Politik

Arbeit für IS-"Sittenpolizei" 27-jährige Deutsche sitzt in U-Haft

95800689.jpg

Überreste der Al-Nuri-Moschee in Mossul, in der der IS das Kalifat verkündete.

(Foto: picture alliance / Oliver Weiken)

Jennifer W. soll im August 2014 in den Irak eingereist sein, wo sie sich dem IS anschloss. 2016 wurde sie von türkischen Sicherheitskräften festgenommen und nach Deutschland abgeschoben. Jetzt schaltet sich die Bundesanwaltschaft ein.

Die Bundesanwaltschaft hat eine 27-jährige Deutsche als mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. Jennifer W. wurde bereits am vergangenen Freitag im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben festgenommen, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Zudem wurde demnach ihre Wohnung im Landkreis Vechta in Niedersachsen durchsucht.

Die Frau reiste den Ermittlungen zufolge im August 2014 über die Türkei und Syrien in den Irak, wo sie sich dem IS anschloss. In den irakischen Städten Falludscha und Mossul patrouillierte sie demnach abends für die sogenannte Sittenpolizei der Dschihadistenmiliz, um auf die Einhaltung der vom IS aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften zu achten.

Ende Januar 2016 beantragte W. laut Bundesanwaltschaft in der deutschen Botschaft in Ankara neue Ausweispapiere. Sie wurde danach von den türkischen Sicherheitsbehörden festgenommen und nach Deutschland abgeschoben. Seither habe sie in das Gebiet des IS zurückkehren wollen.

Nach ihrer Festnahme hatte der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof am Samstag Untersuchungshaft angeordnet.

Quelle: ntv.de, wne/dpa