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"Defender 2020" 37.000 Soldaten ziehen durchs Land

US-Soldaten stehen auf dem Gelände der Greifen-Kaserne der Bundeswehr. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

US-Soldaten stehen auf dem Gelände der Greifen-Kaserne der Bundeswehr.

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa)

Unter internationaler Beobachtung läuft eines der größten militärischen Verlegemanöver in Europa an. Bei "Defender 2020" werden Tausende Soldaten von der Nordsee nach Polen und ins Baltikum "verlegt". Deutschland ist die "Drehscheibe".

US-Truppen haben in ganz Deutschland mit den letzten Vorbereitungen für die Nato-Großübung "Defender Europe 2020" begonnen.

So traf die dritte Maschine mit US-Soldaten auf dem Hamburger Flughafen ein. Die rund 300 Soldaten kamen mit einer Boeing 747 aus dem US-Bundesstaat Georgia und wurden von US-Generalkonsul Darion Akins sowie Vertretern von Senat und Bundeswehr begrüßt. Anschließend wurden die Soldaten per Bus zu weiteren Zielorten für die Übung gebracht. Das Ziel für diesen Transport lautete Bremerhaven, wo zugleich Fahrzeuge und Ausrüstung für die US-Truppen angelandet wurden. "Nun werden Mannschaften und Material wieder zusammengebracht; das ist ja genau der Sinn der Übung", sagte ein Bundeswehr-Sprecher.

In den Kasernen Hagenow in Westmecklenburg und Torgelow in Vorpommern wurden nach der Ankunft der Vorkommandos amerikanische Flaggen gehisst. An beiden Standorten sollen von Mittwoch an etwa 1700 US-Soldaten auf ihrem Weg von Bremerhaven nach Osteuropa kolonnenweise halten, tanken und rasten. "Die Transporte sollen immer nachts laufen, vermutlich über die Autobahnen 24, 14 und 20", erläuterte Metzler.

Deutschland als Drehscheibe

Dies ist eine von drei Routen für die etwa 20.000 US-Soldaten, die in Antwerpen, Rotterdam und Bremerhaven anlanden und dann durch Deutschland nach Ostpolen und ins Baltikum ziehen sollen. "Defender 2020" läuft bis Juni 2020 und ist mit 37.000 Nato-Soldaten die größte Truppen-Verlegeübung des Bündnisses seit 25 Jahren.

"Wir rechnen damit, dass etwa 140 Fahrzeug pro Nacht unterwegs sein werden", erklärte Metzler. Dabei handele es sich nicht um Schwerlast- oder Gefechtsfahrzeuge, sondern vor allem um Lastwagen. Die erste "Verlegewelle" soll vom 26. Februar bis 6. März dauern. In der Kaserne Hagenow kommen maximal 180 Soldaten und 80 Fahrzeuge unter, in Torgelow bis zu 350 Soldaten und 150 Fahrzeuge, wobei auch Betankung und Instandsetzung möglich wären.

"Wir sind auch darauf eingerichtet, noch eine zweite Verlegung abzusichern, wenn es erforderlich wird", sagte der Sprecher. Der Leiter des US-Vorkommandos, Oberleutnant Matthew Sukenik, führte erste Tankfahrzeuge vor, die bereits in Torgelow stehen und kontrollierte die Unterkünfte. Militärische Übungen wie an anderen Truppenübungsplätzen in Deutschland seien in Mecklenburg-Vorpommern nicht geplant.

Zu den 18 Nationen, die an "Defender 2020" beteiligt sind, zählt auch Georgien. Aus diesem Land bereiten sich seit Längerem Einheiten in der Kaserne in Torgelow und auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück auf Auslandseinsätze vor - auch die Flagge Georgiens macht das deutlich. Als Hintergrund der Übung "Defender 2020" gilt das gespannte Verhältnis osteuropäischer Nato-Staaten zu Russland seit dessen Annexion der Halbinsel Krim und dem Ukraine-Konflikt.

Quelle: tar/dpa