Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:48 Russland: Angriffe auf ukrainische Infrastruktur +++
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht großflächig ukrainische Infrastrukturziele angegriffen. Darunter befinde sich das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Anlage hat ihren Betrieb nach einer Reihe russischer Raketenangriffe seit September eingestellt. Zudem seien ein Umspannwerk in Schytomyr, ein weiteres Stahlwerk in Saporischschja sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getroffen worden. Letzteres habe Militärgüter für den Hafen von Odessa geladen.
+++ 10:17 Fünf Verletzte bei Angriffen auf Saporischschja +++
Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainischen Stadt Saporischschja sind fünf Menschen verletzt worden. Bislang hatten ukrainische Medien von zwei Verletzten berichtet (siehe Eintrag von 05:27). Unter den Verletzten soll sich demnach auch ein 11-jähriges Mädchen befinden. Neue Bilder zeigen Schäden an mehreren Wohngebäuden sowie Rettungskräfte, die Bewohnern dabei helfen, ihre teils zerstörten Häuser zu verlassen.
+++ 09:30 Russischer Regierungsvertreter lobt Sanktions-Stop der USA +++
Der hochrangige russische Regierungsvertreter Kirill Dmitrijew hat die Aussetzung der Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump als "wichtigen und wahrhaft historischen Moment" bezeichnet. Dmitrijew schrieb auf Telegram, anstelle von Sanktionen und Konfrontation gebe es nun "Dialog, eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung für die globale Stabilität." Seiner Ansicht nach hätten die geplanten Sanktionen die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA vollständig zum Erliegen bringen und der amerikanischen Wirtschaft sowie den globalen Märkten schweren Schaden zufügen können, zitiert die russische Nachrichtenagentur TASS den Kreml-Sondergesandten.
+++ 08:59 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 etwa 1.562.970 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb der letzten 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1950. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem ein Panzer, zwei gepanzerte Kampffahrzeuge, 24 Artilleriesysteme und 1396 Drohnen zerstört worden sein. Demnach soll Russland in den vergangenen 24 Stunden 71 Luftangriffe geflogen und dabei 261 gelenkte Luftbomben abgeworfen haben. Auch sollen weitere 7.433 Kamikaze-Drohnen eingesetzt und 2.699 Angriffe auf besiedelte Gebiete und Stellungen ukrainischer Truppen durchgeführt worden sein.
+++ 08:28 Mindestens ein Toter bei Angriffen auf Cherson +++
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Cherson ist der Fahrer eines Rettungswagens getötet worden. Zwölf weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt, darunter ein 11-jähriges Mädchen, eine Familie mit Baby und eine 73-jährige Frau. Die Militärverwaltung der Stadt erklärte, Cherson sei über den gesamten Vortag von russischen Flugzeugen, Artillerie und Drohnen angegriffen worden. Dabei wurden mehrere Wohnhäuser, Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, ein Bürogebäude und mehrere Fahrzeuge beschädigt.
+++ 07:49 Entwicklungsministerin fordert Ausnahme von Schuldenbremse für Ukraine-Hilfen +++
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan fordert erneut eine Ausnahme von der Schuldenbremse zur Finanzierung deutscher Ukraine-Hilfen. Ein großer Teil der zivilen Unterstützung für die Ukraine stamme aus dem Entwicklungsetat, sagte die SPD-Politikerin am Rande der IWF-Herbsttagung in Bangkok. Angesichts von Haushaltskürzungen sei der bisherige Umfang der Hilfen für das von Russland angegriffene Land gefährdet. "Die russischen Angriffe sind stärker denn je - und führen zu noch mehr Toten, mehr Zerstörung, mehr Leid", sagte Alabali Radovan. "Unsere Unterstützung ist entscheidend für die Widerstandskraft der Ukraine."
+++ 07:20 Flugverkehr in Moskau erneut stark eingeschränkt +++
Laut Flugverfolgungsdaten und aktuellen Meldungen der russischen Bundesluftverkehrsbehörde (Rosaviatsiya) war der Flugverkehr über der Stadt Moskau in der vergangenen Nacht zum sechsten Mal in Folge eingeschränkt. Rosaviatsiya hatte am späten Freitagabend bekanntgegeben, dass drei der vier großen Moskauer Flughäfen - Vnukovo, Domodedovo und Zhukovsky - den Betrieb aufgrund von Sicherheitsrisiken einstellten. "Es wurden vorübergehende Beschränkungen für die Ankunft und den Abflug von Flugzeugen eingeführt", erklärte die Behörde. "Diese Beschränkungen sind notwendig, um die Flugsicherheit zu gewährleisten." Unterdessen teilte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin mit, dass bis 1:30 Uhr (Ortszeit) fast 30 Drohnen abgefangen worden seien, die auf dem Weg in die russische Hauptstadt waren.
+++ 06:50 ISW: Ukrainer erobern Gebiete in Saporischschja zurück +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben kürzlich Gebiete im Westen der umkämpften Region Saporischschja zurückerobert. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.
+++ 06:02 Winkel: Schwesig hat sich "von Russland kaufen lassen" +++
Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, hat die SPD-Politikerin Manuela Schwesig auf dem JU-Deutschlandtag scharf attackiert. In Anspielung auf den früheren Einsatz der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern für die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 wirft er ihr vor, sie habe sich "von Russland kaufen lassen und das Ganze der deutschen Öffentlichkeit auch noch als Klimaschutz verkauft". Nach Sanktionsdrohungen der USA gegen beteiligte Firmen war der Bau der Pipeline 2020 ins Stocken geraten. Daraufhin gründete Mecklenburg-Vorpommern eine Klimaschutzstiftung, unter deren Schutzmantel der Bau zu Ende gebracht wurde.
+++ 05:27 Raketen treffen Wohnhaus in Saporischschja +++
Bei einem Luftangriff auf Saporischschja ist ein vierstöckiges Wohngebäude getroffen und schwer beschädigt worden. Behördenangaben zufolge gibt es mindestens zwei Verletzte. Zuvor hatte es in der Stadt Warnungen vor Raketenangriffen gegeben.
+++ 04:42 Trump setzt beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland aus +++
US-Präsident Donald Trump setzt zahlreiche Sanktionen, Beschränkungen und Zölle aus, die in wenigen Tagen in Kraft treten sollten. "Ich habe dem Kongress eine Bestätigung vorgelegt, dass eine solche Aussetzung zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse der USA liegt", heißt es in einem Erlass, den das Weiße Haus veröffentlicht. Das betroffene Gesetz hatte im letzten Monat den Kongress passiert. Trump hatte es Mitte September unterzeichnet. Das nach dem verstorbenen Senator Lindsey Graham benannte Sanktionsgesetz gegen Russland und den Iran sieht Zölle von bis zu 100 Prozent und weitere Strafmaßnahmen vor.
+++ 04:31 Kiew bekommt mobile Luftschutzbunker +++
Die Behörden in Kiew beginnen mit der Installation mobiler Luftschutzbunker an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. An einer Bushaltestelle in der ukrainischen Hauptstadt hat die Stadtverwaltung den ersten zeltförmigen Betonschutzraum für Fahrgäste erreichtet. Er solle Menschen während Luftalarmen "vorübergehenden Schutz" bieten, erklärt die Stadtverwaltung. Die Hauptstadt mit drei Millionen Einwohnern plant den Kauf und die Installation von weiteren 14 Schutzräumen. Die Betonblöcke bieten Sitzplätze für bis zu zehn Menschen und Platz für einen Rollstuhl. Kritiker in den sozialen Medien und politische Gegner von Bürgermeister Klitschko bezeichnen die Maßnahmen als völlig unzureichend und zu spät. Russland greift Kiew seit Wochen verstärkt mit Raketen und Drohnen an.
+++ 03:31 Drohnen nehmen Kurs auf Moskau +++
Moskau wird den örtlichen Behörden zufolge mit Drohnen angegriffen. Laut Bürgermeister Sergei Sobjanin sollen inzwischen über 40 Drohnen mit Kurs auf die russische Hauptstadt abgeschossen worden sein. Rettungsdienste seien im Einsatz. Über Schäden gibt es keine Informationen. Die vier Flughäfen der Region hätten ihren Betrieb erneut vorübergehend eingestellt, meldet die Luftverkehrsbehörde Rosaviatsiya.
+++ 02:14 Selenskyj warnt vor weiteren Sanktions-Lockerungen +++
Nach dem Diesel-Deal zwischen den USA und Russland warnt der ukrainische Präsident Selenskyj vor weiteren Lockerungen bei den Sanktionen gegen Moskau. "Diese Vereinbarungen können wir nicht akzeptieren", sagt Selenskyj in Brüssel vor Journalisten. Denn auf solche Absprachen würden Abkommen für Gas folgen, dann würden weitere Sanktionen aufgehoben "und anschließend wird es den Bankensektor treffen", sagt er mit Verweis auf die in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte.
+++ 00:46 Drei Tote bei russischen Drohnenangriffen +++
Russische Drohnen haben am Freitag mindestens drei Menschen in der Ukraine getötet. In Charkiw starben eine 71-jährige Frau und ein 58-jähriger Mann, zwölf weitere Menschen wurden verletzt, wie Gouverneur Oleh Synjehubow mitteilt. In der nordwestlichen Region Wolyn, die an Polen grenzt, wurde bei einem Drohnenangriff auf einen lebensmittelverarbeitenden Betrieb eine Person getötet und acht weitere verletzt, so Gouverneur Roman Romaniuk. Mehr als eine Million Menschen mussten nach Behördenangaben zeitweise ohne Strom ausharren, weil die Energieversorgung in mehreren Gegenden infolge der Angriffe zusammenbrach. Inzwischen seien die Anlagen wieder repariert, heißt es.
+++ 23:53 Selenskyj: Bei Niederlage könnten 20 Millionen Ukrainer fliehen +++
Sollte die Ukraine im Krieg gegen Russland unterliegen, könnten dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge bis zu 20 Millionen Ukrainer nach Westen fliehen. Russlands Präsident Wladimir Putin werde sich nicht mit dem besetzten Donbas zufrieden geben, sondern die ganze Ukraine beanspruchen, sagt Selenskyj auf dem EU-Gipfel. Danach werde er weitere Länder angreifen.
+++ 23:01 Russland: Beraten über weitere Projekte mit den USA +++
Nach dem kürzlich abgeschlossenen Diesel-Abkommen berät Russland nach eigenen Angaben mit den USA über weitere gemeinsame Projekte. Trotz der US-Sanktionen prüften beide Seiten weitere Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, erklärt der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew auf einer Energiekonferenz in Moskau. Unter anderem würden gemeinsame Projekte im Bereich russischer und US-amerikanischer Rechenzentren erörtert. Dabei gehe es auch um den Einsatz "kleiner Kernkraftwerke", um den steigenden Strombedarf dieser Anlagen zu decken. Derartige Vereinbarungen hatten die USA in der Vergangenheit an ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg gekoppelt. Dmitrijew äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass sich dies nun ändere. Er gilt als Schlüsselfigur bei den Gesprächen zwischen Russland und den USA über ein Ende des Ukraine-Kriegs.
+++ 22:22 Kreml will "Sicherheitszone" in der Ukraine erschaffen +++
Russland will nach den Worten von Wladimir Putin eine "Sicherheitszone" in der Ukraine entlang der gemeinsamen Grenze schaffen. Diese sei bei künftigen Gesprächen mit Kiew nicht verhandelbar, sagt Putin. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das Eindringen ukrainischer Truppen in die westrussische Region Kursk. Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge soll die Zone 660 Kilometer lang sein. 70 Prozent davon seien bereits unter russischer Kontrolle.
+++ 21:56 Putin nennt Entwicklung "positiv" und fordert gesamte Region Donezk +++
Wladimir Putin bezeichnet die militärische Entwicklung an der Front in der Ukraine als "positiv" und bekräftigt das Ziel einer vollständigen Eroberung der ostukrainischen Region Donezk. "Insgesamt stelle ich fest, dass die Entwicklung der Einsätze unserer Truppenverbände positiv ist", sagt Putin bei einem Besuch in einem militärischen Kommandozentrum laut vom Kreml verbreiteten Aufnahmen. "Die Offensive der Verbände und Einheiten der Streitkräfte findet entlang der gesamten Frontlinie statt, und das Tempo des Vormarschs hat sich deutlich beschleunigt", erklärt Putin. Auf den Aufnahmen ist der Präsident in Militäruniform zu sehen. "Natürlich bleibt die Befreiung der Volksrepublik Donezk eines der wichtigsten Ziele", sagt Putin. Als "Volksrepublik Donezk" bezeichnet Moskau die ostukrainische Region Donezk. "Etwas mehr als zehn Prozent" der Region seien noch unter ukrainischer Kontrolle, sagt Putin.
+++ 21:20 Trump spricht über Starlink-Ausfälle in der Ukraine +++
US-Präsident Donald Trump hat eine Verantwortung seiner Regierung oder Tech-Unternehmers Elon Musk für den eingeschränkten Zugriff der Ukraine auf das Satelliten-Netzwerk Starlink bestritten. Weder er noch Musk, der Chef des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX, zu dem Starlink gehört, seien dafür verantwortlich, dass die Ukraine den vollen Zugriff eingebüßt habe, sagt Trump vor Journalisten am Weißen Haus vor einer Reise in den Bundesstaat Georgia. Eventuelle Einschränkungen beim Zugriff auf das Starshield-System seien nicht von den USA verhängt worden. Trump erklärt zudem, er habe ein gutes Verhältnis zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Allerdings hatte Trump kürzlich den Druck auf Selenskyj erhöht und in einem TV-Interview gesagt, er sei kein großer Fan von ihm. Er finde den Umgang mit Selenskyj schwieriger als mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
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