die ukrainische Nationalpolizei mitteilt. In der Oblast Saporischschja gab es einen weiteren Todesfall sowie acht Verletzte zu beklagen. Allein in dieser Region wurden mehr als 640 feindliche Drohnen gezählt, so die regionale Militärverwaltung. Jeweils einen weiteren Todesfall gab es in den Regionen Charkiw, Cherson und Donezk.
+++ 08:43 Kriewald: "Was Putin nicht erobern kann, das zerstört er" +++
Die Vereinten Nationen melden so viele zivile Opfer wie seit Langem nicht mehr. ntv-Reporterin Nadja Kriewald berichtet aus Saporischschja, warum russische Angriffe immer wieder Wohnviertel und zivile Infrastruktur treffen.
+++ 07:56 Ukraine greift russisches Hafenterminal an +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff im Süden Russlands sind nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Ukrainische Drohnen haben den Bezirk Temrjuk angegriffen", erklärt der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew. 96 Menschen bemühen sich, ein durch herabfallende Drohnenteile ausgelöstes Feuer zu löschen. Bei dem Angriff wurde ein Hafenterminal im Bezirk Temrjuk am Asowschen Meer beschädigt, in der Nähe der Meerenge von Kertsch, die Russland von der seit 2014 von Moskau besetzten Halbinsel Krim trennt.
+++ 07:17 Deutscher Botschafter protestiert in Moskauer Außenministerium gegen Falschbehauptungen +++
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei ihrem Besuch im Moskauer Außenministerium am Donnerstag Protest eingelegt gegen russische Falschbehauptungen. Nach Informationen des "Spiegels" aus Diplomatenkreisen brachten der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff und seine Amtskollegen Nicolas de Rivière und Nigel Casey gegenüber dem stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin eine Demarche - eine offizielle Intervention - gegen die von russischen Stellen verbreitete Behauptung vor, Frankreich und Großbritannien wollten die Ukraine atomar aufrüsten, um ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Dies hatten der russische Auslandsgeheimdienst SWR sowie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, behauptet.
+++ 06:25 Großbritannien beendet Import russischen Öls zum Jahresende vollständig +++
Die britische Regierung bestätigt den Zeitplan für das schrittweise Verbot von Importen raffinierter Öle aus Russland. "Das ist Teil eines kürzlich angekündigten Sanktionspakets, mit dem Putins Kriegsmaschinerie weiter unter Druck gesetzt werden soll", teilt London mit. Dieses Paket baut auf bestehenden Sanktionen Großbritanniens gegen russisches Öl auf, einschließlich des langjährigen Verbots der Einfuhr von Rohöl und raffinierten Produkten direkt aus Russland. Ab dem Jahreswechsel geht Großbritannien noch einen Schritt weiter: Ab dem Zeitpunkt gilt auch ein Verbot für die Einfuhr von aus russischem Rohöl hergestelltem raffiniertem Öl aus Drittländern.
+++ 05:39 Rheinmetall-Chef warnt vor Scheitern des deutsch-französischen Panzerprojekts MGCS +++
Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, schließt nicht aus, dass Frankreich nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeug FCAS auch beim Panzer-Projekt MGCS aussteigt. "Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Papperger der "Welt am Sonntag". Frankreich plane bereits, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen. Im Gespräch sei ein Betrag "von weniger als der Hälfte" der bisherigen Planungen. "Wir haben null Entscheidungen über das finale Budget", sagt Papperger.
+++ 04:55 Dobrindt befürchtet Drohnenangriffen auf Bundestag +++
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sieht eine gestiegene Gefahr möglicher Drohnenangriffe auf den Deutschen Bundestag und die Gebäude weiterer Verfassungsorgane. In einem Brief an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schreibt der CSU-Politiker laut "Rheinischer Post", die wachsende Zahl von Drohnensichtungen in den vergangenen Monaten habe die Sicherheitsbehörden verstärkt sensibilisiert. Zum Schutz der Liegenschaften der Verfassungsorgane des Bundes bedürfe es seines Erachtens "einer konstanten Drohnenabwehrfähigkeit".
+++ 03:47 IWF gibt grünes Licht für weitere millionenschwere Hilfskredite für die Ukraine +++
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nach eigenen Angaben bereit, der Ukraine im Rahmen seines Hilfsprogramms eine weitere Tranche in Höhe von 690 Millionen Dollar (umgerechnet 596 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen. Die Zahlung könne aber erst nach einer formellen Genehmigung des IWF-Vorstands fließen, gibt der Währungsfonds bekannt. Der Mitteilung zufolge werden sich die seit Jahresbeginn an die Ukraine gezahlten Hilfen damit auf 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) erhöhen. Das entsprechende Programm des in Washington ansässigen IWF ist auf vier Jahre angelegt, während der insgesamt 8,1 Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) an Kiew fließen sollen. Als Gegenleistung für die Kredite hatte der IWF Strukturreformen mit der Ukraine vereinbart.
+++ 02:42 Russland meldet Abschuss von 185 ukrainischen Drohnen - ein Toter +++
Russland ist Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilt Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärt Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört.
+++ 01:22 Insider: Dassault und Airbus streiten auch über Drohnenprojekt +++
Nach dem Aus für das europäische Kampfflugzeug FCAS streiten der französische Flugzeugbauer Dassault und Airbus Insidern zufolge nun auch über das Drohnenprojekt Eurodrone. Dassault fordere von Airbus eine Entschädigung, weil das französische Unternehmen einen geringeren Anteil an dem Vorhaben erhalten solle, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Hintergrund sei die Entscheidung der französischen Regierung, bis 2035 kein Geld für den Kauf der Drohnen zur Verfügung zu stellen. Dassault lehnt eine Stellungnahme ab. Airbus verweist auf Aussagen von Unternehmenschef Guillaume Faury, der im April gesagt habe, das Projekt werde "wahrscheinlich in einem etwas anderen Rahmen" fortgesetzt. Das französische Verteidigungsministerium antwortet bislang nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
+++ 00:20 UN: Höchststand ziviler Opfer in der Ukraine seit April 2022 +++
Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1763 verletzt worden, heißt es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren. Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kiew und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai.
+++ 23:09 Zusammenspiel mit Panzern: Heeresinspekteur will Tempo bei Drohnen +++
Das deutsche Heer will schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme einführen. Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, "höchste Bedeutung", sagt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, beim Besuch der Militärübung "Freedom Shield 2026" in Litauen.
Die im vergangenen Jahr formal in Dienst gestellt deutsche Panzerbrigade 45 trainiert bei der Militärübung erstmals das Gefecht auf litauischem Boden und hat dabei 350 Drohnen im Einsatz. Dem Inspekteur wurden dabei Gefechtsstände und Konzeptionen für den Drohneneinsatz vorgestellt.
+++ 22:10 Schutz des ukrainischen Sprachraums? Kiew schafft Schutzstatus für Russisch ab +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. "Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen", erklärt der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Der Schritt sei "eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen", fügt er hinzu. Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil Russisch sprechender Ukrainer zurückgegangen. Die Neuregelung macht Russischsprechen in der Ukraine nicht illegal. Die Behörden sind jetzt aber nicht mehr verpflichtet, Informationen oder Dienstleistungen auch auf Russisch anzubieten. Außerdem kann der Russisch-Unterricht an Schulen eingeschränkt werden.
+++ 21:39 Selenskyj bedankt sich: EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine +++
Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilt, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankt in sozialen Medien unter anderem den Partnern seines Landes in der EU. Die Ukraine tue wie angekündigt, was nötig sei, und es sei auch wichtig, dass die EU ihr Wort halte, schreibt er. Die Eröffnung des ersten Clusters sei eine wichtige politische und moralische Unterstützung für den Staat und die Menschen. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu begrüßt die Entscheidung. Moldau sei bereit, alle Verhandlungsabschnitte zu öffnen, schreibt sie bei X und kündigt weitere Reformen an.
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