Politik

Zug mit Merz-Berater gestoppt?Russland greift Ukraine direkt an Nato-Grenze an

13.09.2026, 13:07 Uhr
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Der Krieg rückt näher an die polnisch-ukrainische Grenze. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Die Einschläge kommen näher: 800 Meter vor der Grenze zu Polen geht eine russische Drohne in der Ukraine nieder und trifft offenbar eine Tankstelle. Ein Zug mit westlichen Sicherheitsberatern soll ebenfalls von russischen Angriffen betroffen sein.

Eine russische Drohne ist in der Nacht nahe der ukrainisch-polnischen Grenze in der Kleinstadt Jahodyn eingeschlagen. Dies teilt der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit und korrigiert damit eine frühere Aussage, wonach der Grenzübergang direkt getroffen wurde. Der Einschlagsort liegt rund 800 Meter von der Grenze entfernt, wie eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagt. Der Grenzübergang sei während des Angriffs vorübergehend geschlossen worden. Ukrainischen Medienberichten zufolge wurde eine Tankstelle getroffen.

In der Grenzregion Wolyn hat zudem eine Drohne die Lokomotive eines Personenzugs zwei Kilometer vor der polnischen Grenze angegriffen, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja mitteilt. Verletzte gebe es nicht.

Laut dem "Spiegel" war auch einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz von den russischen Attacken betroffen. Der außen- und sicherheitspolitische Berater im Kanzleramt, Günter Sautter, reiste demnach in der Nacht mit dem Nachtzug von Kiew nach Polen. Am frühen Morgen sei der Zug dann nahe der polnischen Grenze gestoppt, wegen der Drohneneinschläge seien Teile des Zuges evakuiert worden.

Neben Sautter waren dem Bericht zufolge auch noch Sicherheitsberater anderer europäischer Regierungen, Bundestagsabgeordnete, Diplomaten und Wissenschaftler an Bord des Zugs. Auch der frühere britische Premierminister Boris Johnson sei nach einer Konferenz in Kiew mit dem Zug zurück nach Polen gereist. Letztlich kamen alle mit dem Schrecken davon: Kurz nach der Aufforderung zur Evakuierung gab es offenbar Entwarnung.

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna schrieb, dass Mitglieder seines Teams am Grenzübergang steckengeblieben waren und die Ukraine wegen der Bedrohung durch russische Drohnen nicht verlassen konnten. "Die Angriffe Russlands werden intensiver und rücken der NATO und der EU immer näher. Unsere Reaktion muss sich ebenfalls verstärken", so der Außenminister.

Über die Grenzübergänge zu Polen gelangt ein Großteil der westlichen Militär- und Humanitätshilfe in die Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind wiederholt Drohnen oder Raketenteile in Nachbarländern wie Rumänien, Polen oder der Republik Moldau niedergegangen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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