Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:10 US-Vermittler Witkoff: "Bedeutende Fortschritte" bei Gesprächen erzielt +++

07.09.2026, 00:01 Uhr

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnet die Gespräche in Moskau und Kiew über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine als erfolgreich und deutet die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche an. "Es wurden bedeutende Fortschritte erzielt", erklärt Witkoff im Onlinedienst X. Es habe auch "Bewegung bei der Planung weiterer trilateraler Gespräche" gegeben, fügt Witkoff hinzu. Die beiden US-Gesandten Witkoff und Jared Kushner waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Sie trafen sich am Samstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und tags darauf mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Nach Angaben der französischen Präsidentschaft informierten die US-Gesandten die europäischen Vertreter in Kiew darüber, dass Russland eine "neue Bereitschaft" zeige, über den Ukraine-Krieg zu verhandeln.

+++ 21:45 Notfall abgewendet: Atomkraftwerk Saporischschja hat wieder Strom +++

Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilt. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagt IAEA-Chef Rafael Grossi. Das von Russland besetzte Atomkraftwerk benötigt eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August im Zuge von Kampfhandlungen beschädigt worden. Seitdem hatten Notstromgeneratoren für Energie gesorgt, doch der Diesel für diese Aggregate war in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen. Ohne die Reparatur der Stromleitung hätte es zu einem Blackout in der Nuklearanlage kommen können, heißt es von der IAEA.

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IAEA-Experten am Atomkraftwerk Saporischschja im Jahr 2022. Das größte AKW Europas geriet bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs unter russische Kontrolle. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk noch über zehn externe Stromleitungen, um unter anderem die Kühlsysteme zu versorgen. (Foto: picture alliance/dpa/IAEA)

+++ 21:00 Ukraine attackiert russische Millionenstadt im Ural-Gebirge +++

Langstreckendrohnen der ukrainischen Streitkräfte schlagen in der russischen Stadt Perm ein. Aufnahmen zeigen Einschläge in einem Wohnhaus. Die Stadt im Ural-Gebirge liegt rund 1500 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze.

+++ 20:05 Drohnen bomben russischen Tanker im Mittelmeer in Brand +++

Im Mittelmeer kommt es zu einem Drohnenangriff auf einen russischen Tanker. Am Sonntag attackiert rund ein Dutzend Drohnen die "Lady Mariia". Mutmaßlich handelt es sich um einen Angriff der Ukraine. Diese hatte den Tanker bereits im Mai wegen Waffenlieferungen von Syrien nach Russland sanktioniert.

+++ 19:15 Merz zu Drohnenvorfall: Werde Hintergründe "wahrscheinlich sehr viel mehr erläutern" müssen +++

Angesichts der jüngsten Fälle von Sabotage und des Anschlagsversuchs auf den Flughafen Leipzig/Halle hat Bundeskanzler Friedrich Merz ein entschlossenes Vorgehen gegen Russlands hybride Kriegsführung bekräftigt. "Ich werde von meiner Grundüberzeugung, dass wir unsere Freiheit gerade jetzt auch gegen Russland verteidigen müssen, keinen Millimeter abweichen", sagte Merz in Berlin. "Das Ziel der russischen Staatsführung ist die Destabilisierung der Werteordnung dessen, was wir mal früher den Westen genannt haben. Und diese Werteordnung steht nicht zur Disposition." Mit Blick auf Kritik, er habe sich zu früh auf Russland als Urheber des geplanten Drohnenanschlags auf den Leipziger Flughafen festgelegt, entgegnete Merz, er werde die Hintergründe "wahrscheinlich sehr viel mehr und sehr viel intensiver erläutern" und "durch mehr Fakten unterlegen" müssen. Mit der öffentlichen Zuordnung des Anschlagsversuchs habe er "nicht länger warten" wollen. "Das mag der eine oder andere für taktisch falsch gehalten haben." Er werde das jedoch "auch in Zukunft genauso handhaben".

+++ 18:30 USA verbreiten Optimismus: Will Putin nach Parlamentswahl verhandeln? +++

Die USA setzen nach Angaben aus dem französischen Präsidentenpalast auf einen zügigen Beginn von konkreten neuen Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. "Was die Amerikaner uns gesagt haben, ist, dass es nach den Duma-Wahlen eine neue russische Bereitschaft zu Verhandlungen gebe und dass man sich in diesem Zusammenhang auf einen Neustart der Verhandlungen vorbereiten müsse", hieß es am Nachmittag aus dem Élysée. Details hätten die Amerikaner allerdings bislang nicht näher erläutert. Die Parlamentswahl in Russland soll vom 18. bis 20. September stattfinden. Kriegskritische Opposition wurde ausgeschlossen. Die USA hatten am Wochenende einen neuen Vorstoß zur Beendigung des Krieges gestartet. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner sprachen dazu zunächst in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin und anschließend in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. An den Beratungen in Kiew nahmen zeitweise auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien teil. Im Élysée-Palast wurde es als positiv gewertet, dass die Europäer nun über die sogenannte E3-Gruppe mit in die Gespräche einbezogen werden.

+++ 18:00 Gezielt Migranten hingebracht? Finnland stellt Zaun an der Grenze zu Russland fertig +++

Nach zwei Jahren Bauzeit hat Nato-Mitglied Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der russischen Grenze fertiggestellt. "Die wichtigste Aufgabe des Staates ist es, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten", sagte die finnische Innenministerin Mari Rantanen laut einer Pressemitteilung. "Der Grenzzaun an der Ostgrenze ist in diesen unvorhersehbaren Zeiten ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Grenzsicherheitssystems. "Der Zaun war seit August 2024 an mehreren Abschnitten der mehr als 1300 Kilometer langen Grenze zu Russland entstanden, an denen "der operative Bedarf am größten und der Bau am wirtschaftlich sinnvollsten" gewesen sei, teilte der finnische Grenzschutz mit. Die Grenzanlage umfasst etwa einen 4,5 Meter hohen Zaun und ein technisches Überwachungssystem. Die Sicherheitslage an der finnisch-russischen Grenze gilt seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine als angespannt. Im Dezember 2023 hatte Finnland seine Land-Grenzübergänge zu Russland dichtgemacht. Hintergrund waren Vorwürfe, Russland habe gezielt Migranten an die Grenze gebracht, um Unruhe zu stiften. "Ohne einen Grenzzaun ist es nicht möglich, die instrumentalisierte Einreise wirksam, glaubwürdig und sicher zu bekämpfen", sagte Markku Hassinen, Chef der finnischen Grenzschutzbehörde, nun laut der Mitteilung.

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Der neu errichtete Zaun an der Grenze zwischen Finnland und Russland in der Nähe des Grenzübergangs Nuijamaa in Lappeenranta, Ostfinnland. (Foto: picture alliance/dpa/Lehtikuva)

+++ 17:30 Selenskyj dringt nach Besuch von Trump-Vertrauten auf Fortsetzung der Diplomatie +++

Nach dem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew und Moskau am Wochenende dringt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges. "Unsere Partner wissen, was Früchte tragen kann und was vor dem Winter Früchte tragen muss", erklärt Selenskyj auf der Online-Plattform X. Man koordiniere nun die nächsten Schritte und bereite weitere Treffen und Kontakte vor. Russland hatte zuvor eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine und den USA nicht ausgeschlossen. Es sei jedoch noch zu früh, um über Ort und Zeit solcher Verhandlungen zu sprechen, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow.

+++ 17:10 Stadt legt Notvorräte an: Kiew bereitet sich auf nächsten harten Kriegswinter vor +++

Kiew baut seine Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser aus, um sich auf längere Stromausfälle und andere Notfälle im kommenden Winter vorzubereiten. Dies berichtet die "Kyiv Post" unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Damit wolle die Stadt vorrangig einkommensschwache Einwohner und Menschen in schwierigen Lebensumständen unterstützen. Schon jetzt hat Kiew laut dem Bericht im Rahmen der Vorbereitungen auf die Herbst- und Wintersaison 2026–2027 Vorräte an lebenswichtigen Lebensmitteln angelegt. Diese sollen sicherstellen, dass die Einwohner mit Grundnahrungsmitteln versorgt werden können, falls Störungen im Energiesystem die Stadt beeinträchtigen sollten. Die Ukraine bereitet sich derzeit auf einen weiteren harten Kriegswinter vor, in dem Russland die Energieinfrastruktur des Landes weiter zu zerstören sucht.

+++ 16:40 Reaktion auf Berlins Maßnahmen: Russland schließt deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg +++

Russland schließt als Vergeltungsmaßnahme im Zusammenhang mit dem Leipziger Drohnen-Angriff nach den Goethe-Instituten auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg. Die deutsche Vertretung in St. Petersburg müsse ihre Arbeit bis spätestens 18. September einstellen, teilte das russische Außenministerium am Montag mit. Zudem müssten die deutschen Goethe-Institute ihre Aktivitäten in Russland beenden. Deren Mitarbeiter wurden aufgefordert, das Land bis spätestens 13. September zu verlassen. Moskau reagiert damit auf die Entscheidung der Bundesregierung, das russische Konsulat in Bonn sowie ein russisches Kulturzentrum in Berlin zu schließen. "Es waren die deutschen Behörden, die einmal mehr eine neue Eskalationsrunde in den bilateralen Beziehungen provoziert haben", erklärte das russische Außenministerium weiter. Die Bundesregierung trage die volle Verantwortung für die Folgen. Deutschland hatte seine Maßnahmen mit einem mutmaßlichen russischen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle begründet. Das russische Außenministerium wies diese Vorwürfe als absurde Erfindung zurück. Vergangene Woche hatte die russische Regierung bereits angekündigt, die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg zu schließen.

+++ 16:10 Ein Toter bei ukrainischem Angriff in Luhansk - vier russische 250-Kilogramm-Bomben treffen Kramatorsk +++

In der von Russland besetzten ostukrainischen Region Luhansk ist nach Angaben der dortigen Behörden bei einem ukrainischen Angriff ein Mensch getötet worden. Ein Fahrzeug sei beschossen worden, teilt der von Russland installierte Gouverneur Leonid Pasetschnik mit. Bei russischen Gleitbombenangriffen wurden im ostukrainischen Kramatorsk mindestens zwei Menschen getötet. Vier weitere seien verletzt worden, teilte die ukrainische Polizei bei Telegram mit. Insgesamt seien auf die Stadt im Gebiet Donezk vier 250-Kilogramm-Bomben abgeworfen worden. Demnach schlugen zwei der Bomben in Wohnhäuser ein. Mit Flügelkonstruktionen ausgestattete Gleitbomben werden aus großer Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. Kramatorsk ist über zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.

+++ 15:30 UN-Kommissar "entsetzt" über Einsatz tödlicher autonomer Drohne in der Ukraine +++

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk zeigt sich "entsetzt" über Berichte über die Tötung von Menschen in der Ukraine durch eine autonom agierende russische Drohne. "Ich schließe mich den Aufrufen an, Waffen zu verbieten, die ohne menschliches Zutun töten können", sagt Türk vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Er fügt hinzu, dass auch die Ukraine offenbar solche Waffen getestet habe. Die "New York Times" hatte am 24. August berichtet, dass eine von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuerte Drohen am 6. Juli drei Menschen in der ukrainischen Stadt Saporischschja getötet hatte. Demnach sollte die Drohne eigentlich eine Tankstelle angreifen, änderte dann aber selbstständig ihr Ziel. Laut dem britischen "Guardian" wurde in der Folge ein Mensch getötet. Am 25. August hatten die UNO und das Rote Kreuz vor einer Zukunft gewarnt, in der sogenannte Killer-Roboter auf Menschen zielen, und strengere internationale Regeln gefordert. Unter diesen tödlichen autonomen Waffensystemen werden im Allgemeinen Waffensysteme verstanden, die ohne menschliches Eingreifen Ziele auswählen und Gewalt anwenden. Bislang ist ein Einsatz derartiger Waffen noch nicht offiziell bestätigt worden. Angesichts der Kriege und Konflikte in der Ukraine und in der Golfregion, in denen immer häufiger Drohnen eingesetzt werden, mehren sich aber die Befürchtungen.

+++ 15:00 British American Tobacco: Werk in Ukraine bei russischem Angriff beschädigt +++

Bei einem russischen Angriff ist ein Werk von British American Tobacco (BAT) in der Stadt Pryluky in der nordukrainischen Region Tschernihiw beschädigt worden. Die Folgen des Angriffs würden derzeit überprüft, teilt BAT auf Anfrage mit. Nach ersten Erkenntnissen sei niemand verletzt worden. British American Tobacco gehört zu den größten Tabakunternehmen weltweit. Die Gruppe ist in mehr als 150 Ländern vertreten und hat ihren Hauptsitz in London. 

+++ 14:17 "Macht euch nicht lächerlich": Ukrainischer Brigadegeneral meldet sich aus angeblich russisch besetztem Ort +++

Die ukrainische Armee widerspricht Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin, wonach der Ort Swjatohirsk in der Region Donezk unter russischer Kontrolle stehe. Auf einem Video, das laut ukrainischen Angaben in der Stadt aufgenommen wurde, wendet sich Brigadegeneral Andrij Biletskyi vom Dritten Armeekorps direkt an die Russen: "Ich möchte mich an die russische militärische und militärpolitische Führung wenden. Nehmt eure Clownnasen und bunten Perücken ab. Macht euch nicht lächerlich. Die 60. mechanisierte Brigade des Dritten Armeekorps hat die Stadt vollständig unter Kontrolle. Tatsächlich handelt es sich hierbei um unser Hinterland." Die Karte der Militärbeobachter von Deep State zeigt in der Tat, dass die Front den Ort nicht erreicht hat. Der Frontverlauf in der Region hat sich in den vergangenen Monaten wenig bewegt, die Hauptkampflinie liegt rund 10 Kilometer entfernt. Wie die "Ukrainska Prawda" schreibt, weist das ukrainische Militär auch russische Behauptungen über die angebliche Einnahme der Siedlung Kozacha Lopan in der Region Charkiw zurück.

+++ 13:56 Sondersitzung des Innenausschusses zur hybriden Bedrohung durch Russland +++

Der Innenausschuss des Bundestages wird sich in einer Sondersitzung mit der hybriden Bedrohung durch Russland befassen. Wie aus der Einladung an die Abgeordneten hervorgeht, wird ein "Bericht der Bundesregierung zur hybriden Bedrohungslage und geplanten Gegenmaßnahmen" einziger Tagesordnungspunkt der Sitzung am Donnerstag sein. Die Sitzung war von den Grünen beantragt worden, nachdem die Bundesregierung in der vergangenen Woche Russland für den versuchten Angriff mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen verantwortlich gemacht und diplomatische sowie anderweitige Konsequenzen verkündet hatte. 

+++ 13:30 Selenskyj: Raffinerie im Gebiet Rjasan beschädigt +++

Auf der bereits 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim berichtet der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, dass ein Mann und eine Teenagerin bei einem ukrainischen Angriff getötet worden seien. Acht mehrstöckige Wohnhäuser wurden demnach beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt ukrainische Angriffe auf Ziele in Russland. Dabei sei eine Raffinerie im Gebiet Rjasan beschädigt worden. Demnach wurden auch Raffinerien in der Region Perm und der Republik Tatarstan anvisiert. Zudem seien Ziele im Gebiet Kursk und im Schwarzen Meer angegriffen worden.

+++ 13:04 Beobachter: Russische Propagandanetzwerke mischten bei Landtagswahl mit +++

Wahlbeobachter der Organisation Plattform Wahlen stellen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gezielte Desinformation fest. "Die Landtagswahlen waren gekennzeichnet durch massive inländische und ausländische Desinformationskampagnen, die die Glaubwürdigkeit des Wahlprozesses erschüttern sollten, sagt die Gründerin Stefanie Schiffer. Plattform Wahlen zufolge gab es mehrere Einflussnahmen, die russischen Akteuren zugeschrieben werden können. So hätten russische Propaganda-Netzwerke wie Operation Overload ("Matrjoschka") oder "Storm-1516" versucht, die Kandidaten von CDU, SPD, FDP, Linke und Grünen aus Sachsen-Anhalt zu diskreditieren. Die Organisation fordert ein koordiniertes Vorgehen gegen russische Manipulation und eine klare gesetzliche Regelung für internationale und zivilgesellschaftliche Wahlbeobachtung in Deutschland. "Wahlleitungen und Aufsichtsbehörden brauchen klare Mechanismen, um Desinformationskampagnen schnell zu erkennen, zuzuordnen und öffentlich zu benennen", so Schiffer.

+++ 12:36 Kreml: Trilaterale Gespräche "nicht ausgeschlossen" +++

Russland zeigt sich nach eigenen Angaben offen für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA, schränkt dies allerdings ein: "Auch wir schließen eine Wiederaufnahme des trilateralen Formats nicht aus, aber es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, um etwas über einen Ort (des Treffens) oder die genauen Termine zu sagen", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff waren am Wochenende nach Moskau und Kiew gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Ukraine-Konflikts vorzulegen. Moskau betont gerne, dass die sogenannten "Grundursachen des Konflikts" beseitigt werden müssten und stellt so weit gehende Forderungen, dass diese einer Kapitulation der Ukraine gleichkämen.

+++ 12:04 Geldwäschenetzwerk? Ukrainischer Generalstaatsanwalt weist Vorwürfe zurück +++

Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko weist die am Wochenende gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe entschieden zurück. Die Anschuldigungen im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern seien "durch nichts belegt", schreibt Krawtschenko bei bei  Telegram. Am Samstag hatten die ukrainische Antikorruptionsbehörde Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Geldwäschenetzwerk aufgedeckt zu haben, das "von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt" worden sei. Im Rahmen der Ermittlungen waren die Büros der Generalstaatsanwaltschaft durchsucht worden. Die Antikorruptionsbehörde Nabu veröffentlichte ein Bild von einem Safe, der mit Dollar-Bündeln gefüllt war, und teilte mit, sie habe fünf Mitglieder des Netzwerks identifiziert. Namen nannte sie indes nicht. Den Ermittlern zufolge erhielt das Netzwerk Geld, um betrügerische Callcenter zu schützen. Es seien "Vermögen in Höhe von Millionen" gewaschen worden. Mit diesen Bestechungsgeldern wurden demnach Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände bezahlt.

+++ 11:33 "Hier in Russland setzt man auf die AfD" +++

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird weit über die Landesgrenzen hinaus genau beobachtet. Auch der Kreml beobachtet die Abstimmung mit Interesse und einer unübersehbaren Genugtuung. Kirill Dmitriev, ein Beauftragter Wladimir Putins, "spricht von einem gedemütigten Merz", berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz. "Hier in Russland setzt man auf die AfD."

+++ 11:20 VW-Werk in Osnabrück wird Rüstungsstandort +++

Als erstes Autowerk in Deutschland wird das Volkswagen-Werk in Osnabrück zum Rüstungsstandort. Das Land Niedersachsen und der israelische Investor Aurelius übernehmen die Anlage und bauen sie in den kommenden Jahren zu einem Kompetenzzentrum für die Verteidigungsindustrie aus. Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Luftverteidigungssysteme des israelischen Herstellers Rafael produziert werden. Die Eckpunkte des Geschäfts seien an diesem Montag vereinbart worden, teilt Volkswagen mit. Das bekannteste Produkt von Rafael ist das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome. In Deutschland gehört unter anderem der Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defense zu dem Konzern.

+++ 11:06 Erste Straßenbrücke: Nordkorea und Russland intensivieren Beziehungen weiter +++

Russland und das weitgehend abgeschottete Nordkorea eröffnen die erste Straßenbrücke zwischen den beiden Staaten. Das Bauwerk überspanne den Grenzfluss Tumen und sei ein Meilenstein für die bilaterale Partnerschaft, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die Brücke solle die Beziehungen vertiefen und den Handel ankurbeln. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin erklärt bei der Eröffnungszeremonie per Videoschalte, er sei überzeugt, dass der Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur neuen Schub verleihen werde. Die Brücke solle zudem den Tourismus stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.

+++ 10:42 Russisches Militär: Ukrainische Häfen attackiert +++

Das russische Militär greift nach eigenen Angaben erneut ukrainische Häfen an. Ein Schiff im Hafen von Tschornomorsk sei am Sonntagabend getroffen worden, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Schiff habe Militärgüter an Bord gehabt. Zudem seien heute Morgen Verladeanlagen im Hafen von Ismajil attackiert worden.

+++ 10:11 Bis zu 13 Mal am Tag Luftalarm in Kiew +++

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew gibt es täglich mehr Warnungen vor Luftangriffen als jemals zuvor seit der Vollinvasion Russlands im Jahr 2022. Dies geht aus einer Analyse der BBC hervor, die auf Regierungsdaten basiert. Früher fanden demnach die meisten Luftangriffe nachts statt. Doch inzwischen attackiert Russland auch zunehmend tagsüber - eine Taktik, die zu enormen Beeinträchtigungen für Schulen und Unternehmen führt. Die Angriffe zwingen die Menschen nun dazu, bis zu 13 Mal am Tag Schutz zu suchen, wobei die Luftangriffswarnungen zwischen wenigen Minuten und fast viereinhalb Stunden dauern. Für die Bewohner Kiews bedeutet das: mehr Stress, Angst und Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen. Lediglich am Wochenende gab es eine kurze Pause bei den Angriffen auf Kiew, weil die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff zu Gesprächen in der Stadt waren.

+++ 09:36 Russland meldet Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen +++

In Russland werden nach Angaben der Behörden zwei Menschen bei ukrainischen Drohnenangriffen getötet worden. Ein Todesopfer habe es in der Region Perm gegeben, teilt der Gouverneur der Region, Dmitri Machonin, mit. Vier weitere Menschen seien dort verletzt worden, als ein Wohngebäude bei dem Angriff beschädigt worden sei. Die örtliche Luftabwehr habe 27 Drohnen abgeschossen. Perm liegt am Rande des Uralgebirges im Osten des europäischen Teils Russlands. In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod sei zudem ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit (siehe auch Eintrag um 08:34).

+++ 09:05 Blinde, Taube und Schizophrene sollen in russischen Drohnenabwehr-Einheiten dienen dürfen +++

Ist das ein Zeichen zunehmender Verzweiflung? Kremlchef Wladimir Putin unterstützt offenbar den Vorschlag, auch schwer Erkrankte in der Drohnenabwehr zu beschäftigen. Wie das oppositionelle Portal "Medusa" schreibt, solle auch Freiwilligen, die blind, taub, schizophren oder anderweitig schwer erkrankt sind, der Dienst in regionalen Drohnenabwehr-Einheiten ermöglicht werden. Der Kriegskorrespondent Jewgeni Poddubny hatte Putin darum, behinderten Freiwilligen den Dienst zu gestatten - was dieser billigte. Derzeit gibt es Spekulationen über eine weitere groß angelegte Mobilisierungswelle im Herbst. Die russischen Behörden bestreiten, derartige Pläne zu haben. Wladimir Putin bezeichnete die Mobilisierungsgerüchte als "völligen Unsinn".

+++ 08:34 Angriff auf eine der größten russischen Raffinerien gemeldet +++

In der Nacht sollen ukrainische Drohnen wieder mehrere Anlagen in verschiedenen Regionen Russlands angegriffen haben. Insbesondere in Perm waren Explosionen zu hören, berichtet der staatliche ukrainische Sender Suspilne unter Berufung auf lokale Telegram-Kanäle. Anwohner veröffentlichten Fotos und Videos von Drohnenflügen und berichteten über den Einsatz der Luftabwehr, heißt es. Ersten Informationen zufolge wurde laut dem Bericht vermutlich die Raffinerie Lukoil-Permnaftoorgsintez angegriffen. Dabei soll es sich um eine der größten Raffinerien Russlands handeln. In der Nähe des Werks sei eine schwarze Rauchsäule gesichtet worden. Auch aus der Region Rostow und den Tschuwaschischen Republiken sollen Explosionen und Luftabwehreinsätze gemeldet worden sein.

+++ 08:05 China soll Russland heimlich Komponenten für Kampfdrohnen geliefert haben +++

Ein chinesisches Staatsunternehmen hat Russland offenbar Materialien für den Bau von Hunderten von Kamikaze-Drohnen verschafft. Wie der "Telegraph" berichtet, wurden Teile an ein Unternehmen geliefert, das mit Russlands größtem Energieerzeuger in Verbindung steht. Dieses Unternehmen baue die "Geran"-Drohnen, mit denen im August ein Einkaufszentrum in der Zentralukraine angegriffen wurde. Dabei starben mindestens 16 Menschen. Die getarnte Lieferung der Komponenten soll in internen russischen Dokumenten detailliert beschrieben sein, die der "Telegraph" nach eigenen Angaben eingesehen hat. Die Dokumente zeigen demnach erstmals, wie ein staatliches chinesisches Unternehmen entscheidende Komponenten für den Drohnenbau direkt nach Russland exportierte. 

+++ 07:29 ISW: Putin wird "systematisch" über Lage an der Front belogen +++

Das russische Militär informiert Putin Militäranalysten zufolge "systematisch falsch über die Lage an der Front". Wie das Institute for the Study of War (ISW) schreibt, sei dies "zum Teil auf die in den russischen Streitkräften weit verbreitete Kultur des Lügens" zurückzuführen, die Militärlblogger als "schöne Berichte" bezeichneten. Hochrangige russische Militärkommandanten übertrieben routinemäßig russische Vorstöße. "Die Lügen und Verzerrungen russischer Militärkommandanten auf vielen Ebenen führen wahrscheinlich dazu, dass Putin in seiner Überzeugung bestärkt wird, die russischen Streitkräfte könnten seine angestrebten Ziele im Gebiet Donezk bis Ende 2026 erreichen, und er daher keine Kompromisse bei seinen Zielen eingehen müsse", konstatiert der Thinktank. Seit Beginn der Vollinvasion im Februar 2022 hat der Kreml demnach nicht weniger als 15 Fristen für die Einnahme der Region Donezk gesetzt, immer ohne Erfolg. Auch Putins neue Frist bis Ende des Jahres für die Eroberung des gesamten Gebiets Donezk werde die russische Armee nicht einhalten. So kämpfte die Arnee seit elf Monaten vergeblich um Kostjantynivka. Die anderen Städte des ukrainischen "Festungsgürtels" – Slowjansk, Kramatorsk und Družkivka – hätten Putins Streitkräfte gar nicht erreicht, "geschweige denn betreten oder eingenommen". 

+++ 06:54 Kreml freut sich über "gedemütigten Merz" +++

Russland betrachtet den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt genüsslich: Die AfD habe ein historisches Ergebnis erzielt und damit die derzeitige Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz gedemütigt, erklärt Kirill Dmitriev, der Sonderbeauftragte des Kreml. "Der historische Sieg der AfD ist eine Demütigung für die Arroganz, Engstirnigkeit, Kriegstreiberei, Unfähigkeit und Heuchelei der diskreditierten deutschen Regierungskoalition", schreibt er auf X. "Die Deutschen haben gesprochen, und Deutschland ist erwacht. Der gedemütigte Merz ist gerade zu einem Starmer geworden", bemerkt Dmitriev in Anspielung auf den ehemaligen britischen Premierminister, der Anfang dieses Jahres geschasst wurde. Die AfD spricht sich immer wieder für Gaslieferungen aus Russland aus und fordert ein Ende der Sanktionen, Waffenlieferungen an die überfallene Ukraine lehnt sie ab.

+++ 06:27 SPD-Außenpolitiker sieht Versäumnisse beim Ukraine-Thema +++

SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner gibt sich zerknirscht und räumt Versäumnisse seiner Partei hinsichtlich des Ukraine-Krieges ein: "Das Thema nicht besetzt zu haben, ist in der Tat ein Fehler", sagt er. Dies sei "schon auch unser Versagen". Die AfD bediene dabei die falschen Narrative und stehe "fest an der Seite von Putin", sagt Stegner bezugnehmend auf Kremlchef Wladimir Putin. Er fügt hinzu: "Das ist nicht unsere Position." Zugleich aber kritisiert er, wie bereits in der Vergangenheit, hohe Rüstungsausgaben. "Wenn wir Milliarden für Aufrüstung ausgeben und gleichzeitig soziale Kürzungen machen, dann ist das ein Energydrink für die Rechtspopulisten und ein Giftcocktail für die demokratischen Parteien. 

+++ 05:58 Berichte über brennendes Öldepot in Sotschi +++

Ein Öldepot in der russischen Stadt Sotschi soll erneut in Flammen aufgegangen sein. Dies berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Videos in den sozialen Medien sollen demnach das Depot, das dem staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft gehört, in Flammen und von dichten Rauchwolken umhüllt zu zeigen. Laut dem russischen Telegram-Kanal "ExileNova+" fordern demnach die Behörden die Anwohner auf, wegen der starken Rauchentwicklung ihre Fenster zu schließen. Erst vor wenigen Tagen hatten ukrainische Streitkräfte mehrere Angriffswellen gegen Ziele in Sotschi gestartet hatten, darunter einen Angriff mit einer Marine-Drohne auf ein russisches Schiff. Auch ein Öldepot brannte.

+++ 05:22 Bericht: Odessa stimmt über Verbot russischer Sprache ab +++

Der Stadtrat der ukrainischen Hafenstadt Odessa stimmt in dieser Woche über den Gebrauch der russischen Sprache im öffentlichen Raum ab. Das berichtet BBC News. In der Ukraine sprechen laut einer aktuellen Meinungsumfrage des Zentrums für Sozial- und Marketingforschung "SOTSIS" die meisten Menschen zwar im Alltag Ukrainisch, doch auch Russisch ist weiterhin eine gängige Alltagssprache. Für Millionen Ukrainer ist Russisch die Muttersprache. Auch der ukrainische Präsident wuchs russischsprachig auf. Erst seit dem Wahlkampf zur Präsidentschaft 2019 kommuniziert Selenskyj ausschließlich auf Ukrainisch. Schon seit Beginn des russischen Angriffskrieges hatte die Ukraine die Regelung für den Gebrauch der russischen Sprache im öffentlichen Raum verschärft. In Odessa wird nun darüber abgestimmt, ob russischsprachige Inhalte in Musik und Literatur sowie auf Straßen, in Parks, öffentlichen Einrichtungen und staatlich betriebenen Kunst- und Unterhaltungsstätten vollständig verboten werden.

+++ 03:49 Russland schließt Treffen Putins mit Trump und Xi nicht aus +++

Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow hält ein Dreiertreffen zwischen den Präsidenten Russlands, der USA und Chinas für möglich. Eine solche Begegnung zwischen Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jinping sei nicht ausgeschlossen, sagt er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Bevor jedoch die eigentlichen Vorbereitungen beginnen könnten, müsse klar sein, welche Tagesordnung es geben solle, unterstreicht Rjabkow. "Die Hauptfrage ist hier, wie der Inhalt des Treffens formuliert wird und was wir als Ergebnis erwarten können." Kürzlich hatte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow die Möglichkeit eines solchen Treffens zwischen Putin, Trump und Xi beim Apec-Gipfeltreffen im chinesischen Shenzhen im November ins Gespräch gebracht.

+++ 01:27 Widerstand aus Berlin: EU bläst Verteidigungsinitiative ab +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagt wegen des Widerstands von Regierungsvertretern kurzfristig die eigentlich für heute geplante Gründung einer Expertengruppe zur Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik ab. "Einige Mitgliedstaaten waren der Auffassung, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht der richtige Weg wäre", erklärt ein EU-Beamter in Brüssel. Zuvor hatten sich unter anderem die deutsche und die italienische Regierung gegen die Expertengruppe positioniert. Als ein möglicher Grund gilt, dass die Bundesregierung Kallas zuletzt eher kritisch gegenüberstand und bei verteidigungspolitischen Fragen auf die Planungsprozesse in der Nato setzen will. Die Expertengruppe hätte konkrete Empfehlungen erarbeiten sollen, wie Lücken bei Europas konventionellen militärischen Fähigkeiten schneller und wirksamer geschlossen werden können.

+++ 00:26 Witkoff und Kushner verlassen Kiew +++

Nach ihren Gesprächen in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff wieder auf dem Heimweg. "Wir haben den Sonderzug von Steve Witkoff und Jared Kushner verabschiedet", erklärt die ukrainische Eisenbahngesellschaft auf Telegram. Bei einer Pressekonferenz in Kiew hatte Witkoff zuvor Zugeständnisse von beiden Kriegsparteien gefordert. "Wir denken, über die notwendigen Elemente" für einen Kompromiss zu verfügen, so Witkoff. Der Besuch der beiden US-Gesandten brachte, wie der Journalist Denis Trubetskoy schreibt, zumindest einen konkreten Erfolg:

+++ 23:13 Geheimdienst: Russland bunkert 400 Hyperschallraketen für Angriffe +++

Letzten Winter mussten Zehntausende Menschen in der Ukraine zeitweise ohne Heizung ausharren, Hunderttausende ohne Strom. Diesen Herbst und Winter werden neue ballistische Angriffe gegen die kritische Infrastruktur der Ukraine erwartet. Der Auslandsgeheimdienst der Ukraine geht davon aus, dass Russland zu diesem Zweck etwa 400 Hyperschallraketen angehäuft hat und zusätzliche Startrampen in den russischen Grenzregionen Brjansk, Kursk und Woronesch stationiert hat. Darüber habe man bei einem Treffen in Kiew mit den Sicherheitsberatern der Staats- und Regierungschefs mehrerer europäischer Staaten gesprochen, schreibt der Geheimdienst SZRU bei Facebook. Es ging demnach aber auch um mögliche russische Provokationen gegen Nato-Staaten und um die russische Raketenproduktion. Laut dem Geheimdienst könnten Dutzende Unternehmen in der Lieferkette mit Sanktionen belegt werden.

+++ 22:10 Vier Tankstellen in der Ukraine verwüstet  +++

Binnen 24 Stunden werden vier Tankstellen in der Ukraine verwüstet: Der Ukrnafta-Konzern berichtet von russischen Drohnenangriffen auf einige seiner Tankstellen in den Regionen Saporischschja, Kiew und Dnipropetrowsk. Die Angriffe verursachen zum Teil Brände und erhebliche Schäden, verletzt wird jedoch niemand, wie der Geschäftsführer Bogdan Kukura erklärt. Die Anlagen sollen repariert werden. "Russland greift weiterhin systematisch die zivile Infrastruktur an, die die Bevölkerung mit Kraftstoff und lebensnotwendigen Gütern versorgt", schreibt er. "Diese Angriffe verfolgen keinerlei militärische Ziele. Es handelt sich um Terror gegen die Zivilbevölkerung."  

+++ 21:47 Kushner: Vereinbarungen müssen neuen Krieg ausschließen +++

US-Präsident Donald Trump strebt nach den Worten seines Schwiegersohns Jared Kushner einen dauerhaften Frieden für die Ukraine an. Alle künftigen Vereinbarungen sollten die Möglichkeiten eines weiteren Kriegs ausschließen und der Ukraine die Gelegenheit geben, den während der Kriegsjahre bewiesenen Einfallsreichtum für die weitere Entwicklung des Landes einzusetzen, sagt Kushner nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian am Rande der Unterredungen in Kiew.  

+++ 21:08 Washington arbeitet an "Friedenspaket" +++

Der US-Gesandte Steve Witkoff äußert sich zuversichtlich über die Friedensgespräche in Moskau und Kiew. Die USA strebten eine diplomatische und keine militärische Lösung des Konflikts an, sagt Witkoff. Sein Kollege Jared Kushner hofft auf eine Rückkehr zu einem trilateralen Format mit der Ukraine, Russland und den USA. Die Regierung in Washington arbeite an einem "Friedenspaket", fügt er hinzu.  

+++ 20:36 Selenskyj: Besuch aus den USA schützt "besser als Flugabwehrsysteme" +++

Im Scherz meint der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Anwesenheit Steve Witkoffs und Jared Kushners habe "besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme". Die beiden Emissäre von US-Präsident Donald Trump sollten öfter nach Kiew kommen, um den Bewohnern eine Chance zu geben, ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft zu holen. Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause in den Angriffen auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete dafür in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau. Die Ukraine beklagt einen Mangel an Patriot-Raketen, dem einzigen Abwehrmittel gegen russische Raketen. 

+++ 19:59 Bericht: Trump will erst Putin anrufen, danach Selenskyj  +++

Einem Medienbericht zufolge könnte US-Präsident Donald Trump am Montag erst mit Kremlchef Wladimir Putin und danach mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen. Ein US-Vertreter erklärt dem "Kyiv Independent" zufolge, Trump werde sich mit seinen Gesandten Steve Witkoff and Jared Kushner beraten, bevor er Putin und dann Selenskyj anruft. Demnach dürften die Telefonate wahrscheinlich am Montag stattfinden. 

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