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Politik startet Förderprogramm 200 Brennpunktschulen bekommen Millionen

Zwei Schülerinnen melden sich im Unterricht. Foto: Annette Riedl/dpa/Archivbild

Gute Bildung für alle, unabhängig vom Wohnort. Mit dem neuen Förderprogramm soll das gelingen.

(Foto: Annette Riedl/dpa/Archivbild)

Wo ein Kind zur Schule geht, entscheidet oft über den späteren Lebensweg. Doch die Chancen sind in Deutschland nicht gleich verteilt. Die Politik will jetzt Brennpunktschulen besser fördern und stellt dafür 125 Millionen Euro bereit. Kritiker nennen das Paket "halbherzig".

Mit einem auf zehn Jahre angelegten Förder- und Forschungsprogramm wollen Bund und Länder Hunderte sogenannter Brennpunktschulen in Deutschland unterstützen. So sollen die Bildungschancen der Schüler dort verbessert werden. "Es kann nicht sein, dass wir anhand der Postleitzahl einer Schule die Qualität der Bildung ablesen können, die ein Kind dort erhält", sagte CDU-Bundesbildungsministerin Anja Karliczek bei der Vorstellung des Programms in Berlin.

Gemeinsam mit dem hessischen CDU-Bildungsminister und Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz, und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe von der SPD präsentierte sie Details des Programms "Schule macht stark". Bund und Länder wollen dafür zusammen 125 Millionen Euro bereitstellen - verglichen mit anderen Programmen, wie dem milliardenschweren sogenannten "Digitalpakt Schule", eine sehr kleine Summe. Darum gehe es aber hier auch nicht, sagte Rabe, sondern um die Frage, "was wirkt wirklich".

"Gute Bildung auch abseits der Villenviertel garantieren"

Konkret geplant ist Folgendes: Bis Oktober 2020 werden in einem ersten Schritt aus allen Brennpunktschulen in Deutschland 200 Einrichtungen ausgewählt. Dort werden dann mithilfe von Wissenschaftlern neue Strategien und Unterrichtskonzepte entwickelt und ausprobiert, um die Leistungen der Schüler in Bereichen wie Lesen, Schreiben und Mathematik zu verbessern. Die Erkenntnisse werden untereinander ausgetauscht und wissenschaftlich ausgewertet. Die Schulen sollen sich darüber hinaus stärker mit Eltern, örtlichen Vereinen und der örtlichen Kinder- und Jugendhilfe vernetzen. Konzepte, die gut funktionieren, sollen danach in einem zweiten Schritt auf weitere Schulen übertragen werden.

Rund ein Viertel der Schüler in Deutschland wachse in einer "schwierigen sozialen Situation auf", sagte Karliczek. "Gute Bildung muss es überall im Land geben - in den Villenvierteln, aber auch an Orten, in denen die Situation vor Ort nicht einfach ist." Ihren Angaben zufolge haben Schülerinnen und Schüler in "sozial begünstigten Schulen" einen Leistungsvorsprung von bis zu fünf Jahren gegenüber Kindern, die sogenannte Brennpunktschulen besuchen. In Ballungsgebieten oder Stadtstaaten sind das rund zehn Prozent der Schulen, sagte Hamburgs Schulsenator Rabe.

KMK-Präsident Lorz sagte dazu: "Die Zahl der Schulen, die aufgrund der Zusammensetzung ihrer Schülerschaft vor besonderen Herausforderungen stehen, hat ohne Zweifel zugenommen." Es werde mit Programmen zwar bereits dagegen angearbeitet, aber man sei noch nicht an dem Punkt, wo man sagen könne, alles Mögliche wurde getan. Die Bund-Länder-Initiative solle nun Instrumente entwickeln, die wirken und dann flächendeckend eingesetzt werden könnten.

Kritisch äußerte sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE). VBE-Chef Udo Beckmann begrüßte in einer Mitteilung zwar grundsätzlich das Vorhaben von Bund und Ländern, nannte es jedoch gleichzeitig "halbherzig". Die Umsetzung werde erst zum Schuljahr 2021/22 starten. "Das grenzt an Verschleppung. Zumal in der ersten Phase nur 200 von 32.577 allgemeinbildenden Schulen beteiligt werden." Die Bildungsexpertin der Grünen, Margit Stumpp, kritisierte, dass sich das Programm vor allem auf die Erforschung von Methoden konzentriert. "Noch einmal fünf Jahre Forschung sind wieder fünf Jahre verlorene Zeit für Schülerinnen und Schüler."

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Quelle: n-tv.de, fge/dpa

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