Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:15 Nach russischem Drohnenangriff: Polen evakuiert 600 Menschen an Grenze zur Ukraine +++
Mehr als 600 Menschen sind über Nacht von den polnischen Grenzübergängen "Dorohusk" und "Hrebenne" an der Grenze zur Ukraine wegen der Bedrohung durch russische Drohnen evakuiert worden. Laut Ukrinform wurde dies während einer Dringlichkeitssitzung im Sicherheitszentrum der polnischen Regierung berichtet. Daran nahmen Premierminister Donald Tusk und Vertreter der polnischen Grenzpolizei teil. Demnach wurde die Fahrzeugabfertigung auf ukrainischer Seite ab Samstag, 14:00 Uhr aufgrund der drohenden russischen Drohnenangriffe ausgesetzt. Auch Polen hat als Reaktion auf die Lage in der Ukraine die Abfertigung an seinen Grenzübergängen eingestellt.
+++ 22:15 Bericht: Kanada erwägt Unterstützung eines EU-Kredits für Kiew +++
Kanada ist derzeit offenbar in Verhandlungen über die Unterstützung eines Darlehens der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Beide Seiten hofften demnach, sich noch vor einem EU-Gipfel in Montreal Ende Oktober auf den Beitrag Kanadas zu einigen. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Kanada strebe angesichts der verschlechterten Beziehungen zu den USA eine engere Anbindung an die EU an. Ministerpräsident Mark Carney prüfe dazu die Möglichkeit einer "assoziierten Mitgliedschaft".
+++ 21:33 Tusk nach Zug-Angriff: "Eskalation von russischer Seite nun Realität" +++
Die polnische Regierung wirft Moskau nach dem heutigen Angriff auf einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion eine Verschärfung des Konflikts vor. "Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden - und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran", sagt Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs.
+++ 20:32 Bahngesellschaft: EU-Diplomaten waren wohl Ziel der russischen Zug-Attacke +++
Die ukrainische Eisenbahngesellschaft teilt am Abend mit, dass kurz vor dem heutigen Bahn-Angriff ein Zug mit Diplomaten in Jahodyn gehalten habe - was mutmaßlich das Ziel Russlands gewesen sein könnte (siehe Eintrag von 13:02 Uhr). "Es ist durchaus denkbar", urteilt die Bahngesellschaft. An Bord des Zuges waren demnach unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker wie der britische Ex-Premierminister Boris Johnson. Die Diplomaten hatten zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. Johnson spricht von einem "willkürlichen und sinnlosen Angriff". In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.
+++ 19:33 "Keine Hoffnung mehr": Bewohner in Ostukraine leben in Geisterstadt +++
Straßenhunde streunen durch die Gassen, Minen liegen frei herum. Der Krieg hat die ostukrainische Stadt Druschkiwka, nur 15 Kilometer entfernt von der Front, in eine Geisterstadt verwandelt. Der ntv-Auslandsreport zeigt Einwohner und Alltag eines Ortes, an dem die Bewohner kaum mehr Hoffnung haben.
+++ 18:32 Fehlalarm am Flughafen: Vermeintliche Drohne entpuppt sich als Vogelschwarm +++
Ein Fehlalarm wegen einer vermeintlichen Drohne hat in Litauen zu einer kurzen Schließung des Flughafens in Vilnius und zum Start eines Nato-Kampfjets geführt (siehe Eintrag von 16:02 Uhr). Die angebliche Drohnensichtung entpuppte sich als Vogelschwarm, wie das nationale Krisenmanagementzentrum des baltischen Landes nun offiziell bestätigt. Auf dem Radarschirm könnten die Signale von Vögeln und Drohnen anfangs ähnlich aussehen, heißt es von der Behörde.
+++ 18:01 Verletzte bei russischen Angriffen in Odessa +++
In der Hafenstadt Odessa und umliegenden Ortschaften sind bei einer Serie russischer Angriffe im Tagesverlauf mindestens 24 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sind mehrstöckige Wohngebäude sowie Lagerhäuser beschädigt worden. Das russische Militär bestätigt die Angriffe auf Odessa und behauptet, es habe sich um eine Produktionsstätte für Drohnen sowie ein Lager für Raketen und Artilleriewaffen gehandelt. Die jeweiligen Angaben sind bisher nicht unabhängig bestätigt.
+++ 17:37 Russlands Veteranen werden in der Heimat vermehrt zu Gewalttätern +++
Die wachsende Zahl der Ukraine-Kriegsheimkehrer wird für Russland zunehmend zum Problem: Das Exilmedium "Werstka" zählt anhand von Gerichtsakten allein in den ersten drei Kriegsjahren 754 Opfer von Gewalttaten heimgekehrter Kämpfer, darunter 378 Getötete. Die "Nowaja Gaseta" kommt auf rund 8000 verurteilte Kriegsteilnehmer seit 2022 - ein erheblicher Teil davon vorbestrafte Männer, die das Straflager gegen den Schützengraben getauscht hatten. Zuletzt erstach ein Soldat in der Region Tjumen in der Hochzeitsnacht seine Ehefrau, in Kisljar stach ein Kriegsheimkehrer auf langjährige Nachbarn ein und behauptete, dort lebten "Ukrainer, die getötet werden müssten".
+++ 17:01 Ukrainer schießen Raffinerie unweit der Krim in Brand +++
In Slawjansk-na-Kubani in der russischen Region Krasnodar ist nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand geraten. Videos aus der Umgebung zeigen hohe Flammen auf dem Gelände, während Augenzeugen von mehreren Angriffswellen berichten. US-Präsident Donald Trump fordert heute von Wolodymyr Selenskyj einen Stopp solcher Raffinerie-Angriffe (siehe Eintrag von 16:27 Uhr).
+++ 16:27 Hohe Energiepreise: Trump fordert von Selenskyj Ende der Raffinerie-Angriffe +++
US-Präsident Donald Trump appelliert an Wolodymyr Selenskyj, die militärischen Angriffe auf russische Raffinerien umgehend einzustellen. "Er muss aufhören, den Diesel-Treibstoff in Russland lahmzulegen", sagt Trump. Selenskyj könne weiterhin militärische Ziele angreifen - aber nicht die Diesel-Infrastruktur, so der US-Präsident. Dass im Zuge des Iran-Krieges zentrale Öl- und Handelsrouten im Nahen Osten blockiert sind, verschweigt Trump. "Das kommt nicht aus dem Nahen Osten, das wird durch das verursacht, was zwischen Russland und der Ukraine passiert", behauptet der US-Präsident.
+++ 16:02 Litauen schließt Flughafen wegen mutmaßlicher Drohne - Nato-Jet steigt auf +++
Litauen schließt wegen einer mutmaßlichen Drohnensichtung zeitweise den Flughafen der Hauptstadt Vilnius. Ein Nato-Kampfjet steigt vorsorglich auf. Am Stützpunkt Siauliai im Norden des Landes sind Kampfflugzeuge der italienischen Luftwaffe im Rahmen des Nato-Schutzeinsatzes stationiert. Der Alarm am Flughafen wurde mittlerweile wieder aufgehoben, bestätigt später der litauische nationale Krisenstab.
+++ 15:01 Video zeigt russischen Angriff auf Zug nahe Nato-Grenze +++
In der Westukraine soll eine russische Drohne die Lok eines Personenzugs kurz vor der Grenze zu Polen angegriffen haben (siehe Eintrag von 10:35 Uhr). 206 Passagiere sitzen im Nachtzug von Kiew nach Polen. Teile des Zuges werden evakuiert, Verletzte gibt es laut ukrainischer Bahn nicht.
+++ 14:26 Kiew spricht nach Bahnnetz-Attacken von einem "systematischen Angriff" Russlands +++
Die Ukraine spricht nach Attacken auf das Eisenbahnnetz von einem "systematischen Angriff" Russlands (siehe Eintrag von 13:02 Uhr). Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn "in höchster Alarmbereitschaft", teilt die staatliche Bahngesellschaft mit. Die ukrainische Bahn erwartet Evakuierungen und Verspätungen von Zügen sowie Umleitungen in der zentralukrainischen Region Dnipro.
+++ 13:56 Nächste ergebnislose Runde? Russland schließt baldige Gespräche mit Ukraine und USA nicht aus +++
Russland kann sich neue trilaterale Gespräche mit der Ukraine und den USA zum Ukraine-Konflikt im Oktober vorstellen. "Wir schließen eine solche Möglichkeit nicht aus", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Er fügt hinzu: "Wir können den Oktober nicht ausschließen." Es gehe um die "absehbare Zukunft". Die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff waren zuvor nach Russland und in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Da Russland in der Vergangenheit stets auf seinen Maximalzielen beharrt und keinen Friedenswillen gezeigt hat, brachten diverse Verhandlungen allerdings keine Fortschritte. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass es beim nächsten Mal anders sein könnte.
+++ 13:19 Ukraine zeigt erstes Seedrohnen-Duell überhaupt +++
Im Schwarzen Meer hat es nach Angaben der ukrainischen Marine erstmals ein direktes Gefecht zwischen zwei unbemannten Booten gegeben. Ein Sargan-3000 soll demnach ein russisches Drohnenboot versenkt haben:
+++ 13:02 Russland greift ukrainischen Zug nahe der polnischen Grenze an +++
Russland hat nahe der polnischen Grenze nicht nur eine Tankstelle angegriffen (siehe Eintrag von 10:35 Uhr), sondern in der Region Wolhynien auch eine Lokomotive eines Personenzugs. Die Zugbesatzung sei rechtzeitig gewarnt worden, sodass niemand zu Schaden gekommen sei, meldet das staatliche ukrainische Eisenbahnunternehmen. Der Vorfall soll sich nur zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt abgespielt haben. Der von einer Drohne getroffene Zug befand sich auf der Fahrt in Richtung Warschau.
+++ 12:40 Ukraine soll russischen Lastwagen angegriffen haben - zwei tote Soldaten gemeldet +++
Der Chef des staatlichen russischen Atomenergiekonzerns, Alexej Lichatschow, wirft der Ukraine einen Angriff auf Diesel-Lastwagen nahe dem Kernkraftwerk Saporischschja vor. Dabei seien zwei russische Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt worden, erklärt Lichatschow. Die Ukraine gefährde damit gezielt die Sicherheit der von Russland besetzten Anlage, behauptet er. Treibstoff ist für Generatoren wichtig, die die Kühlung der Reaktoren bei einem Ausfall der externen Stromversorgung sichern. Der Angriff hat Lichatschow zufolge am Freitag stattgefunden.
+++ 11:57 Erfolgreiche ukrainische Gegenoffensive bei Lyman: ISW äußert sich +++
Das Institut für Kriegsstudien (ISW) äußert sich zu der ukrainischen Gegenoffensive nördlich von Lyman: "Die Erfolge der Ukraine bei der Beseitigung des russischen Vorstoßes in den vergangenen Monaten haben die Pläne des russischen Militärkommandos durchkreuzt, den 'Festungsgürtel' in der Oblast Donezk von den Gebieten um Lyman und Dobropillja aus umfassend einzukreisen", heißt es von der US-Denkfabrik. Die ukrainischen Streitkräfte hätten in den letzten Monaten den russischen Vorstoß nördlich von Lyman zurückgeschlagen und wehrten sich seit Langem gegen die russischen Versuche, Lyman selbst einzunehmen. "Angesichts der Beseitigung des Vorstoßes wird das russische Militärkommando seine Operationspläne für die südliche und nördliche Flanke des 'Festungsgürtels' wahrscheinlich neu bewerten müssen." Viele russische Militärblogger würden die Zerschlagung einräumen, so das ISW.
+++ 11:17 "Starke Nachfrage nach Rekrutierung" - Ukraine will Verbesserungen für ausländische Kämpfer +++
Ausländische Staatsangehörige und Staatenlose, die für die Ukraine kämpfen, sollen laut Verteidigungsministerium Verbesserungen bei der Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus, beim sozialen Schutz und bei der Unterstützung ihrer Familien erhalten. Um diese Änderungen auszuarbeiten, habe eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe ihre erste Sitzung abgehalten, heißt es aus Kiew. Die stellvertretende Verteidigungsministerin Liubov Halan teilt mit: "Derzeit besteht sowohl innerhalb des ukrainischen Militärs als auch unter den ausländischen Freiwilligen selbst eine starke Nachfrage nach der Rekrutierung ausländischer Staatsangehöriger. Unsere Aufgabe ist es, transparente Rekrutierungsbedingungen und menschenwürdige Bedingungen für den Militärdienst zu gewährleisten. Ebenso wichtig ist es, dass ihre Familien Zugang zu den notwendigen Informationen haben und wissen, an wen sie sich wenden können, um Hilfe zu erhalten."
+++ 10:35 Russland greift Ukraine direkt an der Nato-Grenze an +++
Laut Medienberichten hat Russland eine ukrainische Tankstelle an der Grenze zu Polen angegriffen. Dort soll es ein Feuer geben und mehrere Lastwagen in Flammen stehen. In der Nähe befindet sich der Grenzübergang Dorohusk-Jagodzin, einer der wichtigsten zwischen beiden Staaten. "Dies ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der Nato 'klopft'. Russische Barbaren stehen vor euren Toren, liebe Partner", schreibt der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X. Von der russischen Attacke war nach "Spiegel"-Informationen auch einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz betroffen: Günter Sautter, außen- und sicherheitspolitischer Berater im Kanzleramt. Gegen fünf Uhr morgens sei sein privat gecharterter Zug unweit der polnischen Grenze gestoppt und teilweise evakuiert worden.
+++ 10:06 Wichtige Zugverbindung fällt nach russischer Attacke weg +++
Russland greift verstärkt Personenzüge in der Ukraine an, wobei es sich um Kriegsverbrechen handelt. Nach einer erneuten Attacke in der Region Sumy zieht das staatliche Eisenbahnunternehmen Ukrzaliznytsia Konsequenzen. Zwischen den Städten Sumy und Konotop werden nun Busverbindungen statt Züge angeboten. "Wir sind uns bewusst, dass dies Unannehmlichkeiten für Fahrgäste mit sich bringt, die ihre Fahrten im Voraus geplant haben, doch die Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Die Regionalverwaltung von Sumy hat gemeinsam mit dem Staatlichen Notfalldienst eine Möglichkeit gefunden, Busverbindungen zwischen Sumy und Konotop anzubieten. Daher bleibt die Verbindung nach Sumy in multimodaler Form bestehen: Zug + Bus", teilt Ukrzaliznytsia laut Suspilne mit.
+++ 09:25 China und Indien wollen angeblich vermitteln +++
Chinas Staatschef Xi Jinping und der indische Ministerpräsident Narendra Modi bieten russischen Angaben zufolge ihre Vermittlung für Friedensgespräche zur Ukraine an. Der russische Präsident Wladimir Putin begrüße diese Bereitschaft, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die drei Politiker nehmen am Wochenende am Brics-Gipfel in Delhi teil. Vergangene Friedensbemühungen von China und Indien hatten keinen Erfolg gebracht, beide Staaten ermöglichen Russland zudem mit ihren engen Wirtschaftsbeziehungen und anderer Unterstützung den Angriffskrieg gegen die Ukraine.
+++ 08:45 Ukraine greift Ölraffinerie an - Russland meldet Tote +++
Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilt der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk, Radmir Beljajew, bei Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden. Vier weitere Menschen wurden Beljajew zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. Schon in der Vergangenheit hatte Kiew bei Gegenangriffen eine Ölraffinerie in Nischnekamsk getroffen.
+++ 08:02 Trotz des russischen Angriffskrieges: Nur eine Städtepartnerschaft in Deutschland beendet +++
Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und zunehmender hybrider Angriffe in Europa halten deutsche Städte und Gemeinden an ihren russischen Städtepartnerschaften fest. Das zeigt eine exklusive Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter rund 100 Kommunen mit russischen Partnerstädten. Demnach hat seit Beginn des Krieges nur eine Kommune die Städtepartnerschaft offiziell beendet. Alle anderen haben die Verbindungen nach eigenen Angaben ruhend gestellt. Offizielle Reisen, Empfänge und Austauschprogramme finden demnach nicht mehr statt. Formal bestehen die Partnerschaften jedoch fort.
+++ 07:15 Russlands "Fleischangriffe" sollen nicht mehr die gewünschte Wirkung haben +++
Der Kommandeur des 3. ukrainischen Armeekorps, Andrij Bilezkyj, sagt in einem Interview mit BBC Ukraine, die "Fleischangriffe" der Russen würden nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigen. Bei solchen Attacken wird versucht, mit einer hohen Zahl an Infanteristen den Gegner zu überrennen. "Während vor einem Jahr der Einsatz einer riesigen Anzahl an Infanteristen den Russen Vorteile und an einigen Frontabschnitten sogar recht bedeutende Erfolge bescherte, hat diese Taktik nun dazu geführt, dass die Verluste der Russen an lebender Truppe ihre Rekrutierungszahlen für die Armee deutlich übersteigen", stellt Bilezkyj fest. Er erwartet dennoch, dass Russland weiter "Fleischangriffe" durchführen wird - denn die Streitkräfte hätten bislang schlicht keine neue Taktik entwickelt.
+++ 06:29 Tests der großen Flugabwehr-Hoffnung der Ukraine sollen bald beginnen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt in einem Interview, die Ukraine wolle bis Ende Dezember mit den Tests für das Flugabwehrsystem Freyja beginnen. Dieses soll auch ballistische Raketen eliminieren können und damit eine Alternative zum US-Patriot-System werden, bei dem es an Raketen mangelt. Freyja wird in Zusammenarbeit der Ukraine mit westlichen Partnern entwickelt.
+++ 05:42 Polen plädiert für Nato-Manöver nahe Kaliningrad +++
Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski hat vorgeschlagen, die Nato solle ihre Militärübungen in der Nähe von Kaliningrad intensivieren, damit Russland einen Teil seiner Truppen aus der Ukraine dorthin verlegen müsse. Das sagte er während eines Treffens in Kiew, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Suspilne. Seinen Angaben zufolge gibt es in der Region Kaliningrad "praktisch keine Truppen", und dies sollte man ausnutzen. "Putin weiß also, oder geht davon aus, dass die NATO ein friedliches Bündnis ist und wir ihre lokale Schwäche nicht ausnutzen werden. Und vielleicht ist das ein Fehler", bemerkt der polnische Außenminister.
+++ 04:59 Merz reist zu EU-Arktis-Gipfel nach Finnland +++
Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute zu einem EU-Arktis-Gipfel nach Finnland. An dem zweitägigen Treffen in Rovaniemi nehmen auf Einladung des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo die Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder sowie Vertreter der EU-Institutionen teil. Bei dem Gipfel soll über eine Neuausrichtung der europäischen Arktispolitik beraten werden, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine überarbeitete EU-Arktisstrategie soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis deutlich gewachsen. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nahmen die Spannungen in der Region zu.
+++ 03:59 Libyen dementiert Erlaubnis für ukrainische Nutzung von Stützpunkt +++
Libyens Regierung hat einen US-Medienbericht zurückgewiesen, wonach sie der Ukraine die Nutzung eines Armeestützpunkts für Angriffe auf Schiffe der russischen Schattenflotte erlaubt habe. Ohne die Ukraine namentlich zu nennen, erklärt Libyens Verteidigungsministerium, es habe "Kenntnis von den in einem Presseartikel enthaltenen Behauptungen erhalten". Es weise "kategorisch die Existenz jeglicher Vereinbarung, Abmachung oder Abstimmung zurück, die die Nutzung" dieses Stützpunkts ermöglichen würde. Dies gelte auch für die Nutzung "eines anderen staatlichen Armeestandorts für die Ausführung von Angriffen oder militärischen Einsätzen jeglicher Art außerhalb des Rahmens der souveränen Missionen des libyschen Staates". In der Erklärung beruft sich das Verteidigungsministerium des nordafrikanischen Landes auf einen US-Bericht, "wonach der Armeestützpunkt in Misrata als Ausgangspunkt für die Ausführung militärischer Einsätze gegen externe Parteien oder Interessen genutzt" worden sei.
+++ 02:53 Ukrainische Armee: Russischer Stützpunkt am rechten Ufer des Flusses Oskil schrumpft +++
Die ukrainische Armee übt in der Nähe des Dorfes Dworitschna in der Region Charkiw laut der Nachrichtenagentur Ukrinform einen effektiven Druck auf die Russen aus. Der aktuelle Schwerpunkt liegt demnach auf der Reduzierung des russischen Stützpunktes am rechten Ufer des Flusses Oskil. Viktor Trehubow, Presseoffizier der ukrainischen Streitkräfte, berichtet dies im Fernsehen, als er Fragen zur Lage in Richtung Kupiansk, Borowa und Dworitschna beantwortet. "Die Lage im Gebiet um Borowa ist recht stabil. Was Dworitschna betrifft, so verlieren die Russen dort allmählich an Boden. Sie stehen unter erheblichem Druck. Leider sprechen wir noch nicht von der Befreiung Dworitschnas selbst, sondern vielmehr von der Reduzierung des russischen Stützpunktes am rechten Ufer des Flusses Oskil", sagt er laut dem Bericht.
+++ 01:48 Selenskyj nennt EU-Streit über Oligarchen-Sanktionen "selbstzerstörerisch" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Europäische Union dafür kritisiert, dass sie bisher keine Einigung über die Verlängerung der Sanktionen gegen russische Oligarchen und Unternehmen erzielt hat. In einer Rede nennt er dies laut dem "Kyiv Independent" "unmoralisch und selbstzerstörerisch". Die EU hat bis zum 15. September Zeit, ihre Sanktionen gegen mehr als 3000, vorwiegend russische Organisationen und Einzelpersonen zu verlängern. Am 11. September scheiterte sie jedoch erneut mit der Genehmigung der Verlängerung. Die Maßnahmen waren zuletzt am 14. März verlängert worden. Die Slowakei blockiert das Abkommen und fordert eine Aufhebung der Sanktionen gegen die russischen Oligarchen Michail Fridman und Alischer Usmanow.
+++ 00:33 "Historische Seeschlacht": Kiews Marine zeigt Gefecht zweier Drohnenboote +++
Im vermutlich ersten Zusammentreffen zweier Marine-Drohnen überhaupt hat das unbemannte russische Boot gegen sein ukrainisches Gegenstück nach Kiewer Darstellung den Kürzeren gezogen. Wie die ukrainische Marine auf Telegram mitteilte, habe die Aufklärung eine russische Marine-Drohne in einem nicht genannten Abschnitt des Schwarzen Meeres entdeckt. Eine daraufhin in Marsch gesetzte Marine-Drohne habe sich an das russische Boot heran manövriert und dieses mit seinem überschweren Maschinengewehr beschossen und versenkt. "Dies ist die erste Seeschlacht in der Geschichte zwischen unbemannten Booten", schrieb die ukrainische Marine zu dem Zwischenfall. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, das Beschuss und Zerstörung eines nicht identifizierbaren Kleinbootes zeigt.
+++ 23:16 Ukrainische Tennisspielerin: Wohnung durch Angriff zerstört +++
Das Apartment der ukrainischen Tennisspielerin Dajana Jastremska in Odessa ist nach ihren Angaben durch einen russischen Angriff zerstört worden. Die 26-Jährige veröffentlicht bei Instagram Bilder und Videos, die ein brennendes Haus zeigen. "So sieht die "russische Welt" aus: Ein direkter Treffer eines Kalibr-Marschflugkörpers", schreibt Jastremska dazu. Das Einzige, was übrig geblieben sei, sei ein Handtuch aus Roland Garros von den French Open. "Ein Stück Tenniswelt überlebte eine russische Rakete. Unser Zuhause nicht", schreibt sie. Jastremska richtet sich direkt an die Frauen-Profiorganisation WTA und den Weltverband ITF. "Seht euch diese Bilder mit unseren Augen an. Das ist die wahre Bedeutung eurer "Neutralität" - aus ukrainischer Sicht." Russische Tennisprofis dürfen mit neutralem Status an internationalen Turnieren teilnehmen. Ukrainische Spielerinnen und Spieler geben russischen Gegnern nach dem Match im Regelfall nicht die Hand.
+++ 22:13 "Unmöglich": Kreml lehnt Putin-Selenskyj-Treffen in Miami ab +++
Russland schließt ein Treffen von Staatschef Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim diesjährigen G20-Gipfel in den USA aus. "Das ist unmöglich", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Neu Delhi. Er bekräftigt die russische Position, dass eine solche Begegnung nur in Moskau stattfinden könne: "Es gibt eine Bereitschaft, ihn in Moskau zu treffen", sagt Peskow über Selenskyj.
+++ 21:26 Selenskyj-Vertrauter rechnet mit Dreiergesprächen im Oktober +++
Die Ukraine erwartet im kommenden Monat eine Fortsetzung der Friedensverhandlungen unter Vermittlung der USA. "Wir bereiten uns vor, auf Oktober", sagt der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow. Er erklärt, dass damit Unterredungen im Dreierformat gemeint sind. Ein genaues Datum oder den Ort der Treffen nennt er jedoch nicht.
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