Politik

Studie zum Fachkräftemangel 300.000 Pflegekräfte bereit für Rückkehr in Job

Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.

Viele Fachkräfte in der Pflege wünschen sich bessere Arbeitsbedingungen.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Schlechte Bezahlung, Überstunden und Dauerstress: Viele Fachkräfte in der Pflege kehren dem Beruf den Rücken zu. Und doch zeigt eine aktuelle Umfrage, dass mehr als die Hälfte von ihnen dazu bereit wäre, den Job unter besseren Bedingungen wieder aufzunehmen.

Der bundesweite Fachkräftemangel in der Pflege wird sich weiter zuspitzen - allein in den nächsten zehn bis zwölf Jahren gehen 500.000 Pflegefachkräfte in Rente. Zugleich hat auch der wachsende Anteil an Berufsaussteigern fatale Auswirkungen auf die Personallage in der Pflege. So dauert es durchschnittlich sieben bis acht Monate, bis eine Stelle in der Krankenpflege neu besetzt werden kann. Doch eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bremer Arbeitnehmerkammer offenbart, dass mindestens 300.000 Vollzeit-Pflegekräfte mehr zur Verfügung stünden, wenn sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessern würden.

Demnach könnte sich die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten und sogar 60 Prozent der Ausgestiegenen eine Rückkehr in den Beruf oder ein Aufstocken der Stunden vorstellen. Die Zahl setzt sich demnach zusammen aus 263.000 Berufsaussteigern, die zurückkehren könnten, und 39.000 Teilzeitkräften, die ihre Arbeitszeit aufstocken könnten. Optimistisch gerechnet könnten es sogar 583.000 Rückkehrer und 78.000 Arbeitszeit-Aufstocker sein, hieß es in der Studie. "Das ist eine sehr gute Nachricht für die Pflege - doch diese Fachkräfte kommen nicht von allein zurück", erklärte die Geschäftsführerin der Bremer Arbeitnehmerkammer, Elke Heyduck. "Die Pflegebeschäftigten wissen sehr genau, was sich ändern muss, damit sie ihren verantwortungsvollen Beruf so ausüben können, wie es ihren fachlichen Vorstellungen und ihrer Ausbildung entspricht.

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Für die meisten Befragten ist eine Personaldecke, die sich tatsächlich am Bedarf der pflegebedürftigen Menschen ausrichtet, das wichtigste Rückkehrkriterium. Außerdem erhoffen sich die Pflegekräfte eine bessere Bezahlung und verlässliche Arbeitszeiten. Mehr Zeit für menschliche Zuwendung zu haben, nicht unterbesetzt arbeiten zu müssen und verbindliche Dienstpläne sind für die Befragten weitere zentrale Bedingungen. Ebenso wünschen sie sich respektvolle Vorgesetzte, einen kollegialen Umgang mit allen Berufsgruppen, mehr Augenhöhe gegenüber den Ärztinnen und Ärzten, eine vereinfachte Dokumentation und eine bessere Vergütung von Fort- und Weiterbildungen.

An der Online-Befragung "Ich pflege wieder, wenn ..." haben im vergangenen Jahr rund 12.700 Aussteiger sowie in Teilzeit beschäftigte Pflegekräfte teilgenommen. Die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung hat die Studie gefördert.

Quelle: ntv.de, bek/AFP

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