Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:21 Iris-T-System aus Deutschland ist jetzt in Estland im Einsatz +++
Estland hat das erste Mittelstrecken-Flugabwehrsystems Iris-T aus Deutschland erhalten. Die Luftwaffe des baltischen EU- und Nato-Landes nahm auf dem Militärflugplatz Ämari eine Einheit des bodengebundenen Waffensystems des Herstellers Diehl Defence entgegen, wie das estnische Militär und das Unternehmen mitteilen. Estlands Luftwaffen-Chef Riivo Valge spricht dabei von einem "wichtigen Tag für die estnischen Streitkräfte und die estnische Luftwaffe". Iris-T ermögliche dem an Russland grenzenden Estland, Bedrohungen aus der Luft auf größere Entfernungen und in größeren Höhen als mit den bisherigen Kurzstreckensystemen zu bekämpfen. Die Luftverteidigung wird als eine Schwachstelle Estlands betrachtet. Daher wurde der Kauf von Iris-T gemeinsam mit dem benachbarten Lettland vereinbart. Die beiden Baltenstaaten betrachten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als direkte Gefahr für ihre Sicherheit. Die Regierung in Tallinn hat deshalb die Militärausgaben bereits massiv aufgestockt und rüstet die Streitkräfte auf.
+++ 22:17 Ukraine fürchtet russische Offensive von Belarus - aber: Kreml bräuchte 70.000 Soldaten +++
Russland müsste rund 70.000 Soldaten zusammenziehen, um von Belarus aus eine Großoffensive gegen die Ukraine zu starten, schätzt der Kommandeur der Nationalgarde, Generalmajor Oleksandr Pivnenko in einem Interview mit Interfax-Ukraine. Er bezeichnet die Bedrohung durch Belarus als real, erklärt jedoch, Moskau habe derzeit Schwierigkeiten, die für eine solche Operation erforderlichen Streitkräfte aufzubringen. "Die Hauptaufgabe des Feindes besteht darin, unsere Streitkräfte zu strecken, damit sie schneller tiefer in unser Territorium vordringen können", sagt Pivnenko. "Aber dafür braucht man auch Truppen - man muss 70.000 Soldaten finden, die in der Lage sind, solche Einsätze durchzuführen. Sollen sie es doch versuchen. Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass sie diese Soldaten nicht finden." Pivnenko weist darauf hin, dass das russische Sonderoperationszentrum "Senezh" bereits in der Nähe der Grenze im Einsatz ist und auf der Achse Tschernihiw aktiv ist. "Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich so schnell organisieren können, da Russland in Richtung Pokrowsk mit gewissen Problemen zu kämpfen hat - wir vernichten dort einen Großteil ihrer Infanterie", sagt er. Aktuell sei die Lage an der Nordgrenze stabil.
+++ 21:41 Kiew registriert 800.000 erfolgreiche Drohnenangriffe auf russisches Militär in diesem Jahr +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Jahresbeginn mehr als 800.000 feindliche Ziele mit Drohnen getroffen, teilt Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov mit. Dabei soll es sich um bestätigte Treffer handeln. Mittlerweile entfielen über 90 Prozent der Angriffe auf das russische Militär auf Drohnen. Unter den Zielen befänden sich unter anderem Personal, Flugabwehrsysteme, Artillerie, Transportfahrzeuge, Hauptquartiere, Lagerhäuser und Ausrüstung für die elektronische Kriegsführung, schreibt er auf Telegram. Der Minister ergänzt, dass allein in diesem Zeitraum etwa 167.000 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet worden seien.
+++ 21:14 Fünf Verletzte durch russischen Beschuss in Cherson +++
Fünf Menschen sind durch russischen Beschuss verletzt worden, wie die Regionalstaatsanwaltschaft von Cherson mitteilt. Im Laufe des Tages habe die russische Armee Ortschaften im Gebiet Cherson mit Rohrartillerie beschossen und mit Drohnen verschiedener Typen angegriffen, heißt es. Bis zum Nachmittag seien fünf Verletzte registriert worden, teilen die Strafverfolgungsbehörden auf ihrem Telegram-Kanal mit. Den Ermittlungen zufolge wurden vier Personen in Cherson und ein Mann im Dorf Molodetske durch Drohnenangriffe verletzt. Wo und wie die fünfte Person verletzt wurde, ist dagegen nicht bekannt.
+++ 20:45 Ukrainischer Geheimdienst verhindert Anschlag in Kiew - und nimmt zwei "Wegwerf-Agenten" fest +++
Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SSU) und die Nationalpolizei haben nach eigenen Angaben einen Terroranschlag in Kiew verhindert. Dabei seien zwei Agenten des russischen Geheimdienstes FSB festgenommen worden. Den Ermittlungsergebnissen zufolge hatten die Täter in der Nähe eines Verwaltungsgebäudes einen selbstgebauten Brandkörper platziert, der ein Feuer und eine anschließende Explosion eines Generators auslösen sollte. Nach dem Platzieren des Sprengkörpers wollten die Agenten diesen ferngesteuert zur Explosion bringen und über Belarus nach Russland fliehen, heißt es weiter. Die Verdächtigen seien nach dem Platzieren des Sprengkörpers in einen Zug in Richtung der Region Tschernihiw gestiegen. Von dort aus wollten sie mit einem Schlauchboot illegal über den Fluss die Staatsgrenze überqueren. Die Sicherheitskräfte konnten die Verdächtigen direkt im Zug festnehmen. Den Akten zufolge handelt es sich bei den Tätern des Terroranschlags um Einwohner von Kiew, die vom FSB rekrutiert wurden. Bei einem von ihnen soll es sich um einen eingezogenen Soldaten handeln, der aus seiner Militäreinheit desertiert sei; der andere soll ein in Kiew ansässiger Marketing-Spezialist sein.
+++ 20:07 Fünf Russen sterben bei ukrainischem Angriff auf Militärfabrik +++
Bei dem ukrainischen Raketenangriff auf die Stadt Woronesch im Südwesten Russlands (siehe Eintrag von 14:28 Uhr) sind nach Behördenangaben fünf Menschen getötet worden. "Wir haben heute äußerst schwere Verluste erlitten", erklärt Regionalgouverneur Alexander Gussew auf Telegram. "Fünf Menschen wurden infolge des Raketenangriffs auf die Stadt getötet." Den größten Sachschaden in Woronesch habe ein Industriebetrieb am Ufer des gleichnamigen Flusses erlitten, in dem ein Feuer ausgebrochen sei. Dutzende Menschen hätten medizinische Hilfe gesucht, teilt Gussew weiter mit. Der ukrainische Generalstab hatte zuvor erklärt, ukrainische Streitkräfte hätten "erfolgreiche Angriffe auf ein Unternehmen zur Herstellung von Bauteilen für russische Raketen in der Stadt Woronesch" ausgeführt. Dabei seien luftgestützte Präzisions-Marschflugkörper eingesetzt worden. Der Generalstab bezeichnete den getroffenen Standort als "bedeutende Komponente des russischen militärisch-industriellen Komplexes". Dort würden elektronische Bauteile hergestellt, auf die russische Raketenprogramme in hohem Maße angewiesen seien, darunter das Iskander-Raketensystem.
+++ 19:31 Russischer Angriff auf Dnipropetrowsk: Eine Tote, neun Verletzte +++
Bei russischem Beschuss von Ortschaften in der Region Dnipropetrowsk ist eine Person ums Leben gekommen, neun wurden verletzt, teilt der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleksandr Hanzha, mit. Eine 77-jährige Frau kam ums Leben. Eine 79-jährige Frau wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Andere Verletzte wurden ambulant behandelt, schreibt er auf Telegram.
+++ 19:02 Fünf-Kilo-Sprengkopf - Anwohner findet abgestürzte Drohne auf seinem Feld in Estland +++
Anfang dieses Monats wurde im Süden Estlands eine Drohne mit einem 5-Kilogramm-Sprengkopf gefunden. Dies geschah offenbar, nachdem die Ukraine einen Angriff auf Russland durchgeführt hatte, berichtet der estnische öffentlich-rechtliche Sender ERR. Ein Anwohner fand die Drohne demnach vor knapp zwei Wochen auf einem Feld im Landkreis Voru. Der grenzt sowohl an Russland als auch an Lettland. Laut estnischen Behördenvertretern könnte die Drohne eine von denen sein, die während eines ukrainischen Angriffs auf den Nordwesten Russlands am 3. Juni gesichtet wurden. Ukrainische Angriffe auf russische Ostsee-Terminals und andere strategische Ziele haben bereits zuvor dazu geführt, dass ukrainische Drohnen auf dem Territorium der baltischen Staaten und Finnlands abgestürzt sind. Russland versuche sie mit elektronischen Mitteln abzulenken. Das estnische Militär hatte zunächst berichtet, dass am 3. Juni keine Drohnen auf estnischem Territorium gefunden worden seien. Die estnischen Behörden erhielten später Informationen über den Fund der Drohne. Aufgrund einer zu diesem Zeitpunkt laufenden Übung wurde der aber nicht sofort gemeldet.
+++ 18:21 Blitzreaktionen retten russischen Lkw-Fahrern das Leben +++
Russlands Versorgungsrouten geraten immer mehr unter Beschuss. Neue Videos zeigen, wie ukrainische Drohnen Lastwagen in Luhansk und nahe der Krim attackieren. In zwei Fällen verpassen die Drohnen ihr Ziel nur knapp - die Videos belegen dennoch eindrücklich das wachsende Nachschubproblem der russischen Armee.
+++ 17:26 Russland: Ukraine bedroht Souveränität von Belarus +++
Die russische Regierung wirft der Ukraine vor, die Souveränität ihres engen Verbündeten Belarus zu bedrohen. Es gebe jedoch keinen Zweifel daran, dass die Führung in Minsk in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen, erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj droht Belarus mit Maßnahmen, sollte das Land nicht umgehend militärisches Gerät abziehen, das Russland nach seinen Worten zur Koordinierung von Angriffen auf die Ukraine nutzt. Der russische Staatschef Wladimir Putin und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko würden die Äußerungen Selenskyjs besprechen, kündigt Peskow an.
+++ 16:46 "Die Ukraine schwächt Putin im Moment sehr" +++
Die Ukraine trifft russische Raffinerien und erhöht den Druck auf Moskau. Politikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer sieht Russland so geschwächt wie lange nicht. Ob das für Verhandlungen reicht und warum sich das aktuelle Zeitfenster schnell wieder schließen könnte.
+++ 16:17 Bilanz nach einem Jahr: Ukrainische Behörde zählte mehr als 200.000 russische Kriegsverbrechen +++
Der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Kravchenko, zieht nach einem Jahr Bilanz zur Arbeit seiner Behörde. Auf Telegram veröffentlicht er Infografiken, in denen er die vorgeworfenen Verbrechen im Zusammenhang mit der russischen Vollinvasion auflistet. Auch zu den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kinderschutz und Vermögensrückführung im Inland gibt es Informationen. Mit jedem Tag des Krieges kämen neue Akten in die Register hinzu, da die russischen Streitkräfte weiterhin Zivilisten ins Visier nähmen. Bis Anfang März 2026 registrierten die ukrainischen Behörden etwa 213.200 Fälle von Kriegsverbrechen durch russische Truppen. Gerichte haben Urteile gegen 242 Russen gefällt, von denen 22 persönlich verurteilt wurden, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender Suspilne. Darüber hinaus wirft die Ukraine Russland vor, Zehntausende Kinder aus den besetzten Gebieten deportiert zu haben. Kravchenko trat sein Amt vor einem Jahr an. Seine Behörde legte kürzlich dem Internationalen Strafgerichtshof Beweismaterial zu den Kriegsverbrechen Russlands gegen mehr als 1800 ukrainische Gefangene vor.
+++ 15:41 Russland trifft ukrainische Drohnenproduktion +++
Eine der Produktionsstätten des ukrainischen Drohnenherstellers General Chereshnya ist bei einem russischen Angriff beschädigt worden, erklärt der Mitbegründer des Unternehmens, Yaroslav Hryshyn. Allerdings könne der Betrieb dennoch weiterlaufen, sagt er. Hryshyn zufolge sei niemand verletzt worden. "Das Wichtigste ist, dass unsere Mitarbeiter in Sicherheit sind", schreibt er auf Facebook. Er erklärt, das Unternehmen habe solche Risiken vorausgesehen und sei darauf vorbereitet, beschädigte Anlagen bei Bedarf wieder instand zu setzen. "Materielle Verluste sind im Vergleich zu Menschenleben und Gesundheit nicht entscheidend", so Hryshyn. Der Angriff richtete sich gegen ein Unternehmen, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2023 zu einem der bedeutendsten Drohnenhersteller der Ukraine entwickelt hat. General Chereshnya ist auf die Entwicklung und Serienfertigung von Kamikazedrohnen und Abfangdrohnen spezialisiert, die zur Abwehr russischer Bedrohungen aus der Luft konzipiert sind.
+++ 15:07 Litauen-Brigade - Pistorius will zur Not Soldaten verpflichten +++
Verteidigungsminister Boris Pistorius versichert, dass die deutsche Panzerbrigade in Litauen mit 4800 Soldaten bis Ende 2027 voll einsatzfähig sein wird. Bei seinem Besuch der ersten Übung der Truppe in Pabrade nahe der Grenze zu Belarus betont er, dass er Soldaten zum Einsatz an der Ostflanke der Nato verpflichten werde, falls sich in Spezialbereichen nicht genug Freiwillige melden. "Die Einsatzbereitschaft hat höchste Priorität", betont er. Bereits vor seiner Reise wurde er konkret: Man gehe derzeit davon aus, dass "90, 95 Prozent wahrscheinlich freiwillig kommen werden". Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie ist ein zentrales Element zur Stärkung der Nato-Ostflanke und soll zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets beitragen. Bislang sind rund 1800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert. Nach Angaben des Verteidigungsministers haben sich bisher alle freiwillig entschieden, in den Auslandseinsatz zu gehen. Engpässe könnten aber vor allem in Spezialbereichen wie Technik, Logistik oder der ABC-Abwehr entstehen, so Pistorius vor der Reise. Dort sei der Kreis möglicher Bewerber deutlich kleiner als bei den Kampftruppen. Sollten die Freiwilligenzahlen nicht ausreichen, gebe es zunächst Personalgespräche. "Und im Zweifel wird dann auch eine Verpflichtung ausgesprochen", sagt Pistorius.
+++ 14:28 Ukrainische Raketen treffen russische Raketenfabrik in Woronesch +++
Das ukrainische Militär trifft nach eigenen Angaben eine Fabrik für Raketenelektronik in der russischen Region Woronesch. Bei dem Angriff seien luftgestützte Marschflugkörper, vermutlich vom Typ Storm Shadow, zum Einsatz gekommen, teilt der Generalstab in Kiew mit. Das Werk sei wichtig für die russische Rüstungsproduktion. Der Gouverneur von Woronesch, Alexander Gusew, meldet Schäden an nicht näher bezeichneten Produktionsanlagen sowie drei Verletzte. Die Flugabwehr habe nach russischen Angaben mehrere Geschosse abgefangen.
+++ 14:01 Munz: Dieselmangel macht sich auch in Moskau bemerkbar +++
Die ukrainischen Angriffe auf Ölanlagen machen sich in Russland zunehmend stark bemerkbar, berichtet Korrespondent Rainer Munz. Doch auch zivile Ziele werden immer öfter getroffen, auch von ukrainischer Seite - "beides ist völkerrechtswidrig".
+++ 13:29 Deutsche Firmen helfen der Ukraine mit Zehntausenden Ersatzteilen +++
Damit durch Russlands Angriffe zerstörte Energieanlagen in der Ukraine schnell repariert werden können, haben Dutzende deutsche Unternehmen Ersatzteile gespendet. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beteiligte sich die 100. deutsche Firma an der Spendenkampagne der Deutsch-Ukrainischen Energiepartnerschaft. Insgesamt hätten die 100 Unternehmen seit Kriegsbeginn über 35.000 Ersatzteile gespendet, teilt das Ministerium mit. Darunter sind demnach Generatoren, Transformatoren, Solarmodule und Schaltanlagen. Die Stromversorgung für rund 1,5 Millionen Menschen habe dadurch wiederhergestellt oder gesichert werden können.
+++ 12:57 Ferienlager für Kinder auf der Krim verboten +++
Auf der von Russland besetzten Krim sind Ferienlager und andere Angebote für Kinder abgesagt, nachdem sich die Situation vor Ort weiter zugespitzt hat. Wie der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow verkündet, ist es bis September verboten, Kinder zu Erholungs- und Tourismuszwecken auf der Krim unterzubringen. Er verweist auf die Sicherheitslage. In ihrem Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg attackierten die ukrainischen Streitkräfte zuletzt verstärkt Ziele auf der Krim, darunter Energieanlagen, sowie Transport- und Logistikrouten, die auch vom russischen Militär genutzt werden. Am Sonntag setzten die Behörden den Verkauf von Treibstoff aus – mit Ausnahmen für öffentliche Einrichtungen. Immer wieder gibt es Berichte über Stromausfälle. Zudem teilt der örtliche Energieversorger Krimenergo mit, dass Zeitpläne für Stromsperren eingeführt wurden. Das wiederum hat auch Einfluss auf die Wasserversorgung.
+++ 12:38 Russland meldet Festnahme wegen Spionageverdachts +++
Nach russischen Angaben wird ein 21-Jähriger in Woronesch wegen des Verdachts auf Landesverrat festgenommen. Es handele sich um einen Bewohner der Stadt im südlichen Zentralrussland, erklärt der Inlandsgeheimdienst FSB laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Er soll von ukrainischen Geheimdiensten angeworben worden sein, um militärische Einrichtungen in der Region Moskau zu überwachen, so der Vorwurf.
+++ 11:54 Ukraine: Haben russisches Satelliten-Zentrum bei Moskau attackiert +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das russisches Satellitenkommunikationszentrum in Dubna angegriffen. Bei dem Angriff auf die Anlage in der Region Moskau sei starke Rauchentwicklung beobachtet worden, teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Das genaue Ausmaß der Schäden werde derzeit noch ermittelt. Laut der Website der russischen Satellitenkommunikationsgesellschaft (RSCC) ist die Anlage in Dubna die größte Satelliten-Bodenstation in Russland und eine der größten in Europa.
+++ 11:32 Ukraine entscheidet über Europa-Vertreter bei Russland-Gesprächen +++
Die Ukraine entscheidet nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, wer Europa bei möglichen Verhandlungen mit Russland vertritt. Die europäische Seite werde das Format prüfen und mehrere Optionen vorschlagen, sagt Selenskyj in einem am Sonntagabend veröffentlichten Interview mit ukrainischen Medien. Kiew werde dann die Wahl treffen. "Das ist fair."
+++ 10:49 Russland kann massive Folgen für Krim nicht mehr verbergen +++
Die Krim bekommt die wochenlangen ukrainischen Angriffe auf Versorgungslinien so deutlich zu spüren wie nie zuvor. Am Wochenende verkündet Gouverneur Aksjonow einen Verkaufsstopp für Treibstoff an Privatpersonen und Unternehmen. Vorausgegangen waren Schläge gegen ein Ölterminal sowie Fährschiffe.
+++ 10:29 Russland: Über 300 ukrainische Drohnen abgefangen +++
Das russische Militär hat letzte Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums 301 ukrainische Drohnen über russischem Territorium und über dem Asowschen Meer und Schwarzen Meer abgewehrt. Zu möglichen Einschlägen weiterer Drohnen macht das Ministerium keine Angaben.
+++ 09:59 Bericht: Ein Telegram-Kanal von Moskauer Bürgermeister kurzzeitig gekapert +++
Ein Telegram-Kanal des Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin soll gestern Abend gehackt worden sein. Laut dem russischen Exilmedium Meduza geht es um den Kanal "Sergey Sobyanin. Persönlicher Blog" mit fast 39.000 Abonnenten und nicht um den offiziellen Kanal des Bürgermeisters mit 359.000 Abonnenten. Meduza schreibt, dass auf dem betroffenen Kanal Einträge wie "Moskau wird brennen" zu lesen gewesen seien, aufgetaucht seien außerdem Links zu Spendenaufrufen für Drohnen für die Ukraine. Kurz drauf soll der Telegram-Kanal nicht mehr aufrufbar gewesen sein. Am Morgen lässt sich der Kanal aufgerufen, der letzte Eintrag stammt vom 17. Juni.
+++ 09:29 Sohn, Vater und Großmutter getötet +++
In der Ukraine sind nach Angaben der Behörden bei russischen Drohnenangriffen mehrere Menschen getötet worden. In der nordukrainischen Region Sumy starben ein 13-jähriger Junge, sein Vater und seine Großmutter, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilt. Den Angriff um kurz vor fünf Uhr morgens Ortszeit überlebten demnach die Mutter und zwei Geschwister. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 08:52 Ukraine wirft Russland Drohnenattacken auf Frachter vor: Koch getötet +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer auf dem Weg zur Ukraine ist nach Angaben aus Kiew ein Mensch getötet worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um den ägyptischen Koch des unter der Flagge Panamas fahrenden Schiffes, teilt der ukrainische Vize-Regierungschef Oleksij Kuleba auf Telegram mit. Acht weitere Seeleute, darunter Staatsbürger aus Indien und der Türkei, seien von dem nicht mehr seetüchtigen Schiff gerettet worden. Der Frachter "Victress" sei durch den Angriff in Brand geraten, schreibt Kuleba. Demnach wurden in der vergangenen Nacht zwei weitere Schiffe unter den Flaggen von Belize und Palau von Russland angegriffen. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden. Eine Reaktion aus Russland dazu liegt bisher nicht vor.
+++ 08:24 Ukraine: Rakete und Drohnen schlagen ein +++
Die Ukraine ist laut ihren Streitkräften seit dem Abend mit 88 russischen Drohnen und einer ballistischen Iskander-Rakete angegriffen worden. Davon seien 79 Drohnen abgewehrt worden, schreibt das Militär heute früh in sozialen Medien. Einschläge durch die Rakete und Drohnen habe es an sechs Orten gegeben. Zudem seien Trümmerteile abgeschossener Drohnen an neun Orten registriert worden. (Sieh Eintrag um 08:04 Uhr)
+++ 08:04 Bei russischen Angriffen sterben mindestens zwei Menschen +++
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Angaben regionaler Behörden seit dem Abend mindestens zwei Menschen getötet worden. Eine Frau starb in der Stadt Saporischschja, wo nach dem Einschlag einer Drohne in einem Wohngebiet ein Haus in Brand geriet, wie der Gouverneur mitteilt. Drei weitere Menschen seien verletzt, darunter ein elfjähriger Junge. Dazu veröffentlicht der Gouverneur auf Telegram Bilder des zerstörten Hauses. Ein weiteres Todesopfer sowie drei Verletzte wurden zuvor aus der Region Odessa bestätigt. Dort sei am Abend ein landwirtschaftliches Unternehmen mit einer Rakete attackiert worden. (Siehe Eintrag um 02:20 Uhr)
+++ 07:37 Krim laut Berichten in der Nacht von Drohnen attackiert +++
Auf der von Russland besetzten Krim waren Berichten zufolge in der Nacht Explosionen infolge von Drohnenangriffen zu hören. Das melden die proukrainischen Telegram-Kanäle "Crimean Wind " und "Atesch", die sich unter anderem auf Anwohner und Satellitenbilder berufen. Demnach soll es Drohnenangriffe im Bereich Simferopol gegeben haben. Ziel sei das Kraftwerk Tavricheskaya gewesen, heißt es weiter. Auch ist von Stromausfällen an verschiedenen Orten auf der Krim die Rede. Zudem schreibt "Crimean Wind ", dass in Armyansk in der Nähe des Bahnhofs ein Feuer ausgebrochen sei und ein Gebäude des russischen Inlandsgeheimdienstes beschädigt worden sein soll.
+++ 07:02 Krim-Hafenstadt sagt Open-Air-Veranstaltungen ab +++
Die Zeichen für eine Krise auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim verdichten sich. In der Hafenstadt Sewastopol seien für diesen Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden, teilt Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew ruft die Bevölkerung zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.
+++ 06:45 Selenskyj: US-Unternehmen könnten Luftabwehrraketen unter Lizenz in der Ukraine herstellen +++
Dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zufolge gibt es positive Reaktionen der USA unter Präsident Donald Trump bezüglich Lizenzen für die Produktion von Waffen. "Trump plant, sich an amerikanische Rüstungsunternehmen zu wenden und sie zu bitten, Raketen für die Luftabwehr unter Lizenz in Europa und der Ukraine herzustellen", erklärt Selenskyj am Sonntag in einem Interview im ukrainischen Fernsehen. Beim G7-Gipfel letzte Woche hatten unter anderem Trump, Selenskyj und der französische Präsident Emmanuel Macron über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. In der Abschlusserklärung des Gipfels wird erwähnt, die Produktion von Waffen für die Ukraine durch die Vergabe von Lizenzen anzukurbeln. Dabei gehe es um "umfassende Lizenzerteilungen, auch von amerikanischen Unternehmen" an europäische und ukrainische Hersteller, sagte Kanzler Friedrich Merz im Anschluss. Nähere Angaben zur Art der Waffen gab es nicht.
+++ 05:59 Moskaus Flughäfen kurzzeitig geschlossen +++
Wegen des Anflugs zahlreicher Drohnen sind die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau kurzzeitig geschlossen worden. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt bei Telegram, es seien 59 Drohnen abgefangen worden. Er macht zwar keine Angaben darüber, woher die Drohnen kamen. Die Ukraine richtet aber immer wieder Drohnen gegen Russland als Vergeltung für russische Luftangriffe auf ukrainische Städte. Am frühen Morgen erklären die russischen Behörden dann, die Moskauer Flughäfen seien wieder geöffnet.
+++ 04:58 Angriffe auf Raffinerien: Wirtschaftliche Lage in Russland spitzt sich zu +++
Ukrainische Drohnen greifen inzwischen auch Ziele weit im russischen Hinterland an - und zielen dabei immer wieder auf wirtschaftlich wichtige Anlagen der Ölindustrie. Acht der zehn größten Raffinerien Russlands wurden bereits getroffen - manche von ihnen für Wochen oder sogar Monate außer Gefecht gesetzt. Die wirtschaftliche Lage in Russland spitzt sich damit weiter zu: Flughäfen klagen bei ohnehin schon teuren Flugtickets seit Wochen über den Mangel an Kerosin. Der fehlende Diesel macht den Bauern in den Agrarregionen Südrusslands und an der Wolga zu schaffen.
+++ 02:20 Raketen treffen südukrainische Region Odessa +++
Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilt Gouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.
+++ 00:45 Pistorius besucht in Litauen stationierte Panzerbrigade der Bundeswehr +++
Verteidigungsminister Boris Pistorius reist an diesem Montag nach Litauen, um sich die erste Übung der dort stationierten Panzerbrigade 45 der Bundeswehr anzuschauen. Für die Übung "Freedom Shield 2026" an der Ostflanke der Nato wurden rund 2900 Soldaten - darunter 2300 aus Deutschland - und rund 800 Fahrzeuge aus acht Nato-Staaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade zusammengezogen, der etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt ist. Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt.
+++ 23:17 Baltenstaat investiert Milliardenbetrag in Verteidigung +++
Das mit Drohnenausläufern des russischen Angriffskriegs in der Ukraine konfrontierte Lettland investiert umfangreich in seine Verteidigung. Wie die "Kyiv Post" berichtet, hat die Regierung in Riga ein Verteidigungsdarlehensabkommen über fast 3,5 Milliarden Euro im Rahmen des SAFE-Kreditprogramms der EU unterzeichnet und ist damit das achte Land, das sich dem Programm anschließt. EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nannte Lettland am Wochenende einen "Vorreiter in der europäischen Verteidigungskoordination" und hob seine schnelle Entwicklung von Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeiten als "ein Beispiel für andere Mitgliedstaaten" und einen wichtigen Beitrag zur europäischen Sicherheit hervor. Lettland wird die Mittel dem Bericht zufolge dafür nutzen, um etwa Investitionen in unbemannte Flugsysteme, Lenkflugkörper und Anti-Drohnen-Technologien zu beschleunigen. Drohnen, die durch russische Störungen von ihrem vorgesehenen Kurs abkamen, sind mehrfach in den Luftraum Lettlands und seiner baltischen Nachbarn eingedrungen. Riga kündigte kürzlich an, Abfangdrohneneinheiten an seiner Ostgrenze einzusetzen, um dieser Bedrohung zu begegnen.
+++ 22:27 Polnischer Politiker gibt eigenen Orden aus Protest zurück +++
Der ehemalige polnische Abgeordnete Piotr Fogler erklärt am Wochenende, er habe seine staatliche Auszeichnung, das Goldene Verdienstkreuz, aus Protest gegen die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki zurückgegeben. Das berichtet der "Kyiv Independent". Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor seinen "Orden des Weißen Adlers" aberkannt bekommen und diesen nach Polen zurückgeschickt. "Ich gebe meine Auszeichnung diesem Präsidenten symbolisch zurück, aus Protest gegen die törichte Entscheidung, dem Präsidenten der Ukraine, einer kämpfenden Ukraine, den Orden abzunehmen", so Fogler. Demnach sei seine Geste nicht gegen den Präsidenten gerichtet, der ihm die Auszeichnung ursprünglich verliehen hatte und den er respektiere, sondern gegen das derzeitige Staatsoberhaupt. Er wirft Nawrocki vor, zunehmend "Polen und uns alle lächerlich zu machen."
+++ 21:41 Selenskyj erwartet konkrete Schritte zur Deeskalation von Minsk +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko konkrete Schritte zur Deeskalation. "Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren", sagt er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: "Sein 'Ich entschuldige mich' soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr." Belarus ist engster Verbündeter Russlands. Beim Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 griff die russische Armee auch von belarussischem Gebiet aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, musste sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor. Lukaschenko hatte erst vor kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich bei Selenskyj.
+++ 21:04 Tusk nennt Ordensstreit mit Selenskyj einen "strategischen Fehler" +++
Der polnische Regierungschef Donald Tusk nennt die Verstrickung polnischer und ukrainischer Politiker in den Streit um die Aberkennung eines Ordens für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen "strategischen Fehler, bei dem beide Seiten verlieren werden: geschäftlich, geopolitisch und in Bezug auf ihren Ruf". Selenskyj hatte den "Orden des Weißen Adlers" - die ihm 2023 verliehene höchste polnische Staatsauszeichnung - am Wochenende nach Polen zurückgeschickt. Eine Reihe früherer Präsidenten verzichtete aus Protest ebenfalls auf den Orden. Hintergrund ist die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, Selenskyj in einem Streit um die Geschichte beider Länder im Zweiten Weltkrieg den Orden abzuerkennen. In der Politik wisse man, ein Fehler sei schlimmer als ein Verbrechen, schreibt Tusk auf X. "In Gesprächen mit meinen europäischen Partnern versuche ich, die Verluste zu minimieren und die Spannungen abzubauen. Das ist keine leichte Aufgabe."
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