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Frankreichs Präsident im Visier 23-Jähriger plante Mord an Macron

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Emmanuel Macron bei einer Parade auf den Pariser Champs-Élysées.

(Foto: REUTERS)

Während der Parade zum Nationalfeiertag soll es passieren: Ein 23-jähriger Franzose plant, Präsident Macron zu ermorden. In einem Internetchat sucht er nach einer Waffe, um seinen Plan umsetzen zu können. Dann geht er den Behörden ins Netz.

In Frankreich ist ein 23-jähriger Mann aus Argenteuil festgenommen worden, der ein Attentat auf den neuen Präsidenten Emmanuel Macron geplant haben soll. Französischen Medienberichten zufolge soll sich der Verdächtige selbst als "Nationalisten" bezeichnet und damit gedroht haben, den sozialliberalen Staatschef bei einer Parade zum Bastille Day am 14. Juli auf den Pariser Champs-Elysées umzubringen. Die Festnahme erfolgte bereits in vergangenen Woche.

Doch nicht nur Macron war offenbar Ziel des Mannes, sondern auch "Schwarze, Araber, Juden und Homosexuelle", meldete der Sender BFMTV. "Seine Pläne blieben recht vage, aber er wollte Minderheiten angreifen", berichtete die Zeitung "L'Express" unter Berufung auf eine Polizeiquelle. "Es macht den Eindruck, als sei er durch frühere Schießereien - etwa das Columbine Massaker - inspiriert worden." Bei dem Amoklauf an einer Highschool in der US-Stadt Columbine waren 1999 zwölf Schüler und ein Lehrer ermordet worden.

Ins Visier der Sicherheitsbehörden war der Mann offenbar geraten, nachdem er in einem Internetchat zu einem Online-Computerspiel angegeben hatte, auf der Suche nach einer Kalaschnikow zu sein. Er habe in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass er mit der Waffe einen Anschlag verüben will. Daraufhin wurde er auf einer Regierungswebsite gemeldet, die der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, um verdächtige Beobachtungen zu melden.

Attentat nach dem Vorbild Brunerie?

Laut BFMTV ging der Mann bei seiner Festnahme auf die Polizisten los und bedrohte sie mit einem Messer. Zwei weitere Stichwaffen seien in seinem Auto gefunden worden, hieß es. Bei der Befragung durch die Polizei habe er zugegeben, dass er ein Attentat auf den Präsidenten während der Festlichkeiten zum Nationalfeiertag plante. Laut Polizei machte der Verdächtige einen geistig instabilen, aber "entschlossenen" Eindruck. Gegen ihn wird nun wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

Bereits im vergangenen Jahr war der Mann wegen der Verherrlichung von Terrorismus verurteilt worden - offenbar im Zusammenhang mit dem Fall von Maxime Brunerie. Der heute 40-Jährige hatte 2002 während einer Parade zum Nationalfeiertag ein Attentat auf den damaligen Präsidenten Jaques Chirac verüben wollen, wurde aber von drei Männern überwältigt, bevor er mit seiner kleinkalibrigen Waffe auf Chirac feuern konnte.

Quelle: n-tv.de, jug

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